Detektei Apotheke

Relativ junger Mann in der Apotheke: „Haben sie mir etwas gegen Rückenschmerzen?“

Pharmama: „Was sind das für Rückenschmerzen? Sticht es? Zieht es?“

Mann: „Es sticht. Wenn ich mich bewege. Macht ziemlich weh.“

Pharmama: „Und wie lange schon?“

Mann: „Ein paar Wochen. Ziemlich.“

Pharmama: „Haben Sie schon etwas dagegen genommen?“

Mann: „Panadol, Saridon. Das hilft ein bisschen, aber nicht viel.“

Pharmama: „Und der Schmerz – wie hat der angefangen? Kam das plötzlich oder nach einer Anstrengung?“

Mann: „Das kam sehr plötzlich. War ziemlich furchtbar.“

Pharmama: „Haben Sie etwas schweres Aufgehoben?“

Mann: „Nein.“

Pharmama: „Oder vorher überanstrengt – wie Sport? Oder Gartenarbeit?“

Mann: „Nein, ich denke nicht.“

Pharmama: „Dann hat es einfach so angefangen? Am Morgen beim Aufstehen? Oder am Abend?“

Mann: „Ja, das war Abends so gegen 6 Uhr.“

Pharmama: „Und das wissen Sie weil …?“

Mann: „Das war gleich, nachdem ich vom Velo aufs Trottoir* gefallen bin.“

Pharmama: „Äh – das hätten sie auch vorher sagen können.“

Mann: „Ich dachte nicht, dass das wichtig wäre.“

Doch, doch, das denke ich schon …

 

*(Für Nicht-Schweizer: Trottoir = Gehsteig)

Basel – Pharmazie-Historisches Museum

im Moment habe ich’s grad mit Basel und (Pharmazie-)Geschichte

Da war am Samstag das 150-Jahr Jubiläum des Basler Apothekerverbandes.

Dann hat mir Sara ein mail geschrieben, in dem sie auf ihren Blog aufmerksam macht: http://rootsofpharmacy.blogspot.com/ (anschauen!)

Da steht auch drin, dass am 20. Mai im Pharmaziemuseum Basel ein Brunch stattfindet.

Dann weist mich David auf den „Schärbe-Märt“ im Pharmazie-Historischen Museum Basel hin:
Sie verkaufen dort alle möglichen Arten von Glasgefässen, alt oder neu, modern oder historisch…
http://www.pharmaziemuseum.unibas.ch/de/herbarium_schaerbemaert.htm

… und nicht zu vergessen Beatrice gestern mit ihrem Gruss …

Okayy, ich glaube ich hab’s verstanden. Basel hat ein Pharmazie-Historisches Museum mit einigen Aktionen (und aktiven Anhängern!)

Die Adresse:

Pharmazie-Historisches Museum Basel
Totengässlein 3
CH 4051 Basel

http://www.pharmaziemuseum.unibas.ch/

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 10.00 – 18.00 Uhr
Samstag 10.00 – 17.00 Uhr
Sonntags, montags und an Feiertagen geschlossen.

Ich glaube, ich muss dort mal vorbeischauen …

Apotheken aus aller Welt, 227: Victoria Falls, Zimbabwe

Vielen Dank an Beatrice für dieses „Läggerli“ :

Ich möchte gerne meinen Einstand mit ein paar Fotos einer Apotheke in Zimbabwe geben. Ich musste diese Fotos ganz schnell schiessen, da meine Freunde schon im Auto warteten und gar nicht wussten, wo ich mich denn versteckt hatte.
Mit lieben Grüssen aus Basel und speziell aus dem Pharmazie-Historischen Museum :-)

Ich bin immer noch ganz baff. Wenn man bedenkt, wie die Situation in Zimbabwe ist (aber auch sonst) … das ist eine enorm gut aufgeräumte und ausgerüstete Apotheke.

Die Geschmäcker sind verschieden

Ich selber mag Tabletten viiiiel lieber als die flüssigen Medikamente. Ein Grund dafür ist sicher der Geschmack.

Ich erinnere mich noch gut an früher, als ich Hustensaft nehmen musste.

Ich hasste ihn.

Lieber hustete ich den ganzen Tag (und die Nacht) als das Zeug zu schlucken.

Meine Eltern waren natürlich nicht der gleichen Meinung –  was sicher auch daran lag, dass sie gerne mal etwas geschlafen hätten – statt mir und meinem Husten zuzuhören.

So jagte mich meine Mama mehr als einmal mit dem Löffel Saft um den Wohnzimmertisch herum.

Noch heute mag ich den Geschmack von manchen Arzneimitteln nicht sehr, auch wenn es da Verbesserungen gegeben hat. Einmal ist mir ein Hustensirup in der Apotheke heruntergefallen. Das war ein Retro-Flash, Brrrrr! Famel – den gibt’s inzwischen nicht mehr. Das Zeug war eklig.

Darum frage ich auch im Normalfall nach, wenn eine erwachsene Person nach einem Sirup verlangt: „Soll es wirklich ein Sirup sein? Da gäbe es noch langwirkende Kapseln oder ersatzweise Tropfen….“

 

Mögt ihr Arzneimittelsirupe?

Wann hattet Ihr das letzte Mal einen und nach was hat das geschmeckt?

Die Leute machen sich selbst was vor …

Da ist der 3-Päckchen-am-Tag-Raucher, der mir erklärt, er habe angefangen jeden Abend ein Glas Rotwein zu trinken, weil er gelesen habe, dass das gut sei für die Gefässe.

Da ist die schwer (!) übergewichtige Frau, die mir sagt, sie mache sich alle paar Monate einen Einlauf, „um ihr System zu reinigen“.

Da ist der Drogenabhängige, der mich nach einem Ernährungsberater fragt, weil er sich Sorgen um sein Herz macht.

Gut, ich denke, es ist nicht alles ihre Schuld, dass sie so denken. Die heutige Berichterstattung in den Medien hilft der Öffentlichkeit nicht wirklich die relativen Risiken oder den Nutzen verschiedener Aktivitäten zu verstehen.

Da liest man Schlagzeilen wie: „Schokolade hilft beim Gewichthalten“, „Rotwein ist gut für die Gesundheit“, „Darmreinigung ist gut für das Immunsystem“…

Ich möchte das nicht abstreiten, aber … man muss es in Relation setzen.

Wenn Du drei Päckchen Zigaretten am Tag rauchst … wird das Glas Wein nicht wirklich zu Deiner Gesundheit beitragen. Und mehr zu trinken kann auch gegenteilig wirken.

Wenn Du Kokain schnupfst, dann ist der Rest Deiner Diät nicht wirklich beeinflussend auf Deinen Allgemeingesundheit. Das Kokain wird Dein Herz wohl schneller schädigen als fettiges Essen. Ehrlich.

Das gilt auch für die neuen Erkenntnisse über mögliche Behandlungsmethoden die so gerne in den Medien gebracht werden. Die sind oft noch weeiiiit entfernt von der praktischen Durchführung.

Zum Beispiel  „Neue Hoffnung für Migräne Patienten“. Da wird angepriesen, wie leichte Elektroschocks, die via Elektroden am Kopf auf die Hirnfunktion wirken praktisch nebenwirkungsfrei und rasch gegen Migräne helfen. Spannend, ja, aber … bis / falls das kommt, kann es noch dauern.

Ähnliches liest man immer wieder über Krankheiten wie HIV/Aids,Krebs, („So werden Viren zu Krebszellen-Killern“), aber auch Bluthochdruck und Diabetes.

Neue Erkenntnisse sind spannend und gut, man sollte sie aber immer mit Bedacht ansehen.. von der Theorie bis zur Umsetzung ist oft ein langer und steiniger Weg, bei dem viele früh gepriesene Wundermittel und Methoden schon auf der Strecke blieben und von neuen Erkenntnissen überholt oder relativiert wurden.

Dass man sich um seine Gesundheit Gedanken macht, ist auch gut. Die wichtigsten Erkenntnisse dabei sind diese:

  1. Ernähre Dich gesund und abwechslungreich (Stichwort: 5 mal täglich Gemüse und Früchte)
  2. Trink genug (so dass Du keinen Durst hast und der Urin klar und farblos ist)
  3. Bewege Dich genügend (täglich eine halbe Stunde Herzfrequenz hochjagen tut gut)
  4. Halte Dich vor zuviel Sonne fern (und wenn Du rausgehst, benutze einen Sonnenschutz)
  5. Genussmittel und Drogen sind ungesund (und sollten höchstens in Massen genossen werden)
  6. Schlaf genug

Eigentlich all das, was einem der gesunde Menschenverstand schon sagt, oder? Alles andere kann man machen, ist aber  … Luxus.