Im falschen Jahrhundert

Ein Thema passend zu Halloween: Hexen!

Ja, wenn ich ein paar Jahrhunderte früher geboren worden wäre, wäre ich vielleicht eine Kräuterfrau oder gar eine Hexe geworden. Zur Hexe würde auch die Haarfarbe passen … :-)  und so negativ besetzt ist der Begriff heute auch nicht mehr, auch wenn sich die Kirche alle Mühe gegeben hat, den schlechten Ruf zu etablieren.

Wahrscheinlich ist sie so vehement gegen diese Naturheilerinnen vorgegangen  weil ein paar Männer offensichtlich nicht zufrieden war, dass da Frauen Wissen – und damit Macht hatten.

Aus Shakespeares Macbeth, Auftritt der 3 Hexen:

All: Double, double, toil and trouble;

Fire burn and cauldron bubble.

2nd witch: Fillet of a fenny snake,

In the cauldron boil and bake;

Eye of newt, and toe of frog,

Wool of bat, and tongue of dog,

Adders fork, and blind worm’s sting,

Lizard’s leg and owlet’s wing,

For a charm of powerful trouble,

Like a hell-broth boil and bubble!

Tönt ziemlich gruselig, nicht?

Aber als Hexe hätte ich auch derartiges verwendet:

Teufelsfleisch, Ziegenbart, Hammelschwanz, Schlangenzunge, Eselshuf, Blitzpulver, Wurzel von der Fledermaus, Affenöhrli …

das tönt doch eindrucksvoller als:

Weisskleeblüten, Spierblume, Wollblume, Spitzwegerich, Huflattich, Bärlapppulver, Iriswurzel, Veilchen, …

dabei wäre es genau dasselbe.

Die Pflanzen sind auch so wirksam – als Tee, Extrakt oder Pulver, aber sie tönen vielleicht etwas eindrücklicher und geheimnisvoller, was wohl auch zu ihrer Wirkung beigetragen hat – eine Art Placeboeffekt, vielleicht (man sollte nie die Macht der Vorstellung unterschätzen!).

Das oben sind übrigens Namen, die im Volksmund heute noch existieren, andere Bezeichnungen sind dagegen mit dem Wissen der Hexen verbrannt worden.

Hier sind noch ein paar witzige Pflanzen-Namen, die ich gefunden habe:

Hexenhasel, Wünschelrutenstrauch, Zauberstrauch – Hamamelidis (Zaubernuss)

Scheissbeerholz, Brechwegdorn, Stinkbaum, –  Rhamni frangulae cortex (Faulbaum)

Zahnkoralle, Giftrose – Paeonia (Pfingstrose)

Frauenschühli, Himmelsschlüssel, Bährenöhrli – Primula veris (Schlüsselblume)

Fieberblume, Schwitztee –  Sambucus nigra (Hollunder)

Igelskopfblatt, Teufelsapfel – Stramonii folium (Stechapfel)

Wunderblasen, Schlotterblume – Physialis alkekengi (Lampionfrucht)

Bettpisserwurzel, Hundszunge, Tüfelsblume  – Taraxaci herba (Löwenzahn)

Grübelnusschale – Pericardium Nuglandis (Baumnusschale)

Hasenohr – Melissa folium (Melisse)

Katzenschwanz – Equiseti herba

Schluckwehrohr – Levistici herba (Liebstöckel)

Sonnauge – Matricaria flos (Kamille)

Stinkwurzel – Valerianae radix (Baldrian)

Lehrlinge unter Drogen

Dieser Artikel in der 20 Minuten hat mich ein bisschen erstaunt. Darin steht: …

hat sich der Anteil der 15-Jährigen, die schon Heroin und Kokain konsumierten, seit 2003 nämlich verdoppelt.

Willst Du einen Lehrling, der Drogenabhängig ist?
Was haltest Du von einem drogenabhängigen Lehrling in einer Apotheke?

Vor ein paar Jahren stellte der Betriebsleiter der Drogerie einen Lehrling zur Ausbildung als Drogist ein. Ein männlicher Lehrling ist an sich schon etwas ungewöhnlich, wie bei den Pharmaassistentinnen und den Apothekerinnen sind die meisten Drogisten inzwischen weiblich – das fängt schon bei der Ausbildung an.

Jedenfalls fängt dieser Lehrling – nennen wir ihn Urs – mit der Ausbildung bei uns an. Schon bald fällt mir auf, wie nervös dieser Junge ist. Wahnsinnig nervös. Schweissnass manchmal. Nun gut, zu Anfang muss er sowieso erst die Arbeiten im Hintergrund lernen. Dinge wie Wareneingang, Lagerbewirtschaftung, Computer bedienen, Labor reinigen und so weiter. Vielleicht fängt er sich noch, denke ich, aber so kann man ihn auf keinen Kunden loslassen, nicht mal unter Aufsicht.
Er braucht manchmal lange, bis er etwas begriffen hat. Es reicht offenbar nicht, wenn man es ihm 3 x erklärt und zeigt, auch nicht, wenn es verschiedene Personen tun.
Wenn er im Keller ist, dauert es ewig, bis er wieder auftaucht. So lange, dass wir manchmal einen anderen zum Nachschauen schicken müssen, ob er noch da ist.
Dann fange ich an Rückmeldungen von den anderen Lehrlingen zu bekommen. Der einen hat er anvertraut, dass er Probleme hat mit dem Methadonprogramm … eigentlich wollte er damit fertig sein, wenn die Lehre anfängt.
Ich bin milde geschockt. Das erklärt die Nervosität und das Schwitzen: er hat Entzugssymptome!
Als nächstes sagt mir ein anderer Lehrling dass sie, als sie im Keller war, um nach ihm zu schauen, auf dem Tisch dort ein offenes Taschenmesser liegen gesehen hat – mit Pulver daneben. Mein Verdacht: Cocain, v.a. wenn ich an sein aufgedrehtes Verhalten denke, als er die letzten Male wieder aus dem Keller gekommen ist.

Ich unterrede mich mit dem Betriebsleiter der Drogerie. Wusste er von dem Methadonprogramm? Nein! Was hat er das Gefühl, wie sich der Lehrling macht? Nicht gut. Ernsthafte Lernprobleme auch in der Schule. Zunehmend seltsames Verhalten bei uns.
Ich erkläre ihm auch, dass ich ernsthafte Bedenken habe was sein Aufenthalt bei uns angeht, eben weil wir ausser der Drogerie auch eine Apotheke sind. Ich habe eine Menge Medikamente in Lager, die auf der Gasse gern verkauft werden – und dass er Freunde in der Drogenszene hat, haben wir schon gesehen – an der überschwänglichen Art, wie Urs ein paar unserer Spritzenholenden Kunden begrüsste.
Ich finde das ungut. Ich will nicht ständig misstrauisch sein müssen und jeden Tag die Lagerbestände diverser Medikamente nachzählen müssen. Und dann ist da noch das Cocain und Morphium das ich im Betäubungsmittelschrank habe. …. Nein, gar nicht gut!

Am Ende entscheiden wir uns, das Lehrverhältnis aufzulösen. In einer Besprechung mit Urs und seinem Vater erklären wir warum. Das Beste: Sein Vater weiss von seiner Drogensucht, war bei der Vertragsunterzeichnung dabei, wusste also, dass wir auch eine Apotheke sind und hat kein Wort gesagt damals. Er dachte, wir würden uns schon um ihn kümmern. Na Danke!

Ich habe Urs später noch ein paar Mal gesehen, meist aus dem Bus heraus, vor einem der Gassenzimmer. Er tut mir leid, aber ich denke wenn er wirklich aus dem Drogenmilieu herauskommen will, muss er weg davon – auch örtlich. Solange er seine Freunde nur dort hat, wird er immer wieder zurückgezogen.

Benenn die Droge!

Ein interessantes Fragespiel, das ich gefunden habe.
Man muss anhand der Hinweise und Effekte die Droge benennen (kann auch ein Medikament sein). 4 Hinweise pro Substanz, sie werden immer einfacher.

NameThatDrug.com
NameThatDrug.com – Identify The Drug

Das ist vielleicht eher was für Leute vom Fach (- oder aber von der Gasse), aber es hat ein paar tolle Hinweise samt Filmen und Beispielen, wie es sich verhält wenn man auf der Droge ist.

Weil die Seite aus Amerika ist, sind die genannten Medis natürlich amerikanische Markennamen. Es gibt sie allerdings alle auch in der Schweiz oder in Deutschland.
Ambien = Stilnox CR(ein Schlafmittel), Prozac = Fluctine (Antidepressivum), Vicodin = CoDafalgan (Schmerzmittel mit Codein), Ketamin = Ketalar (Narkosemittel), Ibuprofen = Brufen (Schmerzmittel), Oxycontin (langwirksames Schmerzmittel), Rohypnol (Schlafmittel, in Amerika illegal), Ritalin (Mittel gegen Hyperaktivität), Viagra (gegen Impotenz), Nitrous Oxide = Lachgas, Caffeine = Coffein, Nicotine = Nikotin, Botox = Botulinostoxin (gegen Falten)
Marijuana, PCP (Phencyclidine), Heroin, Cocain, Extasy, Crystall Meth, LSD (Lysergsäurederivat).