Abführmittel-Abhängigkeit

Liebe Bisacodyl-abhängige Kundin,

ich weiss, es bringt nicht viel, wenn ich jedes Mal, wenn ich eine Packung Dulcolax, Prontolax, Softalax (oder verwandte) verkaufe sage: „Die sind nur für den kurzfristigen Gebrauch gedacht, 1 bis maximal 2 Tabletten abends.“

– so wie sie aussehen vermute ich, dass Sie wahrscheinlich von Apotheke zu Apotheke gehen und Packungen sammeln, weil sie davon abhängig sind.

Aber vielleicht, vielleicht, bringt das doch die eine oder andere dazu über den Konsum nachzudenken und zumindest nicht zu steigern, oder sogar abzubauen.

Ich würde gerne manchmal noch mehr sagen, aber das kann ich oft nicht. Hier dagegen schon:

Leute, überlegt euch das gut mir dem Dulcolax, Prontolax, Softalax und ähnlichen! Das sind keine Mittel um das Gewicht zu halten! Es soll wirklich nicht ständig genommen werden – und ganz sicher soll man davon absehen, ständig die Dosis zu steigern.

In einer Weiterbildung letzthin habe ich von einer gehört, die 90 Tabletten täglich davon nahm. Sie landete dann in einer Klinik, weil sie nicht selbst davon loskam – und: der Entzug von dem schmerzt! Das gibt fast nicht stoppbare Krämpfe und Bauchschmerzen. Don’t do it! Baut ab, langsam aber sicher. Nehmt stattdessen Transipeg hochdosiert, bis ihr runterkommt. Nehmt das nicht ständig! Wir helfen auch gerne, wenn sie das abbauen möchten mit Ersatz und Rat.

Ich bin ja froh, dass es wenigstens die 200er Packungen nicht mehr freiverkäuflich gibt, nur noch die 30er.

Und ja: wenn sie in der Apotheke schon fragen, ob das Prontolax immer noch nicht lieferbar ist … dann weiss ich, dass sie auch zu den Laxantien-Abhängigen gehören :-(

Wie man’s macht …

Es gibt immer Leute, die mit Bemerkungen wie „Apothekerpreise“ kommen oder manches zu teuer finden. Und dann macht man mal eine Aktion, z.B. – wie in dem Fall für Vitamine und dann kommt das:

Kundin: „Warum sind die Vitamine so günstig?“

Drogistin: „Wir haben eine Aktion auf alle dieser Marke.“

Kundin: „Also … was ist mit ihnen passiert?“

Drogistin: „Passiert? Denken sie, wir würden hier etwas verkaufen, das schlecht geworden ist?“

Kundin: „Nun, da ist keine Erklärung drauf, warum sie so billig sind.“

…

… Sie haben recht, ich habe sie ins Lavabo fallen lassen und gedacht, dann kann ich ja nicht den vollen Preis verlangen … Ehrlich. Was denken manche Leute?

 

Apotheken (?) in aller Welt: Fes, Marrakech, Marokko

Noch der letzte Beitrag von Marias Marokko-Reise

In Fes erhielten wir eine Apotheken-Führung im Souk.
Ich fühlte mich eher wie in einer Drogerie, weil er uns verschiedene Düfte zeigte: Moschus, Rosenöl, Amber. Und Cremen, Räucherwerk usw.
Ich sah mich etwas in seiner Apotheke um. Fotografierte ohne Blitz. Erstaunlich, was er so alles hat. Von Schildkrötenpanzer über Fuchsfelle, Schlangenhäute bis zu Kräutern.

Ich denke, dass das so etwas wie ein „Marketing-Gag“ war. Anscheinend preisen sie die die Läden schon so an – speziell auf Touren, jedenfalls finden sich noch einige Bilder im Netz von diesen „Apotheken“ – aber logischerweise hauptsächlich von Touristen. Ob das wirklich eine ist?

 

die letzte Apotheke ist die im Souk von Marrakech.
Wiederum erinnerte sie mich eher an eine Drogerie. Der Apotheker freute sich darüber, fotografiert zu werden.
Er stellte uns wiederum traditionelle Gewürze aus Marokko vor, Kräutertees und Duftstoffe.
Da ich mir eine Hautallergie aufgefangen habe, fragte ich nach, ob er was habe.
Als ich die Rechnung sah, fiel ich fast aus allen Wolken: für zwei Päckchen Tee, eine Salbe, ein Gewürz bezahlte ich 45 Euro. Konnte den Kauf rückgängig machen (hab ja keine Ahnung über die Inhaltsstoffe).

Eine Besonderheit bot diese Apotheke trotzdem: eine Rücken- und Nackenmassage um 30 Dirhan (sind ca. 3 Euro). MitarbeiterInnen massierten uns an die 5 Minuten. War recht angenehm. Der Rücken war nach 6 Tage Wüstenwanderung doch ziemlich verspannt.

Der Laden sieht ja einiges aufgeräumter aus als der in Fes … allerdings glaube ich auch hier nicht, dass es sich wirklich um eine Apotheke handelt. Eher ist das eine Herboristeria – also ein Tee- Gewürz und Kräuterladen. Klar kann man die auch als Medizin anwenden, aber für eine Apotheke hat es doch bemerkenswert wenig (=keine) Medikamente hier.

Scherzanruf

– jedenfalls nehme ich an, dass das nicht ernst gemeint war.

Frau am Telefon „Haben sie irgendwelche Pillen, die machen, dass mein Freund nicht mehr so hässlich ist?“

….  Ich habe gehört Alkohol soll da helfen.

 

 

Das Arbeitszeugnis – Dilemma

Ich befinde mich in der angenehmen Lage, dass ich bisher noch nicht so viele Arbeitszeugnisse habe ausstellen müssen. Es gehört auch wirklich nicht zu meinen Lieblingsaufgaben.
Ich finde es noch schwierig. Arbeitszeugnisse sollen „wohlwollend und wahr“ geschrieben werden – ihr Sinn ist es ja, dem Arbeitnehmer den Start an einer neuen Stelle zu ermöglichen – auf der anderen Seite sind sie aber auch für den Arbeitgeber wichtig, der die Qualifikation des Bewerbers abschätzen muss. Kein Problem bei einem guten Mitarbeiter, aber …
Manchmal stösst man da wirklich auf Probleme.

So soll das Arbeitszeugnis laut Gesetz sein:

  • Das Arbeitszeugnis muss wahr sein.
  • Das Arbeitszeugnis muss wohlwollend formuliert und charakteristisch sein.
  • Das Arbeitszeugnis muss klar abgefasst sein.
  • Das Arbeitszeugnis muss vollständig sein.

Heute sind ja sogenannte „verschlüsselte“ Zeugnisse eher nicht mehr „in“ respektive nicht mehr erlaubt– mal abgesehen davon, dass auch der Arbeitnehmer (dank Internet) eine Ahnung hat, was die Verschlüsselung bedeutet.

Was aber schreibe ich in solchen Fällen?:

Wenn die Angestellte betrunken zur Arbeit erschien? Früher gab es da irgendeinen Satz von wegen ...“Durch ihre Geselligkeit trug sie zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“. Heute muss man das ausdeutschen: … nur wie?

Wenn die Angestellte den Laden beklaut hat? Das Arbeitszeugnis hat vollständig zu sein. Strafrechtliche Verfehlungen müssten also auch erwähnt werden. Ansonsten kann eventuell sogar der vorherige Arbeitgeber zu Schadenersatz verklagt werden, wenn der Mitarbeiter dort gleich weitermacht. Kann man das überhaupt wohlwollend formulieren? Früher umschrieb man das mal so: „… hat in ihrem wie auch im Interesse der Firma gearbeitet“

Wenn die Angestellte unglaublich faul war?

Wenn sie den Kunden gegenüber ein enorm unfreundliches Verhalten an den Tag legte?

Wenn sie oft krank war? Früher gab es da die Schlussformel: „Wir wünschen ihm alles Gute und vor allem Gesundheit“ …

Ich weiss, in manch anderen Ländern ist das Arbeitszeugnis nicht mehr notwendig und kaum mehr gebraucht, aber bei uns ist das halt üblich und der Arbeitnehmer hat ein Recht auf sein Zeugnis.

Also Frage an Euch: Wie formuliert man das am besten?

Und immer dran denken: Wahrheit • Wohlwollen • Klarheit • Vollständigkeit

Naaaa?