Warum nur? Warum, warum?

Ja, warum kann Junior nachdem er im Tagi gewesen ist, nicht mal eine Nacht ruhig verbringen? Genauso wie heute Nacht. Um 3 Uhr musste er unbedingt was zu Essen haben … sobald wir herausgefunden haben, was das Problem war und ihm ein Fläschchen gemacht haben, war wieder Ruhe. Kriegt er nicht genug zu Essen in der Tagi? Sie haben mir das Gläschen wieder retourgebracht, das ich eingepackt habe, aber ich habe ihnen ja gesagt, er muss nicht unbedingt das essen, solange er genug anderes bekommt. Offensichtlich will er zusammen mit ihnen am Tisch essen – dasselbe wie sie. Kann ich ja verstehen.
Anscheinend klappt das aber nicht – ich muss wohl nochmals mit ihnen sprechen.

Jedenfalls brauche ich nach der Nacht eine Aufheiterung. Da kommt mir das hier gerade recht:


Das Lied ist übrigens „The lion sleeps tonight“ von den Tokens.

Beratung für … nix

Heute scheint eine Menge nur über den Preis zu laufen, anstatt über die Qualität. Ich denke, das ist ein Problem, das eine Menge Fachgeschäfte haben werden, nicht nur Apotheken (mein Mann klagt jedenfalls über dasselbe).

Man berät den interessierten Kunden ausführlich über das Für und Wider eines oder mehrerer Produkte – und dann geht der Kunde mit dem Wissen in den Discounter, weil er dort das Produkt (oder ein ähnliches) ein paar Franken günstiger kriegt.

Man beansprucht also die Zeit und das Wissen der Fachperson und der Dank für diese Dienstleistung  ist gar nichts.

Es mag schon sein, dass man für Produkte in der Apotheke mehr zahlt als -sagen wir mal im Supermarkt. Man sollte allerdings bedenken, dass es meist einen Grund dafür hat. Zum Beispiel die inzwischen weitverbreiteten und freiverkäuflichen Mineralstoff- und Vitaminpräparate. Denken sie ernsthaft, dass die Präparate die sie frei in der Migros oder dem Coop aus dem Regal nehmen können gleichwertig sind wie die, die sie in der Apotheke bekommen? In letzteren steckt eine Menge mehr Forschung und Wissen. So werden z.B. manche Mineral-Salze besser aufgenommen als andere, so dass 300 mg Magnesiumcitrat nicht gleichwertig sind mit 300 mg Magnesiumcarbonat. Manchmal macht auch tatsächlich das Verhältnis verschiedener Mineralstoffe den Unterschied oder auch die verwendeten Hilfsstoffe.

In dem Zusammenhang möchte ich die Geschichte einer befreundeten Apothekerin erzählen, die im Keller der Apotheke, wo sie zum arbeiten einsprang, diverse Packungen Vitamin C Brausetabletten aus der Migros gefunden hat. Sie waren in einem Regal, angeschrieben mit „Placebo Brausetabletten„.

Nun, Placebos sind Medikamente, die keinen Wirkstoff enthalten, sie werden in der Forschung eingesetzt als Vergleichspräparate oder (selten) vom Arzt verschrieben, wenn der etwas ausprobieren will. Aber wie gesagt: Placebos enthalten keinen Wirkstoff, deshalb war meine Kollegin erstmal entsetzt als sie die Packungen gesehen hat. Als sie jedoch die Inhaltsangaben gelesen hat, hat sie verstanden. Mit der geringen Menge Vitamin C (=Ascorbinsäure) in den Brausetabletten, geht alles bei der Bläschenentwicklung der Brausetablette drauf. Denn die Bläschen entstehen, wenn Natriumcarbonat mit Säure (in dem Fall die Ascorbinsäure) zu Kohlendioxid zersetzt wird. Also hat man am Schluss ein Glas Sprudelwasser ohne Vitamin C.

Clever, nicht? Und für den Laien kaum zu merken.

Juniors Entwicklung

Ich gehe nicht sehr gerne mit Junior auf den Spielplatz. Jedenfalls nicht zu den Zeiten, zu denen sich viele andere Mütter dort tummeln.

Nicht, dass Junior keine Freude hätte an Spielplatz und anderen Kindern. Er liebt es zu schaukeln und wenn andere Kinder da sind, hängt er ihnen immer dicht auf den Fersen, um zu sehen, was sie so machen.

Nein, mein Problem sind mehr die Mütter. Es scheint sich ein Konkurrenzdenken zwischen Müttern zu ergeben, sobald man mehrere an einem Fleck hat. Es liegt vielleicht zum Teil daran, dass manchen das Gesprächsthema fehlt neben ihren Kindern.

Wie dem auch sei, die Gesprächsentwicklung verläuft für meinen Geschmack zu oft in voraussehbaren Bahnen. „Wie alt ist er/sie denn?“ „Oh, und er krabbelt noch?“ oder „Er redet noch nicht? meine Julia hat schon mit 13 Monaten ‚Mama‘ gesagt“, oder „Ja, ja, Jungen brauchen oft länger, bis sie … etc. etc“.

Dazu ein paar Bemerkungen: Manche Eltern tun so, als ob es ihr Verdienst wäre, das ihr Kind krabbeln gelernt hat oder schon mit 10 Monaten laufen konnte. Das ist es nicht! Oder haben sie ihrem Baby vorgekrabbelt? Haben sie ihrem Baby ausführlich erklärt, wie es sein Gleichgewicht halten muss, die Knie etwas anwinkeln und die Füsse voreinander setzen? Kaum. Das einzige was man tun kann, ist die Umstände so günstig wie möglich zu gestalten.

Aufsitzen, krabbeln und laufen ist etwas, was Babys aus eigenem Antrieb und durch eigene Erfahrung lernen. Sie haben einen enormen Willen zu lernen und sich weiterzuentwickeln und es macht Spass, ihnen zuzusehen. Na klar ist man Stolz. Und wie! Aber man sollte sich darüber im klaren sein, dass man selbst nicht sehr viel dazu beigetragen hat.

Und genauso wenig kann man etwas dagegen, wenn das Kind halt nicht so früh diese Dinge tut. Es hat auch meist gar keinen Sinn, sich deshalb Sorgen oder Vorwürfe zu machen.

Interessierten Eltern empfehle ich das Buch von Remo H. Largo: „Babyjahre. Die frühkindliche Entwicklung aus biologischer Sicht“. Darin zeigt er sehr schön die Entwicklungsschritte, die ein Baby und Kleinkind macht und sagt dabei auch immer wieder deutlich, dass jedes Kind sein eigenes Entwicklungstempo hat.

 

Ich sage das alles nicht, weil Junior in irgendeinem Sinne langsam wäre. Nein, nein! Dies sind seine bisherigen Erfolge:

4 Monate: er dreht sich selber auf den Bauch

5 Monate: er hebt seinen Po

6 Monate: er dreht sich vom Bauch wieder zurück auf den Rücken

7 Monate: er sitzt selber auf

8 Monate: er zieht sich an Möbeln auf

9 Monate: der erste Zahn, das erste Mal durchschlafen

13 Monate: er läuft

Ich bin ja so stolz!  … Und wie macht sich ihrer?

Schlaflos in …

Nein, nein, so schlimm ist es denn auch nicht. Etwas geschlafen habe ich. Nur eben nicht so viel – oder: nicht genug. Vorbei die Zeiten, als man den Sonntag Morgen gemütlich im Bett fläzend verbringen konnte. Junior ist, wie alle Kleinkinder, Frühaufsteher. Und wir damit gezwungenermassen auch.

Um das klarzustellen: Ich liebe Junior. Er war ein Wunschkind und ich habe lange genug überlegt, ob es denn auch der richtige Zeitpunkt in unserem Leben ist, ein Kind zu bekommen. Ich bin immer noch der Überzeugung: Ja!

Aber: (das als Warnung, für alle, die noch am überlegen sind): seitdem habe ich keine Nacht mehr durchgeschlafen. Keine.

Seit 15 Monaten. Genau genommen sind es aber ein paar mehr, denn eigentlich fängt das schon in der Schwangerschaft an. Da noch dezent, indem man immer öfter mal nachts auf die Toilette muss – das Baby drückt auf die Blase.

Dann nach der Geburt heisst es stillen, erst alle 3 Stunden, dann alle 4 Stunden. Irgendwann ist es dann soweit, dass das Baby nachts nichts mehr zu essen braucht und durchschläft – theoretisch jedenfalls.Tatsächlich wacht man trotzdem immer wieder auf, wenn Junior schreit, weil er den Nuggi verloren hat, oder weil er schlecht geträumt hat, oder weil er hustet … und morgens ist es um spätestens 7 Uhr soweit, dass er wach ist und aufstehen will.

In Wirklichkeit ist das ja alles nicht so schlimm. Man gewöhnt sich sogar recht gut dran. Ausser es ist eben Sonntag morgen und man denkt daran, wie schön es jetzt wäre …eben.

Aber wie müde man auch ist, und wie anstrengend der Tag auch war, wenn Junior einmal schläft kann ich ihm nicht mehr ärgerlich sein. Ist er nicht ein Engel? Unser kleiner Schlafräuber!

Wie man keine Erkältung bekommt

Junior hat aus dem „Tagi“ mal wieder eine nette Erkältung mit nach Hause gebracht. Obwohl ich durch die Arbeit in der Apotheke eine gewisse Grundimmunisierung habe, läuft es im Normalfall doch so ab, dass Junior den aktuellen Erreger mitbringt, dann bekommt ihn mein Mann und dann ich.

Eigentlich weiss ich ja, was hilft, dass man eine Erkältung nicht bekommt. Der Trick kommt aus der Physiologie/Anatomie Vorlesung.

Die Theorie geht so: die meisten Erkältungserreger sind Viren. Viren müssen in Zellen aufgenommen werden, um sich dort zu vermehren und weitere Zellen anzustecken, also um die Krankheit auszulösen. Erkältungsviren brauchen aber zur Aufnahme in die Zelle spezielle Strukturen auf deren Oberfläche, sogenannte Rezeptoren. Die Rezeptoren, die die Erkältungsviren brauchen (auf den Zellen in der Nase) sind aber nicht immer auf der Zelloberfläche präsent, sondern sie werden erst bei Erregung der Zelle ausgefahren.

Um also zu verhindern, dass die Viren in die Zellen kommen und sich vermehren darf man diese Zellen nicht erregen.

Das heisst: man darf sich nur nicht an die Nase fassen in der Erkältungszeit, v.a. nicht, wenn Virenträger um einen herum sind.

Das tönt einfacher als es ist. Es ist das gleiche Prinzip wie beim Eisbär. Sie wissen schon: „Denken Sie jetzt NICHT an einen Eisbären mit blauen Augen!“

und? – ich vermute mal, sie haben trotzdem an ihn gedacht, oder?

Selbes Prinzip beim Nase anfassen. Sobald man daran denkt, macht man’s auch schon.

Mist. Und schon ist’s passiert und ich bekomme die Erkältung. Ich kann es schon fühlen.