Du weißt, du bist ein Apotheker, wenn …

Du weißt, du bist ein Apotheker, wenn …

  • Du die Leute danach beurteilst, ob sie Generika akzeptieren oder nicht.
  • Du den Leuten sagst, sie sollen die abgelaufenen Medikamente in ihrer Hausapotheke entsorgen … aber etwa die Hälfte in der eigenen Hausapotheke sind auch schon drüber.
  • Einige Medikamente in der Hausapotheke haben ein X drauf (machen wir auf retournierte Medikamente in der Apotheke drauf)
  • Du schon einmal jemandem nicht gesagt hast, was du beruflich machst, um die unweigerlich folgenden Fragen betreffend ihrer Medikamente (oder der Kosten derselben) zu umgehen.
  • Wenn Du hohe Ansprüche daran stellst, was den perfekten weissen Schurz ausmacht – speziell waschbarkeit und bügelfreiheit, weissheit und die richtige Anzahl Taschen.
  • Überhaupt: Weisse Schürzen. Auch in Deiner Wohnung an ungewöhnlichen Orten.
  • Wenn Du Apotheken im Ausland oder unterwegs als touristische Stopps ansiehst.
  • So praktisch jeder Block und Kugelschreiber, den Du besitzt (oder besessen hast) das Logo einer Pharmafirma oder eines Medikaments darauf hat.
  • Wenn Du einen Film siehst oder ein Buch liest und dich über die inkorrekte Darstellung von Medikamenten nervst. Beispiel: „Sie hat sich vor der Reise gegen Malaria impfen lassen.“ Es gibt keine Impfung gegen Malaria.
  • Du einen Deiner Kunden ausserhalb der Apotheke antriffst, der Dich fast nicht erkennt und sagt: „Sie sehen anders aus in richtiger Kleidung.“

(idee nach http://pharmacychick.com)

Aufgeflogen

Die Patientin, der wir die Schlaftabletten nach Absprache mit dem Arzt nur noch Tages-dosis-weise abgeben (und: Nein, Keinerlei Ausnahmen), finden wir auf der Sperrliste wieder.

Entzückend!

Dass sie hochgradig abhängig ist von den Dingern wissen wir – daher auch die fraktionierte Abgabe (wie es im Fachjargon heisst). Sie zeigte auch immer typisches Suchtverhalten – ich kann die Geschichten gar nicht alle wiedergeben, wie oft sie schon Tabletten verloren hat, sie angeblich gestohlen wurden, die Freundin welche brauchte, es ihr selbst mehr schlecht geht psychisch und sie darum mehr braucht, jemand in der Familie gestorben ist und sie darum nach XY Stadt gehen muss an die Beerdigung und darum vorher die Tabletten braucht …

Trotzdem hatten wir damit ihre Tabletteneinnahme ziemlich unter Kontrolle … dachten wir.

Aber die Frau ist clever. So wie's aussieht hatte sie mit zumindest einer anderen Apotheke und mindestens einem anderen Arzt ähnliche Abmachungen. Dass das so lange gut gegangen ist, zeugt von straffer Organisation: sie durfte nie die Ärzte und zugehörige Apotheken verwechseln …

Jedenfalls hat sie jetzt doch einen Fehler gemacht … und ihr ganzes Kartenhaus aus Lügen ist zusammengebrochen.

Auch sie darf jetzt nur noch von einem Arzt in einer Apotheke die Schlafmittel beziehen. Und dank der Sperrliste, die an alle Apotheken regional herausgegeben wird, wissen das jetzt alle.

Tja.

Lieber Partner: Tut mir leid.

Beleibtere Frau in der Apotheke: „Haben Sie mir nicht längere Applikatoren für diese Vaginalcreme?“

Sie zeigt mir das Mittel, das sie benutzt.

Pharmama: „Äh, Nein. Eigentlich haben die die richtige Länge …“

Ich wollte noch etwas bezüglich der Dosierung sagen … werde aber unterbrochen:

Frau: „Aber nicht für mich – mein Bauch ist zu dick um damit in meine Scheide zu kommen!“

Keine Ahnung, was ich dazu sagen soll.

Pharmama: „Soweit ich gesehen habe, sind die auch von anderen Marken nicht länger. Tut mir leid.“

Frau: „Dann muss ich wohl meinen Partner fragen, ob er mir hilft?!“

Pharmama: „Das wäre eine Idee.“

Frau (sarkastisch): „Na, der wird sich freuen …“

Abgang.

Tut mir leid.