Bitte nie mit dem Arzt drohen!

Ein wichtiger Aufruf an alle Eltern: Bitte, bitte droht eurem Kind nicht mit dem Arzt.

Z.Bsp letzthin in der Apotheke mitbekommen  „Wenn Du jetzt nicht folgst, bekommst Du eine Spritze beim Arzt!“

Ja, das mag kurzfristig funktionieren, aber:

– wenn das Kind dann mal zum Arzt muss, weil es krank ist, hilft es überhaupt nicht, weil der Arzt dann ein Kind vor sich hat, das ausser krank noch ängstlich ist, eventuell schreit und beruhigt werden muss.

Der Arzt muss manchmal unangenehme Sachen machen (ja, auch Spritzen)– Angst verstärkt den Schmerz. Auf der anderen Seite hilft Vertrauen in den Arzt der Behandlung und Heilung sehr.

Mein Junior geht tatsächlich gerne zum Arzt – zum Glück müssen wir das nicht oft – und es hilft schon sehr, weil er dann auch  den Mund aufmacht oder problemlos ruhig hält – na ja, relativ ruhig. Im Moment redet er den Leuten ein Ohr ab.

Geschlechterspezifische Packungen?

Kunde in der Apotheke: „Ein Fieberzäpfchen für ein 7kg schweres Kind, bitte.“

Ich bringe ihm das Dafalgan – die Packung ist hübsch … rosa.

Kunde: „Ah, nein. Es ist ein Junge, haben sie nicht etwas anderes?“

Pharmama: „In dem Fall das BenURon – das ist hellblau?“

Kunde: Das ist gut!“

Wie er will – da ist dasselbe drin und Hauptsache er ist zufrieden … aber … warum?

Ummm, fein: Papier

Der Vater kommt in die Apotheke um ein Calcium-Präparat für seinen kleinen Sohn zu holen, der (O-Ton):  „nicht genug bekommt in seiner Diät“.

Die Apothekerin fragt ihn, was er denn so isst. Sie meint eigentlich Milch, Käse, Mineralwasser … alles, was so Calcium enthält.

Antwortet der Vater: „Papier.“

Pica ist eine Krankheit, wo der Patient nicht verwertbares isst, z.B. Papier oder Erde etc. Eine der Theorien der Ursachen ist, dass dann ein Mineral fehlt, wobei ich dachte eigentlich Eisen, nicht unbedingt Calcium?

Kindergift

Eine Frau steht am Steller mit den Raumverdunstern – ihr wisst schon, diese Flaschen mit den Holzstäbchen drin, die den Raum beduften.
Sie nimmt eine Flasche in die Hand, schaut sie seeehr genau an, entdeckt das hier:

und fragt mich: Wie giftig ist das?“
Pharmama: „Naja, es ist Lösungsmittel, wohl alkoholisch plus ätherisches Öl. Trinken würde ich das auf gar keinen Fall, wenn etwas auf die Haut kommt, dürfte es aber nicht viel machen. Abwaschen mit etwas Wasser und Seife reicht“
Kundin: „Ich habe ein kleines Kind zuhause !“
Pharmama: „Dann würde ich ihnen raten, das an einem Ort aufzustellen, wo es nicht hin kommt.“
Kundin … schaut das Produkt zweifelnd an „Also ich weiss nicht …“

Ehrlich: schön, dass sie sich Gedanken macht, aber … will sie von mir hören, dass es kein Problem ist, wenn das Kind das in die Finger bekommt und trinkt? Ich würde sogar Alkohol zum trinken oder die normalen ätherischen Öle für die Duftlampen (die inzwischen auch dieses Zeichen drauf haben) nicht so hinstellen, dass das Kind das einfach nehmen kann.

Die Apotheke: Kein Spielzimmer

Ehrlich: ich mag Kinder. Die meisten haben so eine erfrischende Offenheit, und bei einem gehauchten „Danke“ für das Traubenzucker, könnte ich schmelzen. Ausserdem habe ich selbst so einen Wirbelwind und darum einige Einsichten.

Aber: die Apotheke ist  kein geeigneter Dauer-Aufenthaltsort für Kinder. Wir haben eine Spielecke, wo sie sich beschäftigen können, während die Eltern (oder meist: die Mama) einkauft, aber das ist nur eine begrenzte Zeit interessant. Das verstehe ich. Und da gibt es gleich nebendran so viele bunte Schächtelchen und Flaschen – auch das verstehe ich. Was ich nicht so verstehe sind Eltern, die ihr Kind einfach dort hinsetzen und dann verschwinden – woanders hin einkaufen? Oder die ihr Kind wild herumrennen und alles abräumen lassen.

Und das mit einer Selbstverständlichkeit …

Zum Glück sind das nicht so viele. Liebe Mama, auch Grenzen setzen ist wichtig. Und: wenn Sie es nicht tun … dann mach ich das!

Ein Vergiftungsfall ?

Drogistin zu mir: „Es hat gerade eine Mutter angerufen, dass sie mit ihrem Kind vorbei kommt. Sie sagt sie will dich unbedingt gleich sprechen, offenbar hat das Kind die ganze Flasche Hustensirup vom Rezept getrunken!“
Pharmama: „Waaas? Hast Du ihr nicht gesagt, sie soll gleich ins Toxzentrum anrufen? Was soll ich denn mit dem Kind machen?“
Drogistin: „….“

Naja, wir haben schon ein paar Antidote an Lager, aber von wegen deren Anwendung …
Ich lege mir die Nummer des Toxikologischen Zentrums parat und überlege dabei fieberhaft alles, was ich über Überdosierungen weiss – was mag es wohl für ein Sirup sein? Mit Dextrometorphan? Codein? Morclofon? Butamirat? Oder Acetylcystein? Oder ???
Und die Auswirkungen? Atemdämpfung bis möglichem Atemstillstand, Muskelkrämpfe?

Die Mutter stürmt in die Apotheke, an der Hand das Kind, etwa 3 jährig. In der anderen Hand („oh, gut“-denke ich) der Sirup!

Mein Adrenalinspiegel ist am Anschlag.
Ich nehme die Packung und schaue auf die Inhaltsstoffe:
„Bryonia cretica 3 CH, Cephaelis ipecacuanha 3 CH, Dactylopius coccus 3 CH, Drosera TM, …“

Abrupte Erleichterung meinerseits. Der Sirup ist auf homöopathischer Basis. Keine Chance das überzudosieren.
Ich wäre vielleicht etwas beunruhigt was den ganzen Zucker betrifft darin, aber sonst … ok.

Pharmama: „Ahhh … kein Problem. Dem Kind wird es gutgehen. Passen sie aber auf, dass sie in Zukunft die Medikamente an einem Ort aufbewahren, wo es nicht hinkommt … und die Telefonnummer vom Toxikologischen Zentrum ist 145. Nur, falls es ein nächstes Mal gibt.“