Mitgehört (3)

Kunde zur Pharmaassistentin: „Enthält Panadol eigentlich Aspirin? Das kann ich nicht nehmen, da bin ich allergisch drauf!“

gut, dass er fragt. Lustig finde ich es vom professionellen Standpunkt aus, wie die Markennamen „drin“ sind, die Inhaltsstoffe aber nicht.

Das geht andern sicher auch so

Pharmama: „Haben sie irgendwelche Allergien?“
(sehr junger) Kunde: „Keine. Aber ich mag Brokkoli und Rosenkohl nicht besonders.“


Sorry, für den kurzen und späten Post – aber WordPress hat im Moment scheints ein paar heftigere Macken – jedenfalls sehe ich die Seite (eigentlich alle) im Moment nur im Grundgerüst. Mühsam

Was gut ist für den Nachbarn …

Letzte Weiterbildung Dermatologie zeigte uns der dozierende Doktor ein Bild von einem Mann mit hochgradig allergischer Reaktion  auf ein Medikament (in dem Fall gut sichtbar an der tiefroten Hautfarbe) und erzählte uns dies dazu:

„Das ist ein 19 jähriger Mann. Er wusste, dass er allergisch ist gegen Ponstan, aber als er sich Zuhause beim Handwerken auf den Finger gehauen hat, ist er zum Nachbar gegangen, sich ein Schmerzmittel auszuleihen. Der Nachbar war so freundlich und hat ihm eine Tablette Mefenacid gegeben …“

(lautes Stöhnen im Saal, alle fassen sich an den Kopf: es handelt sich um ein Generikum mit demselben Wirkstoff – beide übrigens rezeptpflichtig).

Dozent lapidar: „Der Mann ging wegen allgemeinem Unwohlsein zum Arzt, kam dann auf die Intensivstation, (2. Bild: die Haut löst sich in grossen Blasen grossflächig ab) … wo er dann gestorben ist.“

Nein, nicht alles, was dem Nachbar gut tut, ist auch gut für einen selbst. Und Medikamente (speziell rezeptpflichtige, aber auch andere) weiterzugeben ist meist keine gute Idee.

Warnsignale, auf die man rasch reagieren muss: Fieber im Zusammenhang mit plötzlichem Hautausschlag; dunkle Rötung der Haut; Blasenbildung; Schleimhäute betroffen, auch Augen; nicht jucken, sondern Schmerzen – das gehört sofort zum Arzt!

Mutige googeln jetzt nach dem Lyell Syndrom – selten, aber man muss es erkennen können als Fachperson.

Natürlich Beratung

Beratung gestern in der Apotheke:

Kunde: „Ich brauche etwas gegen meine Sonnenallergie. Sehen sie, ich bekomme da immer so trockene Haut und Bläschen an den Fingern und das  juckt immer so. Ich hatte letztes Jahr etwas vom Arzt, das hätte ich gerne wieder.“
Pharmama: „War es denn rezeptpflichtig?“
Kunde: „Nein. Es war etwas natürliches, die Packung mit gelb und grün und so Blümchen drauf.“
Pharmama überlegt sich, was das sein könnte und bringt ihn erst mal zum Similasan Regal, wo es die Sonnenallergie-Salbe hat. Die hat ein wenig gelb drauf und ein Blümchen.
Kunde: „Oh, ist das eine Salbe? Ich hatte Tabletten.“
Pharmama: „Ah Tabletten?! Natürliche? Hmmmm.“
Ich glaube ich weiss, was das war. Ich bringe ihn zum Apothekenregal zurück und zeige ihm die CetEco von den Sandoz.

Kunde: „Ja, genau die waren es!“
Pharmama: „Ja, die sind gegen Allergien, aber ’natürlich‘ ist das nicht. Das ist ein Antihistamin.“
Kunde: „Ah ja? Ich nehme sie. …und die Salbe, die sie mir vorher gezeigt haben auch – meine Haut ist nämlich sehr trocken, mein Arzt hat mir auch einmal eine Mischung aufgeschrieben von etwas mit Nivea, was sie in der Apotheke machen mussten.“
Pharmama: „Ja, meist sind das Cortisonmischungen.“
Kunde: „Oh, das war Cortison? Uh, ich nehme gerne die von Similasan.“

Immer wieder erstaunlich, wie die Leute (nicht) informiert sind, über die Sachen, die sie nehmen.