Apotheken in aller Welt, 131: Mellieha, Malta

Von dergruenepunkt

Zu den Apotheken in Malta lässt sich nur sagen: sehr urig. Wie in vielen Apo’s ausländischer Herkunft auch schon gesehen, herrscht (scheinbar) das pure Chaos. Viel Kosmetik lässt wenig Platz für Medikamente, die teilweise ungeordnet in irgendeinem Regal liegen. Es waren aber auch eher deutsch anmutende (z.B. Mellieha Pharmacy) Apotheken dabei, die ein normales Freiwahlsortiment und die übliche Schaufensterwerbung hatten.

Ja – das sieht ähnlich aus, wie bei uns – die „urigen“ kommen dann noch :-)

Spannend finde ich aber die „Verkabelung“ aussen. Noch nicht so schlimm wie in Thailand, aber … spannend. In Malta war ich auch schon – eine sehr hübsche Insel – und die steinzeitlichen Tempelanlagen gefallen mir sowieso.

die Nachschmeisspille

Gastbeitrag von Ingrid aus Deutschland:

Letzter Nachtdienst, kurz vor Mitternacht, ein junger Mann verlangte „eine Nachschmeißpille.“

Auf meine Frage (ich ahnte aber schon etwas), was das denn sein sollte, antwortete er :
„So für Frauen, das ist doch so mit 48 Stunden.“

Er ging dann grummelig weg, nachdem ich ihm erklärt hatte, daß es ‚die Pille danach‘ nur auf Rezept gibt.

Au toll. Wie locker.

Bei uns in der Schweiz gäbe es sie zwar auch ohne Rezept in der Apotheke, aber er hätte sie trotzdem nicht bekommen – da muss die Freundin selbst antraben. Dafür hätte es noch ein bisschen Zeit – bis maximal 72 Stunden.

Vitamin B gegen Mückenstiche

Passend zur Sommerzeit. Pharmama zu einem Kunden letztens:

„Nein, wenn Sie mich fragen – ich kann ihnen das Vitamin B gegen Mückenstiche nicht empfehlen. Natürlich dürfen sie das gerne kaufen – schaden tut es ihnen nicht, nur … nutzen auch nicht.“

Es erstaunt mich, dass es immer noch Leute gibt, die Vitamin B1 (oder auch die anderen B-Vitamine) gegen Mückenstiche empfehlen. Die Theorie ist ja noch nett: es soll machen, dass wir nicht mehr so toll riechen für die Blutsauger. Das Problem ist nur, dass das nie bewiesen wurde – im Gegenteil – die meisten ernsthaften Untersuchungen zeigen überhaupt keinen Effekt.

Erstaunlicher finde ich darum, dass es Empfehlungen / Tipps geben soll, die von Vitamin B1 Spritzen in die Haut reden – speziell in die Gesichtshaut unter der Nase und hinter den Ohren  –  als Depotwirkung. Und dass damit die Kinder nicht so zerstochen werden. „Mückenimpfung“ nennen das dann manche.

Ehrlich? Mückenstiche sind schlimmer als Spritzen alle paar Wochen???

Mücke beim Aussaugen
Image by Necromundo via Flickr

 

Was hilft gegen Mücken:

  • Repellentien verwenden: mit DEET, Bayrepel (Icaridin), und EBAAP, ev. auch mit ätherischen Ölen wie Zitronellöl oder Zitroneneukalyptus  (dann aber Achtung wegen Allergien und die machen die Haut sonnenempfindlich) – bei Kindern: nicht im Gesicht und an den Händen. Ev. auch nur auf die Kleidung sprühen.
  • vor allem in der Dämmerung – wenn die meisten Mücken stechen – lange, leichte (helle) Kleidung tragen.
  • Apropos Kleidung: die kann man vorher schon imprägnieren mit Insektenabwehrmittel – dafür eignet sich z.B. der Mottenspray von Gesal – das hält dann auch bis zu ein paar Wochen – oder bis man sie wäscht.
  • Für draussen gibt es so Räucherdinger zum aufstellen, für drinnen Stecker für die Steckdose.
  • … und am besten ist es, wenn man einen Freund oder Familienmitglied hat, das als Mückenmagnet funktioniert und alle Stiche abbekommt. Sorry Kuschelbär – aber … ich bin dankbar.

Top Suchanfrage im Moment

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Was denn? Dringend? Heute Nachmittag noch? – (Es ist Samstag, richtig?)

Ich bin sicher, der Arzt weiss, wie man ein Ritalin-Rezept richtig ausstellt – und die Apothekerin, wie ein richtiges Rezept dafür aussieht :-)

Ihr fragt, ich antworte

Von Birgit:

Wie bist du zur Pharmazie gekommen? Traumberuf schon als Kind oder Familientradition?

Meine Mutter ist Drogistin und als ich mich zu Gymnasium-Zeiten umgeschaut habe, was es denn so alles gibt, war ich da natürlich in Richtung Gesundheitswesen vorbelastet. Sie arbeitete in einer Apotheke und dort konnte ich einen Tag lang Schnuppern und die Apothekerin hat mir gezeigt, was sie so alles machen. Sie hat sich enorm Mühe gegeben mit mir – Ich durfte eine Salbe selbst herstellen und verschiedene Anwendungsformen anschauen (Ampullen, Zäpfchen …). Ich habe gesehen, wie sie die Leute mit Gesundheitsproblemen beraten und da – war es passiert. Ich wusste, das wäre etwas für mich: abwechslungsreich und ich kann den Leuten helfen, dazu ein paar Sachen selber machen (Handwerk! – da sieht man gleich ein Ergebnis) und dann hab ich ein grosses Interesse am Mensch. Dazu kommt, dass man als Apothekerin (auch als angestellte) sehr selbständig arbeitet. Ich habe mich sonst noch umgeschaut, aber nichts „passenderes“ für mich gefunden.

Von Kathrin: / und Liz

Welche Hobbies hast du neben dem Bloggen, und was wäre dein 2. Berufswunsch gewesen, wenn’s mit der Pharmazie nicht geklappt hätte?

Berufswunsch … Wenn ich nicht Apothekerin geworden wäre, dann wohl Grafikerin – das habe ich mir damals auch intensiv angeschaut, aber für das hätte ich nicht zwingend die Matur machen müssen. Ausserdem … dachte ich, dass Apothekerin mehr Geld bringt. Das ist … vielleicht nicht mal unbedingt so, wer weiss.

Hobbies: Malen (siehe oben), Fotografieren, Computer (plus die Kombination: ich mache gerne Fotobücher etc…), lange Zeit war ich auch in der Feuerwehr aktiv. Ausserdem: Reisen! Ich sehe gerne andere Länder, Landschaften, Leute, exotische Tiere in ihrer natürlichen Umgebung – und ich liebe tropische Temperaturen.

Vom zwerg:

Wir sehen hier so viele Apotheken, wie sieht eigentlich deine Apotheke aus? Ich stell mir das immer sehr groß vor, weil da ja noch ne ganze Drogerie reinpassen soll, zumindest gibt es bei dir anscheinend Produkte, die ich niemals in einer Apotheke suchen würde, z. B. Haarfärbemittel oder Parfüm.
Vielleicht kannst du auch statt einem Foto eine Zeichnung oder so einstellen, wenn das sonst zu sehr wiedererkennbar ist.

Ich kann ja mal mit Worten ein Bild malen :-)

Von aussen ist meine Apotheke leider absolut nicht bemerkenswert – darum werdet ihr sie auch kaum auf einem Bild hier zufällig wieder finden. Innen: wir sind ja eine Apotheke und Drogerie. Beim Eingang auf der einen Seite die Kosmetika- und Parfümabteilung, auf der anderen Seite Reform, Tees und Alternativmedizin, in der Mitte ein paar niedrige Regale mit Körperpflege, Haarpflege ganz hinten die Apotheke mit Schubladen – gleich daneben ein Gang nach Hinten, wo Büro, Labor, Lager und Personalraum ist.

Und Isa will wissen:

Wie schaffst du es, täglich (mehrmals) zu bloggen, wo du doch eine intakte Beziehung, ein junges Kind, und einen (Vollzeit?)-job hast? Wann schläfst du, kochst und putzt du selbst? Oder nimmt die Familie viel ab? Manchmal ist mir das ein Rätsel, wie du das alles schaffst.

Kleines Geheimnis: ich schreibe vor. Dank WordPress kann ich die Veröffentlichungen timen. Das heisst … ich schreibe tatsächlich nicht täglich (ich hoffe, ihr seid jetzt nicht enttäuscht).

Ich arbeite auch nicht 100% sondern etwas weniger. Gute Mitarbeiter sind da sehr viel wert, die halten die Stellung, wenn ich nicht in der Apotheke bin – so gut, wie wenn ich da wäre. Mein Mann nimmt mir im Haushalt viel Arbeit ab (ja, der kann auch kochen, abwaschen, Wäsche machen und besser bügeln als ich). Und gelegentlich hilft auch die Oma und Opa mit Junior. Es ist alles eine Sache der Organisation. Dafür … sieht es bei mir zuhause alles andere als perfekt aus (leider).

Mia fragt:

Eine gänzlich unpharmazeutische Frage, aber nachdem du mal zu der Geburt deines Juniors geschrieben hast: Willst du noch weitere Kinder?
Und:
Was bedeutet das Bloggen genau für dich?

Wollen: eigentlich ja … können: nein. Das können wir uns Zeitmässig nicht leisten – und ich will nicht dass mein Kind zu kurz kommt, weil ich ihm nicht die nötige Zeit geben kann.

 

Ich weiss, ich habe noch nicht alle Fragen beantwortet – die restlichen bekommen aber auch noch eine Antwort.

Alt und Neu: Mediolax (D)

Ein Gastbeitrag von Susanne (aus Deutschland):

gestern gab eine Kundin Mediolax im Röhrchen zurück. Ich kenne das so nicht mehr, weiß also nicht wie alt es ist. Die Kollegin schätzte etwa 20 Jahre, es stand auch kein Verfall darauf. Die Zusammensetzung ist allerdings noch deutlich anders (s. 2. Foto). Auch hier wieder ein deutliches Beispiel für „pflanzlich ist nicht automatisch milder“…
Ich musste direkt an dich denken und hielt den Vergleich mit dem Original mal schnell fest.

Demnach ist im neuen Mediolax einfach nur noch Bisacodyl drin? Und das alte war eine nette Mischung ziemlich potenter pflanzlicher Abführstoffe. Super.