Eine super-kurze Geschichte der Medizin

dargestellt vom the angriest Pharmacist :  super-simplifiziert, provokativ – aber … hat was.

Von mir übersetzt und (leicht) adaptiert:

2000 v. Chr. „Hier, iss diese Wurzel“

1000 v. Chr. „Dieses Wurzelfressen ist heidnisch. Sag lieber dieses Gebet!“

20 n. Chr. „Beten ist gut, aber Du musst es in meinem Namen tun um zu unserem Vater durchzukommen!“

1850 „Dieses Beten ist doch nur abergläubischer Unsinn. Hier, nimm diesen Trank.“

1940 „Dieser Trank ist doch Quacksalberei, hier, schluck diese Pille.“

1950 „Diese Pille ist unwirksam, nimm dieses Antibiotikum 4 x täglich.“

1970 „Bakterien sind doch gar nicht so ein Problem, Viren sind unser Feind Nummer 1! Lass Dich impfen, aber … besser Du nimmst auch unsere Tabletten!“

1990 „Tabletten 4 x täglich? Wie rückständig. Nimm diese hier: 1x täglich.“

1999 „Die Kosten für diese Einmal-täglich-Tablette sind exorbitant – Hier, nimm besser dieses günstige Generikum, das ist dasselbe“

2000 „Diese generische Einmal-täglich Tablette ist nicht mehr gut genug. Unsere neue XR-Tablette ist jetzt Standard-Therapie. Und man muss sie nur einmal täglich nehmen!“

2000 „Dieses XR Antibiotikum macht alle Bakterien in deinem Darm kaputt – hier, nimm diese Bakterien-Kapseln 4 x täglich.“

2001 „Diese Impfungen funktionieren zwar … aber unsere Daten zeigen, dass sie definitiv Autismus und anderes hässliches verursachen.“

2001 „Nein, machen sie nicht. Die Daten wurden verfälscht.“

2003 „Bakterien sind jetzt resistent gegen dieses Einmal-täglich Antibiotikum, wir sind am Arsch.“

2011 „Oh, ja – wir haben ja ein Immunsystem. Darum funktionieren die Impfungen ja auch. Trinken wir doch einfach das Hahnenwasser und sind still.“

Da ist alles drin: Pflanzentherapie – Schamanismus – Religion – Pharmakologie – Antibiotika – Impfungen – Galenik – Generika – Patentrechte – Probiotika – Impfstreit – Resistenzentwicklung – …

Im Kasperlitheater

Letzthin war ich mit Junior im Kasperlitheater.

Das war toll – die Kinder sitzen alle zusammen vorne, die Eltern hinten.

Während der Vorstellung werden die Kinder mit einbezogen. Wirklich empfehlenswert!

In der gezeigten Geschichte geht Kasper in den Märchenwald, wo er auf das Rotkäppchen und den bösen Wolf trifft. Das Rotkäppchen hat dem Wolf gerade erzählt, dass sie unterwegs ist zur kranken Grossmutter, die alleine lebt.

Nachdem er den Kindern erklärt hat, dass man nicht mit Fremden sprechen darf, fragt Kasper die Kleinen, was der böse Wolf denn jetzt vorhat.

Viele Kinder durcheinander: „Die Grossmutter fressen!“

und dann … ein Kind alleine: „… und das Rotkäppchen zum Dessert!

Waaah! Ich musste mich vom Boden wieder hochrappeln, so habe ich gelacht – ist Kindermund nicht was schönes? 

Bodybuilder und Arzneimittel

In der Bodybuilder-Szene ist der Einsatz von Medikamenten schon lange Normalzustand – wie man vielleicht auch in diesem Post hier lesen konnte. Durch einschlägige Literatur und Internetrecherche wird der „selbständige“ Gebrauch von Arzneimitteln gefördert. Aber es sind bei weitem nicht nur Wachstumshormone oder anabole Steroide. In dem Post heute findet ihr weitere verwendete Mittel –

vorher aber noch eine kleine Anmerkung: auch wenn ich immer wieder höre, wie „stolz“ die Anwender auf ihr „weites Wissen“ in Bezug auf die Wirkungsweise und Anwendung von den betreffenden Medikamenten sind … sollte es nicht zu denken geben, dass diejenigen, die als die wahren Experten in der Anwendung der Medikamente gelten – ja, ich rede hier von den Apothekern – nicht einfach Medikamente einwerfen oder empfehlen wenn sie nicht notwendig sind? So viel wie nötig, so wenig wie möglich. – Alle Medikamente haben Nebenwirkungen und vor dem Einsatz liegt nicht grundlos immer eine Nutzen-Risiko Abwägung durch Arzt oder Apotheker …

Anastrozol (Arimidex), Aromasin (Exemestan),  Letrozol (Femara) – Aromatasehemmer:
Eigentlich zur Behandlung des Brustkrebses bei Frauen nach der Menopause. Manche Krebse brauchen das Hormon Östrogen zum Wachstum, also versucht man das zu entziehen. Aromatasehemmer hemmen ein Enzym, das Androgen in Östrogen umbaut. Manche Athleten benutzen diesen Wirkstoff jedoch missbräuchlich, um eine Umwandlung der verwendeten Steroide zu verhindern und so östrogenbedingte „Nebenwirkungen“, wie z.B. erhöhte Fett- und Wasserspeicherung zu verhindern.

Clomifen (Clomid / Serophene) : zur Behandlung fehlenden Eisprungs bei Frauen mit Kinderwunsch. Es bewirkt im Hypothalamus eine vermehrte Ausschüttung von GnRH, dem Gonadotropin Freisetzungshormon. Bei Frauen führt das zu einem Anstieg von folikelstimulierenden Hormon (FSH) und luteinisierendem Hormon (LH).
Beim Mann bewirkt die vermehrte GnRH Ausschüttung ein Anstieg der natürlichen Testosteronproduktion und eine Stimulation der Spermienproduktion. Dieser Effekt wird von den BB vor allem am Ende einer „Anabolika-Kur“ ausgenutzt, um durch die äussere Hormonzufuhr verminderte Eigenproduktion zu erhöhen, rsp wieder auf Ausgangsniveau zurückzubringen.

Gonadotropinum Chorionicum, hCG (Pregnyl) – Gonadotropine sind Hormone, die wichtig für die männliche und weibliche Fortpflanzung sind. Bei der Frau stimuliert es die Ausschüttung von Progesteron aus dem Gelbkörper, und es wirkt auf die Endphase der Reifung der Eizellen in den Eierstöcken, in dem es den Eisprung auslöst. Beim Mann kann der Arzneistoff eingesetzt werden, um die Ausschüttung von Testosteron zu unterstützen. Diese soll (wie oben beschrieben) nach einer Anabolika Kur wieder angeregt werden – schon nur, damit die mühsam erworbene Muskelmasse nicht wieder verloren geht.  „Bodybuilder und Arzneimittel“ weiterlesen

Reisen mit Betäubungsmitteln innerhalb Europas – Schengen

Wer Medikamente nehmen muss, sollte sich vor Reisen informieren, wie es mit der Mitnahme in andere Länder damit steht.

Das gilt insbesondere für Medikamente, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen – ja, auch für Reisen innerhalb Europas, im Schengen-Raum.

Patienten die solche Medikamente mitnehmen müssen sollten sich vom behandelnden Arzt eine Bescheinigung dafür ausstellen lassen. Die kann man übrigens hier herunterladen.

Die Bescheinigung enthält Personenangaben über den Patienten, dessen ID-Nummer sowie Angaben über das mitgeführte Medikament.

Wer nicht weiss, ob sein Medikament darunter fällt, kann in der Apotheke nachfragen oder die Liste auch vom Link oben herunterladen.

Es braucht für jedes Betäubungsmittel (verschiedene Dosierung oder verschiedene Menge) je ein Formular.

Dann muss die Stelle, die das Medikament abgibt, das Dokument noch bestätigen – das ist im Normalfall die Apotheke.

Eine Kopie geht an die swissmedic (das muss die Apotheke schicken – die für die ganze Arbeit im Gegensatz zum Arzt nichts verlangen darf).

Übrigens darf man nur die benötigte Menge für eine 30 tägige Behandlung mitnehmen – wer länger unterwegs ist, muss im Ausland für die Fortsetzung der Therapie sorgen (!)

Wer in Länder ausserhalb des Schengen-Raumes reist, sollte vor der Reise bei der Botschaft des Landes anfragen, wie die aktuellen Bestimmungen sind. Eine Liste der Ausländischen Vertretungen in der Schweiz findet sich hier:  http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/reps/forrep.html