Apotheken aus aller Welt, 738: Mahé, Seychellen

Auch Pharmama Cornelia schickt uns diese beiden Apotheken aus den Ferien:

Hier meine beiden Beiträge zu den Apos aus aller Welt!
Beide befinden sich auf den Seychellen, zu finden auf Mahé, der Hauptinsel: Die ältere in Beau Vallon, einem kleinen Ort im Norden von Mahé.
Die moderne in einem neuen Resort, genannt Eden Island, das auf einem durch Aufschüttung gewonnenen Stück Land in der Nähe des Flughafen von Mahé erbaut wurde.

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Gyno für den Mann

Auf dem Rezept aus dem Spital für einen Mann:

1 OP Gyno Canesten Combi

Combi ist die kombinierte Packung die sowohl 1 Tube Creme als auch 3 Vaginaltabletten drin hat. –

Seltsam. Was sollen die Vaginaltabletten für einen Mann bringen?

Auch wenn gedacht ist, das mit der Partnerin zu teilen (zum Beispiel um den Jojo-Effekt der wiederansteckung zu vermeiden) … die Creme in der Kombi-Packung ist niedriger dosiert als die einzel erhältliche Creme von Gyno Canesten.

Und dann ist er auch noch nur grundversichert. Die Gyno Canesten gehen nur noch über die Zusatzversicherung.

Am Ende habe ich ihm das Generikum der Creme gegeben, die bezahlt wird (Ja, das gibt’s inzwischen auch, vom praktisch selben Präparat eines das bezahlt wird und eines, das nicht) – und die Vaginaltabletten gar nicht … die soll sich nach Aussage des Mannes die Frau selber kaufen oder verschreiben lassen.

In Arztpraxis oder Apotheke: MPA und PA

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Was der Apotheke die PA ist dem Arzt die MPA.

Die Abkürzungen sind schon ähnlich PA (Pharmaassistentin) und MPA (Medizinische Praxisassistentin) – und beide Berufe sind sozusagen die rechte Hand der Medizinalperson: im Fall der PA der Apothekerin und im Fall der MPA des Arztes. Aber es gibt grosse Unterschiede in dem, was die beiden Berufe täglich so machen.

Die Medizinische Praxisassistentin (und natürlich auch –assistent, auch wenn dies ebenfalls ein sehr weiblich dominierter Beruf ist) arbeitet in der Arztpraxis. Sie betreut Patienten, erledigt administrative Arbeiten, führt Labor- und auch Röntgenuntersuchungen durch und assistiert bei ärztlichen Eingriffen. Von ihrem Organisationstalent und Einfühlungsvermögen hängt es ab, wie „rund“ die Praxis läuft, denn sie nimmt als Sprechstundenassistenz Anrufe entgegen und vereinbart Termine. Dabei muss sie entscheiden, wie dringlich das medizinische Problem ist und diese Patienten eventuell zwischen den Kontrollbesuchen unterbringen, Notfälle erkennen und entsprechend weiterleiten. Die MPA begleitet die Patienten beim Besuch, informiert sie über das weitere Vorgehen und bereitet sie und eventuelles Material für die Behandlung vor. Die MPA kann zur Entlastung des Arztes noch mehr: sie legt auf Anordnung Verbände an, verabreicht Injektionen und nimmt Blut ab. Sie macht Tests wie Blutdruckmessung, EKG, Blutzuckermessungen und kann Röntgenbilder machen. Im Labor führt sie Urintests durch und sichtet Blutproben. Im Büro ist die MPA für die gesamte Administration zuständig, sie verwaltet die Krankengeschichten mit allen Patienten- und Versicherungsdaten, schreibt Briefe und Protokolle und kümmert sich um das Rechnungswesen. Falls die Praxis Medikamente führt, bestellt und verwaltet sie auch diese. Flexibilität bei Notfällen ist eine Voraussetzung, Überstunden fallen häufig an und für deren Kompensation und die Ferien gibt es spezielle Regelungen – was bei Abwesenheit der Ärzte passiert.

Die Ausbildung ist eine 3jährige Lehre. Berufsfachschule kombiniert mit Ausbildung in einer Arztpraxis. Neben Überbetrieblichen Kursen hat man Berufsbezogene Fächer, die einem den Umgang mit Patienten beibringen, sowie diagnostische und therapeutische Prozesse, betriebliche Prozesse, Medizinische Grundlagen, Hygiene, Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz und eine Fremdsprache. Man schliesst ab mit dem „Eidg. Fähigkeitszeugnis Medizinisch/r Praxisassistent/in EFZ“

Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten: Meist bedeutet die Erweiterung der Kompetenzen durch Weiterbildung auch mehr Lohn. Andere Weiterbildungen erlauben die Arbeit ausserhalb einer Arztpraxis. Man kann sich zur medizinischen Praxiskoordinatorin, Krankenversicherungs-Fachfrau mit eidg. Fachausweis oder Spitalfachfrau mit eidg. Fachausweis weiterbilden. Berufsänderungen / Spezialisierungen sind möglich in Richtung Pflegefachfrau, Fachfrau für medizinisch-technische Radiologie, Biomedizinische Analytikerin HF oder dipl. Aktivierungsfachfrau HF.

Die Pharmaassistentin arbeitet in der Apotheke. Die PA bietet das breite Sortiment in der Apotheke an: Medikamente und Heilmittel, Säuglingsnahrung, Sanitätsartikel, Chemikalien, Kosmetika und pflanzliche sowie homöopathische Mittel. Sie berät die Kunden und Patienten fachkundig und freundlich, gibt Empfehlungen bei Krankheitssymptomen ab und beantwortet Fragen zu Produkten und zur Gesundheit und Schönheit. Sie kennt die gesetzlichen Bestimmungen um die Abgabe der Medikamente, stellt gemäss Rezept verordnete Medikamente zusammen, beschriftet sie und händigen sie den Patienten aus. Die PA stellt im Labor einfache Rezepturen oder hauseigene Arzneien wie Salben, Pulver, Teemischungen und Kapseln her. Die PA erledigt auch die Buchhaltung, Abrechnung und Korrespondenz mit den Krankenversicherungen und anderen Institutionen. Sie überwacht das Sortiment im Lager, bestellt die Ware und kontrolliert den Wareneingang. Der Beruf verlangt nach einem breitem Grundwissen und ständiger Weiterbildung um dieses aufrecht zu erhalten, wichtig sind ausserdem Sorgfältigkeit und hohe Sozialkompetenz.

Die Ausbildung ist eine 3jährige Lehre mit gleichzeitiger Praxis in einer Apotheke. Neben überbetrieblichen Kursen gehören dazu berufsbezogene Fächer wie fachkundlicher Unterricht, Warenbewirtschaftung, Verkaufsförderung, Landes- und Fremdsprache, administrative Arbeiten, Wirtschaft, Recht, Gesellschaft. Man schliesst ab mit dem „eidg. Fähigkeitszeugnis Pharma-Assistent/in EFZ“

Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten: Intern in der Apotheke gibt es wenig Aufstiegsmöglichkeiten, aber durch die Übernahme von zusätzlichen Kompetenzen wie der Lehrlingsausbildung, der Ausbildung zur Visagistin oder Spezialistin für Naturheilmittel kann man mehr draus machen und auch mehr verdienen. Dank der recht breiten Ausbildung in gesundheitlichen Themen ist später auch ein Wechsel in andere Berufssparten möglich: Pharmavertreterin, Krankenkassenadministration, Labor in einer Pharmafirma … Eine von unseren PA ist später MPA geworden. Man kann noch die Ausbildung als Drogist HF anhängen und selbst ein Nachholen der Matur und universitäre Ausbildung zur Apothekerin kommt vor.

Unsere PA, die zur MPA gewechselt hat (ja, nach Zusatzausbildung) kam übrigens später wieder in eine Apotheke zurück. Sie meinte, ihr wäre es in der Arztpraxis langweilig geworden …. Schwer vorstellbar, aber ich denke, das kommt sehr auf den individuellen Arbeitsplatz an. Man sieht (und berät) als PA wahrscheinlich mehr Kunden und Patienten pro Tag und man hat als MPA wohl auch einiges mehr an „Büroarbeit“. Wieviel und was man alles täglich machen muss und darf hängt sehr vom Arbeitgeber ab und dem Ort.

Damit wären wir übrigens bei demjenigen, der diesen Post gesponsert hat. Arbeitssuchende MPA, Ärzte und Angestellten-suchende Praxen finden ihre Stellen auf Medpro.ch. Das sind dieselben, die auch Pharmapro.ch betreiben, der Seite wo Apotheken und Angestellte suchen.

medpro

Sitzvertretung für die Apotheke?

Passend zum Thema letzte Woche: Wenn ich einen Apotheker brauche. Eine Apotheke muss zwingend durch eine Apotheker*in geführt werden. Sie darf auch nicht geöffnet haben, wenn kein Apotheker anwesend ist.

Der Mangel an Fachkräften treibt dann manchmal seltsame Blüten. In Deutschland ist es so, dass deswegen von pensionierten Apothekern ihr Einsatz als „Sitzvertretung“ angeboten wird. Lies: Die sitzen dann wirklich im Büro oder sonst im Hintergrund, und die ausgebildetete und langjährige PTA mit Erfahrung macht dann vorne die ganze Arbeit?

Das ist so ein Beispiel für eine solche Stellensuche:

sitzvertretung

Ein weiteres findet sich auf PTAchens Blog

Aber wer denkt, das sei ungewöhnlich (oder frech), der kann auch in die aktuellen Stellenanzeigen schauen:

Beratungsaktive Landapotheke mit Schwerpunkt Diabetes, Asthma, Blutuntersuchungen, Naturheilkunde und Homöopathie sucht Sie als freundliche, zuverlässige Verstärkung für ca. 15-20h/Woche zuzüglich Dienst und Urlaubsvertretung. Flexible Arbeitszeiten und Festanstellung sind möglich.
Oder Sie möchten bei uns als „Sitzvertretung“ fungieren? Auch darüber können wir sprechen!

Daraus spricht fast die pure Verzweiflung überhaupt einen Apotheker (oder Apothekerin) zu finden.

Gut, unter den Umständen könnte ich wahrscheinlich sofort selber in eine total fremde Apotheke stehen. Es braucht einfach gute Mitarbeiter, die wissen, wie es dort läuft. Trotzdem finde ich das extrem unschön, halb unverantwortlich – und auf Dauer wäre es mir auch zu langweilig,

In anderen Ländern ist das allerdings noch schlimmer, in den Phillipinen gibt es zum Beispiel „Geisterapotheker“ … keine Angst, die leben schon noch, sie sind halt nur nie in der Apotheke, sondern „vermieten“ ihre Lizenz. Das ist dann wirklich übel.