Gute Idee für Eltern mit fliegenden Kleinkindern

Das finde ich mal eine süsse Idee :-)
Fliegen mit kleinen Kindern ist nicht lustig. Weder für die Eltern, noch die Umwelt. So eine Vor-Entschuldigung wäre doch was:

„Hallo, wir sind Zwillinge auf unserem ersten Flug und wir sind erst 14 Wochen alt.Wir versuchen uns von der besten Seite zu zeigen, aber wir wollen uns im Voraus entschuldigen, falls wir unsere Nerven verlieren, uns erschrecken, oder unsere Ohren schmerzen. Unsere Mama und Papa (aka unsere tragbare Milch-Maschine und unser Windel-Wechsler) haben Ohrenstöpsel zur Verfügung, falls sie welche brauchen. Wir sitzen alle auf 20E und 20F – wenn sie kommen wollen und ein Paar holen. Wir hoffen, Sie haben einen grossartigen Flug!“

Ich sehe gar nicht ein, warum ich damit zum Arzt muss …

Besten Dank an Sascha für seinen Gastbeitrag:

Mal ein deutsches Beispiel zum Thema: „Kunden, die nicht zuhören“

Ein Patient kommt in die Apotheke mit einer alten, verschmierten Medizinflasche und hält es mir vor die Nase: Ich gehe ein Stück zurück und lese das Etikett. Prednisolon, Clioquinol, Grundlage

Patient: „Ich möchte genau das noch einmal haben.“

Ich: „Ja, das kann ich Ihnen leider so nicht herstellen, da Prednisolon in Deutschland verschreibungspflichtig ist.“

Patient: „Aber ich bin privatversichert – ich bezahle es ja sowieso selber.“

Ich: „Das macht keinen Unterschied … solange mir kein Rezept von einem Arzt vorliegt, kann ich Ihnen das nicht noch mal herstellen. Gehen Sie bitte zum Arzt und lassen sich ein Privatrezept darüber ausstellen.“

Patient: „Das macht für mich keinen Sinn: Ich hole mir einen Zettel und dann muss ichs ja doch selber bezahlen. Füllen sie’s doch jetzt einfach so ab und ich bezahls…“

(Hmmm…wie kann ich das ihm noch genauer sagen?)

„Es gibt Substanzen in Deutschland, die nur auf ärztliche Verordnung abgegeben werden dürfen, ganz egal ob der Patient es selbst bezahlt oder die Kasse. Und ihre Rezeptur fällt unter diese Reglementierung.“

Nachdem er es immernoch nicht begriffen hatte, fing ich an mit den Begriffen frei verkäuflich, apothekenpflichtig und verschreibungspflichtig zu argumentieren – erfolglos. Er erörterte weiterhin, dass er es sinnlos findet, als PRIVATPATIENT zum Arzt zu gehen (er hielt sich eindeutig für privilegiert :) ). Unter lautem Schimpfen verließ er nach gefühlten 10 min die Apotheke …

Tja, was soll man da machen – manche Leute verstehens einfach nicht :)

Die Argumentation kenne ich. Ersatzweise bei uns noch: „ich sehe gar nicht ein, warum ich dafür zum Arzt muss – der verlangt immer etwas für das Rezept-ausstellen!“

Ja, das ist ja auch seine Arbeit.

5 Sterne Dienstleistung (Rerun)

(Dieser Post ist eine Wiederholung vom Mai 2008.)

Ich hatte letzthin eine alte Kundin (im Sinne von: ältere Dame und seit Jahren bei uns), die am Morgen telefonierte, um zu fragen, ob das Rezept, dass sie beim Doktor bestellt hat schon angekommen ist. Ist es nicht.

Weil sie eher schlecht zu Fuss ist, bringen wir ihr normalerweise die Medikamente vorbei. In diesem Fall Voltaren und Omezol (ein Mittel gegen Magenübersäuerung und das Generikum von Antra).

Ich sollte an dieser Stelle erwähnen, dass sie eine sehr nette Person ist, aber nicht gerade die unkomplizierteste.

Heute dachte ich, wäre es eine relativ einfache Sache. Warte, bis der Arzt das Rezept schickt (faxt), Rezept ausführen, Medikamente bringen.

Ich hatte mich getäuscht.

Bis zur Auslieferung lief es wie ich es mir vorgestellt hatte, dann bekomme ich ein Telefon von unserem Lehrling, der die Medikamente bringt: „Sie sagt, das sei das falsche Medikament“.

Ich sage: „Aber es ist genau das, was sie heute morgen telefonisch bestellt hat und genau das, was der Arzt aufgeschrieben hat – und genau das, was sie schon ein paar Mal vorher gehabt hat; wieso soll das jetzt auf einmal nicht mehr richtig sein?“.

Ich habe dann nochmal mit ihr geredet und dabei ist herausgekommen, dass sie, als sie letzhin wegen einer kleineren Operation im Spital war, anders aussehende Magentabletten bekommen hat. Sie meinte, mit den Omezol, die sie von uns bekommt, hat sie trotzdem Magenprobleme, aber mit den Omezol, die sie im Spital bekommen hat  -keine. Sie hat mit ihrer Tochter diskutiert (ich liebe es, wenn sie denken, sie bekommen von einem Familienmitglied oder Nachbarn kompetentere Info als von den Spezialisten = uns), jedenfalls hat die gemeint, es läge an den Hilfsstoffen. Es gibt nämlich verschiedene Omezol (Firma Mepha, Sandoz, Helvepharm, … alle machen Generika von Antra) und sie verträgt halt „unseres“ nicht, aber das vom Spital ist viel besser. Eventuell sei es ja das Original gewesen?

Hmmm. Es kann schon sein, dass sie auf einen Hilfsstoff seltsam reagiert, aber der beschriebene Effekt scheint mir doch etwas unglaublich. Trotzdem schlage ich ihr vor, ausfindig zu machen, was genau sie im Spital bekommen hat, und ihr das zu besorgen.

Wer schon einmal etwas vom Spital wollte, weiss was das bedeutet: Telefonieren, herumgereicht werden, ständig die Frage wiederholen und gelegentlich herausgeworfen zu werden vom Telefonsystem, worauf das Ganze wieder von vorne anfängt.

Endlich in der richtigen Abteilung bekomme ich die gewünschte Info: Sie hat gar kein Omezol bekommen, sondern Pantozol! (Auch ein Magenmittel).

Das ist allerdings auch ein anderer Inhaltsstoff und eine andere Dosierung, also muss ich noch dem Arzt anrufen und ihm die ganze Sache erklären und ihn bitten, ein neues Rezept auszustellen.  Was er dann auch tut.

Nun muss ich nur noch einmal den Lehrling schicken, damit er die Medikamente austauscht ( Pantozol hin, Omezol zurück).

Und das alles gratis! Sind wir nicht super?