Liebe Krankenkasse …

Liebe Krankenkasse, die ihre Kunden zwingt die Medikamente in der Apotheke selbst zu zahlen (Ihr wisst, wer Ihr seid!).

Ich finde euer Verhalten Euren (oft langjährigen) Kunden gegenüber unfair und noch übler finde ich, wenn ihr dem Kunden, der wirklich ein Problem damit bekommt, sagt: „Die Apotheke kann ihnen ja eine Rechnung dafür stellen.“

Das ist etwa so, als ob ich jemandem rate: „Lassen sie es doch im Lebensmittelgeschäft anschreiben.“

Vielleicht machen die das ja – aber wenn, ist das Risiko beim Lebenmittelgeschäft und die Entscheidung deshalb auch. Dasselbe gilt für uns. Wenn ich daran denke, wie oft ich bei den paar, wo wir das mache, dem Geld nachrennen muss, habe ich da gar keine Lust drauf.

Ihr habt (einseitig) den Vertrag mit den Apotheken gekündet und wir (Apotheken) sollen jetzt dafür gerade stehen?? Aber Bitte!

 

So, fertig geärgert. – aber wen’s interessiert, wie das auf Kunden/Patienten-seite aussehen kann, wenn die Versicherung nur noch selektiv Verträge mit Apotheken macht, der lese mal das hier: Oh weia, mein Mann tobt

Herpes simplex – nicht so simpel.

Eine junge Frau kommt in die Apotheke und verlangt: „Eine Tube Zovirax Creme!“

Als sie die 2 Gramm Tube sieht, verzieht sie das Gesicht und sagt: „Haben sie die nicht in grösser?“

Pharmama: „Nun, die grösseren, die 5 oder 10 Gramm Tube gibt es nur auf Rezept. Warum denken Sie, dass ihnen diese hier nicht reicht?“

Frau: „Ich will sie nicht für Fierberblasen sondern für meinen Genitalherpes.“

Ah.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich derartiges schon vermutet habe – nicht nur waren keine Fieberbläschen sichtbar, die Art wie sie durch die Apotheke zur Theke gelaufen ist – eher ein breitbeiniges Stockeln -waren eigentlich Hinweis genug.

Genitalherpes ist schmerzhaft – anscheinend speziell die ersten Male. Zovirax ist zwar zur Behandlung von Herpes – aber bei der Zovirax Lip steht ausdrücklich:

Zovirax Lip kann zur Anwendung auf Schleimhäuten, wie im Mund, am Auge oder an den Geschlechtsorganen nicht empfohlen werden, da es zu einer Irritation kommen kann.

– dabei glaube ich nicht mal, dass es einen grossen Unterschied in der Zusammensetzung gibt.

Nach einiger Diskussion habe ich ihr doch 2 der kleinen Tuben gegeben und ihr geraten sofort zum Frauenarzt oder in die Notfallsprechstunde des Frauenspitals zu gehen.

Apotheken in aller Welt, 79: Plymouth, England

Neuleser Bert hat sich die Mühe gemacht und aus alten Ferienfotos diese hier herausgesucht:

Eine Apotheke, die Du anscheinend noch nicht präsentiert hast, habe ich im Frühjahr 2008 in Plymouth besucht. Dort findet sich im Obergeschoss eines alten Fachwerkhauses, das als Museum über die Geschichte der Stadt informiert (Seefahrt/Handel, „Great War“ etc.), eine originale Apotheke („Park Pharmacy“), die nach Geschäftsaufgabe des Inhabers komplett gestiftet und dort eingerichtet wurde. Wie das in England üblich zu sein scheint, ist dort ein/e Freiwillige/r anzutreffen, der/die mehr als nur die Texte auf den Flugblättern weiss. Unsere Informantin erzählte, dass sie noch als Kind (in den fünfzigern) selber Kundin in der Apotheke war – für jemanden, der seine geringen Medikamenteneinkäufe in einem Laden Baujahr ca 2004 macht (aus der Praxis heraus, ich habe hier drei Neubau-Apotheken mit mässig sympathischem Personal und null Flair zur Auswahl) ist das Sammelsurium an Flaschen und Gedöns schon einschüchternd. Bis zum Ruhestand des vormaligen Inhabers hatte er es dort wohl auch zig Jahre ohne grössere Innovationen ausgehalten :-)

Ja, das ist schon speziell so eine historische Einrichtung, charmant irgendwie – aber für die heutige Gesetzgebung nicht mehr kompatibel. Leider.

Tolle Bilder jedenfalls! Danke für’s teilen!

2 Typen Menschen …

Seit wann darf man nicht mal ein bisschen krank sein?

Da war gestern einer hier, der gestern vom Arzt Antibiotika gegen seine Lungenentzündung verschrieben bekommen hat – und heute beklagt er sich, dass es immer noch nicht gut ist. Wenigstens nimmt er seine Medikamente – das finde ich nämlich speziell toll, wenn man fragt, ob es besser geht mit der Medikation und dann die Antwort ist: „Ach, ich habe sie nicht genommen.“
Humpf.
Jedenfalls habe ich dem Mann gesagt, dass so eine Lungenentzündung halt eine Weile dauert und er sich wohl noch eine Woche nicht wirklich gesund fühlen wird, es aber jeden Tag ein bisschen besser werden wird. Und dass es für ihn besser wäre, wenn er sich ein bisschen schonen könnte in der Zeit.

Das ist das eine Extrem, der „Ich kann/darf nicht krank sein -Typ“. Auf der anderen Seite haben wir die Leute, die das kleinste bisschen Unwohlsein ausnutzen, sich grad ein paar Wochen (!) krank und 100% Arbeitsunfähig schreiben zu lassen.

Es gibt noch einen Mittelweg! Oder?

Apotheken in aller Welt, 78: Mykonos, Griechenland

Und noch ein Bild von Leserin Andrea:

Die andere Apotheke habe ich 2009 auf Mykonos fotografiert. Auch hier mit mässigem Erfolg – geschlossen… Die könnte ich mir von innen sehr hübsch vorstellen! Damals wusste ich noch nichts von Deinem Interesse an fremden Apotheken, sonst hätte ich mir mit der Aufnahme mehr Mühe gegeben und nicht die Hälfte abgeschnitten…. :-p

Man muss sich natürlich die Umgebung dazudenken: lauter weissgetünchte Häuser unter strahlend blauem Himmel und Sonnenschein, auf einer Insel umgeben von türkisfarbigem Meer … Mykonos ist ja die Nachbarinsel von Tinos, wo wir letzten Sommer waren – ja, ich kann mir das gut vorstellen :-)

Interessant: die benutzen das klassische grüne Apothekenkreuz samt Schlange und Waage, das wir hier in der Schweiz haben (auf dem Bild das obere).

Potenzmittel ohne Rezept

Junger Mann kommt in die Apotheke und fragt: „Habt ihr Viagra?“
Pharmama: „Ja.“
Mann: „Ok, ich nehme welches.“
Pharmama: „Dafür brauchen sie aber ein Rezept.“
Mann: „Ookay …“
Ich denke, er läuft wieder raus, aber:
Mann: „Und was ist mit Cialis?“
Pharmama: „Das ist auch rezeptpflichtig.“
Mann: „Gibt es irgendetwas, das für das gleiche ist, das ich ohne Rezept kaufen kann?“
…
Ah, Nöö… ausser man nimmt das „Alpen-Viagra“ – Spagyrik-Spray aus dem Graubünden:

Das enthält Yohimbin, das als Aphrodisiakum verwendet wird (in der Schweiz gibt es übrigens sonst keine Produkte mit Yohimbin mehr im Handel) und ausserdem enthält der Spray Steinbockhorn als Spagyrische Essenz.

Innovativ, aber was ich über die Idee, da Steinbock-Horn reinzutun (auch wenn das nicht eine gefährdete Tierart ist) denke … das zensiere ich hier lieber. Sowas!