Der „Rundordner“

Der Mann hat das letzte Mal ein neues Blutdruckmedikamente verschrieben bekommen. Er kommt relativ früh nach einer neuen Packung fragen: nach 20 Tagen – er hat eine 30er Packung bekommen, muss aber nur ½ Tablette pro Tag nehmen.

Vorsichtig nachgefragt:  „Gehen Sie demnächst in die Ferien, dass Sie jetzt schon eine neue Packung brauchen?“

Mann: „Nö. Aber sie gehen demnächst aus.“

Pharmama: „Hmm, sie sollten noch eine Weile halten. … Wieviel nehmen Sie denn pro Tag?“

Mann: „1 Tablette“

Pharmama: „Der Arzt hat aber eine halbe Tablette pro Tag verschrieben.“

Mann (unbeeindruckt): „Dann schreiben Sie mir das auf die Etikette.“

Pharmama: „Natürlich – aber, das haben wir das letzte Mal auch schon.“

Mann: „Ach wissen Sie, da habe ich nicht drauf geachtet. Das ist wie bei den Packungsbeilagen, die landen bei mir auch gleich im Abfall.“

… was soll ich dazu sagen?

Pharmama (Einatmen): „In Ordnung, aber bitte halten Sie sich in Zukunft an die Dosierung, die der Arzt gesagt hat: Eine halbe Tablette pro Tag. Falls Sie denken, es wirke nicht genug, nehmen Sie mit ihm Kontakt auf.“

Mann: „Klar.“

Der Mann hat das letzte Mal ein neues Blutdruckmedikamente verschrieben bekommen. Er kommt relativ früh nach einer neuen Packung fragen: nach 20 Tagen – er hat eine 30er Packung bekommen, muss aber nur ½ Tablette pro Tag nehmen.

Vorsichtig nachgefragt:  „Gehen Sie demnächst in die Ferien, dass Sie jetzt schon eine neue Packung brauchen?“

Mann: „Nö. Aber sie gehen demnächst aus.“

Pharmama: „Hmm, sie sollten noch eine Weile halten. … Wieviel nehmen Sie denn pro Tag?“

Mann: „1 Tablette“

Pharmama: „Der Arzt hat aber eine halbe Tablette pro Tag verschrieben.“

Mann (unbeeindruckt): „Dann schreiben Sie mir das auf die Etikette.“

Pharmama: „Natürlich – aber, das haben wir das letzte Mal auch schon.“

Mann: „Ach wissen Sie, da habe ich nicht drauf geachtet. Das ist wie bei den Packungsbeilagen, die landen bei mir auch gleich im Abfall.“

… was soll ich dazu sagen?

Pharmama: „In Ordnung, aber bitte halten Sie sich in Zukunft bitte an die Dosierung, die der Arzt gesagt hat: Eine halbe Tablette pro Tag. Falls Sie denken, es wirke nicht genug, nehmen Sie mit ihm Kontakt auf.“

Mann: „Klar.“

Tablette mit kleinem Loch

Tablette mit kleinem Loch

Tatsächlich nicht nur in der einen Tablette, sondern in allen von der Sorte.

Ist ja auch Absicht: das ist eine spezielle Art der retardierung – also, wie man eine Tablette lang-wirksam macht. Die Hülle ist wasserfest – der Wirkstoff kann nur durch dieses kleine Loch langsam raus.

Weshalb ich mich im Moment lieber im Hintergrund halte …

Diese Woche bin ich nicht so … kundenfreundlich wie sonst. Das merke ich selber: etwas gestresst, etwas zu wenig ausgeschlafen und deshalb überlasse ich im Moment die Front der Apotheke lieber meinen freundlichen Kolleginnen …

Mann am Thresen zu meiner Pharmaassistentin (PA): "Ich habe da eine etwas freche Frage …"

PA: "Ja?"

Mann: "Ich hatte vor einem Monat einen Magenbypass bekommen und die Ernährungsberaterin hat gesagt ich solle Vitamine nehmen."

PA: "Ja. Und?"

Mann: "Sie hat gesagt ich kann auch solche aus der Migros* nehmen. Welche soll ich da kaufen?"

Ich hinten habe das mitbekommen und kommentiere (zum Glück nur halblaut): "Dann versuchen Sie doch das mal in der Migros zu fragen!"

Ich habe wirklich keine Ahnung, was in deren Vitamin-Produkten drin ist. Und obwohl er weiss, dass es etwas frech ist, sich bei uns die Info zu holen, auf was er zu achten hat – und es dann woanders kaufen zu gehen … macht er das.

Im Moment hätte ich wahrscheinlich nicht die Geduld gehabt nach so einer Eröffnung ihn weiter anständig zu beraten. Nicht so meine Pharmaassistentin. Die schafft es sogar freundlich zu bleiben und ihm am Schluss noch etwas zu verkaufen (keine Vitamine allerdings …).

Hättet ihr auch so reagieren können?

*Migros = grosser Detailhändler der Schweiz.