Hah!

Mann in der Apotheke ziemlich … geladen, also ärgerlich:

Also ich war gerade eben in der (grosse, zu Kette gehörende Konkurenzapotheke) und das war Mist!“

Pause.

Pharmama: „Nun, das war ihr erster Fehler …“

Zum Glück hat er gelacht und wir hatten sogar an Lager was die nicht hatten.

Hah!

Medikamentenretoure

gefunden bei den Medikamenten zum entsorgen: Diese Box mit Ibuprofen 200mg Tabletten. Zu 1000 (Ein-Tausend!) Stück.

ibu1000a

Ugh. Bei uns machen sie schon fast einen Aufstand wegen den maximal 20er Packungen, die wir ohne Rezept davon  verkaufen dürfen. In der Apotheke. Nicht im Griffverkauf. Diese hier kommt aus Amerika, CVS ist eine der grossen Apothekenketten dort – und das gibt es frei im Griffverkauf. Eintausend Tabletten aufs Mal. Wer braucht sowas? Irgendwie kann ich mir nicht mal ansatzweise vorstellen, dass eine Grossfamilie das aufbrauchen könnte. Bei vernünftiger Anwendung heisst das.

Interessant fand ich auch die „Packungsbeilage“ – in dem Fall einfach auf der Packung aufgedruckt. Die finde ich nicht mal so schlecht: das wichtigste steht drauf und sie ist nicht wahnsinnig lang. So etwas fände ich dagegen bei uns auch gut.

 

ibu1000

 

Man merke: „Do not take longer than 10 days“  Nicht länger als 10 Tage anwenden – ausser der Arzt verschreibt es so. Selbst bei der Maximaldosis 1 Tablette alle 4 Stunden wären das „nur“ 60 Stück …

Verdachtsmomente

(Rerun vom 17.1.2012)

Ein älterer Mann und ein Teenager kommen zusammen in die Apotheke. Ich bekomme mit, wie der Mann die Pharmaassistentin nach „Makatussin forte Sirup“ fragt.
Jetzt – das ist ein Medikament, das ich nicht an Lager führe … das hat verschiedene Gründe, der im Moment wichtigste aber: das Zeug wird missbraucht. Oft. Hauptsächlich von Teenagern. Was der Grund ist, dass da auch auf der Packung steht: Nicht für Kinder und Jugendliche…. wie jetzt auch einer vor der Theke steht.
Gut, der ältere Mann hat das Mittel verlangt.

Die Pharmaassistentin sagt ihm, dass wir es nicht hier haben. Sie fragt nach seinen Beschwerden – „Trockener Husten“ – sagt er.
PA: „Darf ich ihnen etwas anderes anbieten?“
Mann: „Sie können mir das Mittel bestellen. 2 Flaschen.“

Die PA schaut zu mir – ja, auch ihr ist das inzwischen aufgefallen, dass das vielleicht nicht ganz koscher ist.
Ich schüttle als Antwort nur den Kopf.

PA: „Tut mir leid, aber sie können davon nur jeweils eine Flasche haben. Das ist nicht für die Langzeitanwendung.“
Sie nimmt die Bestellung auf.
Kunde: „Dann möchte ich jetzt doch noch eine andere Flasche Hustensirup.“
PA: „Gerne, ich hätte ihnen diesen hier, sehr gut für trockenen Husten“ – und holt den Nitux.

:-) gut gemacht. Das ist zumindest einer, den man nicht missbrauchen kann – und der aber trotzdem wirkt.

„Der Junge kommt den bestellten Saft morgen abholen.“ Sagt der Alte noch, als er wieder geht.

Jaaaa … das habe ich mir fast gedacht – und es ist ein weiteres Zeichen, dass das eben nicht gegen trockenen Husten des älteren Mannes gebraucht wird.
Jedenfalls – haben jetzt sowohl ich als auch die Pharmaassistentin die beiden gesehen – und in der nächsten Zeit gibt es keinen Hustensirup mehr.
Ausser Nitux …

Ja, so was ist doof für die Kunden, die den Hustensirup normal brauchen. Ich stelle auch niemanden unter Generalverdacht, aber wenn sich mehrere derartige Verdachtsmomente häufen, hat das Konsequenzen. Dass wir von den gerne missbrauchten Mitteln nur je 1 Packung abgeben (ohne Ausnahmen) hängt halt auch damit zusammen. Besser als die Alternative – nämlich dass diese Mittel gesamthaft in der Rezeptpflicht verschwinden ist das allemal.

Genaue Dosierungsangaben

Dosierungen sind wichtig. Vor allem, wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, wie man ein Medikament anwenden kann – aber eigentlich auch sonst. Ich finde es noch gut, wenn man als Patient nicht die gesamte Packungsbeilage durcharbeiten muss um herauszufinden, wie das jetzt geht.

Gut – manche Sachen haben gar keine Packungsbeilage. Zum Beispiel diese pflanzlichen Urtinkturen von Ceres:

dosierung1

Das mit dem in die andere Hand schlagen finde ich jetzt etwas esoterisch, aber manchmal können auch solche Sachen helfen, die Anwendung durch den Patienten zu verbessern. Er hilft sozusagen mehr mit.

Anderes finde ich fast etwas übertrieben, wie die Anweisung auf dem Rezept hier. (Tut mir leid die schlechte Kopie – ich war etwas in Eile.) Es ist ein Mittel zum auftupfen bei Warzen. Das ist Säure – ziemlich klar, dass man da vorsichtig sein muss. Allerdings finde ich das hier …

dosierung2

… ein bisschen Overkill.

Da steht drauf:

1. Zuerst die gesunde Haut um die Warze herum mit einer dünnen Schicht Vaseline oder Fettcreme bestreichen um sie vor der ätzenden Wirkung des Acetocaustins zu schützen.

2. Danach ein wenig Acetocaustin mit der Spatelspitze auf die Warze tupfen. Ein ein- bis zweimaliges Betupfen genügt. Insgesamt dürfen nicht mehr als 3 Spatelspitzen Acetocaustin pro Behandlung aus dem Fläschchen entnommen und aufgetragen werden. Bei grösseren Warzen kann die Behandlung nach einer Woche wiederholt werden.

3. Nach dem Betupfen d.h. nach dem Eintrocknen von Acetocaustin ein Pflaster (Wundschnellverband) aufkleben.

4. Nach dem Gebrauch Flasche wieder fest zudrehen. Hautkontakt mit dem Gewinde vermeiden.

5. Einen Tag vor der beabsichtigten Warzenentfernung (ca. nach 4-6 Tagen) das Pflaster durch einen Streifen eines textilen Heftpflasters (ohne Wundkissen) ersetzen. So kann am nächsten Tag dieser mitsamt der Warte entfernt werden.

6. Warzen an den Händen erfordern in der Regel eine zwei- bis dreimalige, Warzen an den Füssen eine drei- bis viermalige Behandlung. Die Wiederholung des Vorgangs sollte nach jeweils einer Woche erfolgen.

Arbeiten nur mit Handschuhen!

Ich weiss schon, woher das kommt. Es gibt unvorsichtige Leute – und man hatte mit diesen Mitteln Probleme, wenn sie verschüttet wurden und auf gesunde Haut kamen – man kann sich die Verätzungen vorstellen.

Aber … wie soll ich das auf die Etikette bekommen?

Apotheken aus aller Welt, 318: Adalar / Istanbul, Türkei

Meinen besten Dank an Julien aus Zürich für diese Apotheke:

als normalerweise stiller, aber begeisterter, Mitleser ist mir auch mal eine Apotheke (oder „eczane“, wie der Türke sagt) vor die Linse gekommen. Befindet sich auf der grössten Prinzeninsel Adalar ca. 60 Minuten mit dem Schiff von Istanbul entfernt.
In der Türkei kann man die Apotheken übrigens an dem grossen roten „E“ erkennen. Sieht man auf dem Bild 1 perspektivisch sehr verzerrt rechts oben.

Apotheke-Prinzeninsel-Adalar-1

 

Apotheke-Prinzeninsel-Adalar-2

 

Apotheke-Prinzeninsel-Adalar-3

 

Die macht auch von innen noch etwas her. Toll.