die muss ich unbedingt mit Junior versuchen!
So sieht das Rezept eines Selbst-dispensierenden Arztes aus

Da versteht man doch gleich viel mehr, weshalb die selbstdispensierenden Ärzte sich so gegen das Rezept-Ausstellen wehren: da müssten sie sich noch tatsächlich mal neue Rezeptblöcke anschaffen!
Ja, das Rezept ist auch so noch gültig – bei uns kann man das ja fast machen, wie man will, solange die nötigen Informationen drauf stehen und es Original-Unterschrieben ist. Aber echt jetzt: der braucht seine Rezeptformulare wirklich nie. Neue Telefonnummer! 1992??
Danke an Robert – der in einem SD Gebiet arbeiten muss – für’s einsenden!
Wie übersteht man den Notdienst am besten?
Frage von Leserin Chrissy:
Hallo liebe Pharmama, ich habe das Buch “Haben sie diese Pille…“ verschlungen. Und der Blog hilft mir täglich dabei zu wissen, das man nicht allein ist. Die Situationen erlebt man so fast täglich. Ich habe bald meinen ersten Notdienst und bin schon sehr aufgeregt. Gibt es da noch ein paar Geheimtipps, wie man das gut durchsteht?
Das gebe ich gerne an meine erfahrenen Blog-Leser weiter. Was hilft Euch? Wie sind Eure Erfahrungen?
Der Notdienst kann sehr unterschiedlich ausfallen – es kommt auch darauf an, ob man ihn in einer Gross-Stadt hat oder in einer kleinen Apotheke auf dem Land. Die Frequenz ist da sehr unterschiedlich. Wir übernachten im Notdienst noch in der Apotheke – in anderen kann es aber sein, dass man auf telefonischen Abruf erst in die Apotheke kommt (geht natürlich auch nur, wenn man nicht allzu weit entfernt wohnt).
Ich war anfangs so nervös, dass ich im Notdienst nicht schlafen konnte. Zu viel Adrenalin. Das gibt sich aber mit der Zeit, wenn man merkt, dass die Patienten halt (zum Glück) meist nicht am verbluten sind vor der Apotheke und man bekommt mit der Erfahrung auch die nötige Ruhe – selbst wenn man im Notdienst halt mehr „auf sich alleine gestellt“ ist, als tagsüber. Keine helfenden Mitarbeiter, die man fragen könnte, Rückfragen bei den Ärzten sind auch nur beschränkt möglich (vor allem wenn das Rezept länger vorher ausgestellt wurde), manches hat man nicht an Lager und muss es durch etwas ersetzen, das jetzt da ist … Aber irgendwo macht das auch den Reiz aus, wenn man so gefordert wird.
Das ist das, was ich dazu sagen kann – was meint ihr?

Für wie lange genau?
Kommentar des Patienten: „Der Arzt hatte ein bisschen Mühe mit seinem Programm, das als Dauerrezept einzugeben …“

Ja, nein. Ist klar. Ich gebe das jetzt mal als ein Jahr bei mir ein.
Keine Ahnung, weshalb gerade 367 Tage. Nächstes Jahr ist wieder ein Schaltjahr, aber auch dann komme ich nur auf 366 Tage.
6 Monate scheint es in dem Programm auch nicht zu geben – dafür schreiben sie jetzt 180 Tage.
Wie genau muss ich das eigentlich befolgen?
Was kannst Du als Apotheker/in erwarten?
Bald schliesst eine neue Generation Apotheker ihr Studium ab (gratuliere Euch!), aber andere sind noch nicht so weit und überlegen sich vielleicht noch, ob das etwas für sie ist. In dem Zusammenhang höre ich häufiger diese Fragen:
Würdest Du wieder Apothekerin werden? Oder: magst Du Deinen Beruf?
Für mich hier und jetzt kann ich beide Fragen mit „Ja“ beantworten. Ich würde zwar nicht noch einmal das ganze Studium und die Ausbildung durchlaufen wollen – einerseits, weil das enorm anstrengend war, andererseits, weil ich nicht gern etwas doppelt mache. Aber für die Schweiz ist Apothekerin (immer noch) ein sehr attraktiver Beruf, der Verantwortung und Ansehen mit sich bringt.
Ich bin dankbar, dass uns hier nicht derart Steine in den Weg gelegt werden wie den Apothekern in Deutschland, die politisch faktisch zu Handlagern und Angestellten der Krankenkassen gemacht werden und denen immer mehr Verantwortung weggenommen wird … dabei könnten sie das genau so wie wir hier auch: Patienten beraten und betreuen. Die richtige Medikation (selber) aussuchen. Wir stehen wirklich noch im Patientenkontakt und sind nicht reine Dispensierer und Tablettenabzähler und Krankenkassen-Kontrolleure wie die Apotheker in den USA, die praktisch nur noch auf Verlangen nach vorne kommen um den Patienten zu beraten.
Natürlich gibt es auch hier immer mehr Bürokratie und immer mehr Dokumentation – aber uns lässt man die Patienten richtig anschauen und danach handeln (ob etwas selbst behandelt werden kann, oder zum Arzt muss), uns lässt man noch die Generika selber auswählen (nicht nur nach finanziellen Aspekten, sondern auch nach pharmakologischen!), wir tragen die Verantwortung und dürfen dem Patienten Vorbezüge machen (wenn der Patient das Rezept vom Arzt nachliefert). Wir dürfen Wiederholungen auf bestehende Rezepte machen und sogar ausnahmsweise einzelne rezeptpflichtigen Medikamenten ohne Rezept abgeben.
Was kannst Du erwarten, wenn Du Apothekerin wird?
- Erwarte keine traditionellen Arbeitszeiten. Wer eine Karriere in der Offizin-Apotheke verfolgt, versteht, dass auch der Apotheker (und die Apothekerin) als medizinische Fachperson und Angestellte im Gesundheitssystem im Normalfall keine 8 bis 5 Uhr Schichten zu erwarten hat. Durchgehende Arbeitszeiten ohne „offizielle“ Mitagspausen. Morgen – oder Abendschichten, teils verlängerte Öffnungszeiten, Samstagsarbeit und nicht zu vergessen Notfalldienste. Das geht im Normalfall gut, wenn man die Arbeitspläne möglichst lange vorher bekannt sind … dann kann man auch damit noch gut ein Sozialleben und sogar eine Familie haben.
- Erwarte, dass Du nie aufhörst zu lernen. Nach dem Studium ist nicht einfach fertig damit. Es kommen neue Wirkstoffe und Medikamente auf den Markt, altbekanntes wird aufgrund neuerer Erkenntnisse zurückgezogen (Erinnert sich noch jemand an Vioxx?), Vorschriften und Richtlinien ändern sich (früher waren die meisten Frauen in der Menopause auf Hormonpräparaten) und wenn man da nicht fast ständig am Ball bleibt, merkt man bald, wie sich das Unwissen akkumuliert. Irgendwann wird das peinlich und noch später gefährlich.
- Erwarte Änderungen im Gesundheitssystem – es bleibt nichts, wie es ist. Neben den neuen Erkenntnissen auf medizinischem Feld, ändert sich auch das des Systems. Früher musste man alles in der Apotheke zahlen und dann selber der Krankenkasse einschicken, heute ist das eher die Ausnahme. Dafür muss aber die Versicherungsdeckung praktisch zeitgleich überprüft werden. Früher gab es kaum Generika – heute immer weniger Originalpräparate. Und es gibt Vorschriften, wann man die zu empfehlen und abzugeben hat. Neue Vorschriften und Limitationen betreffend Medikamente – und deren Übernahme durch die Krankenkassen. Die Dokumentation wird wichtiger als die Herstellung. Jetzt kommen langsam die Elektronischen Rezepte und irgendwann kommt auch die Gesundheitskarte mit zentral gespeicherter Patienteninformation.
- Du musst nicht in die Apotheke stehen. Mit dem Pharmazie-Studium kannst Du auch andere Nischen finden. Es gibt Spitalapotheker, Apotheker in der Pharmaindustrie in Forschung und Herstellung und Apotheker in der Registrierung: wo die Medikamente und ihre Studien von den Behörden getestet und zugelassen werden.
Für die Zukunft hier … ich bin gespannt. Ich erwarte, dass die Arbeit des Apothekers auch weiterhin als wichtig angesehen wird und als zunehmend wichtige Stütze in unserem Gesundheitssystem (ich sag nur mal: Ärztemangel). Ich hoffe, dass wir mehr eingebunden werden in die Patientenbetreuung (zum Beispiel Einstellung und Kontrolle chronischer Beschwerden wie zum Beispiel des Blutdrucks) und dass wir in Zukunft auch selber impfen dürfen.
Dieser Beitrag wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung (aber ohne Beeinflussung) von Pharmapro. Der Ort für jetzige und zukünftige Apotheker und wo sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer finden:
RX1 ?
Gelegentlich bin ich mit dem Zug unterwegs. Und dabei ist mir schon vor einiger Zeit die Graffiti überall aufgefallen. Irgendwann beim anstarren der vorbeiziehenden bunten Wandbilder, habe ich gemerkt, dass einiges davon lesbar ist. Da steht NoFX, Limo und dann RX1. Oder RX1! Oder RXXXXX1!
Rx – wie auf den amerikanischen Rezepten? Oder wie was? (ja, ich weiss, typisch deformation professionelle).
Aber einmal gesehen …. sah ich das auf einmal überall. Bei Bern, bei Zürich, bei Basel:

Manchmal gross, manchmal kleiner: Ja, da steht Limo (und noch mehr), aber im Limo als „Tag“: rx1!
ich habe versucht ein paar Fotos zu machen, aber manches war zu schnell vorbei (deshalb unscharf):

Ich bin beeindruckt. Nicht unbedingt von der künstlerischen Qualität – aber von der Menge. Ich sag Euch: überall. Achtet mal auf das. Ist das eine Person, die das überall gemacht hat? Benutzen da mehrere das selbe „Kürzel“? Was bedeutet das?
(Falls ihr es schafft ein Foto zu machen, könnt ihr mir das auch schicken an pharmama08 (at)gmail. com)

