Chemikalienetiketten

Nicht mehr ganz so aktuell: das „neue“ Chemikalienrecht und die Vorschriften, was alles auf der Etikette zu stehen hat.

Die Kennzeichnung von Chemikalien muss nach Chemikalienverordnung folgende Angaben aufweisen:

1. Der offizielle Name des Stoffes oder der Zubereitung

2. Die EG-Nr. (für Stoffe)

3. Die gefährlichen Inhaltsstoffe (bei Zubereitungen)

4. Die entsprechenden Gefahrensymbole und die Gefahrenbezeichnungen.

5. Die entsprechenden R- und die S-Sätze.

6. Die Füllmenge.

7. Den Namen, die Adresse und die Telefonnummer der Herstellerin (d.h. in der Regel der Abfüllerin und der ursprünglichen Herstellerin).

Die Kennzeichnung muss in mindestens zwei Amtssprachen formuliert sein (- das wurde inzwischen vereinfacht: bei Spezialabfüllungen für einzelne Kunden in Apotheken und Drogerien genügt eine Amtssprache).

So steht z.B. auf dem Leichtbenzin:

(EG) Nr. 1907/2006

Kleber F (Brennbar), N (Umweltgefährdend) Xn (Gesundheitsschädlich)

R: Leichtentzündlich/Reizt die Haut/ Gesundheitsschädlich: kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen / Giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben

S: Behälter an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren / von Zündquellen fernhalten- nicht rauchen / Berührung mit der Haut vermeiden / Massnahmen gegen elektrostatische Aufladung treffen / Zum Löschen Sand, Löschpulver oder alkoholbeständigen Schaum verwenden

plus: es braucht einen tastbaren Hinweis (ein Dreieck) und einen Kindersicheren Verschluss.

Das Ganze bitte auf einer 50ml Flasche … man sieht, wo das Problem liegt.

Und dann wundert man sich, warum immer weniger Drogerien und Apotheken einen Auffüllservice anbieten. – Mal abgesehen vom Problem des Wiederauffüllens.

P.S. für Wundbenzin genügt eine Etikette gemäss Arzneimittellrecht, weil das als Medizinalprodukt gilt – dabei ist praktisch dasselbe drin. Dann steht nur die drauf:

Wundbenzin, X ml, Chargennummer, Verfalldatum, NICHT EINNEHMEN!

Bedarfsweckung – Bedarfsdeckung

Eine Bemerkung im letzten Post hat mich daran erinnert: Bedarfsweckung und Bedarfsdeckung….

In Amerika ist es ja so, dass auch für rezeptpflichtige Sachen öffentlich Werbung gemacht werden darf. Bei uns in der Schweiz darf Werbung für rezeptpflichtige Medikamente höchstens in Fachzeitschriften gemacht werden, was ich sinnvoll finde. Klar ist es für die Pharmaindustrie lohnend, wenn sie direkt ans Publikum kann: „Sie fühlen sich niedergeschlagen, müde? Wahrscheinlich haben Sie eine Depression. Fragen Sie ihren Arzt nach (füge neustes Medikament ein) …“

Hier ist ein Beispiel für solche Werbung, ein Fernsehspot von 2008 – man beachte auch die Liste Nebenwirkungen und Warnungen – unterlegt mit beruhigender Musik ….

Meiner Meinung nach hat das nichts mit dem „informierten Patienten“ zu tun, der heute so gerne propagiert wird. Was es allerdings ist, ist eine Bedarfsweckung. Der Patient geht dann zum Arzt mit seiner Selbstdiagose und sagt: „Schreiben Sie mir (füge neustes Medikament ein) auf! Wenn Sie es nicht tun, gehe ich zum nächsten Arzt!“

Ganz offensichtlich ist die Vorgehensweise in Amerika bei der Veröffentlichung der Werbung auch eine ganz andere als bei uns in der Schweiz. Bevor bei uns eine Werbung für ein Medikament (auch nicht rezeptpflichtige) ins Fernsehen oder die Printmedien kommt, schaut die swissmedic sich das an und erlaubt oder verbietet die Veröffentlichung.

In Amerika ist es so, dass erst mal die Werbung gemacht wird, dann wird die FDA informiert, die sich das dann anschaut und gegebenfalls die Firmen aufruft sie nicht mehr zu bringen oder zu ändern.
Aus dem Artikel  Pharmawerbung öfter abgemahnt:

„Nach Angaben der Zulassungsbehörde FDA haben im vergangenen Jahr 41 Unternehmen entsprechende Briefe erhalten. Im Vorjahr waren es 21.“

„Die Werbung für Arzneimittel beeinflusst die öffentliche Gesundheit … Daher soll die Industrie dazu gebracht werden, sich an die bestehenden Gesetze zu halten. Irreführende Angaben, die sich an Verbraucher oder Ärzte richten, können nicht toleriert werden.“

Und das schaut ihr euch erst an, nachdem der Schaden schon gemacht wurde?

Schwangerschaftstest (5)

Aha! Das erklärt, warum es Schwangerschaftstest in 2er-Packungen gibt :-) (Quelle)

Übersetzung:

Jennifer: Du bist verrückt. Ich bin glücklich für Dich!!!

Bekommst Du Zwillinge??????

….

logo, oder? 2 positive Tests = Zwillinge

Neeeee!

Das ist übrigens der digitale Schwangerschaftstest von Clearblue – die neusten zeigen ausser dem Wort „schwanger“ auch noch an, in der wievielten Woche man etwa ist. – Ich persönlich finde es etwas eine Verschwendung: das Ding hat eine Batterie drin und ist für einen Einmalgebrauch.

LOA, Kostenstabilisierungsbeitrag, Preissenkungen und Margenreduktion: Sparen an der Apotheke

Schon bis jetzt ist es „dank“ der LOA so gewesen, dass die Einnahmen der Apotheke seit 2001 etwa gleich geblieben sind. Gleich bedeutet aber auch: keine Zunahme! Alles ringsum wird teurer, die Lohnkosten und die Miete steigen, die Einnahmen von Spitälern, Ärzten und Pharmafirmen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen (was sich auch in den Krankenkassenprämien wiederspiegelt), nur wir stagnieren.

Dank LOA wurden bisher etwa 1 Milliarde Franken eingespart. (Stand 2010 – inzwischen wesentlich mehr)

Ausserdem: Von den Medikamenten-Kosten*, die von der Apotheke direkt via Krankenkasse abgerechnet werden, werden nochmals 2% abgezogen als Kostenstabilisierungsbeitrag – noch ein Zeichen der Apotheker.

Und jetzt:

Am Montag habe ich den ganzen Tag zusammen mit der Pharmaassistentin damit verbracht, hunderte Preisetiketten ab den Medikamenten zu knübeln. Der Grund: die neuste grosse Preisabschlagrunde. Das BAG hat die Preise sämtlicher zwischen 1996 und 2006 auf den Markt gekommener Medikamente* – etwa 2000 nach unten angepasst – was die Firmen, die ja die Preise sonst machen. natürlich an die Apotheken weitergeben.

Das ist schön für die Krankenkassen – und letztlich die Kunden -, spart es doch voraussichtlich 400 Millionen Franken ein, bedeutet aber wieder mehr eine finanzielle Belastung für die Apotheke. Denn den Lagerverlust bekommt man nicht ersetzt.

Und das ist noch nicht alles. Gleichzeitig ist von der Wirtschaft beschlossen worden, die eh schon niedrige Apothekermarge nochmals um 3 % zu senken.

Das heisst 50 Millionen weniger Umsatz im Jahr für die Apotheken.

…

Kein Wunder boomen Ketten mit genügend finanziellem Hintergrund. Sagt „tschüss“ zur individuellen Quartierapotheke – die ist bald nicht mehr finanziell tragbar.

Für die, die sagen: „Es gibt eh‘ zu viele Apotheken“ – ja, in manchen Städten hat man an einer Strasse auf 200 m 4 Apotheken, aber: schaut die mal an: Amavita (Kette), Rotpunkt (Vereinigung), Feelgood (Vereinigung), …. und vielleicht eine unabhängige – die wahrscheinlich zuerst da war und jetzt auch zuerst verschwindet.

So. Fertig gejammert. Zurück an die Arbeit!

*wir reden hier von den rezeptpflichtigen Medikamenten – denen , die via Krankenkasse abgerechnet werden.

Frage des Tages (2)

Kundin: „Womit kann ich Früchte und Gemüse desinfizieren?“

Pharmama: „Warum wollen sie das denn?“

Kundin: „Ich bin Schwanger und meine Schwester in Italien hat gesagt ich muss das.“

Pharmama: „Ah, wegen der Toxoplasmose?„

Es stimmt, man muss rohes oder nicht durchgekochtes Fleisch (Tartar, Schinken, Salami, blutige Steaks) meiden, die Hände waschen nach der Gartenarbeit und aufpassen mit rohem Gemüse und Salat – da die Erreger via Erde und Katzenkot darauf übertragen werden können. Aber: Waschen mit Wasser – und eventuell einer Spur Abwaschmittel – reicht absolut aus. Das braucht keine zusätzliche Desinfektion. Geschältes und gekochtes ist auch sicher.

Interessanterweise war ich selbst auch Toxoplasmose-negativ. 3 Katzen waren offenbar nicht genug, mich anzustecken…. Inzwischen muss man in der Schweiz übrigens nicht mehr routinemässig nach Toxoplasmose testen in der Schwangerschaft. Viel wichtiger als zu wissen, ob man jetzt Antikörper hat oder nicht, ist wirklich aufzupassen.

P.S.: gute Seite zu praktisch allen Fragen in der Schwangerschaft: www.swissmom.ch

Was ist das denn?

Ha  / He

Liebe Berta, bitte komm nicht ohne frische Nelken nach Madagaskar. Alle sieben Pfadfinder sind clevere Arbeiter. Karl Carlson schiesst tiefe Vögel krumm. Man feiert Cobolde nie kurze Zeit.

Was ist das?

Die Auflösung folgt später heute an dieser Stelle. Wer eine Theorie hat, soll sie posten :-)

Kleiner Tipp:

Wie ihr richtig erkannt habt (wow, habe ich intelligente Leser hier!) handelt es sich um die Eselsleiter, die wir im Studium erstellt haben, um das Periodensystem auswendig zu lernen. Es handelt sich um die ersten 30 Atome:

H (Wasserstoff), He (Helium)

Li (Lithium), Be (Beryllium), B (Bor), C (Kohlenstoff), N (Stickstoff), O (Sauerstoff), F (Fluor), Ne (Neon), Na (Natrium), Mg (Magnesium), Al (Aluminium), Si (Silikon), P (Phosphor), S (Schwefel), Cl (Chlor), Ar (Argon), K (Kalium), Ca (Calcium), Sc (Scandium), Ti (Titan), V (Vanadium), Cr (Chrom), Mn (Mangan), Fe (Eisen), Co (Cobalt), Ni (Nickel), Cu (Kupfer), Zn (Zink).

Die Reihenfolge entspricht der Ordnungszahl, die ja die Anzahl Protonen im Zellkern ist und der Elektronen in der Hülle … Wenn man das im Kopf hat, kann man ganz viel ableiten und das hilft bei den Prüfungsfragen. Ansonsten gehört das zu den (vielen) Dingen, die ich gelernt habe und heute kaum mehr brauche.