Apotheken aus aller Welt, 721: Rom, Italien

Die ersten 2 Apotheken im 2017 kommen von Biene aus Deutschland: (Danke!)

Ich habe inzwischen auch meine Mama mit dem Fotografieren von Apotheken im Ausland angesteckt, so dass ich dir heute zwei Fotos von ihr schicke.
Sie war in Rom und hat eine wirklich alte Apotheke am Trevi-Brunnen fotografiert. Die wurde 1552 gegründet und nennt sich sogar „Antica Farmacia Pesci“.

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Die andere Apotheke „Farmacia Tor Millina“ liegt in der Nähe des Piazza Navona.

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Ein schlechter Start in den Morgen

Morgens bin ich häufig noch nicht so … fit. Das nur vorausschickend.

Ich schaue, dass Junior aufsteht und sich anzieht, dann gehe ich raus zum Elektrovelo … das steht nur deshalb vor der Türe und nicht im Keller, weil ich am Vortag Junior von der Schule abgeholt habe und er sein Velo normalerweise vor der Türe parkt. Am Vortag hat es in Strömen geregnet. Heute morgen ist es bitterkalt. So kalt, dass mein Velo praktisch eingefroren ist.

Den Sattel muss ich erst mal freikratzen, damit ich nicht auf einer Eisschicht sitze. Dann bekomme ich das Schloss nicht auf – total festgefroren. Also gehe ich zurück ins Haus um einen Föhn zu holen, wo ich auf meinen Mann treffe, der nun auch aufgestanden ist um Morgenessen mit Junior zu machen. Er hat eine bessere Idee und schnappt sich den Mini-Bunsenbrenner (der für die Creme brûle), damit geht es schneller.

Als ich endlich dazu komme, das Velo anzuschalten, sehe ich, dass die Batterie sehr niedrig ist. Richtig! – die wollte ich gestern noch wechseln. Also gehe ich die andere Batterie holen, nur um festzustellen, dass die genau so niedrig ist. Das Ladegerät war aus irgendeinem Grund nicht eingesteckt. Nun, dann muss es halt irgendwie so gehen. Hin komme ich damit. Zurück … wird einfach etwas anstrengender.

Ich komme dann endlich an. Nur etwas später als sonst. Ich schliesse das Velo ab mit dem Schlüssel (der im Schloss steckt) und laufe zur Apotheke, während ich in allen Taschen nach meinem Schlüsselbund mit Karabiner suche, wo ich den Veloschlüssel immer anhänge. Vor der Türe der Apotheke wartet schon der eine Lehrling … und ich suche immer noch nach dem Schlüsselbund. So ein Mist! – verloren werde ich ihn nicht haben, aber …

Ich rufe mittels Natel rasch zu Hause an, wo mein Mann gerade Junior zur Schule schickt. Ja – mein Schlüsselbund hängt noch an der Wohnungstür … und jetzt kommt zum Glück Urs mit dem Schlüssel, so dass wir die Apotheke noch rechtzeitig öffnen können.

Argh. Kennt ihr das? Wenn es einmal hackt …

(Übersetzungshilfe für nicht-Schweizer: Velo = Fahrrad, Föhn = Haartrockner, Natel = Smartphone)

Aus der Rubrik ungewöhnliche Rezepte …

Von Apomi (aus Deutschland):

Für deine Rubrik ungewöhnliche Rezepte hätte ich eines aus Eritrea. Hatte ich auch noch nicht.

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Eritrea? Ziemlich weit gereistes Rezept.  Ausländische Rezepte sind immer so ein Thema. Im Gegensatz zu Deutschland, die (Dank EU) Rezepte aus EU-Ländern anerkennen (müssen), müssten wir in der Schweiz Rezepte aus dem Ausland nicht grundsätzlich ausführen. Wo es vernünftig ist, können wir das dafür als „Abgabe eines rezeptpflichtigen Mittels als Ausnahme ohne Rezept“ handhaben. Also: wenn klar ist, dass das gesundheitlich notwendig ist – und ein Rezept, auch ein ausländisches ist dafür doch ein eher guter Hinweis. Problematisch ist oft, dass nicht bekannt ist, wie die Rezepte in dem Land denn aussehen. Fälschen ist so viel einfacher. Deshalb schaut man noch besser hin, für was etwas ist. Das Rezept oben würde ich nach den sonst nötigen Abklärungen betreffend Identität des Patienten, anderen Medikamenten etc. wohl ausführen (1 Packung, Dankbarerweise ist da der Wirkstoff angegeben, der international ist und nicht ein Markenname) aber ich würde schauen, dass der Patient für die Weiterbehandlung zu einem Arzt hier geht.

(Interessant finde ich noch das „don’t remove this copy“ auf dem Rezept. Ganz offensichtlich wurde es doch mitgenommen. Woher?)

Rezeptprogramme beim Arzt – braucht noch etwas Arbeit?

Weil auch die ausgedruckten Rezepte nicht der „Weisheit letzter Schluss“ sind. Sie sind zwar einiges einfacher für uns in der Apotheke zu lesen (da man nichts entziffern muss) und man kann in der Praxis wunderbar eintragen, wie der Patient das jetzt anwenden soll (plus das ist dort sicher grad im eigenen Patientendossier so gespeichert). Wahrscheinlich zeigt einem bei den Programmen grad noch an, was es denn so gibt an Medikamenten und wie sie von der Krankenkasse übernommen werden. (Oder?)

Aber irgendwie … tja. Das Rezept hat mich vorgestern zum lachen gebracht:

Das wäre sicher nicht passiert, wenn das nicht mit einem Programm erstellt wird. Wer sieht es?

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… Ich soll dem Patienten also vom Nasic Nasenspray grad ein ganzes, gefülltes Display abgeben? :-) – Ich dachte immer, man sollte Nasenspray gezielt und nicht andauernd anwenden, also … 9 Stück aufs Mal?

Schon klar. In der Zeile verrutscht und nur das erste gelesen. Aber das Rezept hat noch ein paar andere Unregelmässigkeiten. Vielleicht kennt sich der Verschreiber noch nicht gut mit dem Programm aus – jedenfalls wurde die Anwendung handschriftlich nachgetragen und dann auch noch ein „Meerwasserspray“ angehängt … war davon kein Medikamentenname bekannt? Naaprep, Rhinomer, Fluimare, Mare Mepha, vielleicht auch noch Otrivin Meer und Triofan naturel – auch wenn die nicht physiologisch, sondern hyperton sind. Leider werden die von den Krankenkassen kaum bezahlt. Ebenfalls nicht (mehr) übernommen werden die Nasobol zum inhalieren. Und zu guter letzt habe ich aus dem Sinupret mit 3×2 Dragees pro Tag die Sinupret forte gemacht – mit 3×1 Dragee.

Braucht doch noch etwas Arbeit das ganze. Was wohl eine Versandapotheke aus dem Rezept gemacht hätte?

Die Deutschen Apotheken brauchen Deine Hilfe!

Die Deutschen Apotheken brauchen Deine Hilfe!

gesundheitssystemingefahr

Ja, Deine. Auch wenn Du vielleicht im Moment ausser bei der gelegentlichen Erkältung sonst nicht viel mit der Apotheke zu tun hast. Irgendwann kommt der Moment, wo Du, oder Dein Kind oder deine Eltern notfallmässig Medikamente brauchen. Der Moment, wo es wichtig ist, dass die Apotheke den Patienten persönlich kennt, weil nur so die Beratung auch ankommt, nur so kontrolliert werden kann, ob das Medikament wirklich passt und Veränderungen bei chronischen Krankheiten erkannt werden können. Oder der Moment, wo die Apotheke ein Medikament, das so nicht im Handel ist, selber herstellt und abgibt (Kinderdosierungen zum Beispiel). Und dann kann die Apotheke für Dich da sein.

Damit das auch weiterhin so bleibt: Geh‘ in die Apotheke und unterschreib die Petition.

„Wir wollen ein starkes Signal an die Politik senden und zeigen, dass der Wunsch nach dem Erhalt unserer guten Versorgungsstruktur in der Bevölkerung groß ist. Ich bitte alle Apothekenkunden und Patienten, für die Zukunft der Arzneimittelversorgung in Deutschland zu unterschreiben“, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Das ist wichtig für die Apotheken, dass sie dafür mit ihren Patienten ins Gespräch kommen und die Konsequenzen des EuGH-Urteils vom 19. Oktober erklären. Und es ist wichtig zu erläutern, warum wir ein Gesetz brauchen, das den Versandhandel wie in den meisten anderen europäischen Ländern auf nicht verschreibungspflichtige Medikamente begrenzt.“ (Quelle: ABDA)

Mehr lesen über Arzneimittelpreise und das EuGh Urteil auf der Seite der deutschen Apothekervereinigung.

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Zur Zeit sammeln wir und viele andere deutsche Apotheken Unterschriften gegen ein Urteil, dass der Europäische Gerichtshof im Oktober gefällt hat. Durch dieses Urteil wird ausländischen Versandapotheken erlaubt sich beim Versand von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln über deutschen Recht hinwegzusetzen, an das wir als Ihre Apotheke vor Ort weiter gebunden ist. Das ist so, als ob der Europäische Gerichtshof entscheiden würde, dass ausländische Paketdienste sich in Deutschland nicht an die deutsche Geschwindigkeitsbegrenzung halten müssen. Dadurch entsteht ein Wettbewerbsnachteil, den wir nicht hinnehmen wollen. Die Lösung kann nicht sein, nun für alle die „Geschwindigkeitsbegrenzung“ aufzuheben. Die bestehenden Gesetze und die Arzneimittelpreisverordnung dienen dem Schutz der wohnortnahen Versorgung und das rund um die Uhr auch im Nachtdienst – Genauso wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf bestimmten Strassen dem Schutz der Verkehrsteilnehmer dient.
Unterstützen Sie die Aktion durch Ihre Unterschrift bei Ihrem nächsten Besuch in der Apotheke!
(Quelle: Bären Apotheke Erkrath)

Bitte.

Ironisches in der Apotheke

Von Sonja: Aus der Rubrik Ironie des Schicksals  (im Notdienst):

Anruf 22.00 Uhr, Mann : „Haben Sie fertige Cool-Packs?“

Apothekerin: „Nein. Nur Kalt-/Warm-Kompressen, die sie in den Kühlschrank legen müssen.“

Mann: „Oh. Ich bräuchte die Fertigen. Einen Kühlschrank haben wir gerade nicht zur Verfügung…. Aber ich bin am Bein verletzt und es schwillt schon an.“

Apothekerin: „Was ist denn passiert? Sind sie umgeknickt?“

Mann: „Nein… * druckst rum * ...mir ist der Kühlschrank auf den Fuß gefallen…“

(Autsch!)