Kundenkarten-Probleme

Wir haben schon seit einiger Zeit Kundenkarten, die wir anbieten.
Im Normalfall fragen wir nach der Kundenkarte, aber zugegeben (noch) nicht jeden. Wir sind ja auch nicht die Migros „Hei sie au e Kümülüskaarte?“ jedes ver*+“% Mal.

Heute nun kommt eine Kundin und sagt – wohlgemerkt nach dem Verkauf: „Ich habe eigentlich eine Kunden-Karte bei ihnen … funktioniert das automatisch?“ – Nein, das ist nicht so wie beim Skifahren, wo man mit der Karte nur in die Nähe der Kasse kommen muss …

Oder: „Wie funktioniert das jetzt mit dieser Karte, wann bekomme ich da etwas?“ … Ich erkläre ihr das Punktesammeln und dass entsprechend Bons per Post zugeschickt werden … sagt sie: „Oh, ich habe die Briefe immer weggeworfen.“ Tja, Pech – ihre Bons damit auch grad. Nein, ich kann nicht nachschauen, wie viel das gewesen wäre und es ohne die gutschreiben.

Oder sie kommen zwar mit den Bons- auf denen aber auch statt einem Betrag nur XXX gedruckt ist, weil sie nicht genügend Punkte haben. – und wollen die jetzt einlösen…

Kunde: „Ich habe meine Karte immer noch nicht zugeschickt bekommen! Das ist jetzt ewig her.“ Lassen sie mich mal nachschauen …. sie haben ihren Antrag vor gerade mal 9 Tagen ausgefüllt. Das dauert aber mindestens 3 Wochen, bis die Karte gedruckt und zugeschickt wird.

Nett auch von dem Mann, der uns brieflich mitteilte, dass wir die Briefe einstellen sollen, weil seine Mutter, die Karteninhaberin gestorben ist – und dazu hat er extra eine Kopie der Sterbeurkunde mitgeschickt …. ok, ok, ich hab’s begriffen!


Und: habt ihr bei Euch auch Kundenkarten? Wie sind die Erfahrungen damit?

Und noch einpacken, bitte!

Genau vor einem Jahr hat sich dies zugetragen:

Ort: Pharmama’s Apotheke und Drogerie

Zeit: 5 Minuten vor 6 Uhr und Ladenschluss

Der Laden ist soweit bereit geschlossen zu werden nach einem anstrengenden und ereignisreichem Arbeitstag, da läuft ein jüngerer Mann hinein.

Man ahnt was kommt: „Ich suche ein Parfum für meine Freundin.“
Meine liebe Drogisten-kollegin übernimmt das und hilft ihm ein passendes zu finden.

6 Uhr 05 Er hat sich für etwas entschieden– aber er hat kein Geld dabei.
„Mein Kollege kommt gleich.“ meint er – das tut er dann auch nach 3 weiteren Minuten und wir können endlich bezahlen.

„Könnten sie es noch einpacken?“ – Ja, können wir.
Die Drogistin verschwindet nach hinten, einpacken, … da fällt dem Freund ein, dass auch er noch 2 kleine Sachen braucht. Ich zeige ihm den Halbpreisständer …

6 Uhr 12– er entscheidet sich für 2 kleinere Duschgels.
„Könnten Sie mir daraus auch noch ein Geschenk machen?“
Seufz. „Ja.“
Ich mache die Geschenke, beim zweiten hilft mir die Drogistin.

6 Uhr 17. Auch er zahlt und sie gehen.

Bis wir alles geschlossen haben und draussen sind ist es 6 Uhr 25. Meine Kollegin hat wegen den beiden den Zug verpasst und wird noch später heimkommen, ich bin mit dem Velo hier, mir macht das nicht ganz soviel aus … allerdings will ich auch endlich nach Hause, zu Familie und etwas feiern!

Retoure oder Umtausch?

Kundin in der Drogerie: „Ich möchte das hier zurückgeben!“
„Das hier“ ist eine Schachtel Demovit Vitaminbrausetabletten, geöffnet, 5 Brausetabletten fehlen.
Drogistin: „War etwas nicht in Ordnung damit?“
Kundin: „Sie schmecken mir nicht. Ich hätte jetzt doch lieber die Tabletten.“
Drogistin: „Umm, nur weil sie ihnen nicht schmecken, kann ich sie ihnen aber nicht umtauschen.“
Kundin: „Waaas? Wieso nicht?“
Drogistin: „Gehen sie denn auch in den Migros einen neuen Käse kaufen und bringen ihn wieder zurück, wenn er ihnen nicht passt?“

Ich bin sicher, es gibt Leute, die auch das versuchen.

Nicht ganz richtig angeschrieben

Dass wir gelegentlich unabsichtlich auf der nicht ganz legalen Seite operieren in der Apotheke und Drogerie habe ich schon beschrieben im Bereich Heilmittel und Nahrungsergänzungen. Wie kompliziert die Chemikalien nach neuem Chemikaliengesetz angeschrieben werden müssen auch schon.

Nun. Hier haben wir ein Problem, das in beide Kategorien fällt: Zitronensäure

Zitronensäure brauchen wir noch gelegentlich in der Drogerie. Es wird für verschiedenen Sachen eingesetzt. Einerseits als Konservierungsmittel (dann fällt es unter das Lebensmittelrecht), andererseits zum Putzen / Entkalken (dann fällt es unter das Chemikalienrecht), selten auch in Rezepturen (dann fällt es unter das Arzneimittelrecht).

So wie im Bild wird es verkauft. Wir beziehen die 40g Päckchen von unserem Chemikalien- und Tee-Lieferanten. Aber eigentlich sind sie so nicht korrekt angeschrieben.

Mal sehen, was wir da alles drauf haben:

„Zitronensäure wasserfrei“ in 3 Sprachen. – nach Chemikalienrecht

Acidum citricum anhydricum PhEur – nach Arzneimittelrecht

E-330 – nach Lebensmittelrecht

„Diese Substanz ist nicht zur direkten Einnahme bestimmt, Verwendung als Konservierungsmittel …“ in 3 Sprachen – Lebensmittelrecht

Das Gefahrensymbol für Reizend, samt Gefahrenhinweise und Sicherheitsratschläge in 3 Sprachen – Chemikalienrecht

Es ist ja schön, dass da alles drauf steht, aber eigentlich … darf es das nicht. Es ist entweder nach Chemikalienrecht ODER nach Lebensmittelrecht ODER nach Arzneimittelrecht anzuschreiben – und nicht alles gleichzeitig. Eigentlich müsste ich den Kunden jeweils fragen: „Für was brauchen sie es?“ und müsste es dann nach einem der 3 Varianten anschreiben.

Und die Zitronensäure ist nicht das einzige,

Wundbenzin ist ein Arzneimittel, Etikette gemäss Arzneimittelrecht (Pharmakopöa) (keine Chemikalienetikette)

Fleckenbenzin fällt unter das Chemikalienrecht, also Chemikalienetikette mit Gefahrensymbolen

Sturzbetrunken

Sturzbetrunken im wahrsten Sinn des Wortes war der Mann, der bei uns vor ein paar Tagen etwas gekauft hat. Am Anfang war ich nicht sicher, ob er nicht ein anderes Problem hat: er war sehr unsicher auf den Beinen. Es hätte auch ein neurologisches Problem sein können. Beim Bedienen musste ich ihn 2 x festhalten, weil er sonst einfach langsam umgekippt wäre.

Nach dem Bezahlen frage ich ihn nochmal, ob er Hilfe braucht … „Neinnn, geht schhhonn!“ meint er, macht drei Schritte … und fällt längelang hin!

Nachdem wir ihm wieder aufgeholfen haben klopft er sich kurz ab und schwankt dann aus dem Laden.

Ehrlich: dem gegenüber bin ich etwas hilflos. Kann / soll ich ihm helfen? Wie denn? Indem wir ihn und die Sachen heimbringen?

 

Hier sind noch ein paar betrunkene Leute mehr … eins haben sie alle gemeinsam: der Boden scheint auf sie eine grössere Anziehungskraft auszuüben …

Ungewöhnliche Geschenke

Gift box icon
Image via Wikipedia

Gestern habe ich etwas eher … seltsames als Geschenk verpackt.

Lid-Care – das sind Pads zum Reinigen der Augen und zum Abschminken. Die Kundin die das von mir verpackt haben wollte hat sich schon etwas dabei gedacht: Sie und ihre Freundin schenken sich immer irgendwelche Kleinigkeiten und da sie weiss, dass sie Probleme hat mit dem Abschminken – noch mehr wegen den Kontaktlinsen, die sie neu hat, dachte sie das wäre etwas für die Freundin, denn sie selbst findet die super. Die Alternative, die auch noch erwogen wurde wäre ein Spezialtee im Glas gewesen.

Also finde ich das zwar etwas seltsam, aber insgesamt … noch toll. Nicht so das 08-15 Geschenk. Durchdacht :-)

Aber jetzt die Frage an Euch: Habt Ihr schon einmal etwas eher seltsames als Geschenk verpackt? Das muss nicht im Beruf gewesen sein, auch zuhause gilt. Was war es und – wenn ihr es wisst: warum?

Was ich auch schon als Geschenk verpacken durfte waren ein Pack Kondome – ob das wohl gut angekommen ist?