Ferienzeit und Vorausplanung – was ist das?

Ein bisschen fürchte ich mich vor Morgen, Samstag. Nachdem ich heute einige Leute hatte, die offensichtlich nicht in der Lage sind vorauszuplanen und rechtzeitig für die Medikation für die Ferien zu sorgen, erwarte ich, dass das morgen genau so weitergeht.

Nein, ich kann nichts dafür, wenn sie nicht in der Lage sind etwas vorauszudenken und ihre Medikamente für die nächsten … was? 3, 4, 6 Wochen? (Schön, dass sie so lange gehen können) nicht in der letzten Minute zu holen. Ja, manches muss ich bestellen – vor allem, wenn es sich um solche Mengen handelt. Metoject 8 Packungen?? Wow. Heute kann ich das noch – auf morgen früh. Morgen habe ich keine Mittagsbestellung, da geht es frühstens auf Montag.

Ja, ich weiss jetzt, dass sie morgen (oder am Sonntag) fliegen. Das haben sie mir gerade gesagt. Und wie lange wissen sie das schon? Sicher nicht erst seit gestern, oder?

Bitte, BITTE, BITTE sorgt rechtzeitig für eure Medikamente. Und lasst das nicht an mir ab, falls nicht.

Danke.

Ich werde gefallen

„Ich werde gefallen“ – das ist die eigentliche Übersetzung des lateinischen Wortes Placebo.

Bei den Placebos handelt es sich um Scheinmedikamente ohne Wirkstoff, oder auch Scheinanwendungen. Sie werden gebraucht, um die Wirksamkeit von Medikamenten in Studien zu testen – und manchmal werden sie auch von Ärzten im Rahmen einer Therapie eingesetzt. Denn zu sagen, sie seien ganz ohne Effekt und Wirkung wäre falsch. Wer an eine Wirkung glaubt, wird sie auch oft haben – man nennt das dann Placeboeffekt.

Eigentlich dachte ich, das komme in der Schweiz eher selten vor, dass Ärzte Placebo einsetzen. Als ich auf einem Rezept einmal „1 OP Placebo“ aufgeschrieben gesehen habe, musste ich es aus Deutschland kommen lassen.

Wie eine Umfrage bei 233 Haus- und Kinderärzten im Kanton Zürich zeigte, verzichteten nur 28 Prozent gänzlich auf den Einsatz von Placebos und Scheinbehandlungen. Von den übrigen Befragten verordneten 17 Prozent von Zeit zu Zeit reine Placebos wie Zuckertabletten oder Kochsalzlösungen. Unreine Placebos, das heisst Substanzen oder Verfahren, die eine nachgewiesene Wirkung – allerdings nicht gegen die zu behandelnde Erkrankung – haben, wurden von 57 Prozent der Ärzte eingesetzt. Hierzu gehörten vor allem Vitamininfusionen gegen Krebs oder Antibiotika gegen Virusinfektionen. Der Einsatz körperlicher und technischer Untersuchungen, die nicht unbedingt nötig gewesen wären, wurde besonders häufig genannt.

Die drei am häufigsten genannten Gründe für den Placebo-Einsatz sind:

  • «um einen therapeutischen Vorteil durch den Placeboeffekt zu erhalten» (69 Prozent),
  • «bei Patienten, deren Klagen und Untersuchungsergebnisse sich keiner bestimmten Erkrankung zuordnen lassen» (64 Prozent)
  • «um den Wünschen des Patienten zu entsprechen» (63 Prozent)

Quelle: Neue Zürcher Zeitung, Oktober 2009

Man sieht also, die Ärzte verwenden das Placebo genau nach dessen Namen. sie setzen es ein „um zu gefallen“ – und dem Patienten wird auch kaum gesagt, dass er da ein Mittel nimmt / eine Untersuchung bekommt, die vom wissenschaftlichen Standpunkt aus nichts nützt.

Vielleicht nützt es aber dann doch etwas: wenn der Patient nur daran glaubt, oder wenn er sieht, dass etwas gemacht wird.  Alles besser als nichts. Oder?

Dringend, wichtig, gleich …

Die Patientin ruft zum 10. Mal am Tag an, um zu fragen, ob der Arzt das dringende Rezept schon geschickt hat.
Das hat er nicht. Wir erklären ihr, dass wir sie sofort benachrichtigen, wenn es da ist.

Wir rufen dem Arzt an – und was sagt der?: „Ich dachte mir schon, dass sie sich noch melden, dann muss ich nicht die Faxnummer heraussuchen…“

Hrrumpf. Danach faxt er es endlich.

Wir machen alles bereit und rufen der Patientin an.

… und die sagt: „Ich komme dann morgen vorbei, es abholen.“

Hmmmm …. was war genau noch die Definition von dringend?

Medikamenteneinnahme: Vor, zum oder nach dem Essen?

Allgemein gültige Richtlinien, ob Medikamente am besten vor, nach oder zum Essen eingenommen werden sollen, gibt es nicht. Tatsache ist aber, dass die gleichzeitige Aufnahme von Speisen und Getränken für die Wirkung von Medikamenten eine wichtige Rolle spielt. Denn Nahrung beeinflusst nicht nur den Zeitpunkt des Wirkungseintritts, sondern auch die Menge und Verfügbarkeit des Wirkstoffs in der Blutbahn..

Der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme kann die Wirkung des Arzneimittels verlangsamen, beschleunigen, verstärken oder vermindern. Auch Nebenwirkungen können in bestimmten Fällen stärker oder schwächer auftreten. Wichtig ist, das Arzneimittel in regelmässigen Zeitabständen einzunehmen – nur so ist eine ausgeglichene Konzentration im Blut gewährleistet.

Auf den Beipackzetteln finden sich die Hinweise, wann die Medikamente eingenommen werden sollen.

„Einnahme vor dem Essen“ die Arznei sollte 60 bis 30 Minuten vor der Mahlzeit eingenommen werden.

„Einnahme während des Essens“ bedeutet, Einnahme innerhalb von fünf Minuten nach der Mahlzeit.

„Einnahme nach dem Essen“: zwischen Mahlzeit und Einnahme sollte ein Abstand von 30 bis 60 Minuten liegen.

„Einnahme nüchtern“: entweder 1 Stunde vor oder aber 2 Stunden nach dem Essen.

„unabhängig von einer Mahlzeit“: Die Kapseln, Tabletten oder Dragees müssen zu keinem festen Zeitpunkt eingenommen werden. Die Einnahme kann entweder nach dem Essen, zum Essen oder vor dem Essen erfolgen.

Medikamente sollten immer mit ausreichend Flüssigkeit, am besten reinem Wasser, eingenommen werden.

Warum man Medikamente nicht mit Grapefruitsaft, Milch, Kaffee oder Alkohol nehmen soll, sieht man, wenn man auf die Links klickt.

Übrigens: wer will, dass sein Schmerzmittel superschnell wirkt, sollte hier schauen, wie das geht.