Tampons mit Noppen?

Keine Angst, das ist ein ganz jugendfreier Post.

Morgens früh in der Apotheke. Kaum geöffnet läutet das Telefon. Am Apparat eine Frau – von der Stimme her vielleicht in meinem Alter.

Frau: „Hallo? Sind sie die Apothekerin? Ich habe da eine Frage?“

Pharmama: „Ja. Was ist die Frage?“

Frau: „Ich habe immer die Tampax Tampons …“ fängt sie an.

Und ich frage mich jetzt schon, ob das dafür wirklich die Apothekerin braucht. Aber hier bin ich und ich höre zu.

Frau: „… Und jetzt habe ich eine neue Packung und auf der Packung aussen … das sieht aus als ob das Noppen hätte …“

Pharmama: „Welche Tampax haben sie? Die mit dem Applikator?“

Frau: „Ja, die gelben.“

Pharmama: „Moment, ich gehe schnell eine Packung holen.“

Was immer sie mich fragen will – ich bin sicher, das geht besser, wenn wir beide das Objekt vor uns haben. Also hole ich eine Packung.

Frau: „Sehen Sie da auf der Rückseite die Bilder, wie man das anwendet? Da hat es auf dem Applikator so Noppen drauf. Spürt man die denn nicht beim Einführen? Das will ich nicht! Das stört doch sicher!“

Jetzt … ich muss zugeben (hier im Blog zumindest), dass ich nicht Tampax verwende. Ich brauche seit jeher die OB. Ohne Applikator oder so etwas. Aber auf dem Bild sind da tatsächlich so etwas wie … Rillen drauf.

Pharmama: „Meinen sie diese Rillen?“

Frau: „Rillen oder Noppen – sie sehen sie auch, oder?“

Pharmama: „Ja. Aber das sieht aus, als wären sie unten am Applikator … also da wo man ihn festhält (?). Können Sie das bestätigen?

Frau: „Ich weiss nicht …“

Pharmama: „Sie könnten mal einen aufmachen.“

Frau: „Ah, ja.“

Rascheln – sie macht es,

Frau: „Ja, da hat es Rillen.“

Pharmama: „Und sind die oben oder unten?“

Frau: „Unten.“

Pharmama: „Dann ist es sicher nur, dass man den Applikator besser festhalten kann.“

Frau: „Aber ich will keine Noppen auf dem Applikator!“

Das ist der Moment, wo ich mich frage, was ich getan habe, so früh am Morgen so einen Anruf zu bekommen. Sie meint das ernst. Das ist kein Scherzanruf. Die Noppen / Rillen sind ein Problem für sie. Also hole ich ruhig Luft und nochmals aus:

Pharmama: „Ich denke, dass die wirklich dazu gedacht sind, dass man ihn besser festhalten kann … und dass die Noppen gar nicht …hineinkommen.“

Frau: „Ah so. Das finde ich trotzdem nicht gut, dass sie das gemacht haben. Wer braucht das schon?“

Pharmama: „Das weiss ich auch nicht, aber die neuen, die sind so.“

Frau: „Vielleicht finde ich auch noch irgendwo ein paar alte Packungen, die das nicht haben.“

Pharmama: „Möglich. Wir haben nur noch die neuen hier.“

Frau: „Oder ich nehme den Applikator vorher ab. Na dann, danke und auf wiederhören!“

 

Disclaimer: Ich weiss nicht, seit wann die da drauf diese Halterillen haben … vielleicht waren die auch vorher schon da und sind ihr erst jetzt aufgefallen?

Pharmama in den Medien (6)

Am Wochenende wurde der Blog in der NZZ am Sonntag erwähnt:

nzzaspharmama “

Vom Bloggen leben titelt die Infobox im Segment Unterhaltung S. 10/11.

300’000 mehr oder minder aktive Blogs gibt es laut der Kommunikationsagentur Xeit schweizweit.

und weiter unten:

Blogger, die dank ihrem Engagement Buchverträge ergattern konnten, gibt es auch vereinzelt. Die Apothekerin „Pharmama“ veröffentlichte im Rowohlt Verlag „Gibt es diese Pille auch in grün?“. Das Buch basiert auf Alltagsgeschichten aus der Apotheke, von denen sie seit sechs Jahren auf ihrem Blog schreibt.

Cool. Die Überschrift suggeriert da allerdings etwas, das nicht auf meinen Blog zutrifft, der wirklich nur ein Hobby ist. Leben könnte ich vom Blog nicht. Im Gegensatz zu Mode-Blogs kann ich ja nicht guten Gewissens von Pharmafirmen gesponsert werden :-) und auch mit anderer Werbung will ich den Blog nicht überladen.

Danke an Vanessa Sadeky, die den Artikel geschrieben hat, an Peter, der mir den Ausschnitt geschickt hat, und an McCloud, dank dem ich den ganzen Artikel (und den Rest der Ausgabe)  gekauft und auf den Kindle geladen habe. Dort ist die Formatierung etwas -einfacher. Leider ist die Ausgabe sonst nicht online einsichtlich.

Drohungen

Das Milieu meldet sich zurück. Nein, eigentlich will ich hier nicht das ganze Drogenmilieu verunglimpfen, denn die Erfahrung in meiner Apotheke zeigt mir, dass es da auch sehr viele anständige Menschen drin gibt, die wohl abhängig sind, aber die Umgangsformen nicht vergessen haben und auch freundlich und zuverlässig sein können.

Der Fall hier eher nicht.

Nachdem er bei mir hier im Blog (und auch auf DocCheck) in öffentlichen Kommentaren mehrmals versucht hat an Adressen und Zulieferer für seine bevorzugten Suchtmittel zu kommen, habe ich die Kommentare gelöscht, die darin erwähnten Orte und Namen entfernt und einen davon als Post veröffentlicht.

Den will er jetzt weghaben.

Dafür drohte er mir in den letzten Tagen mehrmals per mail, dass er gerichtlich gegen mich vorgeht, mich verklagt, mir die Polizei in der Apotheke vorbei schickt …

Ausserdem droht er selber einen Blog zu erstellen, um mich zu verunglimpfen…

Dass er, weil er Beziehungen bis ganz nach oben habe, mich auch ohne Folgen für ihn hacken kann und wird und den Blog hier alles lahmlegen, löschen …

Dass er die Apotheken, von denen er bisher (angeblich) seine Mittel ohne Rezept bekommen hat, hier im Blog an den Pranger stellen und überhaupt verpfeifen will …

Er beleidigt mich und bedroht meine Familie … er wisse, wo sie wohne. (Nein, weiss er nicht, der Blog läuft über eine ganz andere Adresse).

Er schreibt noch einiges mehr, vieles davon so wirr, dass kaum zu entziffern ist, was er meint. Irgendwo erwähnt er auch, dass er mir 2kg Kokain unterschieben will … in der Apotheke … und dann die Polizei rufen …

Bei letzterem weiss ich nicht, ob ich laut lachen soll – ich habe gelegentlich schon legalerweise Cocain in der Apotheke, allerdings reines, im 10g Bereich zum Herstellen von Augentropfen.

 

Aber die ganzen Drohungen sind sehr unschön und ich überlege nur noch, ob ich ihn gleich bei KOBIK anzeigen will, oder ob ich warte, bis er auch nur eine seiner vielen Drohungen wahr macht?

Bis auf weiteres habe ich die Kommentare auf „moderiert“ geschaltet, um ihm nicht noch mehr Plattform für Verunglimpfungen zu geben.

Falls der Blog demnächst mal nicht erreichbar sein sollte, wisst ihr weshalb.

Die kleinen weissen …

Das ist der Grund, warum ich so Beschreibungen von Medikamenten wie „Na, die kleinen, weissen Tabletten, die ich am Morgen nehme“ nicht wirklich optimal finde:

tablettenweiss1

aktuelleres Beispiel aus einem Wochendosett. Und das sind noch nicht alle Tabletten, die er nimmt. Das sieht dann so aus:

tablettenweiss2

Das inklusive der grösseren weissen Tabletten und der bunten. Welche darf’s denn sein?

Mikromanager

Kundin, die nach einigen Ausrutschern laut Arzt jetzt nur noch alle X Tage Y Tabletten von ihrem Beruhigungsmittel haben darf, und nun eine Packung verlangt, die über ihr „Kontingent“ geht,

Sie verlangt die Apothekerin zu sprechen (in dem Fall mich) und fängt, kaum dass sie mich sieht an mit: „Hören Sie auf, mich zu mikromanagen! Ich bin doch nicht süchtig!

Nun, ich sage zum „süchtig“ gar nichts … was sollte ich auch. Wenn sie immer noch nicht selber merkt, wie abhängig sie ist – gerade wenn sie sich so verhaltet, kann ich das nicht ändern. Aber erkläre ihr nochmals die Abmachung, die wir mit dem Arzt treffen mussten (weil sie ansonsten unkontrolliert und häufig Packungen bezieht).

„Die Maximaldosierung pro Tag ist laut Rezept und Arzt bei Ihnen 4 Tabletten. Mit den 3 Packungen zu 50 pro Monat sollten Sie gut auskommen UND noch Reserve haben. Es gibt keinerlei Ausnahmen mehr, ausser der Arzt bewilligt das.“

Ihr Kommentar?: „Ich komme mir ja vor wie im Gefängnis!“

Pharmama: „Das tut mir leid zu hören, aber so sind die Regeln jetzt. Sprechen Sie mit dem Arzt direkt ab, wenn Sie mehr brauchen und er schickt uns dafür dann ein Rezept, Dann können Sie es holen.“ 

Inzwischen hat sich das wieder etwas eingespielt … vorletzten Monat brauchte sie auch „nur“ noch 10 Tabletten extra – auch eine vom Arzt bewilligte Ausnahme. Letzten Monat ging es tatsächlich ganz ohne. Diesen wahrscheinlich nicht – immerhin ist Weihnachten. Das stresst noch eine Menge Leute.

Aber auch sonst: natürlich ist es sie, die am Ersten des Monats vorbeikommt und „Meine (sic) Temesta, bitte!“ verlangt. Und sie ist es auch, die, sollte der Erste des Monats auf einen Sonntag fallen, die Tabletten am Samstag schon „braucht“.

Ich find’s leicht tragisch, wenn jemand so abhängig ist, dass sich ein Grossteil des Lebens nur noch darum dreht, dass man möglichst früh an möglichst viele Tabletten kommt.

Und für diejenigen, die vielleicht denken: Was soll der Aufstand? Kann mir ja egal sein, was die ältere Frau mit den Tabletten macht.

Kann mir nicht. In der Berufsbeschreibung steht auch drin, dass ich für die korrekte Anwendung der Medikamente besorgt sein muss und Missbrauch entgegen zu treten ist. Und auch persönlich finde ich, dass man mit etwa 60 noch nicht so alt ist, dass man sagen sollte: das macht jetzt auch nichts mehr, soll sie doch schlucken was sie will …