Verweigerte Epi-Pen Abgabe und der Tod eines Mädchens durch eine Erdnussallergie

Tragisch: in Dublin in Irland stirbt ein 14jähriges Mädchen an einer Erdnuss-Allergie

… und die Medien klagen einen Apotheker an, dass er daran schuld sei. So wie hier:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2527512/Teenager-14-dies-street-allergic-reaction-peanuts-Chinese-buffet-pharmacy-refused-life-saving-adrenaline-injection-didnt-prescription.html oder hier:

http://www.independent.ie/irish-news/mothers-agony-as-teenage-girl-dies-from-peanut-allergy-on-city-street-29854519.html

Was ist passiert?

Die 14 jährige Emma Sloan ging mit Mutter und 2 Schwestern aus essen. Es ist der 20. Dezember, Vorweihnachtszeit und die Mutter hat sie in ein chinesisches „All you can eat“ Restaurant eingeladen.

Emma hat eine starke Erdnussallergie und sie erwischt im Restaurant – obwohl sie nach Aussage der Mutter sonst immer sehr vorsichtig war, was Essen anging – eine Satay Sauce.

Die besteht aus Erdnüssen – und die war auch so angeschrieben: „Contains nuts“.

Als Emma ziemlich bald danach anfängt Atemprobleme zu bekommen, rennt die Familie auf der Suche nach Hilfe aus dem Restaurant und auf die Strasse. Denn den Epi-Pen, den Emma eigentlich hätte, hat sie zuhause vergessen.

Die Mutter findet eine nahe Apotheke und verlangt vom Apotheker einen Epi-Pen gegen die allergische Reaktion.

Und der Apotheker gibt ihr keinen: „Ich darf Ihnen das nicht ohne Rezept geben. Gehen Sie mit ihr in den Notfall!“

Die Mutter hat das dann versucht und sich mit ihrer Tochter auf den Weg ins nahe Spital gemacht. Aber Emma ist kollabiert und noch auf dem Trottoir verstorben.

Jetzt wird die Sache untersucht.

Wie die Medien darüber berichten ist in meinen Augen allerdings sehr … unfair gegenüber dem Apotheker. Ihm wird praktisch die Schuld am Tod von Emma alleine angelastet.

 

Erdnussallergien sind häufig und sie können sehr schwer sein. In Amerika sind sie deshalb sogar dazu übergegangen Erdnussprodukte total aus Schulen zu verbannen.

Aber wer als Allergiker auswärts essen geht, weiss (oder sollte wissen), dass er aufpassen muss. Und fragen muss. Und lesen.

Gerade asiatische Restaurants kochen noch gerne mit Nüssen. Das ist alles andere als ungewöhnlich. Und Satay … ja. Mir wäre das auch ohne Schild klar, dass das Erdnusssauce ist.

Als so schwerer Allergiker sollte man zwingend (!) sein Notfallset und den Epi-Pen dabei haben. Immer! Und wenn sie als Teenager dazu noch nicht verantwortungsbewusst genug ist: die Mutter hätte auch einen dabei haben sollen.

Statt bei den ersten Anzeichen von Problemen (und Atemprobleme sind ernste Zeichen!) die Sanität zu rufen, rennt die Familie auf die Strasse. Wieso?

Selbst wenn die Familie Panik hatte – wenn sie das im Restaurant erwähnt hätten mit der Erdnussallergie und den Atemproblemen – das Restaurant hätte da auch reagieren können.

Die Mutter geht offenbar alleine in die Apotheke um dort panisch nach einem Epi-Pen zu fragen.

Der Apotheker darf vom irischen Gesetz her den Epi-Pen nur gegen Rezept herausgeben. Das ist in Deutschland genau so.

In der Schweiz könnte man noch sn eine Notfall-Abgabe denken. Aber – dafür müsste der Apotheker die Patientin direkt sehen. Ich bezweifle, dass hier (oder auch dort) ein Apotheker den Epi-Pen NICHT anwenden würde, wenn er eine nach Atem ringende, rote und schwitzende Frau mit bekannter Erdnussallergie und Allergenkontakt vor sich hat.

Aber … wenn nicht? Wenn nur jemand vor ihm steht, der sagt, dass … ?

Es ist dort wie hier ja so, dass der Apotheker von Gesetz wegen die Apotheke während der Öffnungszeit nicht verlassen darf – er kann also auch nicht einfach auf die Strasse rennen.

So ein Epi-pen (kostet ja auch nicht nichts) einfach einer wildfremden Frau auf Verlangen in die Hand zu drücken? Die Apotheke ist eine 24Stunden Apotheke und liegt in einem Viertel mit offener Drogenszene …

Doch nicht ganz so einfach und klar, die Sache, oder?

Die Lösung hier wäre aber auch für den Apotheker gewesen: sofort die Ambulanz kommen zu lassen.

Und die Mutter hätte die Tochter wenn schon besser in die Apotheke bringen sollen, statt sie irgendwo draussen zu lassen – auch wenn die eine erwachsene Schwester bei ihr war.

Stattdessen macht sich die Mutter mit den Töchtern weiter auf den Weg ins Spital.

Und die Tochter stirbt auf dem Gehweg. Trotz der Bemühungen eines Arztes und der dann doch noch aufgebotenen Sanität.

Ich bin sicher, dass der Apotheker sich die übelsten Vorwürfe macht. Und: Ja, es wäre gut gewesen, hätte er ihn abgegeben – auch wenn selbst dann nicht sicher ist, dass sie überlebt hätte.

Aber: Ist sie wirklich wegen unterlassener Hilfeleistung gestorben? Oder doch eher wegen von Anfang an schlecht getroffenen Entscheidungen?

Der Mutter hilft die Diskussion nicht mehr – ausser vielleicht ihr eigenes Gewissen zu beruhigen.

Was meint ihr dazu?

Apotheken aus aller Welt, 425: Galway, Irland

Diese drei Apotheken stehen in Galway, im Westen von Irland. Auch hier scheint es mehr Kosmetik und Parfüm zu geben, als ich es gewohnt bin. Im letzten Bild sieht man auch direkt am Eingang den Schminkbereich :)

Sarah

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Interessant – haben die letzten beiden den selben Inhaber – oder ist das ein so üblicher Name wie Müller oder Meyer in Irland?

Jedenfalls: Danke an Sarah für die Bilder!

Apotheken aus aller Welt, 402: Portmarnok, Irland

Während der Fronleichnam Brückentage habe ich eine gute alte Freundin in der nordöstlichen Küste von Dublin besucht und dort habe ich auch natürlich eine lokale Apotheke besucht. Ich schicke Ihnen das Foto, für ihre Sektion „Apotheken aus aller Welt“, sowie den Link zu meinem Artikel dazu. Vielleicht finden Sie den interessant, es ist für mich immer wieder überraschend wie die Apotheken in manchen Länder gestaltet sind. Ich kriege immer den Eindruck mehr in einem „Basar“ zu sein als in einer Apotheke.

pharma5

Clearys-Apotheke

Danke an Maria, die eine spanische Apothekerin mit Sitz (momentan) in Deutschland ist – und die auf pharmawelt einen eigenen blog betreibt.

Apotheken in aller Welt: Irland

Von Rosmarie – für einmal das Innenleben einer Apotheke aus Irland. Von wo genau weiss ich leider nicht.

Hier schicke ich dir das „Innenleben“ einer Apotheke in Irland. Da kennen sie wahrscheinlich keine Schubladen!!… :)

So zum anschauen würde ich sagen, das sind alles die nicht rezeptpflichtigen Sachen. Vielleicht haben sie ja doch irgendwo Schubladen. Jedenfalls: als Warenpräsentation ist das ein ziemliches Negativbeispiel. Brrrr.

Apotheken in aller Welt 27: Dublin, Irland

Kein Fehler, ein Repost, weil ich neue Bilder zu der Apotheke bekommen habe :-)

Schon wieder Dublin? Das scheint das Reiseziel des Sommers gewesen zu sein!

Jedenfalls schickt mir Julia dies:

nachdem ich letzte Woche in Dublin war kann ich nun auch endlich Apothekenbilder beisteuern.
Mercer Street Lower: Sehr kleine Apotheke, die neben den „typischen“ Apothekenartikeln auch Werkzeug, Batterien, etc. führte.
Wurde hier sehr nett bedient als ich zwangsläufig Verbandsmaterial kaufen musste.
Außerdem eine der wenigen Apotheken die das Wort „Pharmacy“ auch in gälisch an der Tür haben.
Temple Bar: genau so schrill wie das ganze Viertel (Vergnügungsviertel in Dublin mit vielen Pubs, Bars und Nachtclubs).

 

 

Nappo Nappo war auch da!

 

Hallo, ich habe habe mal wieder ein Bild für deine Sammlung „Apotheken aus aller Welt“.
Dieses mal aus Stephen Street Lower, Dubiln, IE. Hier mußte ich leider rein und was kaufen. Da ich mir eine fiese Erkältung zugezogen hatte.

und nochmals Julia

 

 

Es war noch ein Bild dabei, von der Boots in der Grafton Street – die haben wir hier aber schon einmal gehabt, darum habe ich es weggelassen.

Die Temple Bar Pharmacy hat das Hicks-Violett fällt mir auf. Ob die wohl auch zu der Kette gehört?

Apotheke auf Gälisch – das wollte ich schon immer sehen (oder zumindest seit der Gabaldon Highland Saga :-) )

Apotheken in aller Welt, 62: Irland

Eine Mini-Reihe von Daniela:

Ich war auch in Irland, habe ziemlich viele Apotheken fotografiert aber schicke dir nur die interessantesten.
Foto 1 ist die Trinity Pharmacy in der Westland Row in Dublin. Was mir an vielen Apotheken in Irland aufgefallen ist: man kann dort Passfotos machen lassen. Sehr interessant auf diesem Bild auch „Walk in surgery“, surgery heißt in dem Fall anscheinend Sprechstunde.

Foto 2 zeigt eine Apotheke in dem kleinen Dorf Cong (nördlich von Galway), in dem der Film „The Quiet Man“ von 1952 gedreht wurde. Das 3. Foto zeigt das Innenleben derselbigen, ein Beratungsgespräch.

Das letzte Foto zeigt ein (für alle Kunden frei zugängliches) Regal in einem Supermarkt in Belfast. Ich nehme an, in der Schweiz gibt es apothekenpflichtige Produkte ebensowenig in der Selbstbedienung wie in DE? Im Vereinigten Königreich scheint das anders zu sein.

Bei uns gibt es genau genommen nicht einmal die Drogerie-„pflichtigen“ Produkte (also Liste D) in der Selbstbedienung. Das muss alles so sein, dass der Kunde nicht selbst einfach etwas nehmen kann. Einzig nicht gelistete Produkte sind frei zu greifen, alles andere ist hinter den Tresen, hinter Glas, in Schubladen, Leerpackungen etc. – Zantic in der Griffwahl? Unmöglich hier.

Was auch auffällt: was für ein Durcheinander am Produkten!