Ich brauche noch eines!

Der ältere Mann kommt in die Apotheke gehumpelt direkt zu meiner Pharmaassistentin Donna: Wo ist die Frau, die mich heute morgen am Knie verarztet hat? Das Pflaster hat nur 2 Stunden gehalten – ich brauche ein neues!“

Ja, am Knie ist schwierig, aber mal abgesehen davon hat ihn meine Kollegin wohl gratis verarztet und irgendwie … finde ich das jetzt frech.

Donna wohl auch: „Ich kann die Apothekerin holen, dass sie sie noch einmal verarztet, aber … das erste Mal ist gratis, wenn wir das wiederholt machen, dann kostet das etwas.“

Mann: „Ach was! Ich brauche doch nur ein neues Pflaster drauf!“

Zack hat meine Pharmaassistentin eine Packung in der Hand und meint dazu: „Das ist kein Problem, die kosten nur 2.70.- und sie kriegen grad 5 Stück.“

Mann: „Ja … Nein … dann halt nicht!“

Und stampft wieder raus.

Frech.

Nachgefragt bei der Kollegin, die ihn am Morgen hatte: da kam er mit einer Schürfwunde am Knie, die schon mehrere Tage alt ist. Wollte auch nichts kaufen, aber dass sie ihm ein Pflaster drauf-pappt. Sie hätte das sonst anders verbunden, aber er bestand auf Pflaster. Am Knie. Kein Wunder hält das nicht.

Leserstimmen zu „Einmal täglich“ – the bugfix

Eine Rezension von thebugfix.net (hier in Auszügen, den ganzen Text findet man auf seinem Blog)- Danke Dir!

Die grauen Comic-Zeichnungen aus der Feder der Apothekerin zeigen einen alles andere als grauen Alltag und unterstreichen die Texte auf eine besondere Art. Das ein oder andere Bildchen entlockt einem dabei einen ‚Stirnklatscher‘: „Oh mann, daß kann doch nicht wahr sein.“

Zu guter Letzt lernt man dann noch die ‚dunkle Seite‘ der Apothekerin kennen. Wer auf schwarzen Humor steht, wird hier hervorragend bedient.

Zusammengefasst ist Einmal täglich ein kurzweiliges Buch zum Schmunzeln und empfiehlt sich besonders für diejenigen, die dem Blog von Pharmama nicht folgen. Aber auch der regelmäßige Leser des Blogs kommt auf seine Kosten.

Schlechte Wortwahl

Ein Mann ruft in der Apotheke an, um seine Medikamente vom Dauerrezept zu bestellen. Darunter ist auch ein Medikament das wir noch nicht an Lager haben – weshalb man ihm sagt, er kann es am nächsten Morgen nach Bestelleingang abholen.

Dummerweise stellt sich dann beim Bestellen heraus, dass das Produkt momentan nicht lieferbar ist. Man schafft es von woanders welche kommen zu lassen – nur dauert das einen Tag länger.

Deshalb ruft die Pharmaassistentin (PA) ihm an – auf die im Dossier festgehaltene Telefonnummer.

Eine Frau nimmt ab.

Wegen des Patientengeheimnisses ist meine PA vorsichtig und fragt erst mal nach, ob der Mann selber hier ist.

Antwortet die Frau: „Wir sind im Moment nicht zusammen.“

Deshalb verabschiedet sich die Kollegin und schreibt auf den Bestellzettel: Medikament kommt später von xxx da nicht lieferbar. Versucht anzurufen, nicht erreicht. Nummer im Dossier von Exfrau??

Aus Gründen des Patientengeheimnisses soll ja auch solche einfache Info wie die Nicht-Lieferbarkeit eines Medikamentes nicht an andere als die betroffene Person weitergegeben werden.

Der Mann kommt dann tatsächlich am anderen Morgen und ist sehr verwundert, als man ihn nach der aktuellen Nummer fragt – da er ja nicht mehr dort wohne?

Es war dann offenbar doch nicht die Exfrau sondern die immer noch aktuelle Frau … und sie hat mit ihrem „nicht zusammen“ wirklich nur gemeint, dass er momentan nicht anwesend ist.

Hoppala.

Zumindest hat er es mit Humor genommen … und amüsiert sich seitdem damit, dass er uns Grüsse von seiner Ex-Frau ausrichtet …

Nur nicht in grün!

Herzige, ältere Frau mit Rezept in der Apotheke:

1 OP Perindopril Mepha 5 mg 30 Stück

Dauerrezept 6 Monate

Frau: „Aber geben Sie mir die weissen Tabletten, die grünen vertrage ich nicht!“

Pharmama: „Umm? Was passiert, wenn Sie die grünen nehmen?“

Frau: „Dann bekomme ich Husten.“

Pharmama: „Ah ja? Wann husten Sie denn?“

(Ich habe nämlich einen Verdacht)

Frau: „Meist abends. So ein trockenes Husten.“

Pharmama: „Das ist interessant. Und bei den weissen passiert das nicht?“

Frau: „Ich glaube nicht.“

Pharmama: „Weil – das Perindopril ist ein ACE Hemmer. Diese Wirkstoffklasse ist bekannt dafür, dass die Husten machen können als Nebenwirkung. Dann ist es egal, ob die Tabletten weiss oder grün sind.“

Frau: „Ah – aber ich hatte ursprünglich Coversum. Die haben keinen Husten gemacht. Dann hatte ich ein Generikum mit weissen Tabletten, das ging auch. Dann eines mit grünen – und seitdem ich die nehme, habe ich Husten.“

Ich sollte hier noch einschieben, dass sie bisher woanders wohnte und noch kein Rezept bei uns hatte – ich kann also nicht nachschauen, welche sie bisher gehabt hat und ständig zu wechseln finde ich auch nicht gerade förderlich. Aber … ich glaube ihr. Sie weiss was sie nimmt, Coversum ist das Original und es ist bei ihr nicht so, dass sie Generika grundsätzlich abgeneigt ist – tatsächlich will sie welche. Halt nur keine grünen.

Pharmama: „Nun – dann versuchen wir es mit den weissen Tabletten – aber wenn sie davon immer noch Husten, müssen Sie das dem Arzt melden, damit er ein anderes Blutdruckmedikament aufschreibt.“

Nach längerem Suchen habe ich dann weisse Perindopril Tabletten gefunden: Sandoz und Actavis. Interessanterweise sind die Orignal-Coversum auch grün – so wie die vom Arzt aufgeschriebenen von Mepha.

Mein Dank hier an die documed und compendium.ch mit der neuen Funktion, wo man auch die Tabletten gleich anschauen kann! Echt praktisch für so etwas.

Tabletten bestellt, erst mal eine kleine Packung zum schauen, und ihr gegeben … Und: anscheinend geht das mit den neuen (weissen) Tabletten.

Interessant.

Zur Klarstellung

Nach diesem etwas verwirrlichen email-Austausch sehe ich mich genötigt, hier ein paar Sachen klar zu stellen.

Zwischen dem 7.12.2012 und 04.12.2012 kann ich keine Email lesen oder beantworten
Bitte nennen Sie mir den Preis für folgendes Produkt in €  – Rezept liegt vor
Neues Pflaster Capsaicin  179mg — in Deutschland: Qutenza —
Mein e-mail (entfernt)
Freundliche Grüße und eventuell Geschäft
H.

guten Tag Herr H,
da ich keine Medikamente verkaufe, gebe ich auch keine Preisauskünfte. Für die rezeptpflichtigen Medikamente können sie aber auf der Seite http://med.mymedi.ch/index selber nachschauen.
mit freundlichen Grüssen
Pharmama

Bitte seien Sie freundlich und sagen Sie mir ob ich auf einer schweizer Seite bin oder Slowakei. Die Preise sind in CHF. Danke H.

Also noch einmal ganz langsam und zum mitschreiben:
Das hier (hier!) ist keine Versandapotheke, nicht einmal eine Online-Apotheke. Das hier ist ein persönliches Blog.
Deshalb verkaufe ich hier auch keine Medikamente. Nix Geschäft.
Verschicken könnte ich Medikamente auch nicht, selbst wenn ich ein Rezept bekäme – das darf ich als Apotheke in der Schweiz nicht.
Schweiz! Das .ch in der Blogadresse und dem von mir genannten Link und die Preise dort in CHF (Franken) dürften darauf hindeuten.
Ich spreche und schreibe auch in Deutsch (oder zumindest Düüütsch :-) )
Und vielleicht sollten sie doch mal ihrem e-mail header entfernen … der ist seit 3 Jahren veraltet.