Unfreiwillig komisch (2)

Das hier ist der neue Saison-Puder von Lancôme. Mal ehrlich: was haben die sich gedacht, als sie ihn SO genannt haben?

POUDRE ELEPHANT TEINT – Elefanten-Haut-Puder????

Mir fällt dazu ja einiges ein. Zuallererst denke ich natürlich an einen Elefanten:

… und dann überlege ich mir, ob die Haut nachher so aussieht, wenn man den Puder benützt?
Oder vorher?
Oder stammt irgendein Grundstoff von dem Puder von der Haut eines Elefanten? – Wenn ich mich recht erinnere baden Elefanten im Schlamm um das Ungeziefer loszuwerden. Gepulverter Schlamm demnach?
Tatsächlich ist es ein dreifarbiger Puder mit dem Bild eines Elefanten drin. Pfffft.

Zum Passivrauch-Stop

Das ist ein Thema, bei dem ich sicher bei vielen anecke.

Um ganz ehrlich zu sein: Ich mag rauchen nicht (und das ist noch eine Untertreibung). Es ist eine Sucht, eine Gewohnheit und es bringt viele Leute um. Ich mag Sachen nicht, die Leute umbringen – nicht nur aus beruflichen Gründen.

Wenn jemand bei sich zu Hause raucht, dann reduziert er – wie gesundheitsschädlich das auch sein mag – den Schaden auf sich selbst.  Sobald aber jemand anderen gesundheitlich schadet, dann wird das – jedenfalls ist das meine Ansicht – eine Sache der öffentlichen Gesundheit.

Es ist inzwischen erwiesen, dass Passives Rauchen in abgeschlossenen Räumen schadet – auch den Personen, die dort arbeiten müssen (in Büros und Restaurants etc.).  Es gibt genug Studien die das untermauern und belegen – auch wenn sie schwierig durchzuführen sind (wie misst man das Ausmass der Exposition? und, da man ja schon weiss, das es schädlich ist, ist es sehr unethisch Personen wissentlich möglichem Schaden auszusetzen). Aber die Beweise sind da, wenn man Augen hat zu schauen.

Die Beweise, dass es schädlich ist, sind auch sehr offensichtlich bei der Gesundheit von Kindern und schwangeren Frauen.

Jetzt haben wir also ein Dilemma: ist das „Recht zu rauchen“ in einem Restaurant höher einzuschätzen als das Recht der Angestellten und Mitgästen in einer Umgebung zu sein, die ihr Risiko auf Lungenkrebs, Asthma und sogar Herzkrankheiten nicht erhöht?

Also: geben die Freiheitsrechte (die ich auch hoch einschätze) jemandem auch das Recht anderen zu Schaden – während man seinem persönlichen Genuss folgt?

Ein paar Beispiele (und ich hätte gerne Eure Gedanken dazu):

1. Die Mutter eines jungen Kindes mit heftigem Asthma raucht in ihrem Auto und Zuhause. Das Kind wurde schon häufiger wegen der heftigen Asthmaschübe ausgelöst durch das Rauchen der Mutter ins Spital eingeliefert.

Ist das eine Form von Kindesmissbrauch?

2. Die Angestellte einer Bar entwickelt Lungenkrebs von einem Typ, der klar mit Rauchen in Zusammenhang gebracht wird. Sie arbeitete 25 Jahre in der verrauchten Bar, hat aber nie selbst geraucht.

Ist ihr Arbeitgeber zur Rechenschaft zu ziehen, dass er sie wissentlich dem Passivrauchen ausgesetzt hat? Hat sie eventuell ein Recht auf Schadenersatz?

3. Es gibt starke Hinweise darauf, dass auch Passivrauch bei Menschen, die vorbelastet sind eine akute Cardiovaskuläre Erkrankung auslösen kann, so wie Herzanfälle und Infarkte. Ein Raucher bläst einem älteren Mann Rauch ins Gesicht, nachdem dieser verlangt hat, dass er in seiner Umgebung nicht raucht. Der ältere Mann erleidet sofort einen Herzinfarkt und stirbt.

Ist das Totschlag?

Das ist eine heisse Angelegenheit, das ist mir schon bewusst. Ich gebe auch nicht vor alle Antworten zu haben.

Wenn Du Raucher bist und aufhören möchtest, würde ich dir vorschlagen hierher zu gehen:  Sprechzimmer.ch über Rauchstopp

oder, wenn man englisch kann, finde ich die Seite noch gut: The Psychology of Smoking

In der Apotheke bekommt man übrigens auch Hilfe zum Aufhören Rauchen.

Zum Bild: Melissa Williamson, 35, ein Bewohner der Bullitt Avenue macht sich Sorgen über den Einfluss des Lärms der Presslufthammer auf ihr ungeborenes Kind.

(Ich wäre ja über etwas anderes mehr besorgt).

einfache Dosierungsanweisung

Man sollte meinen, dass man mit der Dosierung „Nehmen sie 3 x täglich 1 Kapsel ein“ nicht viel falsch machen kann.

Doch man kann.

Kundin: „Soll ich jetzt 1 Kapsel in 3 Teile teilen und dann nehmen?“

Ok. „Nehmen sie 3 x täglich je 1 Kapsel ein.“

Noch besser wäre es zu schreiben: Morgens, mittags und abends je 1 Kapsel einnehmen. Oder: Alle 8 Stunden eine Kapsel einnehmen.

„Idiotensicher gibt es nicht. Dazu sind die Idioten viel zu erfinderisch.“

Pharmama

Kapsel-Probleme

Es gibt Kapseln (z.Bsp. Adalat CR) die sind absichtlich so gemacht worden, dass die Kapselhülle nicht vom Körper aufgenommen wird. Der Wirkstoff wird via ein kleines Loch in der Kapselhülle abgegeben. Man macht das, damit er langsam und über eine lange Zeit verteilt abgegeben und in den Körper aufgenommen wird (im Fachjargon heisst das retardiert).
Bitte Leute, wenn ihr eine solche Kapsel auf der Toilette im Stuhl findet, grabt sie nicht aus und bringt sie in die Apotheke.
Es würde reichen, wenn ihr sagt, ihr hättet eine gesehen.

Kunde: „Die Kapseln, die sie mir verkauft haben sind nicht ganz voll. Und es ist ziemlich mühsam, sie einzeln zu öffnen und dann mit dem Inhalt der einen Kapsel die andere zu füllen ….“
Apothekerin: „Umm, sie sollten das nicht tun. In den Kapseln ist genauso viel Wirkstoff drin, wie es sein soll. Egal, wie voll eine einzelne Kapsel aussieht.“

Kundin kommt mit einer Blisterpackung Kapseln: „Mit diesen Kapseln stimmt etwas nicht! Schauen sie, da hat es unterschiedliche drin. Manche sind blau oben und weiss unten und die anderen sind weiss oben und blau unten! Warum sind die unterschiedlich?“
Apothekerin: „Drehen sie sie einfach um, dann sind sie gleich.“


Abhängigkeiten in der Apotheke

Allgemein könnte man sagen: Den typischen Medikamentenabhängigen gibt es nicht. Man findet sie in allen Schichten und Altersklassen. Manchen sieht man es schon von weitem an, anderen gar nicht.

Für nicht in Gesundheitsberufen arbeitende mag es erstaunen, von was man denn alles abhängig sein kann.

Hier die wichtigsten Abhängigkeiten – und die Typenbeschreibung dazu. Ja, ich weiss es ist voller Vorurteile, leider bestätigt sich das zu oft.

Abführmittel – darüber habe ich schon geschrieben. Werden die darmreizenden Abführmittel regelmässig genommen, wird der Darm träge, er kann nicht mehr ohne den zusätzlichen Reiz funktionieren.

Ich bin ja froh, dass es die 200er Packung Dulcolax nicht mehr gibt. Angeblich macht ja die Langanwendung nichts, aber wenn ich mir die Leute ansehe, die das so nehmen …. hmmm.

Typischer Kunde: Weiblich, zwischen 20 und 40, meist superdünn, sehen oft wie ausgemergelt aus und die Haut hat so einen seltsamen gelblichen Ton, v.a. wenn sie älter sind.

Hustenmittel – (mit Codein oder Dextrometorphan) vielleicht nicht immer wirklich eine Abhängigkeit sondern eher Missbrauch, aber für manche Jugendliche ein Mittel zum aufputschen und um euphorische Zustände hervorzurufen. Natürlich gibt es auch da genug, die immer weitermachen, immer mehr brauchen etc.

Typischer Kunde: entweder die Frau um die 40, die einfach ein „Resyl plus verlangt, oder der Jugendliche, der mehr um die Sache herumdruckst: „diese Tabletten gegen Husten, wie heissen sie noch?“. Immer verdächtig ist, wenn sie schon mit Fachwörtern um sich werfen: „Gegen Reizhusten“, oder „ich nehme es nur abends zum schlafen“.

Schmerzmittel – auch die normalen Schmerzmittel (Aspirin, Panadol, Voltaren, Contra Schmerz, Saridon …) können abhängig machen. Wenn man sie regelmässig nimmt (täglich) z.B. weil man oft Kopfschmerzen hat, gewöhnt sich der Körper daran, dass er sie bekommt und wenn man dann einmal nicht mehr nimmt, macht er sogenannte Rebound-Kopfschmerzen. Ein Teufelskreis.

Typischer Kunde: eigentlich keiner, kann allen passieren. Oft aber sind es Männer oder Frauen ab 30.

Opioide Schmerzmittel – solche mit Codein darin oder morphiumähnlichen Substanzen erzeugen körperliche Abhängigkeit. D.h. wenn man sie eine Zeitlang nimmt und dann nicht mehr, reagiert der Körper mit Entzugssymptomen wie Übelkeit, Schwitzen, Zittern etc. Ausserdem erzeugen diese Schmerzmittel in höheren Dosen Rauschzustände, weshalb sie gerne von Drögelern missbraucht werden. Je länger man sie nimmt, desto mehr muss man nehmen, um den gleichen Effekt zu erzielen (sei das Schmerzstillung oder Rausch).

In der Schweiz scheinen diese meiner Erfahrung nach nicht so häufig missbraucht zu werden, offensichtlich haben auch eine Menge Ärzte Bedenken, diese zu verschreiben. Sie sind dann oft nur das letzte Mittel z.B. bei Krebsschmerzen und dann kann man auch in hohen Dosen kaum von Missbrauch reden.

Schnupfensprays – ja, ehrlich! Die abschwellenden Nasensprays wie Triofan, Otrivin, Nasivin, Olynth sowie deren Generika verengen ja die Gefässe in der Nase, wodurch nicht mehr soviel Wasser „heraus-leckt“. Wenn man das aber eine Zeitlang (über 1 Woche reicht) macht, geht die Nasenschleimhaut kaputt, sie bildet sich zurück. Man nennt das Prinismus. Der Körper reagiert, indem er die Durchblutung erhöht – die Nase geht zu und läuft. Man nimmt noch mehr Nasenspray – ein Kreislauf.

Typischer Kunde: kann jedem passieren, dementsprechend sieht man auch Männer und Frauen in allen Altersklassen. Typischerweise verlangen sie dann gleich 2 Packungen Nasenspray. Manche versuchen es auch etwas abzuschwächen, indem sie Nasenspray für Kinder nehmen.

Alkohol –ja, auch das gibt es in der Apotheke. Obwohl es günstiger ist, seine Alkoholdosis in einem Discounter zu besorgen, benutzen manche Leute die Möglichkeit von diversen Mitteln, um ihre Alkoholsucht vor der Umwelt zu verbergen. Das sind dann die, welche fast täglich Klosterfrau Melissengeist (79%) oder Baldriantinktur Fläschchenweise holen kommen. Früher auch sehr beliebt war das Frauengold. Manche nehmen auch Vicks Medinait, welches neben Alkohol (18%) noch ein paar psychisch aktive Substanzen enthält.

Typischer Kunde: Weiblich oder Männlich, eher älter (40 aufwärts). Oft berufstätig und versuchen so ihre Sucht zu verschleiern. Eine Zeitlang hatten wir sogar einen Taxifahrer, der offenbar von Apotheke zu Apotheke ging für sein Klosterfrau. Erschreckend!

Schlafmittel und Beruhigungsmittel– von der rezeptpflichtigen Sorte (Benzodiazepine, Zolpidem, Xanax). Noch etwas, das recht schnell abhängig macht.  Einerseits wegen der von manchen Menschen als angenehm empfundenen Wirkung des „abschaltens“, respektive „Abstandes“ andererseits weil es in körperliche Mechanismen eingreift. Ein Schlaf unter Schlafmitteln ist nicht dasselbe wie ohne. Abruptes Absetzen führt auch wieder zu Schlaflosigkeit oder bei den Beruhigungsmitteln zum Wiederauftreten der Symptome.

Typischer Kunde: Entweder eher Junge aus dem Drogenbereich oder dann Frauen ab 40 Jahren und älter. Man sieht es ihnen nicht an, egal wie viel sie nehmen, was ich immer erstaunlich finde. Würde ich auch nur die Hälfte derer Tagesdosis nehmen, würde ich wohl wie eine Pflanze irgendwo in der Ecke sitzen und vor mich hinlächeln … oder Tagelang tief schlafen.

Was machen wir dagegen?

1. Wir versuchen Vorzubeugen, denn wenn man mal von etwas abhängig ist, ist es sehr schwierig, das wieder rückgängig zu machen. Also: Info, Info, Info: „Der Nasenspray darf nur 1 Woche am Stück angewendet werden“. „Das Abführmittel/Schlafmittel ist nur für kurzfristigen Gebrauch gedacht“. ..

2. Aufmerksam machen: wir sagen den Leuten immer wieder, wie sie die Medikamente anzuwenden haben. Kommt jemand öfter, machen wir ihn/sie auf ihren Missbrauch aufmerksam – respektive, dass wir bemerkt haben, dass sie immer dasselbe verlangen.

3. Einschränken. Bei offensichtlichem Missbrauch von Medikamenten dürfen und sollen wir die Abgabe verweigern. D.h. keine Bexin Tabletten für Jugendliche, statt dessen gibt es Sirup. D.h. nur 1 Nasenspray und nicht 2. Schwieriger ist es bei Rezepten, v.a. Dauerrezepten, da muss man sich mit dem Arzt absprechen, wie man das handhabt.

4. Beraten / Hilfe zum wieder wegkommen. Wir geben Tips und Hilfestellungen, wie man von der Abhängigkeit wieder loskommen kann, bieten Alternativen an… – leider wird diese Hilfe viel zu wenig in Anspruch genommen.

Massage

So. Das war jetzt so richtig schön entspannend.

Kuschelbär hat mir eine Massagestunde bei seinem Massagetherapeuten geschenkt und Junior war mit seinen Grosseltern in der Zwischenzeit im Park.

Ich bin mir nie sicher, ob das jetzt Masseurin oder Massagistin heisst. Eines von beiden ist glaube ich, eine Umschreibung für, äh, Dienste sexueller Natur. Nur welches?

Aber dort wo Kuschelbär üblicherweise geht, erübrigt sich das. Es handelt sich beim massierenden nämlich um einen älteren „Er“. Er ist sogar dergestalt zertifiziert, dass man die Massagen der Krankenkasse in Rechnung stellen kann.

Das ist noch gut, denn während ich nur ab und zu eine Massage haben gehe, geht Kuschelbär wegen seinem Rücken regelmässig. Seit er nicht mehr reitet, hat er nämlich immer wieder Probleme mit der Rückenmuskulatur gehabt. Mit einer Massage alle 2 Wochen ist er jetzt aber stabil und zufrieden.

Das Foto kommt von unseren letzten Ferien in Thailand. Es ist der Ausblick, den man von der Massagebank hat.

Unter anderem gehen wir auch darum so gerne dorthin, weil man in den Spas so wunderbare thailändische Massagen bekommt. Stundenlang. Und das wesentlich günstiger, als hier.

Zum Vergleich: für die 90 Franken, die eine 1 stündige Massage hier kostet, kann ich dort eine 3 stündige Behandlung mit Fussreflexzonenmassage, Thai Massage und Rückenbehandlung mit heissem Kräuterbeutel haben, die der hiesigen Qualität in nichts nachsteht. Die Massagen am Strand wären noch günstiger, sind aber von der Qualität her nicht dasselbe.

Und was das optische angeht, die Freude am Detail … darin sind die Thailänder kaum zu schlagen. … siehe Bild.