Pflänzchen

Also:

Wenn Du Deine Nachbarin bittest, während Deiner Abwesenheit „meine Tomatenpflanzen zu giessen“ (siehe Bild), solltest Du vielleicht vorher sicher gehen, dass sie keine Pharmaziestudentin ist.

So geschehen einer Mit-studentin vor etwa 15 Jahren – aber das gilt heute noch.

(Yup, das ist Cannabis.)

Für Interessierte:

Ich musste letzthin für einen Arzt ein paar Fragen zum Nachweis von Cannabiskonsum nachgehen. Das ist die Kurzfassung:

  • Nachweis mittels Schnelltest im Urin (wenige Tropfen genügen): Z.B. durch Intex Drogentest THC oder / Diatest Drogentest Cannabinoide
  • Beides Qualitative Nachweise = ab 50 nanogramm/ml (das ist seeeeehr wenig!)
  • Test funktioniert mit spezifischen Antikörpern. (d.h. er ist sehr genau nur auf das Gesuchte)
  • Nachweis von Tetrahydrocannabiol und deren Abbauprodukten (THC-Carbonsäure und weiteren)
  • Nachweis bis 3 Wochen nach Rauchen / Einnahme von Cannabis – weil die Abbauprodukte lipophil sind und im Körperfett gespeichert und dann langsam freigegeben werden. Bei Abmagerungskuren kann die Zeit der Freigabe noch verlängert sein.
  • 1 x rauchen reicht, dass der Test angibt (Angeblich braucht es sogar weniger als einen Joint, sagt die Firma Imbiex)
  • Quantitative Tests existieren auch, werden jedoch nur in Labors durchgeführt:  mittels Chromatographischen  Methoden. Auch Urintest.

Auf meine Verantwortung

„Sie können mir das schon geben, ich übernehme die Verantwortung!“

… sagt die Frau, die unbedingt ein Temesta auf Vorbezug haben will.

Tut mir leid, Lady, aber das liegt nicht in ihrer sondern allein in meiner Verantwortung und ich werde auch gebüsst, respektive verliere die Zulassung wenn ich etwas falsch oder illegal abgebe – und nicht sie!

Und im selben Zusammenhang aus einem Forum über Sucht:

Es kommen täglich Leute und wollen etwas Einschlägiges ohne Rezept haben. Eines der „besten Argumente“ war: „Mädchen, ich bin Jurist, und wenn ich so kleinkariert wäre wie du, wäre der Porsche da draußen nicht meiner!“

Quelle

Telefon an den Arzt

Telefon an den Arzt, der nicht gerne Telefone bekommt von der Apotheke.

Arzt: Ist da ein Problem mit dem Antibiotikum, das ich aufgeschrieben habe?“

Apotheker: „Nein, … aber mit dem zweiten Medikament auf dem Rezept haben wir Bedenken.“

Arzt: „Aber ich habe nur ein Antibiotikum darauf aufgeschrieben!“

Apotheker: „Genau das haben wir uns gedacht. Sie sehen also warum wir zögern die 100er Packung Dormicum die unter dem Antibiotikum steht abzugeben …“

Von da an war der Arzt irgendwie netter am Telefon.

Aber ich bin Ärztin!

Alte Frau kommt in die Apotheke: „Ich hätte gern ein Seresta“.

Apothekerin: “Haben Sie ein Rezept?“

Kundin “Das brauche ich nicht, ich bin Ärztin“.

Apothekerin: “Dann hätte ich gerne den Ärzteausweis und einen weiteren Ausweis“.*

Kundin: „Die habe ich nicht hier“.

Apothekerin: „Dann habe ich auch kein Seresta für sie“ (Da könnte ja jeder kommen“ ).

P.S: Sie kam ½ Stunde später mit einem Uralt-Diplom (praktiziert ja auch schon lange nicht mehr), aber immerhin!

*Bei Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln und anderen Medikamenten mit Abhängigkeitspotential verlange ich immer ausser dem Ärzteausweis noch eine normale Identitätskarte. Denn die Ärzteausweise haben kein Foto drauf. Wenn so einer mal abhanden kommt könnte ihn sonst jeder benutzen. Ganz Schlecht!

Und wenn wir grad beim Thema sind: Medizinstudenten sind keine Ärzte (ja, auch nicht, wenn ihr nur noch 1-2 Semester Ausbildung habt). Das heisst, ich bin nicht verpflichtet ihnen rezeptpflichtige Medikamente abzugeben. Ich tue es aber, wenn es mir vernünftig und nötig erscheint. Sonst nicht!

Kokain in der Apotheke

Vielleicht wird es Dich überraschen, aber in Apotheken gibt es neben den normalen Medikamenten auch so Sachen wie Kokain oder Morphium.

Dass einige Apotheken Methadon abgeben (auf Rezept natürlich), dürfte schon bekannter sein, aber was machen wir mit den anderen Sachen?

Morphium brauche ich in Form von Tropfen als Schmerzmittel für sehr starke Schmerzen. Das ist etwas was ich immer mit gemischten Gefühlen mache, denn es bedeutet in den meisten Fällen, dass der Patient Krebs hat und zwar in einem Stadium wo es nicht mehr wichtig ist, dass das gegebene Medikament abhängig macht. Gut, dass es das gibt und es nützt. Schlecht, dass man es braucht.

Und Kokain? Kokain (oder Cocain) ist ausser einem Aufputschmittel ein Lokalanästhetikum – darauf deutet die Endung -ain auch hin, wie in Lidocain oder Tetracain. Aber im Unterschied zu den anderen lokalen Nervenbetäubungsmitteln wirkt Cocain nicht Gefässerweiternd sondern Gefässverengend. Es ist also gut, wenn es nicht bluten soll. Konkret brauchte ich Cocain schon um Augentropfen herzustellen für eine Augenärztin, die es dann für kleinere Operationen am Auge braucht – etwa um Fremdkörper rauszuholen.

Die Substanz selbst ist übrigens überhaupt nicht teuer. So eine 5g Dose Reinsubstanz kostet nur ein paar Franken. Was es auf der Strasse so teuer macht (wohl 70 Franken und aufwärts pro Gramm), ist die Nachfrage und natürlich dass es illegal ist.

Heute sind wir ja super Vorsichtig mit diesen Substanzen – aber früher war man da grosszügiger und sorgloser. Interessierte finden hier ein paar Beispiele (unbedingt ansehen und staunen!)

Die Flasche stammt von Bayer (ja, dem Aspirin-Hersteller). Heroin wurde als nicht-süchtig (!) machender Morphium Ersatz angeboten und als Hustenmedizin für Kinder!

So was.