Tief einatmen.

Du merkst es wahrscheinlich nicht – oder vielleicht jetzt, wenn ich Dich darauf aufmerksam mache, aber … neben dem normalen Atemrhythmus, dem stetigen, unbewussten ein uns aus machst Du etwa einmal pro Minute einen wirklich tieferen Atemzug.

Und das ist gut so.

Unter anderem- so hat man herausgefunden- braucht es das um die Lunge etwas zu dehnen und elastisch zu halten.

Macht man das nicht, bekommt man eher Asthma.

Denn das ist einer der Gründe, weshalb übergewichtige Personen eher Asthma entwickeln: das Körpergewicht "liegt" ihnen auch auf der Lunge, da machen sie diesen tiefen Atemzug dazwischen nicht regelmässig – oder gar nicht mehr.

Und jetzt nach der Info?

Weiteratmen ! :-)

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Recherche

Eine Kundin älteren Datums kommt in die Apotheke und streckt mir einen Prospekt hin: „Regelmässige Gewichts-Abnahme mit Diät und Teronac“ steht da auf dem etwas abgegriffenen Papier drauf.

Kundin: „Der Arzt hat gesagt, mein Mann muss abnehmen – hätten sie mir das?“ – zeigt auf den Prospekt.

Pharmama denkt: „Teronac? Noch nie gehört.“ … Auf dem Prospekt steht, dass das von der Firma Wander ist – und die gibt es ja in der Schweiz, das Modifast ist auch von ihnen.

Eine Suche im Datenstamm des Computers bringt keinerlei Treffer.

Aber: Es gibt ja noch das Internet.

Die Suche nach „teronac wander“ bringt mir dann auch als eines der ersten Treffer den Prospekt – als Buch in einem Antiquariat!

Oy.

Weitere Suche zeigt dann, das das Teronac ein Appetitzügler in der Schweiz gewesen sein muss – von wann ist mir allerdings immer noch nicht klar.

Richtige Appetitzügler gibt es inzwischen in der Schweiz gar keine mehr im Handel … was nicht gross verwundert. Die Dinger wirkten hauptsächlich dadurch, dass sie einen auf chemischem Weg sozusagen „nervös“ machten. Es waren Amphetamine oder andere Psychostimulantien, die zentral anregend wirken. Sie steigern Angst und Spannung. Die meisten Leute reagieren darauf so, dass das Essen zweitrangig wird. Als Nebenwirkung hat man dann aber auch Blutdruck- und Pulsanstieg, motorische Unruhe, Schlafprobleme, Herzprobleme … und dazu kommt ein starkes Suchtpotential, was dann wohl der Grund erst für die Rezeptpflicht und schliesslich für die Marktentnahme der Mittel war.

Dementsprechend musste ich die Kundin enttäuschen. Derartiges – auch ähnliches – gibt es nicht mehr. Selbst die neueren Präparate wie das Acomplia und das Reductil (beide waren auch rezeptpflichtig) mussten wegen ähnlicher Probleme vom Markt genommen werden. Das Nutzen – Risiko-Verhältnis war schlecht, wie man heute sagt.

Die Frau wird es bei ihrem Mann klassisch mit der Ernährungsumstellung und mehr Bewegung versuchen müssen. – medikamentöse Hilfe wäre vielleicht noch das Alli, aber dafür muss der Mann selbst kommen, ansonsten kann ich das auch nicht abgeben.

bei mir bleibt allerdings die Frage zurück: Woher hatte sie die Broschüre?  Das Ding muss mindestens 10 Jahre alt sein, wenn nicht viel mehr. Hat sie das auf dem Estrich gefunden? In der Hinterlassenschaft der Eltern? Vom Arzt???

Das hat mir noch niemand gesagt.

Kennt ihr das: da habt ihr jemanden, bei dem/der habt ihr ein mögliches Problem erkannt und das solltet ihr ansprechen … und dann kommt etwas dazwischen, ihr traut euch nicht (z.B. weil es unsensibel wäre) und je länger ihr wartet, desto schwieriger wird das?

Wir haben da eine Kundin, die kommt regelmässig (so alle paar Wochen) und dann kauft sie alle Modifast die wir haben. Ja, alle. Bisher hatte sie immer jemand anders, der sie bedient, aber gestern …

Für diejenigen, die das nicht wissen: Modifast, das ist ein Produkt zum abnehmen, Einzelbeutel mit denen man einen Drink macht (oder eine Suppe, oder eine Creme), das man dann anstatt des Essens nimmt.
Besagte Kundin ist … nicht gerade schlank. Und als sie wieder einmal unseren Vorrat an Modifast abräumt und ich sie diesmal habe, überwinde ich mich und spreche ich sie darauf an:

Pharmama: „Entschuldigen sie, mir ist aufgefallen, dass sie öfter Modifast kaufen. Wie nehmen sie sie denn?“

Kundin: „Na, statt dem Essen.“

Pharmama: „Und wie oft?“

Kundin: „Statt jedem Essen?“

Ich … leicht baff, aber immerhin habe ich derartiges vermutet, sonst bräuchte sie nicht dermassen viele: „Sie ersetzen also immer alle Mahlzeiten damit? – denn … dafür sind sie schon nicht gedacht.“

Kundin: „Aber mein Arzt hat mal gesagt, da ist alles drin, was man so braucht. Alle Vitamine und Spurenelemente und Ballaststoffe … Und alle 2,3 Wochen esse ich wieder ein paar Tage normal.“

Pharmama: „Ah, das ist auf Dauer gar nicht gesund. Es wäre besser, wenn sie nur 1, maximal 2 Mahlzeiten am Tag damit ersetzen und sonst anderes essen. Gemüse und Früchte und so …“

Kundin: „Aber wieso? Da drauf steht: ersetzt eine vollwertige Mahlzeit, enthält alle wichtigen Nährstoffe!“

Pharmama: „Ja, aber … es ist trotzdem immer besser, wenn man frische Sachen nimmt – das hier ist doch etwas sehr einseitig, speziell auf Dauer.“

Kundin: „Was meinen sie mit ‚auf Dauer’?“

Pharmama: „Naah jaaah … ein paar Monate maximal.“*

Kundin: „Ich mache das schon seit 3 Jahren so. Das hat mir noch niemand gesagt, dass das nicht gut sein soll.“

Pharmama: „Haben sie denn keinerlei Probleme? Gelenke? Magen? Kopfschmerzen?“

Kundin: „Nein. „

Hmmmm … so wie sie aussieht, kann ich das fast nicht glauben. Zumindest die Zähne scheinen auch nicht so das zu sein …
Und dann erzählt sie mir noch, dass sie die Drinks etwas modifiziert, das mache sie besser. Z.B. macht sie echten Kaffee und Zucker in den Kaffee-Drink, Rahm in sie Vanille etc … das erklärt dann vielleicht auch, warum sie trotz dieser „Diät“ nicht abnimmt damit.

Obwohl mir hier der gesunde Menschenverstand sagt, dass das nicht gut sein kann – und ich ihr versuche das rüberzubringen, dass das bestimmt nicht unter „gesunde Ernährung“ fällt … ich glaube nicht, dass das angekommen ist. Mehr als sagen, kann ich allerdings nicht.

* Tatsächlich steht in der Packungsbeilage:

Beim Ersatz der gesamten Tagesration darf Modifast Programm aber ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Wochen verwendet werden.

3 Jahre???

Die „etwas andere Art“ abzunehmen

Die Drogistin, die immer ein bisschen mit dem Gewicht kämpft und darum auch im Weight Watchers Club ist erzählt mir, wie sie das letzte Mal beim wägen gelobt wurde, weil sie ihr gesetztes Ziel mehr als erreicht hat.

Drogistin: „Aber weißt Du auch, wie ich das geschafft habe? Das habe ich denen nämlich nicht gesagt.“
Pharmama: „Nein, wie denn?“
Drogistin: „Du erinnerst Dich noch, dass ich eine Woche krank war? Ich hatte eine derartige Magendarmgrippe … tagelang Durchfall und ich konnte absolut nichts bei mir behalten. Mal ganz abgesehen davon, dass ich auch keinen Appetit hatte.
Der Effekt ist ziemlich erstaunlich….“

Und dann, als Nachsatz: „Nicht dass ich das irgendjemandem empfehlen kann…“

:-)

Abnehmen mit dem Norovirus?