Was ist schon Allgemeinwissen?

Frage an die Ärzte (auf Reddit): Was musstet ihr einem Patienten sagen, von dem ihr dachtet, es sei Allgemeinwissen?

Das wurde ein Riesen-Thread auf dem Forum … das hier sind Sachen, die mehrmals genannt wurden:

  • Frauen urinieren nicht aus der Vagina. Ja – da unten gibt es 3 „Löcher“.
  • Die richtige Art sich nach dem Toilettengang zu putzen vermeidet Harnwegsinfektionen bei Frauen: von vorne nach hinten.
  • Kondome darf man nicht wiederverwenden, indem man sie nach Gebrauch wendet.
  • Zäpfchen sind vor Anwendung aus der Folie zu schälen.
  • Um Schwanger zu werden, muss man ungeschützen Geschlechtsverkehr haben.
  • Nicht mit dem Bauchnabel und nicht Anal.
  • Um nicht schwanger zu werden sollte man Verhütungsmittel richtig anwenden. Spülungen mit Cola, Aspirin vaginal oder auch nur hüpfen, damit es rausläuft – funktioniert nicht.
  • Frauen bekommen keinen Prostatakrebs – auch nicht nach 50.
  • Wenn der Arzt sagt, es ist eine Fraktur, meint er der Knochen ist gebrochen.
  • Krebs ist nicht eine einzelne Krankheit, es ist ein Überbegriff.
  • Antibiotika helfen nicht gegen Virusinfektionen.
  • Rauchen ist ungesund.
  • Auch venöses Blut ist rot. (Doofe medizinische Diagramme)
  • Impfen macht keinen Autismus.
  • Auch männliche Tiere haben Brustwarzen (Nippel).

Nachdem ich den Post dort gelesen habe kommt mir (wieder) die Idee: ausser der Sexualkunde und Biologie wären ein paar Stunden medizinisches Grundwissen in der Schule auch keine schlechte Sache.

Zu spät für … ?

Junge Frau (JF) mit Pillenrezept. Eine Wiederholung. Aber kein so normaler Bezug:

JF: „Ich habe das eine Zeitlang nicht genommen – jetzt … Ich bin nicht sicher, ob ich das wieder nehmen soll – es könnte sein, dass ich schwanger bin.“

Pharmama: „Im Normalfall fängt man mit der Pille am ersten Tag der Periode an. Wenn Sie die nicht bekommen, dann … in dem Fall wäre es sinnvoll, vorher einen Schwangerschaftstest zu machen.“

Sie kauft einen.

JF: „Und was, wenn ich schwanger bin?“

Pharmama: „Dann sollten sie die Pille nicht nehmen und mit dem Frauenarzt Kontakt aufnehmen.“

JF: „Ummm – wie sieht das aus mit der Pille danach?“

Pharmama: „Wie meinen sie das?“

JF: „Kann ich die nehmen?“

mir schwant übles.

Pharmama: „Wie lange ist es her seit dem Geschlechtsverkehr?“

Frau: „2 Wochen.“

Pharmama: „Nein, das ist viel zu lange. Die Pille danach können sie bis maximal 72 Stunden danach nehmen.“

JF: „Meine Freundin sagt, man kann auch einfach 2 Pillen nehmen.“

Pharmama: „Was? 2 normale Pillen, wie diese hier? (Zeige auf ihre normalen Pillen) – Nein.“

(Ich habe schon gehört, dass das im Internet anstelle der Pille danach empfohlen wird. Das funktioniert allerdings nur mit der richtigen Pille – nicht die, die sie hat, man bekommt eine nicht so gesunde Dosis Östrogene dazu … und auch hier nur innerhalb desselben Zeitrahmens)

JF: „Nein, 2 von der Pille danach, dann gehe das auch.“

Pharmama: „Nein.“

JF: „Meine Freundin sagt das. Was kann ich denn sonst machen, wenn ich nicht schwanger sein will?“

Pharmama: „Zum Frauenarzt gehen. Es gibt noch andere Möglichkeiten als die Pille danach. … nach der Zeit fällt das allerdings unter Abtreibung.“

JF: „Oh. Okay.“

Ich will hoffen, dass der Test negativ ist.

Die Pille danach ist NICHT die Abtreibungspille.

Apotheke ohne Toilette

Es titelt die Apotheke Adhoc: „Apotheker: kein Klo für Kleinkinder“

Situation: der Sohn gerade 2 Jahre und frisch ohne Windeln muss auf die Toilette. Die Mutter geht mit ihm in die Apotheke und die Angestellte in der Apotheke verweist sie auf das nahgelegene Kaufhaus, da sie selber keine öffentlichen Toiletten haben. Auf dem Weg dorthin ist es zu spät für den Kleinen, also wird das Geschäft auf dem Gehsteig verrichtet. … und hinterher wird im Internet das Ganze gross reklamiert.

Jaaa –  Auch wir haben nur eine Mitarbeitertoilette. Kunden lassen wir da aus verschiedenen Gründen nicht drauf … und verweisen Anfragen genau so auf das Kaufhaus nebenan. Das aus verschiedenen Gründen. Hauptsächlich: Die Mitarbeitertoilette ist für die Mitarbeiter (und wird auch von ihnen gereinigt), Kunden da drauf zu lassen (oder manchmal auch nur Angehörige) hat in der Vergangenheit schon verschiedene Male zu … Sauberkeitsmängeln geführt. Ausserdem ist die Toilette in den Hinterräumen, wobei man am Labor vorbeikommt und am Lager – das ist Nicht mehr der Kundenbereich, enthält sensible Stoffe (auch Chemikalien, unseren BG Schrank, Sicht auf geschäftssensible Daten)  und wer sich dort aufhält ist ein Mitarbeiter – oder muss in Begleitung eines Mitarbeiters sein. Ich brauche die Mitarbeiter aber vorne zum Beraten und Bedienen und nicht hinten am warten, bis jemand mit dem Toilettengang fertig ist.

Das gilt auch für Kleinkinder. Oh ja – ich weiss, wie schnell es manchmal gehen muss. Als der Junior frisch seine Windeln los hatte, da wusste ich, dass zwischen Ansage „ich muss mal“ und der Tat nicht viel Zeit liegt, da das mit dem „Gschpüren“ noch nicht richtig funktioniert. Auch ich habe schon den Einkaufswagen stehen lassen und bin mit ihm durchs Kaufhaus gerannt auf der Suche nach der nächsten Toilette. Und auf dem Spielplatz hat er das „kleine“ Geschäft auch schon an einen Baum ganz hinten verrichtet. Ich denke, die Lösung zu dem Problem ist, dass man weiss, wo man eine Toilette findet – und wo nicht. Die Apotheke gehört definitiv zu „wo nicht“.

P.S. für die Schweiz gibt es auch eine App, wo man die nächste öffentliche Toilette findet. Natürlich gibt es noch mehr Toiletten: in grossen Kaufhäusern etc. Aber die ist hilfreich, wenn man weiss, dass man schneller mal eine finden muss: WC-Guide

Aber Frage an Euch: habt ihr denn eine Toilette in der Apotheke, die für Kunden zugänglich ist?

Good Omens (Rezension)

Das Ende ist nah! Und es ist selten so amüsant zu lesen gewesen.
Good Omens von Neil Gaiman und Terry Pratchett: Das Gemeinschaftsprodukt zweier so unterschiedlicher Schreiber hätte gut in die Hose gehen können – aber irgendwie funktioniert es. Und entwickelt dabei einen Humor, der auf eine dunkle Art an Douglas Adams erinnert. Der Antichrist wird auf die Erde geboren – dummerweise passiert dabei eine Verwechslung, an der der Dämon Crowley nicht ganz unschuldig ist. Wahrscheinlich liegt es daran, dass er – genau wie der Engel Aziraphale schon etwas zu lange auf der Erde weilt … und sich zu sehr an die Menschen und ihre seltsame Art gewöhnt hat. Die beiden Agenten von Gut und Böse sind sich manchmal selber nicht ganz sicher, was denn jetzt der Plan ist, der hinter allem steckt – einen Plan muss es ja geben, genau so, wie es eine finale Schlacht zwischen Gut und Böse geben muss, bei der vielleicht die Welt untergeht, aber das Gute am Ende gewinnt. Oder … wird es?

Der Antichrist wächst also in unkontrollierter Umgebung auf und niemand weiss, was an seinem 11. Geburtstag passiert, wenn er seine wahre Macht erhält. Der Hexenjäger hat zwar einen Nachfolger für seinen Beruf gefunden aber trotz immer seltsamer werdender Situationen weltweit keinen Schimmer, wo er heute noch eine Hexe findet, für die er seinen Lohn bekommt. Und die eine wirklich Hexe ist damit beschäftigt ihr Buch mit Prophezeiungen wiederzubeschaffen oder zumindest mit ihren Notizen darübe alles zu unternehmen, damit Armageddon nicht stattfindet.

Das Werk ist schon etwas älter (um 1990 erschienen), weshalb manch moderne Geissel wie das Handy darin nicht auftauchen – allerdings bekommen Telefonverkäufer ganz schön ihr Fett ab und auch die sozio-ökologischen Kommentare sind nicht wirklich überholt.
Das Buch brauchte für mich ein paar Seiten länger als gewohnt, bis die Story Fahrt aufgenommen hat und die Handlungsfäden zueinander finden, aber die Figuren (spezifisch der nicht ganz so böse Dämon und der nicht ganz so perfekte Engel) fand ich phantastisch cool.
Die Kindle Version enthält tatsächlich Fussnoten (hallo Gedankenknick!) … was etwas seltsam ist und technisch wohl auch nicht gut machbar. Die Sternchen sind Links, die einen ganz ans Ende des Buches führen … für manchmal nur ein, zwei ergänzende Sätze, die gelegentlich auch in den Handlungsablauf gepasst hätten … auch wenn der schon genug Wendungen macht.
Fazit: Lesespass für zwischendurch! Teuflisch gut und himmlisch böse.