Apotheken aus aller Welt, 626, Kiryat Gat, Israel

Nochmals Florian aus Israel:

Eine große Ketten-Apotheke in Kiryat Gat, einer mittelgroßen Stadt (für unsere Verhältnisse in Mitteleuropa eher eine Kleinstadt) in der Nähe des Gaza-Streifens

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etwas mehr aus der Nähe – auch hier sind zumindest in den Schaufenstern und im Eingangsbereich hauptsächlich Kosmetika zu finden. Werbung für westliche Kosmetika ist auch hier – wo sich eigentlich keine Touristen hin verirren – oft auf Englisch und in lateinischen Buchstaben. „Super-Pharm“ ist übrigens der Name der Kette – auch in den Hebräischen Buchstaben wurde genau diese „Aussprache“ ausgeschrieben.

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Tüte

Der Mann kommt abends, als es ruhiger ist in die Apotheke – er ist beladen mit Einkäufen in dünnen Plastiktüten.

„Haben Sie mir einen ihrer Plastiksäcke? Die sind besser als die im Kaufhaus nebenan.“

Pharmama: „Brauchen Sie sonst etwas?“

Mann: „Nein, habe ich alles dort geholt.“

Pharmama: „Dann macht das 50 Rappen.“

Mann: „Waaass?! Sicher nicht!“

stürmt empört wieder raus

Ja – auch wenn ich vielleicht einen Rüffel dafür bekomme: unsere Plastiksäcke gibt es zu einem Einkauf. Von mir aus auch zu einem Mini-Einkauf. Aber die haben wir bezahlt – und ich sehe nicht ein, weshalb ich das einem Nicht-Kunden gratis geben sollte. Ja, die sind besser als die im Kaufhaus (dicker, blickdicht, fester) – das hat auch seine Gründe- und auch dort verlangen sie für die besseren Taschen etwas.

Würdet ihr so was machen? In einem Geschäft einkaufen und dann dafür in einem anderen eine gratis-Tasche abgreifen dafür?

Apotheken aus aller Welt, 625, Jerusalem, Israel

ich verfolge schon lange Deinen Blog, habe ihn abonniert, und finde ihn super und informativ (auch von der medizinischen Seite her) – und wollte mich nun auch mal an Deiner Sammlung Apothekenphotos beteiligen. Die Fotos sind aus Israel (genauer: Jerusalemer Altstadt, Kiryat Gat – eine Kleinstadt in der Nähe des Gazastreifens  dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv).

Altstadt Jerusalem, eine kleine Gasse irgendwo im arabisch geprägten Teil des Christlichen Viertels – eine kleine, arabisch geführte Apotheke, hauptsächlich mit Kosmetika für die Touristen – die meisten Marktstraßen der Altstadt bestehen aus alten Gebäuden, die im Erdgeschoß solche Mini-Läden haben, und darüber wohnen die Bewohner

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Altstadt Jerusalem, eine kleine Gasse direkt hinter dem Jaffa-Tor, im Christlichen Viertel – eine weitere kleine Apotheke, ein deutlich moderneres Gebäude als das Bild zuvor

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die selbe Apotheke wie das Bild zuvor, Apothekenschild (in Israel nicht „genormt“) in Großansicht – von oben nach unten in Englisch (für die Touristen) und Hebräisch, Arabisch und Griechisch für die Bewohner der Altstadt (hauptsächlich orthodoxe Juden, arabische, griechisch-orthodoxe und armenische Christen sowie arabische Muslime) – die Apotheke liegt quasi auf der Grenze zwischen christlichem und armenischem Viertel, das Jaffator in der Nähe ist einer der Haupt-Zutrittspunkte für Touristen – dementsprechend auch die Schaufensterwerbung für Totes-Meer-Kosmetika in dem Photo davor

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Ganz herzlichen Dank an Florian!

Nicht mit allen Medikamenten ist gut Auto fahren

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Eine ganze Reihe von Krankheiten kann die Fahrfähigkeit beeinträchtigen oder aufheben, dagegen können Medikamente gegebenenfalls die Fahrfähigkeit Kranker wiederherstellen. Auf der anderen Seite können bei Medikamenten aber Nebenwirkungen auch verkehrsrelevante Einschränkungen hervorrufen.

Es denkt leider immer noch kaum jemand daran, dass eine Medikamentenwirkung bzw. -nebenwirkung ein Problem beim Autofahren sein könnte. Dabei kann das Fahren z.B. unter Schlafmittel-Einfluss eine schwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz sein, die den Führerausweisentzug und ein Strafverfahren zur Konsequenz hat.

Im Gegensatz zu Alkohol kann es für Medikamente aber keine „Null-Lösung“ geben. Alkohol braucht es im Strassenverkehr wirklich nie, manche Medikamente dagegen schon, denn viele Menschen können erst mit Hilfe von Medikamenten am Strassenverkehr teilnehmen (z.B. bei Diabetes, Bluthochdruck und psychischen Erkrankungen).

Da es bei Medikamenten eben keine Grenzwerte gibt und geben kann, gilt die Eigenverantwortlichkeit. Apotheker und Ärzte wissen um verkehrssichere Alternativpräparate, sie müssen aber spezifisch danach befragt werden. Dabei sollte man daran denken, dass auch rezeptfreie Medikamente die Fahrfähigkeit negativ beeinflussen können.

Bei gleichzeitiger Aufnahme mehrerer Wirkstoffe z.B. in einem Mischpräparat oder durch Kombination verschiedener Medikamente potenzieren sich die Wirkungen in den meisten Fällen.

Alkohol, auch in geringen Mengen, kann die (Neben-)Wirkungen der Medikamente, die die Fahrfähigkeit einschränken, erheblich verstärken. Wechselwirkungen mit Alkohol können bei den meisten verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Medikamenten wie zum Beispiel einem Grippemittel oder Hustensirup auftreten.

Problematische Medikamentengruppen:

  • Schmerzmittel inklusive Rheuma und Hustenmittel-Kombinationen
  • Antiallergika – vor allem die alten machen müde, kann aber auch bei neueren auftreten Cetirizin (Zyrtec, Ceteco), Chlorphenamin (Arbid gtt), Clemastin (Tavegyl), Dimenhydrinat (Trawell), Dimetinden (Feniallerg), Doxylamin (Sanalepsi), Hydroxyzin (Atarax), Meclozin (Itinerol B6), Oxomezanin (Toplexil), Pheniramin (NeoCitran),
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel (Hypnotika und Sedativa):
  • Stimulanzien (inkl. Appetitzügler) – Coffeintabletten …
  • Psychopharmaka v.a. Antidepressiva und Neuroleptika
  • Mittel gegen Bluthochdruck – wenn es zu Hypotonie kommt (andererseits neigen Leute mit Bluthochdruck zu aggressiver Fahrweise)
  • Mittel gegen Diabetes – wenn es zu Unterzuckerung kommt.
  • Erkältungsmittel – Speziell Mittel, die den Hustenreiz blockieren (Codein, Dextrometorphan)
  • Muskelrelaxantien: Baclofen (Lioresal), Tolperison (Mydocalm), Tizanidin (Sirdalud), …
  • Augenerkrankungsmittel (wegen Herabsetzung der Sehleistung -manchmal nur kurzfristig)
  • Langzeitbehandlung mit Kortison (Prednison) Trübung der Linsen und Verminderung der Sehkraft)

Deswegen sollte die Packungsbeilage sorgfältig gelesen und die vorgeschriebene Einnahmedosis nicht überschritten werden. Nicht nur die falsche oder übermässige Einnahme von Medikamenten, sondern auch deren plötzliches Absetzen kann riskant sein. Apotheker und Arzt können ihnen im Einzelfall Auskunft geben. Wenn Unsicherheit darüber besteht, ob im Strassenverkehr noch optimal reagiert werden kann, sollte auf das Fahrzeuglenken verzichtet werden.

Ich brauche noch eines!

Der ältere Mann kommt in die Apotheke gehumpelt direkt zu meiner Pharmaassistentin Donna: Wo ist die Frau, die mich heute morgen am Knie verarztet hat? Das Pflaster hat nur 2 Stunden gehalten – ich brauche ein neues!“

Ja, am Knie ist schwierig, aber mal abgesehen davon hat ihn meine Kollegin wohl gratis verarztet und irgendwie … finde ich das jetzt frech.

Donna wohl auch: „Ich kann die Apothekerin holen, dass sie sie noch einmal verarztet, aber … das erste Mal ist gratis, wenn wir das wiederholt machen, dann kostet das etwas.“

Mann: „Ach was! Ich brauche doch nur ein neues Pflaster drauf!“

Zack hat meine Pharmaassistentin eine Packung in der Hand und meint dazu: „Das ist kein Problem, die kosten nur 2.70.- und sie kriegen grad 5 Stück.“

Mann: „Ja … Nein … dann halt nicht!“

Und stampft wieder raus.

Frech.

Nachgefragt bei der Kollegin, die ihn am Morgen hatte: da kam er mit einer Schürfwunde am Knie, die schon mehrere Tage alt ist. Wollte auch nichts kaufen, aber dass sie ihm ein Pflaster drauf-pappt. Sie hätte das sonst anders verbunden, aber er bestand auf Pflaster. Am Knie. Kein Wunder hält das nicht.

Leserstimmen zu „Einmal täglich“ – the bugfix

Eine Rezension von thebugfix.net (hier in Auszügen, den ganzen Text findet man auf seinem Blog)- Danke Dir!

Die grauen Comic-Zeichnungen aus der Feder der Apothekerin zeigen einen alles andere als grauen Alltag und unterstreichen die Texte auf eine besondere Art. Das ein oder andere Bildchen entlockt einem dabei einen ‚Stirnklatscher‘: „Oh mann, daß kann doch nicht wahr sein.“

Zu guter Letzt lernt man dann noch die ‚dunkle Seite‘ der Apothekerin kennen. Wer auf schwarzen Humor steht, wird hier hervorragend bedient.

Zusammengefasst ist Einmal täglich ein kurzweiliges Buch zum Schmunzeln und empfiehlt sich besonders für diejenigen, die dem Blog von Pharmama nicht folgen. Aber auch der regelmäßige Leser des Blogs kommt auf seine Kosten.