Versicherungen und Versandapotheken

Ein beunruhigter Mann (und guter Kunde) bei uns in der Apotheke:

„Meine Versicherung möchte, dass ich die Medikamente per Post bestelle. Muss ich das wirklich? Ich habe das einmal gemacht und sie haben mir all meine Diabetes-medikamente spät geschickt!“

Sogar ich bekomme gelegentlich diese Aufforderungen von der Versicherung (mehr per mail als per Post, aber ich bin ja auch jünger) und das nervt  mich endlos. – Hallo! ich arbeite in einer Apotheke! Die wollen mir wohl meine Arbeit nehmen?

Und die Antwort ist: Nein. Muss er nicht. Es gibt hier so etwas wie die freie Wahl des Leistungserbringers – also hier der Apotheke !

Den Mann konnte ich beruhigen, aber ich frage mich immer, bei wie vielen diese -fast versteckte Drohung- zieht. Die Versicherungen geben ein Heiden-Geld dafür aus, Geld, das die Apotheke vor Ort nicht hat für dieselbe Art „Werbung“.

Flasche nicht voll …

Ein Papa kommt mit einem Rezept für Amoxicillin – Sirup für sein Kleinkind. Ich nehme ihn aus der Schublade und erkläre ihm:

„Es dauert eine Minute. Ich muss ihn erst flüssig machen. Ich bin gleich zurück.“

Ich bereite die Suspension zu – das ist einfach: Man muss nur die richtige Menge Wasser zugeben und sehr gut schütteln.

Wieder vorne erkläre ich ihm die Anwendung: „Vorher schütteln, X Milliliter am Morgen und am Abend, vor dem Essen, den Sirup im Kühlschrank aufbewahren.“

Er geht mit dem Sirup.

15 Minuten später bekommen wir ein Telefon – es ist der Papa von vorhin:

Papa: „Ich bin wirklich nicht zufrieden mit dem Antibiotikum und Ihnen!“

Pharmama: „Oh, weshalb denn?“

Papa: „Das Siegel der Flasche ist angebrochen. Und die Flasche ist nicht ganz voll!“

So wie er sich anhört habe ich ihm entweder eine defekte Flasche gegeben oder gar selber etwas rausgenommen …

Also erkläre ich ihm NOCHMALS, das man den Sirup erst lösen musste – was man nur kann, wenn man den Siegel bricht. Und die Flasche ist so nicht voll, aber genau so hat sie die richtige Konzentration.

Manche Leute (Seufz) – Als ob wir so was machen würden.