Vom Vertrauen in den Berufsstand

Eine Apothekerin fälscht für sich und ihre Familie Rezepte und betrügt so die Krankenkasse. Als sie auffliegt, wird sie verurteilt wegen Betrugs und Urkundenfälschung und zu einer Freiheitsstrafe zu 10 Monaten auf Bewährung verurteilt. Wegen der Verurteilung verliert sie ausserdem ihre Approbation als Apothekerin.

Dagegen legt sie Berufung ein. Ihre Begründung:

… dass die Menschen von Apothekern kein untadeliges Verhalten erwarten würden. Das Verwaltungsgericht sei in erster Instanz von einer „romantisch-idealisierten Apothekeruntadeligkeit“ ausgegangen. Das Berufsbild sei heute nicht mehr geprägt durch persönliche Beratung oder soziale Betreuung, sondern auf den Vertrieb von Arzneimitteln.

Auf gut Deutsch: Da man die Apotheker heute nicht mehr als Beruf mit Ehre sondern als Verkäufer ansehen würde, ist ein eventueller Verlust des Ansehens, das sie durch ihr Verhalten dem Apothekerberuf zufüge nicht wichtig genug, als dass sie deswegen ihre Zulassung verlieren sollte.

Das sahen die Richter anders:

Das gravierende Fehlverhalten der Apothekerin sei durchaus geeignet, das Ansehen in den Berufsstand und das in diesen gesetzte Vertrauen nachhaltig zu erschüttern, heißt es im Beschluss. Denn bei der Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln müsse sich ein Apotheker nicht nur von den rechtlichen Bestimmungen, sondern auch „von seiner Verantwortung für das Leben“ leiten lassen. „Er darf das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Apothekerberuf nicht dadurch verletzen, dass er sich von einem unangemessenen Gewinnstreben bei der Erfüllung seiner Aufgaben beherrschen lässt“

 Also liebe Mitapotheker: verhaltet Euch (auch weiterhin) untadelig und schadet nicht dem Ansehen und dem Vertrauen in den Berufsstand, ansonsten … gehört ihr bald nicht mehr dazu.
(Geht es nur mir so oder spricht aus der Aussage der fehlbaren Apothekerin ein gewisser Frust über die aktuellen Zustände?).

Apotheken aus aller Welt, 238: Ermita, Manila: Philippinen

Danke an die abenteuerlustige Kanadafrau :-) – mehr über ihre Abenteuer auf ihrem Blog …

Rechts-links-Legastheniker sehen bekanntlich mehr von der Welt und so kam ich auf meinem Rundgang durch den etwas weniger schönen Stadtteil Ermita – ungeplant, weil falsch abgebogen – an dieser Apotheke vorbei… Das Taxi, das sich im Fenster spiegelt, hat übrigens die ganze Zeit dauergehupt, während ich fotografiert habe – vermutlich hat der Fahrer gedacht: Hey, die langsam krebsrot werdende blonde Frau da, die fahre ich mal für völlig überteuert durch die Gegend ;).

Leicht beunruhigt …

„Das ist eine Tablette, die Sie einmal täglich nehmen müssen und Sie haben 90 davon letzten Monat bekommen. Was genau MEINEN Sie damit, Sie wissen nicht, was mit ihnen passsiert ist?“

(Verloren? Zuviel genommen? Verschenkt?)

Schlaflos in …

Kunde: „Ich habe Mühe zu schlafen. Haben sie mir da etwas, ausser den Tabletten?“

(Aha, mein Stichwort ein bisschen Hintergrundforschung zu betreiben und vielleicht ein paar Tipps anzubringen!)

Pharmama: „Wie sieht das denn bei ihnen aus? Haben Sie so etwas wie ein Schlafritual?“

Kunde: „Ja, ich trinke Tee vor dem Schlafen.“

Pharmama: „Oh, gut. Was denn für Tee?“

Kunde: „Schwarztee.“

Pharmama: „Okee, vielleicht sollten sie die Teesorte wechseln, der hat nämlich Coffein drin.“

Kunde: „Oh, wirklich?“

Pharmama: „Ja. Und wie sieht das bei ihnen aus mit Kaffee?“

Kunde: „Ja, ich trinke auch Kaffe.“

Pharmama: „Entcoffeiniert?“

Kunde: „Wieso?“

Pharmam: „Der  hat auch Coffein drin, das wirkt anregend. Wieviel Kaffe trinken sie denn?“

Kunde: „Morgens eine grosse Tasse.“

Pharmama: „Ja?“

Kunde: „Dann etwa 3 am Nachmittag und vielleicht noch einen Abends nach dem Essen.“

Pharmama: „Das könnte mit ihren Schlafproblemen zusammenhängen.“

Kunde: „Ich dachte es wäre der Tee?“

Pharmama: „Der vielleicht auch. Es wäre sicher besser, wenn sie auf Wasser wechseln würden.“

Kunde: „Ich mag Wasser nicht. Das Hahnenwasser bei mir ist nicht so gut, ich weiss nicht, wie sicher es ist.“

Pharmama: „Aber sie brauchen es für ihren Kaffee und ihren Tee.“

Kunde: „Oh, daran habe ich noch nicht gedacht. … Ich mag die Idee nicht, dass ich einer von „diesen“ Typen werde.“

Pharmama: „Was für Typen?“

Kunde: „Na diese Tee und Wasser trinkenden Grünen, diese Ökis…“

Pharmama: „Aber sie mögen die Idee vom Schlafen?“

Kunde: „Ja.“

Pharmama: „Dann sollten sie vielleicht doch lieber auf Wasser oder Früchtetee umstellen.“

Rezept Übersetzt.

Patientin mit Rezept für

1 OP Stilnox

(ein starkes Schlafmittel)

Ich führe ihr Rezept aus und sie bekommt ihre Packung.

Frau (schrill): „Was Eine? Da steht aber 10 Packungen!“

Pharmama: „Nein, das heisst 1 (eine) OP also Originalpackung. Also eine Packung zu 10 Stück. 10, da der Arzt auch nicht geschrieben hat, es solle eine grosse Packung sein, dann ist es automatisch die kleinere.“

Frau: „Los, geben Sie mir sofort das Rezept wieder! Ich gehe in eine andere Apotheke da bekomme ich die 10 Packungen!“

Glaube ich nicht, aber bitte sehr.

Sie reisst mir praktisch das Rezept aus der Hand und verlässt die Apotheke.

Tja.