Mitgehört (2)

Ich höre ja noch gerne zu, wenn meine Mitarbeiter Kunden beraten. Nicht unbedingt um sie nachher zu korrigieren – auch ich lerne noch dazu: zum Beispiel, wie man etwas erklärt :-)

Kunde: „Ein Dafalgan bitte.“
Pharmaassistentin: „Tablette oder Brausetablette?“
Kunde: „Was sind Brausetabletten?“
Pharmaassistentin: „Ah, das sind die Dinger, die sie in ein Glas Wasser werfen und die dann so „blubbern“ beim auflösen.“

geschlechterspezifische Medikamente

Frau: „… und geben sie mir noch ein Pack Prostagutt Kapseln.“
Apothekerin: „Ist es denn für sie selbst?“
Frau: „Ja.“
Apothekerin: „Hmmm, haben sie denn irgendwelche Beschwerden?“
… vielleicht denkt sie, die seien allgemein für Probleme beim Wasserlassen.
Frau: „Nein, ich nehme das nur zur Vorbeugung.“
Apothekerin: „Aber sie wissen, dass das ein Mittel ist, das Männer nehmen gegen Prostatabeschwerden? Sie als Frau haben keine Prostata und brauchen das nicht.“
Frau: „Ja, aber meinem Nachbarn hat das immer so gutgetan, ich nehme sie trotzdem!“

Wenn es gut war für den Nachbar, dann ist es auch gut für mich?

Partnerbehandlung

Ein Rezept vom Gynälokogen, ein Mann holt die Medikamente.
Auf dem Rezept steht:

3 x Flagyl Tabletten 500mg –  1. und 3. Tag je 4 Tabletten aufs Mal – eine Behandlung pro Person.

Zur Erklärung: Flagyl (Metronidazol) ist ein Antibiotikum, das in dieser Dosierung zur Behandlung von Trichomonasis, einer sexuell übertragenen Krankheit eingesetzt wird. Der (oder die :-) ) Partner sollte/n bei einer entdeckten Infektion unbedingt mit behandelt werden, auch wenn „er“ oft keine Symptome zeigt.

Die Apothekerin sucht die Packungen heraus -es gibt Packungen zu 4 Tabletten, also hier insgesamt 3×2 = 6 Packungen und erklärt dem Mann die Anwendung.

Mann: „Geben sie mir nur 4 Packungen, ich kenne da jemanden, der selber für die Behandlung zahlen kann!“

– Ah, doch keine glückliche Dreiecksbeziehung?

Die falsche Anwendung (14)

Ein Gastbeitrag! Eine Geschichte aus der Apo von Leserin Ramona, die ihrer Lehrtochter passiert ist:

Kundin: „Ich hätte gerne Vicks Medinait.“
Azubi: „Ja, gerne. Kennen Sie die Anwendung schon?“
Kundin: „Ja, sicher. Ich gebe jeden Abend einen Becher ins Wasser.“
Azubi: „In welches Wasser?“
Kundin: „Wenn es mir nicht gut geht, nehme ich abends ein Bad und gebe einen Becher voll hinein. Danach schlafe ich so gut und fühle mich viel besser!“
Azubi: „Wie bitte???“

Naja, der Kundin ist die Anwendung nach einer ausführlichen Erklärung nun klar….

Pharmamas P.S.: Also das Packungsdesign erinnert schon ein bisschen an einen Badezusatz – dazu die grellgrüne Farbe des Inhalts …

Noch mehr falsche Anwendungen hier.

Unsicherheiten

Kundin: „Lösen sich die Adalat CR Tabletten eigentlich nicht auf? Ich finde die Dinger immer in meinem Stuhl wieder!“
Pharmama: „Nein, das sind spezielle Tabletten wo der Wirkstoff langsam durch die Hülle freigegeben wird, aber die Hülle löst sich nicht.“
Kundin: „Aber wirkt das dann trotzdem?“
Pharmama: „Ja. Ganz sicher.“
Kundin: „Na, wenn sie das sagen, ok.“

Naja, wenigstens hat sie mir nicht eine als Anschauungsmaterial mitgebracht.

Gedankennotiz für’s nächste Mal: unbedingt bei der Erstabgabe Kunde darauf hinweisen.