Falsches Bild

Ich finde es immer wieder erstaunlich, was uns die Medien so sagen, wie wir zu sein haben.
In einem Wort: Perfekt. Und wehe dem, der das nicht ist!
Perfekter Körper, perfekte Haut, perfekte Zähne. Kein Makel darf vorhanden sein, ansonsten ist man nicht schön.

Kein Wunder haben wir ein so verzerrtes Selbstbild, wenn man die Schönheitsideale sieht, die einem die Illustrierten so vorhalten. Wobei selbst bei denen gilt: es muss perfekt sein.
Wenn es das nicht ist, wird kräftig nachgeholfen – mittels Computer natürlich. Dem bekanntesten Programm nach für derartige Manupilationen heisst das dann auch „photoshoppen“.

Einer, der das macht ist Glenn Feron auf dessen Portfolio man ein paar seiner Werke findet. Toll daran finde ich vor allem, dass er auch die „vorher Bilder“ zeigt. Wenn man dort auf die Bilder geht mit der Maus, sieht man das vorher Bild, nimmt man die Maus auf die Seite das fertig bearbeitete Bild. Den Unterschieden nachzuspüren ist interessant. Hier ein Busen aufgepeppt, dort die Cellulite optisch entfernt, die Haut ausgebessert, Fältchen und Unreinheiten weg (Niemand! hat eine solche Haut, wie wir das immer auf den Fotos in den Illustrierten sehen), die Haare nachbearbeitet, dass sie strahlen, die Zähne aufgehellt …

Hier ein Bild, wo ich das Vorher/Nachher im selben Bild vereint habe: schaut nur mal die Haut an! Im Original sieht sie aus wie … fleckig, es glänzt wo es nicht soll, die Fältchen … dagegen links die reine Perfektion.

Ich muss also nicht perfekt sein, um perfekt auszusehen – ich brauche nur einen talentierten Bildbearbeiter.
Oder Ersatzweise einen privaten Coiffeur, Visagisten, Modeberater, Fitnesstrainer, Stilberater, Publicity Fachmann und mit was sonst noch die Schönen und Berühmten dieser Welt sich umgeben.

… Und natürlich genug Geld das alles zu bezahlen.

Unvernunft ist …

… Wenn die Patientin mit einem bauchfreiem Top und Minirock bei noch nicht wirklich sommerlichen Temperaturen kommt, sich eine Packung „Blasen und Nierentee“ schnappt und fragt, was sie sonst noch gegen eine Blasenentzündung und schmerzende Nieren tun kann. Dann darf sie sich nicht wundern, wenn ich sie durch Anfassen mit meinen immer ziemlich kühlen Händen in die Nierengegend zum Hüpfen bringe. Jedenfalls war das eine deutliche Demonstration zu meinem Rat: „Ziehen Sie sich etwas wärmeres an!“….

So traurig es ist, aber bei einer Allergie gegen Katzenhaare ist es keine gute Idee, sich weiterhin eine Katze zu halten, deswegen ständig Antiallergika zu nehmen und schliesslich sogar einen Asthma-Inhalator zu brauchen. Wenn diese Patientin mich also fragt, was sie denn noch tun kann, so muss mein Rat (leider) lauten: „Sehen sie sich nach einer guten Unterkunft für ihre Katze um“.

In dieselbe Kategorie fallen Personen mit Lebensmittelallergie, die partout nicht auf das auslösende Lebensmittel verzichten können. So z.B. die Frau mit dem Ausschlag am ganzen Körper: Aber die Erdbeeren waren sooo fein!“. Klar. Und das nächste Mal, wenn Sie sie essen, bringen sie Sie vielleicht um, aber das hat man Ihnen schon gesagt, oder? Nennt sich anaphylaktischer Schock. „Übrigens: haben Sie immer ein Notfallset mit Zyrtec / Prednison dabei?“

Dazu passt doch auch dieses Zitat:

„Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen.“

– Hoimar von Ditfurth, Innenansichten eines Artgenossen, 1989

Einen Moment nicht aufgepasst …

…  und Junior -jetzt 18 Monate alt- hat die ganzen Taschentücher aus der Tempo Box einzeln herausgezogen und in einem weichen, flauschigen Haufen aufgetürmt (das gibt einen erstaunlich grossen Haufen- waren die alle in der Box?)

… und Junior ist beim umziehen vor dem Kinderschwimmen ausgebüxt und sitzt mit der normalen Windel im Kinderbecken (wow, ist die Saugfähig!).

… und vergessen die Türe zur Toilette zu schliessen und Junior bringt wieder die Toilettenbürste (igitt)

… und die Hälfte der Teigwaren mit Sauce landet statt im Mund auf dem Boden. Egal. „Selber machen“ ist im Moment für Junior sehr angesagt. Was das Essen angeht jedenfalls. Von aufräumen hält er noch nichts …

… und meine Brille ist wieder weg. Dasselbe passiert auch mit anderen Gegenständen wie Schuhen, Schlüsseln oder Kuschelbärs Uhr.

… und schon hat Junior wieder seinen Grosseltern angerufen. Die finden’s ja lustig, meine Telefonrechnung weniger …

Alles über Zäpfchen

Der etwas seltsame Titel erklärt sich dadurch, dass es ein Bedürfnis zu sein scheint, mehr Info über dieses sensible Thema zu erhalten, auf jeden Fall habe ich sowohl auf dieser, als auch auf der offiziellen Apothekenhomepage immer wieder dementsprechende Suchanfragen.

Darum hier also alles, was ich über Zäpfchen sagen kann:

Zäpfchen (auch Suppositorien genannt) gehören in den Enddarm /After. Das gilt auch für Zäpfchen gegen Ohrenschmerzen und auch für Zäpfchen gegen Husten (ehrlich!).

Vaginalzäpfchen (oder Ovula) gehören natürlich in die Vagina – daher der Name. Sie sind auch von der Form her runder (s. rechts im Bild oben).

Der Vorteil von Zäpfchen ist dass man Magen und Darm umgeht. das heisst sie sind besser, wenn einem so schlecht ist, dass man nichts schlucken oder bei sich behalten kann oder für Kinder, die ja auch noch keine festen Formen schlucken können. Sie sind z.T, auch besser Magenverträglich, was bei manchen Schmerzmitteln ein Problem sein kann.

Offensichtlich sind Zäpfchen bei Erwachsenen oft nicht sehr beliebt – es sei denn für Personen aus gewissen südlichen Ländern, da ist die Akzeptanz dafür besser.

Zur Anwendung:

  • Falls möglich, sollte der Darm leer sein, bevor sie ein Zäpfchen einführen, also gehen sie gegebenenfalls vorher auf die Toilette.
  • Direkt vor der Anwendung nehmen Sie das Zäpfchen aus der Verpackung (die Folie muss entfernt werden)
  • Um das Einführen zu erleichtern, können Sie die Zäpfchen vorher mit den Handflächen erwärmen oder ganz kurz in heißes Wasser tauchen
  • Verwenden Sie keine Cremes, Salben oder Öle als Hilfsmittel zum leichteren Einführen, da dies die Wirkung des Zäpfchens verringern könnte, etwas Wasser ist dagegen ok.
  • Führen Sie das Zäpfchen tief in den After (Analkanal, Enddarm) ein; Sie sollten es nicht mehr spüren. Das können Sie auf der Toilette im Sitzen machen oder in Seitenlage liegend.
  • Führen Sie das Zäpfchen mit der stumpfen Seite voran ein! Das sieht zwar unlogisch aus, ist aber tatsächlich besser und angenehmer, weil der Schliessmuskel dann verhindert, dass es wieder herausrutscht.  (Ich habe bei Junior beide Methoden probiert, für ihn ist Methode stumpfe Seite nach vorne wirklich angenehmer, da quengelt er nur halb so lange)
  • Hämorrhoidenzäpfchen sollten Sie nur soweit in den After einführen, dass Sie das Zäpfchen noch mit dem Finger ertasten können
  • Waschen Sie sich gründlich die Hände

Tipps zum Einführen von Zäpfchen bei Kindern

  • Sprechen Sie zunächst beruhigend auf Ihr Kind ein, damit es keine Ängste vor dem Zäpfchen entwickelt
  • Legen Sie das Kind seitlich, und drücken Sie die angewinkelten Beine leicht in Richtung Brust  (bei Babys geht es auch gut in Rückenlage).
  • Führen Sie das Zäpfchen mit der stumpfen Seite voran tief in den After des Kindes ein
  • Drücken Sie die Pobacken des Kindes nach dem Einführen des Zäpfchens für einen kurzen Moment leicht zusammen

Aufbewahrung/Lagerung von Zäpfchen

Lagern Sie die Zäpfchen bei einer Temperatur unter 25°C – wenn Sie in warmen Ländern Urlaub machen, muss man besonders aufpassen, weil die Zäpfchen sonst schmelzen.

Zäpfchen teilen ist meist keine gute Idee, weil schwierig durchzuführen und auch die Verabreichung wird nicht einfacher. Besser ist es, sich die richtige Dosierung verschreiben/geben zu lassen.

Falls man es doch einmal machen muss: die Zäpfchen sollten Zimmertemperatur haben (aus dem Kühlschrank splittern sie), dann mit einem angewärmten Messer der Länge nach halbieren (wegen der Wirkstoffverteilung).

Labor und Darwins Theorie

Labor ist gefährlich. Ernsthaft. Auch wenn es heute im Apothekenlabor so harmlos aussieht, während dem Studium hatten wir diverse Zwischenfälle. Darwins Theorie vom Überleben der Fittesten in der praktischen Anwendung, könnte man sagen. Vor Beginn des Labors in organischer Chemie haben sie sogar eine Eintrittsprüfung angesetzt – damit man nicht gerade das Labor in die Luft sprengt oder sich selbst vergiftet, vermute ich. Aber wir hatten schon vorher diverse Zwischenfälle.

Bei unserem Labor machte ich ein paar Mal die Feuerwehr und musste eingreifen, wenn mal wieder jemand mit dem Bunsenbrenner hantierte und z.B. der Schlauch abfiel (gibt eine nette Stichflamme) oder der Putzlappen daneben anfing zu kokeln. Jedenfalls musste bei uns niemand mit einem schon brennenden Eimer aus dem Gebäude rennen – das gabs auch schon, gell Mr. M?

Einmal hatten wir eine unbeabsichtigte Demonstration des Sprichwortes „Erst das Wasser, dann die Säure, sonst passiert das Ungeheure“, sprich, einen explodierenden Säurekolben. Darauf hatten praktisch alle Laborschürze auf Bauchhöhe Säurebrandlöcher von der Schwefelsäure.

Eine Hydrolisierung ist eine eher heftige chemische Reaktion, wie meine Labornachbarin feststellen musste. Die Reaktion machte sich selbstständig (sie „ging ab“ ) und zwar so schnell und explosiv, dass nur noch das Schliessen der Kapelle, wo sie arbeitete Schlimmeres verhinderte. Ich vermute den gelben Fleck an der Decke sieht man heute noch.

Im gleichen Praktikum mussten wir einmal alle Fluchtartig den Raum verlassen, weil einer Mitstudentin der Schüttelkolben  gefüllt mit Ether aus der Hand gefallen war. Derselbe Aether, den man früher zum Betäuben von Leuten vor Operationen gebrauchte.

Oder während der medizinischen Analytik, wo eine Kollegin ihre Teströhrchen mit Blut falsch in die Zentrifuge geladen hat … das spritzt ziemlich eklig. Zum Glück war es nur eine kleine Menge.

Beim Aufräumen fiel einer Mitstudentin die Flasche konzentrierte Ameisensäure aus der Hand (der Deckel war nicht gut zu und man sollte Flaschen sowieso nie am Deckel tragend transportieren). Die Säure spritzte ihr ins Gesicht. Nur schnelles Eingreifen und Abwaschen unterm Wasserhahn verhinderte Schlimmeres. Trotzdem musste sie ins Spital, die Augen checken. Seitdem wissen wir: sie hatte Glück. Für die Augen sind Basen schlimmer. Und: Laborbrille auch beim Aufräumen anbehalten!

Aber das Schmerzhafteste war in der Analytik, wo wir Verdünnungen machen mussten mit einer Säure. Dabei Pipettiert man immer ein paar Mililiter (genaustens abgemessen) weiter. Ich kam nie in direkten Kontakt mit der Säure, doch die Dämpfe reichten aus mir die Haut am Daumen, den ich oben an der Voll-Pipette hatte vollständig abzuschälen – bis aufs Fleisch. Eine Zeitlang hatte ich dort nicht mal mehr Fingerrillen – das wär doch was für Einbrecher! (ist aber eine sehr schmerzhafte Methode, wie ich bezeugen kann). Wenigstens war ich mit meinem Leiden nicht alleine, der halbe Kurs lief mit bandagierten Daumen herum.

Aber ich hab’s überlebt bis jetzt. Denn auch heute noch kann man im Labor Dummheiten machen. Davon später mehr.

Kommunikationsprobleme

Etwa so kam es mir heute mittag vor. Junior hat noch ein kleines Schläfchen gemacht und war seeeehr hungrig, als er gegen halb 1 Uhr aufwachte. Bloss dass Kuschelbär keine Ahnung hatte, was er ihm sagen wollte.
Ok, er war nicht ganz so direkt wie der Junge im Film – aber ich habe ihn gut verstanden.
Er sitzt dann nämlich schon mal auf seinen Stuhl an den Tisch.

unbedingt mit Ton laufen lassen.

Im übrigen warten wir noch auf sein erstes richtiges Wort. Oder zählt Da! DA! und heftiges Zeigen schon?