Apotheken aus aller Welt, 278: Amman, Jordanien

Merci an Alex vom Bitzli Support für diese Apotheke hier:
Nach der doch etwas bescheidenen Apotheke aus Rzhev Russland, jetzt mal ein Prachtstück aus Jordanien. Ich war erstmal selbst überrascht, was es hier so alles gibt.
Man beachte die Einkaufswagen.
Die Apotheke befindet sich an der Shara Makka in Amman und ist zwischen den grossen Autohäusern an der Hauptstrasse platziert. Das *Mekka* für Apotheken Fetischisten.

Die scheint wirklich ziemlich gross zu sein, dass
sie Einkaufswagen hat …

Körpersprache – Distanz

Meist weiss ich, wer alleine hier ist, oder wer mit jemandem zusammen ist, auch wenn ich die Leute nicht herein kommen gesehen habe. Das zeigt die Körpersprache. Aber es gibt Ausnahmen.

Bei denen hat mich die Körpersprache getäuscht:

Wenn Sie in knapp 20 cm Entfernung neben der anderen Person stehen und mich nicht anschauen, dann nehme ich an, dass sie zusammen hier sind. Woher soll ich wissen, dass Sie auch ein Rezept haben und überhaupt nichts mit der anderen Person zu tun haben? (Und wieso reagiert die überhaupt nicht, wenn sie so nahe dran stehen??)

… auf der anderen Seite: Wenn Sie mit jemandem zusammen sind, der ein Rezept abgibt, dabei aber über Einen Meter weiter hinten stehen und Sie ängstlich den Apotheker anstarren, dann denken wir, dass sie ein weiterer Kunde sind.

Entsprechend wird gefragt (oder, wie im ersten Fall – nicht).

Mir ist schon klar, dass das je nachdem unterschiedlich sein kann. Persönlichkeit und kulturelles Umfeld spielen da eine Rolle.

Wieviel „persönlicher Abstand“ braucht / verträgt ihr? Bei Freunden? Bei Kunden? Bei Fremden?

Ich bin definitiv nicht so der „Nahe“ Typ. Ich bin oft froh um die Theke zwischen mir und Kunde – vor allem, wenn das jemand ist, der mir nicht nur in meinen persönlichen Bereich (der ca. eine Armlänge um einen herum misst), sondern in meinen „Intimen Bereich“ eindringt.

Billdquelle: Libb Thims via wikipedia

Eigentlich Fachpersonal

Telefon in die Apotheke

„Hallo, hier ist die Spitex. Ich wollte für unsere Patientin Liseli von der Alp Ascensia Teststreifen bestellen, um den Blutdruck zu messen.“

Die Spitex – das ist eine (bekannte ) Hauspflegehilfe-Organisation in der Schweiz. Eigentlich beschäftigen sie Fachpersonal.

(Danke an den Einsender dieser Anekdote, der gerne nicht genannt werden möchte)

 

Vögel anschauen

… beobachten ist das noch nicht, dazu braucht es etwas mehr Ruhe. Aber immerhin: Vögel anschauen. Im Tierpark. Und nicht nur anschauen:

wer erkennt sie?

               

Wisst ihr eigentlich, warum der Flamingo so schön rosa Gefieder hat? In der Natur, weil er viel Shrimps isst – wenn er das nicht macht, ist er auch eher weiss als pink. In den Parks sind Shrimps zum Füttern zu teuer, darum wird ein bisschen nachgeholfen. Die Flamingos bekommen Beta-Carotin (das ist eigentlich auch der Stoff, der Krebsschalen beim Kochen rot werden lässt) zugesetzt.

Wohnungsvermittlung? Sonst noch etwas?

Eine Frau kommt in die Apotheke und fragt mich direkt: „Könnten Sie mir etwas im Internet nachschauen?“

Pharmama: „Um was geht es?“

Frau: „Ich suche eine Wohnung – und ich brauche eine Telefonnummer.“

Pharmama: (unbeeindruckt): „Aha. Und da dachten Sie, sie kommen dafür in die Apotheke?“

Frau: „… können sie es nachschauen oder nicht?“

Pharmama: „Eine Telefonnummer. Nun gut. Wie ist der Name?“

Frau: „Hmmm … irgendetwas mit -aut-… es ist ein Immobilienhändler.“

Pharmama: „Entschuldigen Sie, aber Ich habe nicht die Zeit, alle Immobilienhändler nach einem Namensbruchstück zu durchsuchen. Warum gehen sie nicht nach Hause und schauen nach wie es genau heisst?“

Frau: „Aber ich habe kein Internet.“

Pharmama: „Ja, aber sie haben den Namen irgendwoher – und wenn sie den Namen wieder haben, können sie auch die Telefonauskunft anrufen und die Nummer erfahren oder sich verbinden lassen.“

Frau: „Aber das kostet und …  ich habe den Namen nicht.“

Pharmama: „Aber irgendwoher haben sie das doch? Zeitung? Vom Vermieter? Einem Freund?“

Frau: „Nein…. Niemand hilft mir. Seit einem Jahr schaue ich in der Zeitung nach Anzeigen für Wohnungen, aber ich finde niemanden, der mich nimmt. Ich habe einen Hund und bin auf IV … wahrscheinlich liegt es an dem.“

Pharmama: „Das tut mir leid, aber … was soll ich jetzt machen?“

Frau: „Könnten sie mir nicht im Internet nach einer Wohnung suchen?“

Pharmama: „Ernsthaft? Nein. Dafür fehlt mir die Zeit. … Aber wenn sie Internetzugang brauchen, dann können sie in ein Internetkaffee gehen oder eine Bibliothek, oder die Buchhandlung, die zeigen ihnen vielleicht auch gleich, wie das geht.“

Frau: „Aber das kostet!“

Tatsächlich. …  aber das ist wirklich nicht teuer.

Am Schluss habe ich ihr die Adresse von einem Internetcafe gegeben, von dem ich zufällig weiss, dass die den Nutzern auch helfen, wenn sie nicht mit Computern umgehen können. Und die Adresse von einer Immobiliensuchseite. Immoscout … wenn ich mir das so ansehe, ist das wohl die „Adresse“, die sie ursprünglich wollte.

Die Frau war trotzdem nicht dankbar.