Oder?
Demnach brauche ich mehr Schlaf – oder ich schminke mich als Panda …
zu lesen einmal täglich
„Grrr…“ denke ich, als ich diese ältere Kundin wiedersehe. Das ist zugegeben nicht meine normale Reaktion auf Kunden. Aber diese spezielle Kundin … sie hat mich am letzten Montag oder Dienstag nach Verbandszeug für ihre Wunde gefragt.
Um sie mir zu zeigen hat sie sich hingesetzt, die Schuhe abgezogen, die Socken etwas runtergekrempelt und das Pflaster, das sie drübergepappt hat abgezogen.
Die Wunde war etwa 20-Rappenstückgross, rund und süferte. Die Stelle ist typisch für problematische Wunden: so genannt ‚offenes Bein‘
Pharmama: „Wie lange haben sie die schon?“
Frau: „Ein paar Tage.“
Pharmama: „Okay. Sie müssen diese Wunde sehr gut pflegen, damit sie nicht chronisch wird.“
Ich habe ihr eine gute Wundsalbe und Verband empfohlen – aber sie wollte das dann nicht, weil zu teuer.
Was auch immer ich ihr gezeigt habe, war in irgendeiner Form nicht richtig: Material, Preis – ausserdem das Pflaster zu klein …
Pharmama: „Das hat schon die richtige Grösse, so gross ist die offene Stelle auch nicht“ – und das wäre noch ein günstigeres gewesen …
Frau: „Nein, das reicht sicher nicht … wissen sie was? Ich lasse mir vom Arzt etwas aufschreiben, der findet sicher das richtige.“
Dafür „durfte“ ich ihr die Wunde am Bein verbinden mit unserem Material – das brauche ich eigentlich vor allem für akute Sachen gedacht, aber – je nun. Ich denke, ich verlange heute bei ihr auch nichts dafür, wenn der Preis das Problem ist.
Ich habe das gereinigt, Desinfiziert, so gut ich konnte, nicht-klebende Gaze draufgemacht und alles mit Mepore abgedeckt.
Pharmama: „Sie müssen das gut pflegen – sonst gibt das ein offenes Bein. Es sieht jetzt schon nicht sehr gut aus. Sie brauchen Verbandsmaterial und sie müssen den Verband regelmässig wechseln – so alle 1, 2 Tage.“
„Ja, ja“ – sagt sie „Ich gehe heute Mittag noch zum Arzt, der kann mir dann ja Sachen aufschreiben dafür.“
Nun gut. Aber …Sie kam nicht mehr – bis jetzt.
Jetzt ist Samstag. 5 Tage nach Ihrem letzten Besuch.
Steht vor mir und fragt: „Ich kann erst am Montag zum Arzt, könnten Sie mir nochmal den Verband wechseln, ich gebe ihnen auch etwas dafür?“
Was macht man nicht alles.
Ein Blick auf ihr Bein … das ist noch derselbe Verband den ich drauf gemacht habe!
Pharmama: „Ich habe doch gesagt, Sie müssen das regelmässig wechseln und drauf acht geben? Das ist ja immer noch der Verband, den ich drauf gemacht habe?!“
Mal sehen, wie es drunter aussieht …. bäääh.
Erwartungsgemäss unschön. Die Wunde hat wieder gesüfert, klebriges Sekret bedeckt die Unterseite der Gaze … und es riecht. Wobei ich nicht weiss, ob das jetzt von der Wunde oder von den Socken kommt. Sind das auch immer noch dieselben Socken? Fast kommt es mir so vor.
Frau: „Das sieht doch schon viel besser aus, nicht?“
Pharmama: „Nein, das tut es nicht. Und es sieht so aus, als sei die Wunde noch etwas grösser geworden.“
Frau: „Ach nein, das ist schon gut so…“
Pharmama: „Das ist nicht gut so. Und jetzt müssen sie damit unbedingt zum Arzt. Ich hoffe, sie gehen auch wirklich am Montag!“
Für die 2 Franken, die sie mir für den Verbandwechsel gegeben hat, hätte sie zumindest schon Pflaster zum Wechseln bekommen. Nur dass das jetzt nicht mehr ausreicht. So wie es jetzt aussieht, wird sie Spezialmaterial brauchen. Das war am falschen Ende gespart.
Okay, das hatte ich so noch nicht, aber zumindest eine Frau hat mich einmal gefragt, ob das Mittel überhaupt wirkt. Sie merke gar nichts, weder Wirkung noch irgendwelche Nebenwirkung. Gut, bei einem Cholesterinsenker erwarte ich auch nicht, dass man selber etwas „spürt“ – da ist die Wirkung höchstens im Blut messbar und zeigt sich (hoffentlich) darin, dass sie keinen Herzinfarkt bekommt – also eigentlich ist das Nicht-spüren ja gut :-)
Was ich gestern dagegen hatte war: „Ich habe die Packungsbeilage gelesen und diese Augentropfen haben zu viele Nebenwirkungen. Ich will sie doch nicht.“
„Sie wissen aber, das das Tropfen sind gegen zu hohen Augeninnendruck? Im schlimmsten Fall kann das unbehandelt zu Erblindung führen.“
„Aber diese Tropfen will ich nicht nehmen!“
„In dem Fall würde ich vorschlagen, dass sie den Arzt nach einer Alternative fragen.“
(Nicht, dass ich denke, dass bei anderen weniger drinsteht bei den Nebenwirkungen …..)
Leben*
Nur für eine begrenzte Zeit erhältlich. Limit 1 (eines) pro Person. Regeln können ohne Vorwarnung geändert werden. Wird geliefert „wie es ist“ und ohne jegliche Garantien. Nicht übertragbar und in der alleinigen Verantwortung des Empfängers. Bei Gebrauch und Missbrauch können Beschädigungen auftreten. Zusätzliche Teile werden separat verkauft. Die Laufzeit kann variieren. Untersteht allen möglichen Gebühren und Taxen. Es gelten die üblichen Bestimmungen. Andere Einschränkungen kommen vor.
Wahr wahr. Trotzdem ist es das wert.
Meine Apotheke öffnet um 8 Uhr.
An diesem Morgen steht ein Kunde schon vor dem Eingang, als ich die Türe aufschliesse um hineinzugehen und schaut mich ärgerlich an.
Ein paar Minuten später ist es 8 Uhr und ich öffne die Türe für die Kundschaft. Die Pharmaassistentin installiert die Kassen fertig und stellt die Schütte raus. Ich empfange den Kunden.
Kunde: „Ich komme, mein Medikament abholen.“
Pharmama: „Haben Sie es gestern bestellt? Wie ist der Name?“
Kunde: „Nein, es ist gefaxt worden vom Arzt“
Ich finde das Rezept auf dem Fax. Es wurde gestern abend nach 19 Uhr gefaxt, wenn ich dem Zeitstempel darauf vertrauen kann.
Pharmama: „Ich kann es ihnen gleich bereit machen.“
Kunde: „Warum ist es noch nicht fertig?“
Pharmama: „Weil es erst nach unserem Ladenschluss gestern herein kam?“
Kunde: „Der Arzt hat gesagt, sie hätten es bereit, wenn ich komme!“
Pharmama: „Nun, heute Nacht war ich nicht hier*. Aber ich mache ihnen das gerne jetzt bereit.“
Kunde (vorwurfsvoll): „Und was haben sie gemacht, seit Sie geöffnet haben?“
Pharmama: (meint der das ernst?): „Mit Ihnen diskutieren?“
…
* und meinen Heinzelmännchen habe ich schon für’s Wochenende frei gegeben …
Letzten Monat war ich zu früh dran mit dem Artikel, aber heute ist es so: Es ist Welt-Down-Syndrom-Tag.
Und ich habe dafür ein wirklich wunderbar passendes Video gefunden, das ich euch nicht vorenthalten möchte: