Die Allergie-Liste

Gelegentlich trifft man auf einen Patienten, der/die auf fast alles allergisch zu sein scheint. Oft genug haben die ihre Allergien aber aufgelistet und tragen sie als Allergie-Pass oder als einfachen Zettel immer auf sich. So auch diese Person.

Allergie – Liste

Chlorpromazin (bin fast gestorben)

Paspertin (bin beinahe gestorben)

Penisillin (Ich hätte sterben können!)

Sulfonamide (dasselbe)

Iod (Ich hätte beinahe sterben können)

Ich habe versucht, den Zettel so wiederzugeben, wie er mir präsentiert wurde. Bis auf das Iod sind das alles rezeptpflichtige Sachen – trotzdem wird der Zettel natürlich auch beim normalen Panadol-Kauf „präsentiert“ und zwar jedesmal- was mich gelegentlich auf den Gedanken bringt, ob die Person wohl ein bisschen stolz ist auf ihre Allergien? Oder nur seeeehr vorsichtig?

Gut gewürzt …

In meinem Bemühen einer Kundin etwas Geld zu sparen, erkläre ich ihr, wie sie zuhause mit Kochsalz und lauwarmem Wasser selber Nasenspülungen machen kann.
Sagt sie: „Ich habe aber nur Meersalz, geht das auch?“
Pharmama: „Ist das Meersalz zum Kochen oder zum Baden?“
Kundin: „Zum kochen – es hat auch Kräuter drin.“
Pharmama: „Äh, dann können sie es aber nicht zum Nase-spülen verwenden.“

Schönheit lässt leiden

Was hier so optisch ansprechend daherkommt, lässt im Moment viele Leute leiden: es sind Pollen, unter dem Elektonen-mikroskop angeschaut:

Bei der Quelle findet sich eine Bildergallerie mit noch mehr solcher Anblicke. Da gibt es eine faszinierende Vielfalt an Farben und Formen. Sehenswert – nicht nur für Pollenallergiker.

Warum es Apotheker braucht

Hier nur drei Beispiele von Rezepten, die ich hatte und die so nicht ausgeführt werden dürfen / sollen:

Rezept 1

1 OP Crestor 10mg 0-0-1
1 OP Euthyrox 25mg 1-0-0
1 OP Maltofer Tbl 1-0-0

Na, wenn der Kunde das so einnimmt, kann er die letzten beiden Medikamente auch grad weglassen. Zusammen geschluckt bilden das Schilddrüsenmedikament und das Eisen nämlich unlösliche Verbindungen im Magen und werden nicht in den Körper aufgenommen. Also wirken sie auch nicht.

Lösung: Euthyrox morgens nüchtern nehmen, Eisenpräparat vor dem Mittagessen. Tel an den Arzt um ihm das zu sagen.

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Rezept 2
Patientin mit Asthma, chronischen Schmerzen und bekannter Penicillinallergie:

1 OP Augmentin 1g

1-0-1 für 6 Tage

Oh, oh. Der Wirkstoff von Augmentin ist Clavulansäure und Amoxicillin – und da besteht eine Kreuzallergie zu Penicillin. Das kann sie also auf gar keinen Fall nehmen, sonst droht im Schlimmsten Fall ein allergischer Schock.

Lösung: Telefon an den Arzt („Oh, das wusste ich, hab ich nicht mehr dran gedacht.“) und ein anderes Antibiotikum suchen.

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Rezept 3
Patient mit Dauermedikation Sortis und Aspirin cardio war wegen akuter Beschwerden im Spital, wo ihm gegen seine Infektion folgendes verschrieben wurde:

1 OP Klacid one 7 Stück,

1-0-0

Nimmt der Patient gleichzeitig den Cholesterinsenker und das Antibiotikum Klacid riskiert er Muskelschäden und Nierenversagen.

Lösung: Sortis kurzfristig absetzen bis Antibiotika Therapie vorbei. Arzt informieren.

Ich schreibe das hier jetzt nicht um die Ärzte anzugreifen. Ich möchte einfach zeigen, dass das Gesundheitssystem ein „Teamsport“ ist. Ärzte, Apotheker, Krankenschwestern, Pharmaassistentinnen, Spitex … wir müssen zusammenarbeiten für die Gesundheit des Kunden.

Fehler passieren gelegentlich, man kann nicht alles wissen – wer weiss, ob der Patient mit dem Cholesterinsenker daran gedacht hat, zu erwähnen, dass er das nimmt? 4 Augen sehen jedenfalls mehr als 2.

Mückenstiche

Bei der Dossiereröffnung sollen wir die Leute jeweils nach Grundkrankheiten, anderen Medikamenten die sie nehmen und Allergien fragen. Das ist manchmal schwieriger als es sich anhört.

Pharmama: Haben sie irgendwelche Allergien?“

Kunde: „Ja, Mückenstiche.“

Pharmama: „Gibt es Medikamente gegen die sie Allergisch sind?“

Kunde (lauter) „Mückenstiche!“

Pharmama: „Ok, die bekommen sie von uns nicht.“

Allergisch gegen ..

Wenn wir für einen Patienten ein Dossier eröffnen (weil wir ein Medikament auf Rezept abgeben), stellen wir immer ein paar Fragen: nach Vorerkrankungen, anderen Medikamenten und Allergien.

Einmal fragte ich ein kleines Mädchen (Kinder fragt man am besten auch direkt, im Notfall ist ja Mama oder Papa da und antwortet):

„Bist Du Allergisch gegen irgendetwas?“

Die Antwort?

„Ja, gegen meinen kleinen Bruder!“