Erfolgreich durch eine Pille?

Hey! den kenn ich doch :-) der macht Werbung?

Die Übersetzung:

Was, wenn es eine Pille gäbe, die Sie reich und mächtig machte?
Was, wenn es einen Weg gäbe 100% Ihres Gehirns zu nutzen?
Das ist jetzt möglich – mit NZT!
Binnen einer Woche werden Sie bei einer Pille pro Tag stärker, schneller und klüger als Sie es je für möglich gehalten hätten!
Sie können eine neue Sprache lernen, die Wall-Street erobern, und werden sich an alles erinnern, was Sie je hören oder sehen werden!
Es gibt fast nichts, das NZT nicht lösen kann.

(beruhigende Frauenstimme) NZT kann folgende Nebenwirkungen verursachen: Psychosen, Amnesien, Sexgier, Hirnschäden, Koma. Mordlust und plötzlichen Tod.

Vorher war ich unmotiviert, uneinstellbar, undatebar! Ein Totalausfall! Dann habe ich NZT entdeckt und es veränderte mein Leben.

(Frauenstimme): NZT muss einmal pro Tag eingenommen werden. Unregelmässige Einnahme verursacht den Tod.
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Entfesseln Sie ihr Potential mit NZT!

Ummm … ehrlich?
Oh, das ist Werbung für den Film „Limitless“ (ohne Limit) der im April ins Kino kommt?!

Hoffentlich kommt niemand in die Apotheke und will diese Pille.

Apotheken in aller Welt, 91: Jerusalem, Israel

Von Sandra:

ich lese deinen Blog schon seit einiger Zeit sehr gerne. Und hab in meinem letzten Urlaub in Jerusalem auch daran gedacht mal zwei Apotheken abzulichten. Die erstere befindet sich mitten in der Altstadt von Jerusalem, genauer gesagt im Muslimischen Viertel, man kann dort auch T-Shirts und Teppiche kaufen. So wie fast in jedem Laden dort. Die zweite befindet sich in der Neustadt von Jerusalem, hier ist alles etwas sauberer ordentlicher und wirkt deutlich vertrauenserweckender.

Blutige Entlassung

Es kommt eine Frau in die Apotheke und fragt mich, ob ich sie verarzten könne. Da wir das tun, sagte ich: „Natürlich. Wo sind sie denn verletzt?“
Sie deutet auf ihren Unterbauch: „Ich hatte einen Kaiserschnitt. Dann ist es nicht gut verheilt, es gab ein Hämatom. Heute haben sie mir im Spital das Blut aus dem Hämatom rausgedrückt und mich verbunden …. Aber da stimmt etwas nicht. Ich kann spüren, wie mir das Blut die Beine runterläuft.“

Dem war auch so, wie ich mich kurz darauf in unserem Beratungsraum versichern konnte. Das Gazeplätzchen, das sie auf die ca. 13 cm lange Wunde aufgeklebt haben, hat sich gelöst.
Ich war etwas erstaunt den Schnitt zu sehen, denn er war praktisch vollständig offen. Keine Nähte, die die Wundränder zusammenhielten, ein klaffender Schnitt.
Ich flickte so gut es ging mit viel Steristrip und neuer Gaze und Mefix Pflaster zum Festhalten des Ganzen.

„Was haben sie denn im Spital gesagt?“ Frage ich
Frau: „Nicht so viel. Nachdem sie das Blut rausgedrückt haben, haben sie mich nach Hause geschickt. Aber ich kann fast nicht laufen.“

Ich habe mich versichert, dass sie zuhause jemanden hat, der ihr hilft, ihr geraten, die Wunde vom Arzt anschauen zu lassen und ihr dann ein Taxi gerufen.

Übel.

Übrigens: der Titel ist bewusst zweideutig
Eine vorzeitige Entlassung von Patienten aus dem Krankenhaus aus wirtschaftlichen Gründen wird von Kritikern als „Blutige Entlassung“ bezeichnet. Vorzeitige Entlassungen bergen neben den Risiken für die Patienten aber auch Kostenrisiken, z. B. wenn wegen der Erkrankung vermehrt ambulante Krankenbehandlung, häusliche Krankenpflege oder gar ein erneuter stationärer Krankenhausaufenthalt nötig werden.

Wenn demnächst in den Spitälern nur noch Fallpauschalen abgerechnet werden darf, erwarten manche vermehrt solche Fälle – Brrrr.

Alt und … nur alt: Irgapyrin

Noch ein Bild von Armin:

Irgapyrin? Noch nie gehört – das war vor meiner Zeit.

Das konnte ich darüber herausfinden: (die meisten Veröffentlichungen stammen von um 1950):

„Irgapyrin“: synthetisiert von Hans Stenzl, seit 1939 bei Geigy. Irgapyrin enthielt Amidopyrin und Phenylbutazon (Butasolidin) zu gleichen Teilen. Es war antiphlogistisch (entzündungshemmend), antipyretisch (fieberhemmend) und analgetisch (schmerzstillend) und wurde als Schmerz – und Rheumamittel gebraucht – Anfangs mit grossem Erfolg.

Nach einigen Jahren zeigten sich dann aber verschiedene Probleme, wie allergisch-toxische Reaktionen, zudem machte es Herzrhythmusveränderungen – ein Problem des Amidopyrins offenbar – mit diversen Todesfällen, vor allem, wenn es mit anderen Medikamenten kombiniert wurde. Ein weiteres Problem waren Blutbildveränderungen – schliesslich wurde das Medikament (zu Recht) um 1967 (?) vom Markt zurückgezogen.

Während Amidopyrin gar nicht mehr verwendet wird, gibt es das Phenylbutazon noch – zumindest in Deutschland. Es sollte aber nicht langfristig eingesetzt werden und nur als Alternative, falls andere Therapien nicht anschlagen.

Nachtrag vom 20.3.11: von nicoretta

Hallo liebe Pharmama!
Ich schicke dir hier  „Beweis-Fotos“, dass Irgapyrin länger im Handel gewesen sein muss, als du geschrieben hast (EXP: 12/87); leider kriege ich das Bild „von vorne“ einfach nicht scharf hin! :-(
Allerdings scheint es, dass die Zusammensetzung geändert hat: Es bestand zu gleichen Teilen aus Phenylbutazon (1,2-Diphenyl-3,5-dioxo-4-n-butyl-pyrazolidin steht in der Packungsbeilage!!) und Propyphenazon (1-Phenyl-2,3-dimethyl-4-isopropyl-5-pyrazolon!!). Die Richtlinien bezüglich Packungsbeilage haben sich offenbar seit damals auch deutlich geändert… :-D

Aha, dann hat es also den Namen behalten aber die Zusammensetzung geändert. Da gibt es auch neuere Beispiele, z.B. das Saridon bei uns, das nur noch Ibuprofen enthält … oder das Tonopan, mit (neu) Diclofenac.

Es wird Frühling

Gestern kam ein junger Engländer in die Apotheke. Warum ich weiss, dass das ein Engländer war, noch bevor ich ihn reden hörte – herziges Deutsch übrigens ?
… Na ja, er hatte kurze Hosen an und Sandalen.
Brrrrr. Dabei ist es erst gerade ein paar Grade wärmer geworden.

Das ist mir schon ein paarmal bei den Engländern aufgefallen. Sind das alles „harte Kerle“, Optimisten – oder sind sie viel schlechteres/kälteres Wetter gewöhnt??

Ächt jetzt?

Ich musste einer Kundin zeigen, wie man den Applikator der Vaginalcreme benutzt/füllt – und sie flippt aus, weil ich ihn mit den Fingern angefasst habe.

Ja, schön. Sie wollten, dass ich ihnen zeige wie – und es gibt sowieso nur einen Applikator für die ganze Tube, also müssen sie ihn nach Gebrauch jeweils waschen. Jetzt waschen sie ihn vor dem ersten Gebrauch einfach auch noch, dann ist alles wieder gut.

Hmmmpf. Ächt jetzt!