Das Wort zum Sonntag …

Keine Angst, ich gehe nicht unter die Wanderprediger. Mir ist da nur eine Geschichte eingefallen, die schon etwas älter ist.

Ich versuche ja, Religion aus der Apotheke herauszuhalten. Meiner Meinung hat sie da nämlich nichts zu suchen. Das gilt für Apotheker, die sich aus religiösen Gründen weigern Verhütungsmittel oder die ‚Pille danach‘ zu verkaufen, genauso wie für Kunden. Ich mag es zum Beispiel gar nicht, wenn jemand versucht mich zu bekehren, zuhause nicht und noch weniger am Arbeitsort.

Das gilt auch für die Zeugen Jehovas, die da manchmal ziemlich aktiv sein können. Wie die nette ältere Dame mit der deutlich sichtbaren „Keine Blutspende!“-Karte im Portemonnaie.

Dass mein Arbeitsort nicht der richtige Platz für ein glauben sie an Gott?“-Gespräch ist, sieht die liebe Frau mit Mühe noch ein. Aber mir dann nach meiner eher ablehnenden Haltung noch demonstrativ ein Exemplar vom „Wachtturm“ hinzulegen ….

Ich beachte das Heft erst mal nicht, kassiere ein und frage freundlich: „Möchten sie noch eine Tasche?“

„Ja, bitte.“

…ich habe die Broschüre dann mit ihren Sachen in die Tasche gepackt.

Ui, gab das einen bösen Blick.

:-)

Mitgehört (2)

Ich höre ja noch gerne zu, wenn meine Mitarbeiter Kunden beraten. Nicht unbedingt um sie nachher zu korrigieren – auch ich lerne noch dazu: zum Beispiel, wie man etwas erklärt :-)

Kunde: „Ein Dafalgan bitte.“
Pharmaassistentin: „Tablette oder Brausetablette?“
Kunde: „Was sind Brausetabletten?“
Pharmaassistentin: „Ah, das sind die Dinger, die sie in ein Glas Wasser werfen und die dann so „blubbern“ beim auflösen.“

geschlechterspezifische Medikamente

Frau: „… und geben sie mir noch ein Pack Prostagutt Kapseln.“
Apothekerin: „Ist es denn für sie selbst?“
Frau: „Ja.“
Apothekerin: „Hmmm, haben sie denn irgendwelche Beschwerden?“
… vielleicht denkt sie, die seien allgemein für Probleme beim Wasserlassen.
Frau: „Nein, ich nehme das nur zur Vorbeugung.“
Apothekerin: „Aber sie wissen, dass das ein Mittel ist, das Männer nehmen gegen Prostatabeschwerden? Sie als Frau haben keine Prostata und brauchen das nicht.“
Frau: „Ja, aber meinem Nachbarn hat das immer so gutgetan, ich nehme sie trotzdem!“

Wenn es gut war für den Nachbar, dann ist es auch gut für mich?

Partnerbehandlung

Ein Rezept vom Gynälokogen, ein Mann holt die Medikamente.
Auf dem Rezept steht:

3 x Flagyl Tabletten 500mg –  1. und 3. Tag je 4 Tabletten aufs Mal – eine Behandlung pro Person.

Zur Erklärung: Flagyl (Metronidazol) ist ein Antibiotikum, das in dieser Dosierung zur Behandlung von Trichomonasis, einer sexuell übertragenen Krankheit eingesetzt wird. Der (oder die :-) ) Partner sollte/n bei einer entdeckten Infektion unbedingt mit behandelt werden, auch wenn „er“ oft keine Symptome zeigt.

Die Apothekerin sucht die Packungen heraus -es gibt Packungen zu 4 Tabletten, also hier insgesamt 3×2 = 6 Packungen und erklärt dem Mann die Anwendung.

Mann: „Geben sie mir nur 4 Packungen, ich kenne da jemanden, der selber für die Behandlung zahlen kann!“

– Ah, doch keine glückliche Dreiecksbeziehung?

Die falsche Anwendung (14)

Ein Gastbeitrag! Eine Geschichte aus der Apo von Leserin Ramona, die ihrer Lehrtochter passiert ist:

Kundin: „Ich hätte gerne Vicks Medinait.“
Azubi: „Ja, gerne. Kennen Sie die Anwendung schon?“
Kundin: „Ja, sicher. Ich gebe jeden Abend einen Becher ins Wasser.“
Azubi: „In welches Wasser?“
Kundin: „Wenn es mir nicht gut geht, nehme ich abends ein Bad und gebe einen Becher voll hinein. Danach schlafe ich so gut und fühle mich viel besser!“
Azubi: „Wie bitte???“

Naja, der Kundin ist die Anwendung nach einer ausführlichen Erklärung nun klar….

Pharmamas P.S.: Also das Packungsdesign erinnert schon ein bisschen an einen Badezusatz – dazu die grellgrüne Farbe des Inhalts …

Noch mehr falsche Anwendungen hier.