Schokolade für Japan

Nein, nicht ganz, aber fast (und ich habe Eure Aufmerksamkeit, ja?)

Die Seite my swiss-chocolate.ch hat angesichts der Japan Katastrophe eine Aktion gestartet. Als Blogger darf man – wenn nominiert 10 Gutscheine für 1 ihrer selbst zusammenstellbaren Schokoladen weiterverschenken.

Für jeden beschenkten Blog*, spenden wir 2.00 CHF – mindestens aber 1′000 CHF.  Bei 1‘000 Blogs sind dies also bspw. schon 2‘000 CHF – die maximale Spenden-Grenze wäre 10‘000 CHF. Zusätzlich erhält nachher jeder Beschenkte Blog* per Mail den Gutschein für 1 gratis Tafel inklusive Versandkosten selbstverständlich auch tatsächlich zugesendet. Die Geld-Spende geht an die nationale Glückskette die derzeit für Japan Spenden sammelt.

Na, das ist doch was.

Ich durfte so einen Gutschein bekommen (Danke vielmals hierher!) und darf sie jetzt an 10 Blogger weitergeben:

…  Der Monsterdoc macht gerade Internetpause, sonst hätte ich ihn nominiert.

Ich hätte ja noch viel mehr, denen ich auch gerne so einen Gutschein zukommen lassen würde, aber wenn das so weitergeht, bekommen sie den hoffentlich auch noch.

Na … verkaufen und so.

3 Schüler kommen zu uns in die Drogerie und fragen, ob sie bei uns eine Schnupperlehre machen können.

Drogistin: „Ah, und für welchen Beruf würdet ihr denn gerne hier schnuppern?“

Schüler: „Was haben sie denn?“

Drogistin: „…..“ (überlegt)

Drogistin: „Und was denkt ihr, macht ihr hier, wenn ihr hier schnuppert?“

Schüler zeigt auf den jüngsten Lehrling:  „Na, das was sie macht!“

Drogistin: „Und das wäre?“

Schüler: „Na, verkaufen und so.“

Drogistin: „Ich glaube das wird so nichts. Geht Euch erst mal informieren, was man in einer Drogerie oder Apotheke so macht und wenn Ihr dann noch Interesse habt, dann kommt Ihr wieder.“

Das ist nicht das erste Mal, dass wir derartiges hatten. Unmotivierte Schüler die keine Ahnung haben, was man in dem betreffenden Geschäft so macht – nicht einmal ansatzweise. Ich glaube, die müssen eine bestimmte Anzahl Schnupperlehren vorzeigen können … und dann nehmen sie einfach irgendetwas. Das bringt ihnen nichts und für uns als Geschäft ist das eine ziemliche Belastung. Wir machen Schnupperlehren und wir bilden auch aus – aber diejenigen, die Interesse zeigen.

Sorry für den Rest.

Und was das Verkaufen angeht – das machen wir natürlich auch, allerdings lassen wir die Lehrlinge erst auf die Kunden los, wenn sie schon ein bisschen was gelernt haben in der Schule und und bei uns – und am Anfang unter Aufsicht, erst mit der Zeit selbständig. Bei uns geht es um die Gesundheit – und dann um’s verkaufen.

Apotheken in aller Welt, 93: Meknes, Marokko

Maria schickt uns von ihrer Marokko Reise einige Apotheken – die ich häppchenweise bringen werde.

im Februar durfte ich Marokko bereisen – und hab natürlich für Dich Apotheken geknipst.
Einiges an Überraschungen ist dabei.
Die erste Apotheke fand ich in Meknes in der Nähe des Königspalastes.

Hehe … Den Apotheker hast Du aber gut erwischt :-)

 

Heute Haar, morgen fort

Wir hatten es doch letzthin von den Nebenwirkungen und da ist mir das wieder eingefallen:

Eine Frau mittleren Alters kommt in die Apotheke und beklagt sich, dass ihr die Haare ausfallen – und zwar ziemlich seit ein paar Wochen.

Natürlich fragt man nach, weil man versucht eine Ursache zu finden. Es handelte sich nicht um genetisch bedingten Haarausfall (ja, der tritt leider auch bei Frauen auf, dann hauptsächlich am Scheitel) sondern um diffusen.

Ob sie vor ein paar Monaten krank war? – Nein.
Ob sie vor ein paar Monaten angefangen hat irgendwelche Medikamente zu nehmen? – Ja. Ihr Hausarzt hat sie vor etwa 2 Monaten auf Cholesterin-Tabletten gesetzt: Simvastin.

Ich schaue in die Packungsbeilage und sieh da! Unter den Nebenwirkungen steht auch „selten: Haarausfall.“
Selten bedeutet, dass 1 von 1000 bis 1 von 10’000 Leuten betroffen sind.
Ich habe mich vergewissert, dass sie das Simvastin nicht nimmt, weil sie mal einen Herzanfall hatte und ihr dann geraten es zu stoppen und mit ihrem Arzt Kontakt aufzunehmen.

Ein paar Wochen später kam sie und erzählte, dass er das Simvastin jetzt auf Sortis gewechselt hat und dass ihr Haar nicht mehr ausfällt.

Erfolg!

Es ist wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass nur weil etwas „selten“ ist, das nicht heisst, dass es gar nicht auftritt.

 

Das bedeutet in den Beipackzetteln die Angaben zu den Nebenwirkungen:

Sehr häufig: Unerwünschte Wirkungen bei mehr als 10 von 100 Patienten.
Häufig: Unerwünschte Wirkungen bei 1 bis 10 von 100 Patienten.
Gelegentlich: Unerwünschte Wirkungen bei 1 bis 10 von 1000 Patienten._-
Selten: Unerwünschte Wirkungen betreffen einen von 1000 bis 10 000 Patienten
Sehr selten: Unerwünschte Wirkungen treten nur bei weniger als einem von 10 000 Menschen auf.

Alt und neu (?): Vindex

Von Leserin und Kommentatorin Nicoretta:

Vindex-Kompressen von Flawa. Die Beschreibung auf der Hinterseite erklärt das Produkt so: „VINDEX desinfiziert, verhütet Entzündungen und Eiterung, lindert Schmerzen, fördert die Überhäutung und klebt nie auf der Wunde. Brand-, Schnitt-, Schürf- und Quetschwunden: VINDEX-Kompresse mit Gazebinde oder Pflaster festmachen. 1-2mal täglich erneuern. Sonnenbrand, Gfrörni: VINDEX-Salbe in Tuben.“ (Das Wort Gfrörni ist so härzig…)
Laut flawa.ch wurde VINDEX 1919 entwickelt; die Dose muss also aus den frühen 50er-Jahren sein… („…seit 30 Jahren bewährte Marke VINDEX…“) Besonders interessant finde ich den „pfeilartigen“ Streifen zwischen rot und schwarz: es ist eine Goldfarbe, die sich fast wie Sandpapier anfühlt… Meine Mutter kann sich noch an die Dose errinnern; ihre Lehre machte sie in den späten 50ern…

Ah, an Vindex erinnere ich mich, die gab es noch im hellblauen Metalldöschen, als ich angefangen habe zu arbeiten – und selbst heute fragen noch gelegentlich ältere Personen danach.

Überraschung: Vindex gibt es anscheinend noch, ist allerdings nur über das Internet zu erhalten. (Update 2014: nicht mal das mehr)

Es wurde ursprünglich aus dem Handel gezogen, weil die Salbegetränkten Gazeplätzchen in der Metalldose einfach zwischen Pergamentpapier aufbewahrt wurden – was nicht den heutigen Hygienevorschriften entspricht. Heute sind sie einzelverpackt und im Karton. Was es allerdings bringt ein Produkt, das vor allem von älteren Personen verlangt wird nur noch über’s Internet zu vertreiben (und nicht einmal mehr im Galdat Stamm zu haben, den die Apotheken und Drogerien konsultieren) sei mal dahingestellt. (und wir sehen’s jetzt 2014:  bringt gar nichts).

Zur Beachtung: Nicoretta hat mir auch ein neueres Bild von Irgapyrin geschickt – das es in veränderter Zusammensetzung auch noch länger gab. Siehe Post hier.

Es ist nicht Paranoia wenn …

… *Sie* wirklich hinter dir her sind.

Letzthin und ohne weiteres Vorgespräch nach Abschluss des Einkaufs:

Shizophrene Kundin: „Ich kann ja auch nichts dafür, dass ich eine Prophetin bin!“
Wir: „….“
Kundin: „Tschüss, Schwestern!“
Abgang

Ich mache in der Apotheke fast ständig Beobachtungen und dementsprechend Annahmen über Patienten und Kunden –das liegt in der Natur des Jobs. Aber das bedeutet nicht, dass ich sie auch deswegen verurteile. Wenn ich weiss, jemand nimmt Antipsychotika, heisst das nicht, dass ich *automatisch* denke, die Person ist verrückt.