Fräulein … mit 85

Ich weiss nicht wie andere weibliche Angestellte das sehen, aber ich dachte schon zu Beginn meiner Karriere vor über 10 Jahren dass „Fräulein“ als Bezeichnung überholt, veraltet und eigentlich ausgestorben sein sollte. Ich reagiere auf „Entschuldigung?“ „Hallo?“ „Könnten Sie mir helfen?“ und meistens schon auf einen suchenden Blick. Ausserdem habe ich einen Namen – der auf dem Namensschild deutlich sichtbar ist und wenn man mich damit adressiert, dann besser mit „Frau Pharmama“ als „Fräulein Pharmama“.

Normalerweise akzeptiere ich das Fräulein von älteren Personen – ich glaube das ist einfach noch nicht bis zu ihnen durchgedrungen, dass das nicht mehr „in“ ist – oder aber alte Gewohnheiten sind schwer abzulegen.

Im Gegensatz dazu nenne ich natürlich auch niemanden Fräulein … bis auf Fräulein Weiss*, eine alte Kundin, die darauf besteht. Sie ist inzwischen 85 und hat mir mal deutlich erklärt, dass man – solange man als Frau unverheiratet ist – sie als Fräulein anzusprechen hat. Dementsprechend machte es ihr viel Freude trotz meinem Protest, mich als Fräulein Pharmama zu betiteln.

Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als ich heiratete. Als sie das nächstemal kam –sagte ich: „Und übrigens ist der Name jetzt „Frau Pharmama“ – Fräulein Weiss.“

Aaaah, endlich!

*ja, auch der Name ist natürlich geändert.

Ein „heisses“ Wochenende

Herbstzeit ist immer auch die Zeit für die lokalen Feuerwehren ihre Hauptübung durchzuführen und bei der Bevölkerung zu zeigen, was sie können.

Nachdem ich über 10 Jahre bei der hiesigen (freiwilligen) Feuerwehr war und mein Mann es immer noch ist, gehört das natürlich dazu, dass wir die Hauptübung jeweils besuchen.

Es ist etwas, was ich allen Eltern empfehlen kann. Gratis Unterhaltung, zum Teil sogar lehrreich und Kinder lieben es.

Oben die Übung im vollen Gang.

Situation: ein Auto ist in einen Tankzug mit brennbarer Flüssigkeit gefahren und hat ihn von den Schienen geschoben. Der Zuganhänger hat angefangen zu brennen, im Auto befindet sich eine verletzte Person, die gerettet werden muss.

Während die Feuerwehrleute einen Schaumteppich legen und andere dabei sind das Fahrzeug aufzuschneiden, kommt der Feuerwehr-Zug der SBB an. Super! Junior weiss jetzt was er mal werden will: Feuerwehr-Zug-Lokkifahrer!

Das ist Junior tatkräftig bei der Mithilfe mit einem 30er Schlauch (wir fangen klein an). Es dauert nur noch 9 Jahre, dann kann er bei der Jugendfeuerwehr anfangen -wenn er dann noch will.

Vorläufig ist die Begeisterung ununterbrochen.

iPhone Apps für Kleinkinder

In den Ferien habe ich wieder einmal gemerkt wie praktisch mein iPhone ist. Es ist ein wahrer Lebensretter, wenn es darum geht Junior einmal etwas beschäftigt zu halten. Zum Beispiel im Flugzeug, oder auf langen Autofahrten, oder mal kurz im Restaurant, damit er auf dem Stuhl sitzen bleibt. Es gibt Situationen, da kann man nicht einfach den Raum verlassen, wenn das Kind eine schlechte Phase hat – und dann ist etwas Ablenkung echt gut.

Ja, ich kann schon gewisse Leute hören: „Wer drückt einem so kleinen Kind (Junior ist knapp 3) ein so teures Spielzeug in die Hand? Das lässt er doch nur fallen“ (-hat er, etwa 3 mal, so oft wie ich selbst. Bisher ist nix passiert, was sicher auch an der iPhone Hülle aus Gummi liegt)  “… oder er geht ins Internet und produziert teure Rechnungen“ (-data roaming ist natürlich deaktiviert und ich habe eine prepaid Karte) „… oder er schickt SMS und telefoniert nach China“ (-SMS hat er zuhause ein paar verschickt zum erstaunen einiger Freunde, aber im Normalfall aktiviere ich den Flugmodus, dann kann er das auch nicht. Im übrigen ist das sowieso zu empfehlen von wegen der Strahlenbelastung, die ist nicht so gut für Kinder, auch wenn er sich das Telefon nicht an den Kopf hält).

Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut er mit dem iPhone zurechtkommt – ein Lob an die Hersteller, die Bedienung ist wirklich intuitiv und im wahrsten Sinn des Wortes Kinderleicht.

Ein paar Dinge sind ja schon drauf, die man gut brauchen kann:

iPod: Musik macht Spass! Man hat ja auch meist schon eine gute Auswahl raufgeladen. Und auch Junior findet es toll. Am besten gefallen ihm allerdings schon die Stücke, wo er noch was sieht dazu, also diejenigen, bei denen ein Albumcover gespeichert ist. Aber er hat auch sonst ein paar Favoriten: Die Titelmelodie der alten Miss Marple Filme zum Beispiel…

Fotos: auch immer gut. Darin kann man Fotos speichern von Familie, Freunden, Lieblingsdingen und dann spielen: Wer ist das? Oma, Opa, Omi, Gotte … das macht auch dem Junior sehr viel Freude.

Dann habe ich vor den Ferien ein paar Applikationen heruntergeladen:

Ein paar Voraussetzungen hatte ich: sie sollten nicht die Welt kosten (gratis am liebsten), keine Spiele, wo er das iPhone fest schütteln muss, nichts gewalttätiges …

Und hier ist meine Auswahl:

BaDaBoo: Mit dem Finger stösst man die grosse Kugel an, damit sie (wie beim Billard) gegen die kleineren Kugeln prallt. Die ändern dabei die Farbe und machen lustige Geräusche (Badaboo!). Ziel wäre eine bestimmte Kugelfarbe bei allen hinzubekommen, aber es ist auch einfach lustig nur drauflos zu stossen. Leider dauert ein Spiel nur kurz und insgesamt findet es Junior zwar lustig, aber nie sehr lange.

Sneezies Lite: Das ist die Gratisversion eines Spiels. Die Sneezies sind kleine runde Geschöpfe, die in Seifenblasen leben. Ziel des Spiels ist mit einer Fingerberührung Niespulver so freizusetzen, dass möglichst viele der Sneezies niesen müssen und „abstürzen“ (keine Angst, sie haben Fallschirme). Je mehr man erwischt, desto mehr kommen wieder. Optisch herziges, irgendwie beruhigendes Spiel. Junior findet es lustig, wenn sie platzen und abstürzen.

Doodle Kids: ein Zeichnenprogramm, entwickelt von einem 9 Jährigen. Man malt mit dem Finger auf den Bildschirm, Die Formen und Farben in denen man malt, bestimmt das Programm. Einfach und hübsch anzusehen. Speichern kann man die Bilder mittels der Bildschirmfotoaktion des iPhones: Home Knopf (grosser Runder unten und Power Knopf kleiner am Rand oben am iphone gleichzeitig drücken).

Shape builder: Eigentlich ein elektronisches Puzzle. Es zeigt eine vorgegebene Form (mit Unterteilungen) in die man die Puzzlestücke einfügt. Korrekt platzierte Stücke „rasten“ ein und wenn alle richtig sind, zeigt es die Form als richtiges Bild an. Z.B. ein Feuerwehrauto samt Ton. Junior liebt es und es beschäftigt ihn lange. Dazu kommt noch dass das keine nervigen ständigen Soundeffekte hat.

KidsCards: Das einzige mit ein bisschen Lerneffekt, das ich mitgenommen habe, Die Karten zeigen Tiere, Buchstaben, Zahlen, Farben, Sportarten … sie würden es auch aussprechen, aber da es ein englischsprachiges Spiel ist, bringt das nicht viel (ausser vielleicht den Eltern, die es darauf abgesehen haben ihr Kind zweisprachig aufwachsen zu lassen)… Das Spiel geht am besten, wenn man daneben sitzt, dann kann Junior demonstrieren, was er schon alles kennt und man kann helfen, wenn etwas noch nicht bekannt ist.

AniMatch: auch kleine Kinder sind erstaunlich gut und schnell im Memories wie ich feststellen durfte. Hier ist ein sehr Kindergerechtes: man sucht die passenden Tierköpfe – und bei jeder Karte ertönt das passende Tiergeräusch. Auch toll, der Effekt, wenn man 2 gleiche gefunden hat, dann vibriert das iPhone leicht. Junior liebt das Spiel … leider ist es nicht so geeignet für Umgebungen, wo es ruhig sein muss, denn ohne Ton … macht es nur halb so viel Spass.

Bounce on Lite: Eine weitere gratis-Version eines Spiels. Halt weniger Levels als das Original, aber durchaus ausreichend. Die Kugel rollt, wenn man das iPhone schräg hält abwärts, wenn man auf den Bildschirm tippt, springt sie. So sammelt man Diamanten und weicht Bösen aus, überspringt Mauern und Abgründe… Anfangs dachte ich, das sei zu kompliziert für Junior, aber: nein! Funktioniert und hält ihn lange beschäftigt.

SuperBall 3 Lite: Ein Blocks Game, das heisst man hat einen beweglichen Balken mit dem man eine (oder manchmal mehrere) Bälle auf feste Klötzchen spickt. Manche lösen sich einfach auf, andere explodieren, andere reflektieren den Ball nur. Das Spiel kann mittels Finger auf dem iphone oder nur mit wenden des iPhones gespielt werden, Viele Level, auch die Möglichkeit selbst welche zu bauen. Für Junior ist das noch ein bisschen früh, auch wenn er es gelegentlich schafft eine Zeitlang selbst zu spielen. Aber er mag es sehr zuzuschauen.

Wenn jemand noch einen guten Vorschlag hat, soll er/sie es bitte bringen!

Wieder da … fast.

So. Ja, wir sind wieder da. Heute morgen mit dem Flugzeug angekommen – nach einem schröcklichen Flug von Windhoek. Momentan liege ich noch etwas flach, darum hier nur die kurze Beschreibung warum.

Nachdem wir 3 Wochen Afrika problemlos überstanden haben, haben wir es geschafft uns am letzten Tag, am Abflughafen noch eine Lebensmittel-vergiftung zuzuziehen. (tiefe bedrohliche Stimme) „Es war das Sandwich!…“

Nicht weiterlesen, wer einen schwachen Magen hat.

Junior fing genau vor dem Flugzeug an zu kotzen – und wie! Anfangs hatte ich keine Ahnung was los war, es kam wie angeschossen und quer über Handgepäck und mich und …. Im Flugzeug bemühten wir uns mit vielen Papiertaschentüchern und Plastiksack um Schadensbekämpfung – und alles was die %&/*£! Flugbegleiterin meinte war: „Ist er ernsthaft krank? Dann müssen sie aussteigen.“ Na toll, werft uns noch aus dem Flugzeug, bloss weil es meinem Kind nicht hundert pro ist. Hilfe bekamen wir von ihnen gar nicht, auch nicht als es kurz danach dann mich auch noch erwischte – mit voller Kotztüte, leerem Magen und Übelkeit musste ich selbst quer durchs Flugzeug schwanken um die Tüte zu entsorgen: „Hier rein!“.  Wenigstens wusste ich jetzt was es war, denn wir haben dasselbe Sandwich geteilt.

Irgendwie überstanden wir die Nacht – Junior konnte nur schluckweise etwas trinken und selbst das kam gelegentlich wieder hoch. Schon noch gut haben wir 2 Garnituren Ersatzwäsche im Handgepäck gehabt für ihn, aber knapp wurde es trotzdem. Ich sag nur: nehmt ein Handtuch mit! Das ist wirklich das praktischste Teil und dient als Decke und Auffänger zugleich …

Jedenfalls sind Junior und ich immer noch nicht auf dem Damm, darum gibt’s erst später mehr. Mehr Ferienerinnerungen – ja, es war wunderschön- und mehr aus der Apotheke. Morgen muss ich arbeiten, da sollte ich mich jetzt noch etwas auskurieren. Seit gestern hab ich nämlich nichts mehr gegessen ….

Angeflirtet

Ein Typ lehnt halb über der Theke und versucht mich anzuflirten während ich die Einkäufe eingebe. Endlich bemerkt er den Ring an meinem Finger.

Typ: „Oh, sie sind verheiratet?“

Pharmama: „Ja“

Typ: „Finden sie nicht, dass das die Männer abhält?“

(Offensichtlich nicht genug)

Danke übrigens an meinen Kuschelbär für ein weiteres schönes Jahr! – vorgestern hatten wir Hochzeitstag.

Kinderkrankheit 2: Windpocken

Je nun. So wie’s aussieht hat unser Junior die Windpocken. Jedenfalls nehme ich schwer an, dass es das ist – auch wenn ich keine Ahnung habe woher.

Wobei: die Dinger sind ja so leicht übertragbar, da könnte das gut beim Tram-, Bus- oder Zugfahren passiert sein, geschweige denn im Tagi oder auf dem Spielplatz oder …

Jedenfalls hat er im Gesicht ein grösseres Bläschen und auf beiden Armen diverse und am Bein eine. Erst mit klarer Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die dann aufplatzen und verkrusten. Und sie beissen offenbar. Ansonsten leidet er aber nicht sehr – und mit Fenistil und Tannosynt lotio ist auch der Juckreiz im Rahmen zu halten. Mehr scheinen es im Moment auch nicht zu werden und die die er hat, heilen auch langsam ab.

Das ist das frischeste Bläschen – auf der Hand.

Eigentlich bin ich ja noch halb froh. Besser er hat es jetzt als in den Ferien – und wenn es wirklich so einfach vorbeigeht, wie es im Moment aussieht: um so besser!

Nicht ganz so toll ist, dass mein Kuschelbär höchstwahrscheinlich die Windpocken nicht gehabt hat als Kind. – und da die Inkubationszeit etwa 2 Wochen beträgt würde er es in den Ferien bekommen. Darum habe ich ihn geschickt, damit er sich impfen lässt. Das kann man im Notfall bis 5 Tage nach Kontakt mit dem Virus tun. Hoffen wir, dass es reicht (Ja, nennt mich übervorsichtig, aber dass er in Botswana die Windpocken bekommt wäre sehr ungeschickt).