Perfektes Kleine-Jungen Essen (7)

Heute: Lasagne à la Pharmama:  (für 3 Personen)

Sauce:

250-300 g Hackfleisch in etwas Olivenöl anbraten. Hackfleisch aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

1 kleingeschnittene Zwiebel

1-2 feingeschnittene Knoblauchzehen in der gleichen Pfanne anbraten.

Dazu 1 grosses Rüebli (in kleinen Würfeln) geben, anbraten.

Ablöschen mit etwas Wein (Rot) oder Bouillon

1 Dose Passierte Tomaten dazu

etwas Tomatenpüree und das Hackfleisch, würzen mit Salz, Pfeffer, Oregano oder italienischer Gewürzmischung

leise 10 Minuten köcheln lassen

Lasagne zusammenstellen:

Gratinform nehmen

Als erste Schicht: etwas Sauce,

Lasagneblätter (ungekocht) darüber.

darauf ein paar Löffel Creme fraiche geben (nehme ich lieber statt der Bechamel-sauce. Das muss auch nicht flächendeckend sein, mehr tupfenweise)

Wieder eine Schicht Sauce, eine Schicht Lasagneblätter und darauf Creme fraiche.

Weiter, bis der Platz oder die Zutaten ausgehen.

Zum Abschluss zuoberst immer etwas Creme fraiche.

Mit Käse bestreuen.

Backen:

Im vorgeheizten Backofen bei etwa 200 Grad etwa 30 Minuten backen, bis der Käse verlaufen ist und es an den Seiten Blasen macht.

Feste Vorstellungen

Manchmal hat man einfach etwas im Kopf …

Kundin kommt in die Apotheke: „Ich möchte bitte wieder die Rheumasalbe, die ich das letzte mal hatte. Den Namen habe ich leider vergessen, aber die Packung war grün und der Name fing mit einem A an.“

Ah, normalerweise bin ich (wie die meisten, die schon länger in Apotheke oder Drogerie arbeiten) ziemlich gut darin das richtige Produkt zu finden anhand einer solchen Beschreibung. Aber diesmal? Grosses Fragezeichen.

Also zeige ich ihr mal alle Rheumasalben, die irgendwie grün sind – meist erinnern sich die Leute besser an das Aussehen als an den Namen: Schmids Sportsalbe, Mobilisin, Perskindol, Caprisana Salbe, Pernaton …

„Nein, nein …„

oder mit einem A anfangen: Assan, Dolo-Arthrosenex, Absorbine, Alpina Wallwurz.Gel, Antiphlogistin, A. Vogel Rheumasalbe ..

„Nein, nein …„

und dann den Rest: Demotherm, Dolo-Demotherm, Kytta, Midalgan,  DulX, Carmol…

ich bin also ziemlich am Schubladenziehen. Aber: nichts.

Dann sagt sie: „Es hatte Kamille drin“.

Sage ich (zweifelnd): „Euceta?“

Kundin: „Ja, genau!“.

Ist doch logisch, oder? eucetA!

Mal abgesehen davon, dass es nicht gegen Rheuma ist.

Aber zumindest ist die Packung zur Hälfte grün.

Aber ich bin Ärztin!

Alte Frau kommt in die Apotheke: „Ich hätte gern ein Seresta“.

Apothekerin: “Haben Sie ein Rezept?“

Kundin “Das brauche ich nicht, ich bin Ärztin“.

Apothekerin: “Dann hätte ich gerne den Ärzteausweis und einen weiteren Ausweis“.*

Kundin: „Die habe ich nicht hier“.

Apothekerin: „Dann habe ich auch kein Seresta für sie“ (Da könnte ja jeder kommen“ ).

P.S: Sie kam ½ Stunde später mit einem Uralt-Diplom (praktiziert ja auch schon lange nicht mehr), aber immerhin!

*Bei Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln und anderen Medikamenten mit Abhängigkeitspotential verlange ich immer ausser dem Ärzteausweis noch eine normale Identitätskarte. Denn die Ärzteausweise haben kein Foto drauf. Wenn so einer mal abhanden kommt könnte ihn sonst jeder benutzen. Ganz Schlecht!

Und wenn wir grad beim Thema sind: Medizinstudenten sind keine Ärzte (ja, auch nicht, wenn ihr nur noch 1-2 Semester Ausbildung habt). Das heisst, ich bin nicht verpflichtet ihnen rezeptpflichtige Medikamente abzugeben. Ich tue es aber, wenn es mir vernünftig und nötig erscheint. Sonst nicht!

Wer arbeitet denn hier alles?

Ob Drogerie oder Apotheke: wer hier arbeitet hat einen weissen Schurz an. Unterscheiden kann man die verschiedenen Berufe respektive den Ausbildungsstand nur durch einen Blick auf das Namensschildchen. Da hätten wir in der Drogerie:

Lehrling Drogerie

Kann vom 1. bis ins 4. Lehrjahr sein. Darf Kosmetik verkaufen und Medikamente abgeben Liste D und ungelistet.

Drogistin

Die Drogistin hat eine Lehre von 4 Jahren abgeschlossen. Dazu gehört die Ausbildung in einer Drogerie und Schule. Die Themen sind dabei: Arzneimittelkunde, Technika (Putzmittel u.ä.), Botanik, Chemie, Handverkauf, Kosmetik, Sprache: Deutsch und Fremdsprache, ausserdem die Herstellung von Salben etc.

Dipl. Drogistin FH / Geschäftsführerin Drogerie

Nach der Lehre hat die Drogistin FH eine weitere Ausbildung in Neuenburg absolviert. In der 2 jährigen Weiterbildung wird der Schwerpunkt auf naturwissenschaftliches und unternehmerisches Fachwissen gelegt. Erst nach bestandener Prüfung bekommt man eine Betriebsbewilligung zum Führen einer Drogerie.

Und in der Apotheke:

Lehrling Pharmassistentin

Kann vom 1. bis 3. Lehrjahr sein. Darf Medikamente abgeben der Liste D und C, sowie A und B unter Aufsicht der Apothekerin.

Pharmaassistentin

Die ausgebildete Pharmaassistentin hat eine 3 jährige Lehre abgeschlossen mit den Schwerpunkten Medikamente, Heilmittel, Handverkauf, Labor, … grundsätzlich ist eine Pharmaassistentin die rechte Hand und Hilfe der Apothekerin.

Neben der Ausbildung in der Apotheke hat man auch hier Schule.

Apothekerin

5 Jahre Studium. Nach Abschluss ist man eine eidg. Dipl. Apothekerin. Im Studium hat man sehr viel Chemie, Biologie, Botanik, alles was es über Medikamente zu wissen gibt: Pharmakologie..  , was es zur Wirkung der Medikamente braucht: Anatomie, Physiologie, .. was es zur Herstellung von Medikamenten braucht: Physik, Chemie, organische Chemie, Galenik, alles was es zur Kontrolle von Medikamenten braucht: Analytik, Statistik, ..

Das Studium ist sehr umfangreich, nur ein kleiner Teil findet tatsächlich in der Apotheke statt. Am Ende kann man entweder in die Offizin gehen (öffentliche Apotheke) in eine Spitalapotheke, in die Industrie wo man Medikamente entwickelt, in die Registrierung, wo man die entwickelten Medikamente vor der Zulassung prüft – dies auch entweder in der Industrie, oder auf der anderen Seite im Bundesamt (BAG) oder der swissmedic, etc

Die Apothekerin trägt die Verantwortung für die Abgabe rezeptpflichtiger (Liste A, B) und freiverkäuflicher Medikamente (C, D und ohne Liste).

Verwalterin Apotheke:

dazu muss man nach dem Studium eine 2 jährige Weiterbildung absolviert haben. Das geht neben der Arbeit in der Apotheke, die ein wichtiger Bestandteil der Weiterbildung ist. Erst danach ist man gegenüber den Krankenkassen als Leistungserbringer zugelassen. Die Verwalterin trägt die Hauptlast der Verantwortung. Bei Falschabgabe (egal durch welche Angestellte) haftet sie. Auch wenn die Verwalterin nicht zwingend die Inhaberin der Apotheke ist, gewährt das Gesetz ihr, die Apotheke selbständig zu führen.

Heute ist die Weiterbildung oft kombiniert mit dem Titel Apothekerin FPH: Der Titel bedeutet, dass man die Weiterbildung zum FPH (Fachapothekertitel) fertig abgeschlossen hat. Es gibt 3 Arten dieser Weiterbildung: FPH in Offizinpharmazie, FPH in Spitalpharmazie, FPH in klassischer Homöopathie.

Das Ganze ist natürlich nur eine Momentaufnahme und gilt für die Schweiz jetzt. Laut einer Abstimmung wird es die Liste C vielleicht bald nicht mehr geben -da freuen sich die Drogisten. Dafür darf der Apotheker eventuell mehr aus der Liste B ohne Rezept abgeben.

Momentan gibt es schon Kantone, wo die Drogisten Teile der Präparate der Liste C abgeben dürfen. Bei gemischten Geschäften mit Apotheke und Drogerie ist das (unter der Aufsicht der Apothekerinnen) heute schon gang und gäbe.

Übrigens: falls Du Dich daran störst, dass ich durchgehend die weibliche Form der Berufsbeschreibung genommen habe … das liegt daran, dass inzwischen die meisten, die auf diesen Berufen arbeiten Frauen sind.

Warum das so ist: dazu komme ich in einem späteren Blogpost mal.

Die falsche Anwendung (5)

Thema heute: Zäpfchen (mal wieder)

selbst erlebte Geschichte von einem Professor im Studium:

Patientin: „Ich benutze diese Zäpfchen jetzt seit einer Woche und mein Hintern ist wirklich rot und offen.  Ich frage mich: ist das eine Nebenwirkung der Zäpfchen?“

Apotheker: „Kann ich mal sehen, was für welche sie haben?“

Patientin zeigt sie ihm

Apotheker: „Nein, dieses Medikament sollte den Enddarm nicht reizen oder Schmerzen verursachen.“

Der Apotheker erklärt der Patientin noch mal die korrekte Anwendung der Zäpfchen.

Patientin: „Oh. Man nimmt den silbernen Überzug ab?“

Apotheker: „Ja! Ja, das ist Alufolie!“

Patientin: „Das könnte der Grund sein, warum das schmerzt“

Eine Woche später kam die Patientin noch mal vorbei und informierte den Apotheker, dass sie die ganze Folie jetzt ausgeschieden hat …

Schubladenzieher

Eine der nicht so netten Bezeichnungen für einen Apotheker ist ja „Schubladenzieher“. Meist wird das im Zusammenhang gebraucht mit „überqualifiziert“.

OK, ich bin ein Schubladenzieher. Da bleibt mir gar nichts anderes übrig, denn da sind ja die ganzen Medikamente drin. Viele Medikamente. In sehr langen Schubladen.

Nach 10 Jahren in der Apotheke brauche ich bei den meistgebrauchten Sachen nicht einmal mehr zu lesen was vorne angeschrieben steht – ich erwische instinktiv die richtige.

Auch das ist eine Kunst, aber bei weitem nicht alles, woraus unsere Arbeit besteht. Nur halt das, was die Öffentlichkeit am meisten sieht.