Apotheken aus aller Welt, 378: Donnybrook, Australien

Dank DocCheck auf diesem tollen, lustigen Blog gelandet, möchte ich doch dringend den „weißen Fleck“ in Australien mit einem Apotheken von dort füllen: in meinem Work+Travel Jahr machte ich Station im Südwesten von Australien, in Donnybrook, der „GeburtsStätte“ des „Granny Smith“-Apfels. Leider konnte ich nicht für einige Zeit mitarbeiten, doch der freundliche Inhaber beantwortete geduldig meine neugierigen Fragen über australische Apotheken und das dortige Gesundheitssystem … seither kann ich zwar über den Irrsinn im deutschen (bin PTA in öffentl. Apo bei Stuttgart) nicht weniger den Kopf schütteln, aber … bei denen geht es nicht besser … liegt das an „Apotheke“ :-)???!!!

Anja

donnybrook1 donnybrook

„Donnybrook“? Australien hat wirklich die lustigsten Orts-Namen. Ich erinnere mich noch an Plätze wie „Seldom Seen River“ und „Balla Balla“ …

und was wohl das UFO da macht?

Nein! Nicht die Ohrringe!

Die stark geschminkte Frau (etwas zu stark: Modell Fassadenkleister) fragt mich wegen einem Problem an ihren Ohren. Ihre Ohrläppchen sind rot, entzündet und teilweise verkrustet. Und es beisst.

Frau: „Was könnte das sein?“

Im Moment hat sie keine Ohrenringe an, aber ich sehe die Löcher, also frage ich: „Sie tragen normalerweise Ohrenringe?“

Frau: „Ja, wieso?“

Pharmama: „Und das ist an beiden Ohren aufgetreten?“

Frau: „Ja, aber am einen mehr.“

Pharmama: „Was haben Sie bisher versucht?“

Frau: „Nichts weiter, nur die Ohrenringe abgezogen, weil die störten und desinfizierende Wundsalbe.“

Pharmama: „Das ist gut. Ist es dann besser geworden?“

Frau: „Etwas, aber es beisst immer noch ziemlich.“

Pharmama: „Es könnte sein, dass Sie auf ihre Ohrenringe reagieren.“

Frau: „Was? Nein, das kann nicht sein! Die habe ich seit Jahren.“

Pharmama: „Nun, wenn es eine Allergie ist – was ich vermute – kann die auch noch später auftreten.“

Frau (abwehrend): „Das ist sicher keine Reaktion auf die Ohrenringe …“

Pharmama: „Aber es ist besser geworden, seit Sie sie rausgenommen haben?“

Frau (widerstrebend): „Etwas ..“

Pharmama: „Und was für Ohrenringe haben Sie? Aus was bestehen die?“

Frau: „Das ist alles hochwertiger Modeschmuck.“

Pharmama: „Auch dann kann es gut sein. Sehen Sie, man reagiert empfindlicher an den Ohrenlöchern. Ich selber kann auch keine Ohrenringe anziehen, wenn es nicht Gold ist.“

Frau: „Aber ich hatte noch nie Probleme mit meinen Ohrenringen!“

Pharmama: „Ich gebe ihnen eine Cortisonsalbe. Damit sollte es rasch besser werden. Tragen sie es 2 x täglich auf …“

Frau: „Sollte ich es mit einem Ohrenring in die Löcher geben?“

Pharmama: „Nnnein … tatsächlich würde ich – bis das ganz weg ist – total auf Ohrenringe verzichten.“

Frau: „Aber damit käme die Salbe auch in die Löcher …“

Pharmama: „Ja, und wenn es allergisch ist, kommt auch das worauf sie reagieren in die Löcher. Besser nicht. Aussen auftragen reicht.“

Frau: „Und danach kann ich wieder Ohrenringe anziehen? Richtig?“

Pharmama: „Wenn es ganz weg ist, können Sie einen Versuch machen. Aber falls die Reizing wieder auftritt … nun, dann sind Sie sicher, dass das an den Ohrenringen liegt.“

Frau: „Vielleicht, wenn ich ein paar von den älteren versuche? Vielleicht reagiere ich nur auf die neueren?“

Pharmama: „Vielleicht. Aber falls Sie auch bei diesen reagieren – wäre es gut, wenn Sie auf den Modeschmuck verzichten – Sie können aber noch solche aus Gold oder Chirurgenstahl versuchen. Auf die reagiert man meist nicht.“

Frau: „Ich habe keine aus Gold. Dann kann ich meine ganzen Ohrenringe nicht mehr brauchen?“

Man merkt, sie hängt an ihrem Schmuck – Modeschmuck oder nicht.

Pharmama: „Nun – sie werden es versuchen müssen und schauen.“

M… aus

Gestern morgen auf dem Weg zur Arbeit sehe ich eine kleine Maus im Strassengraben sitzen. Das hat jetzt gar nichts mit meinem Post von vor ein paar Tagen zu tun – das hier war eine kleine Feldmaus und sie kam nicht mehr das Betonbord hoch, das da die Strasse begrenzt.

Also denke ich: "Der helfe ich", halte an, knübel ein Blatt Papier zum transportieren heraus (ich werde nicht s gerne gebissen, auch Mausbisse schmerzen) und als ich mich zur Maus runterknie … rennt sie auf die Strasse und direkt unter den Hinterreifen eines Autos das gerade vorüberfährt.

*platsch*

Aus die Maus.

Ich mache jetzt vielleicht doofe Sprüche darüber – aber das hat mich doch etwas mitgenommen. So ein blödes Vieh! Ich wollte ihr doch nur helfen! Die arme Maus.

:-(

The Swiss Confederation of United Nations

.. hach, wie vertrauenserweckend!

Bekomme ich doch ein mail von oben genannter Institution (hätten wohl manche gerne, aber die gibt's nicht) die mir als Scam-Opfer (bin ich nicht, würde ich aber wohl werden, wenn ich auf die mail reinfallen würde) Geld verspricht.

Tatsächlich für einmal ein ziemlich professionell geschriebenes mail:

UNITED NATIONS COMPENSATION COMMISSION,
IN CONJUNCTION WITH THE
EUROPEAN UNION.
AND THE SUPPORT OF WORLD BANK GROUP FACT FINDING, EUROPE.
BERN, SWITZERLAND

Attention: Beneficiary

YOUR COMPENSATION PAYMENT FROM THE $300m GIVEN TO VICTIMS OF SCAM

IMF — Your Email Address has been selected to receive a compensation payment.
UN Information Service — The United Nations Compensation Commission (UNCC) has made available a total of $300,044,579 to some governments for distribution,in a bid to pay all outstanding victims of scams for this fiscal year 2013. The Governing Council met with the Secretary General of the United Nations, Ban ki-moon and held series of meetings. The fund was then made available by adopting a decision early last year (2012) to receive 5% of all export sales of petroleum, petroleum products, and natural gas from 10 countries with a very stable economy for a period of 6 months.
Payment is being made in accordance with the Governing Council's decision in respect of over 19,740 estimated (reported and unreported) cases across the countries. There are five (5) major categories of claims in which the payments would be made, depending on the category your case falls under. Category “A” (claims of individuals who have been scammed below $25,000), Category "B" (claims of individuals who have been scammed above $25,000 up to $50,000), Category "C" (claims of private legal entities who have been scammed above $50,000 up to $100,000), Category "D" (claims of corporate legal organizations who have been scammed above $100,000 up to $150,000) and Category "E" (claims of public sector enterprises who have been scammed above $150,000 up to $200,000).
Further information about how you can receive your money, contact United Nations Association of the UK – uncc.paymentscheme@yahoo.co.uk
The Swiss Confederation of United Nations

wenn es nur nicht von vorne bis hinten erfunden wäre.

Ein Versuch Leute, die schon einmal auf so etwas hereingefallen sind (und entsprechen leichtgläubig) zu erreichen?

Muss der Arzt das wissen?

Hier mal ein Beispiel für ein moralisch / rechtliches Dilemma in der Apotheke. Dazu hätte ich gerne Eure Gedanken und Entscheidungen …

Wir haben einen jüngeren Patienten, der in einem psychiatrischem Wohnheim lebt. Eine tolle Sache in meinen Augen, weil sie so recht viel Freiheit haben und doch Unterstützung, wo nötig.

Aus diversen Gesprächen mit ihm bei den häufigeren Gelegenheiten, an denen er seine Medikamente bezieht, weiss ich, dass er mit dem Arzt eine Abmachung hat – er darf nicht unter ein bestimmtes Gewicht fallen, ansonsten müsste er – zumindest bis das wieder aussortiert ist – in eine … Institution mit grösserer Überwachung. Das will er (verständlicherweise, finde ich) nicht.

Jetzt steht er vor mir weil er demnächst wieder einen Termin beim Arzt hat -und er fragt mich, ob er noch etwas machen kann um an Gewicht zu gewinnen. Er habe im Moment wieder absolut keinen Appetit auf gar nichts. Essen ekelt ihn direkt an. Er zwingt sich, schafft es aber nur gerade sein Gewicht zu halten … und das ist im Moment tatsächlich unterhalb der Grenze, die er haben muss. Die letzten beiden Male ist er beim Arzt davongekommen, weil er kurz vor dem Arztbesuch 2 bis 3 Liter Wasser in sich hineingeschüttet hat und das Gewicht so kurzfristig erhöhte.

Das ist natürlich nicht wirklich eine gute Lösung und könnte neben dem Salzgehalt seines Körpers auch die Wirkung seiner Medikamente recht durcheinander bringen. Ungesund. Genauso wie das Untergewicht nicht gut ist für ihn.

Er will nicht (!), dass wir dem Arzt von seinem Problem erzählen. Er will auch unbedingt auf den Ausflug des Wohnheims mit, den sie später haben – und das dürfte er sicher nicht, wenn der Arzt merkt, dass sein Gewicht zu niedrig ist.

Natürlich versuche ich ihm mit ein paar Tipps zu helfen (Medikamente die wirklich für das sind gibt es da nicht dafür) – Also … lieber einige kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt als wenige grosse, das essen, worauf man Lust hat, Kalorien zuführen, indem man zum Beispiel Rahm statt Milch ins Müesli macht, die Suppe mit etwas Öl anreichert, viel Käse auf die Pasta, Obstsaft – von Vitaminen sagt man, sie steigern den Appetit und Bitterstoffe angeblich auch … wenn jemand bitter mag. Vielleicht auch Proteinshakes zusätzlich zum Essen …

So lasse ich ihn mit ein paar (hoffentlich guten) Ratschlägen gehen …

Aber die Frage bleibt. Sollte ich das nicht dem Arzt mitteilen? Noch ist das Problem nicht gravierend – aber es hatte sicher einen guten Grund, dass der Arzt diese Vorgabe gemacht hat.

So – was tun?