Apotheken in aller Welt, 155: Stockholm, Schweden

Noch ein Beitrag aus Danielas Ferien: (Original vom 30.8.2011)

Ein Schmuckstück: Die Apoteket Korpen (Raben-Apotheke) in der Västerlånggatan mitten in der Altstadt (Gamla Stan) von Stockholm. Die Apotheke hat den großen hölzern ausgestatteten Raum für die Rezepteinlösung sowie einen kleineren, modernen „sterilen“ Raum für die Selbstmedikation. Zur Ausstattung gehören u.a. die Inhaber-(Ahnen)tafel sowie die interessante Schaufensterdeko (nur ein Teil davon schicke ich mit): das alte Salbengefäß mit Borsäuresalbe (Früher als mildes Desinfektionsmittel laut wikipedia), das Kästchen mit den Gewichten und dieses Gerät, was ich nicht wirklich einordnen kann. Diente das vielleicht zur Herstellung, so ähnlich wie ein Dreiwalzenstuhl zur Homogenisierung?

   

Ja, das diente zur Herstellung: das Gerät ist zum Pillendrehen gedacht. Siehe auch hier: Pillendreher.

Eine wirklich sehr hübsche und traditionsreiche Apotheke!

Update vom 18.11.2012: 2 Bilder mehr von Kerstin:

 

Apotheken aus aller Welt, 308: Stockholm, Schweden

Danke an Kerstin für die nächsten Apotheken aus Stockholm!

Immer wenn ich Stockholm höre, muss ich daran denken, wie enttäuscht ich damals in den Universal Studios von K.I.T.T. war (ihr wisst schon: das intelligente Auto). Mit dem konnte man sich unterhalten. Als „er“ hörte, dass wir aus der Schweiz seien, meinte er: „Oh, Switzerland. I was in Stockholm once!“ Geographie: Mangelhaft. Noch ein Kindheitstraum zerstört :-)

Die hier ist am Kungsgatan:

 

beleuchtete Schaufenster Nachts haben fast etwas heimeliges an sich …

Zuviel Arbeit abgenommen?

Das Gespräch musste ich letztens mit einer unserer Stammkundinnen führen. Die war von uns sehr enttäuscht.

„Okay, dann haben wir also ein Rezept für ein Medikament, das Sie bei uns bezogen haben vom *falschen* Arzt verlangt und Sie sind jetzt sauer, weil wir wissen *müssten*, dass Sie seit ein paar Monaten nicht mehr zu dem Arzt gehen. Weil das „wieder einer ist, der mich schwer enttäuscht hat“ – einer mehr in einer ganzen Reihe möchte ich noch anfügen.

Aber … denken Sie mal, das wäre nicht passiert, wenn Sie selber dafür sorgen würden, dass die Rezepte für Ihre vor-bezogenen Medikamente zu uns kommen. Wir haben das Rezept für das Medikament von dem Arzt besorgt, der das letzte Mal für dieses Medikamente ein Rezept ausgestellt hat. Da ist es nur logisch, dass wir das wieder von ihm verlangen.

Und Nein, die Rechnung, die sie vom Arzt für das Ausstellen der Rezepte bekommen haben, übernehmen wir nicht.

Auch wenn es nicht der Arzt ist, den sie wollten, eine Rechnung in gleicher Höhe hätte es sowieso gegeben. Die rechnen alle nach dem gleichen System ab.

Manchmal denke ich, wir machen einfach zu viel für manche Leute. :-(

In Deutschland gibt es das Konzept vom Vorbezug so nicht – das bringt dann andere Probleme, aber das sicher nicht.

Dumb ways to die (Doofe Arten zu sterben)

Oh wow.

Sieht zwar schnuggelig aus – ist aber sicher nichts für Kinder. Dumb ways to die – produziert von Melbourne’s Metro (und zeigt am Schluss auch ein paar Dinge, die man im Zusammenhang mit Zügen sicher sein lassen sollte …).

Nicht übersehen habe ich natürlich den hier:

… abgelaufene Medikamente zu schlucken … :-) Er sieht zwar eher aus, als hätte er eine üble Allergische Reaktion …

Quelle des Gif (und mehr dort).

Und jetzt bekomme ich das Lied nicht mehr aus dem Kopf …

 

Leistungssteigernde Mittel an der Uni

Laut einer Umfrage in Deutschlands Unis haben etwa 4% der befragten (1547) Studenten schon einmal versucht, ihre Konzentration oder Wachheit mit Hilfe von legalen oder illegalen Substanzen zu steigern. Illegalen meistens: Amphetamine, Kokain oder Ecstasy.  Etwa 5% greifen zu Mitteln, um die Anforderungen der Uni besser bewältigen zu können: Drogen oder verschreibungspflichtiges, weitere 5% zu weicheren Sachen wie pflanzliche, homöopathische oder Vitaminpräparate – oder einfach zu Kaffee oder Schwarztee.

An Rezeptpflichtigem wird folgendes (miss)braucht: Schmerz- und Schlafmittel. Antidepressiva, Betablocker, Ritalin, Modafinil …

Ob das auch wirklich Auswirkungen nicht nur momentan auf den Körper, sondern auch auf die schulische Leistung hat, ist bisher nicht bekannt. Lernen muss man nämlich trotzdem noch,.

In der Apotheke haben wir schon Probleme gehabt, weil manche Leute diese Mittel wollen – und zwar nicht die weichen Sachen. Speziell Medizinstudenten …

Dazu ist zu sagen: Auch ein Medizinstudent im letzten Semester darf noch keine rezeptpflichtigen Sachen ohne Aufsicht verschreiben. Dementsprechend hat er (entgegen der Meinung mancher) auch kein Recht darauf, in der Apotheke etwas rezeptpflichtiges einfach so zu bekommen.

Wer trotzdem mit solchem experimentiert: hier noch eine Warnung aus meiner persönlichen Erfahrung. Die Dozenten und die Leute, die Prüfungen abnehmen, die achten auf so etwas. Also: ob der Student vielleicht vorher etwas genommen hat …

Betablocker zum Beispiel nehmen manche wegen der Angstlösenden Wirkung. Nur … das kann auch ein bisschen zuviel des Guten sein. Dann ist nicht nur die Prüfungsangst weg, sondern gelegentlich auch der Respekt vor den Dozenten … oder das Bewusstsein, dass das jetzt eine Prüfung ist, und man sich entsprechend verhalten sollte. Also … auch Antworten auf die gestellten Fragen gibt, zum Beispiel … und sich nicht nur freundlich lächelnd über dies und das unterhält.

Nach einer Prüfung kam einmal der eine Prüfer zu uns wartenden heraus und fragte uns über die Studentin, die grad dran war aus: „Die hat doch etwas genommen, oder? Die ist so seltsam ruhig, antwortet kaum …“

Wir mussten ihn dann gemeinsam davon abbringen, denn: „Nein, die ist eigentlich immer so.“

Das stimmte auch. Echt.

 

Last Minute

Gestern Abend, kurz vor Ladenschluss.

Der Mann hat mir gerade ein Rezept in die Hand gedrückt mit zwei Medikamenten drauf.

Mann: „Habe ich noch Zeit nach Hause zu gehen und wiederzukommen, bevor sie schliessen?“

Pharmama: „Das … müssen Sie Sich selber fragen, ob das reicht. Wir schliessen in 10 Minuten.“

Ich weiss wirklich nicht, wie lange er braucht – aber vielleicht war die Frage auch eher: „Warten Sie, bis ich wieder hier bin?“

– Dann wäre die Antwort eher: „Nein.“

Ich will nämlich auch irgendwann nach Hause.