Der Dank geht dieses Mal an meine Eltern, die mir die folgenden Apotheken aus ihren letzten Ferien mitgebracht haben:
Kategorie: Apotheke
optische Musterpackung 3
Das ist die dritte Portion der bisher im Blog veröffentlichten Comics in und um die Apotheke.
Diese und noch viel mehr Cartoons gibt’s überarbeitet und in Buchform aufbereitet jetzt auch zu kaufen!
für alle und jeden: Einmal täglich:
auf Amazon und Createspace
und für diejenigen, die alle (oder zumindest die meisten der Cartoons) ohne Erklärungen verstanden haben gibt es: Einmal täglich – Essentials
“Essentials” ist auch für den Kindle und für alle E-Book Reader erhältlich, zum Beispiel bei Apples iBook-Store, Thalia, Ciando, Weltbild …
*Ja, die sind von mir. Urheberrecht vorbehalten. Wer eines davon brauchen will (on- oder offline): braucht meine Einwilligung. (Und bringt eine Quellenangabe – online ein Link.)
Wieso So! ?
Zahnarztrezept für ein Schmerzmittel und ein Antibiotikum. Netterweise Computergeneriert (gut lesbar) – und hinter dem Medikamentennamen ein sic! Ebenfalls maschinengeschrieben.
Das bedeutet, der Arzt will, dass man das abgibt und nichts anderes.
Jetzt … ist es so, dass dieses Antibiotikum erst mal immer noch teurer ist (etwas) als das Generikum und ich das Generikum an Lager habe, das Original aber bestellen muss. Hier sind die beiden auch Problemlos austauschbar. Von daher verstehe ich das sic! nicht.
Beim Patienten abgeklärt, ob er irgendwann einmal Probleme hatte mit dem Generikum oder weshalb das da so steht.
Hat er nicht. Weiss er auch nicht, wieso.
Zahnarztrezepte müssen gleich in der Apotheke bezahlt werden, die Krankenkasse in der Schweiz übernimmt das in der Regel nicht – ausser vielleicht man hat eine spezielle Zahn-Zusatzversicherung und schickt die Rechnung selber ein.
Der Patient hat nicht sehr viel Geld. Ich biete ihm an, dem Arzt anzurufen und zu fragen, ob ich es nicht doch ersetzen kann.
Mache das.
Antwort des Arztes: „Natürlich können Sie das ersetzen. Können Sie das nicht selber bestimmen?“
„Nicht, wenn da ein Sic! auf dem Rezept steht. Haben Sie das nicht gesetzt?“
„Nein – das ist ein automatischer Textbaustein bei uns im Computersystem.“
Ummm – Was?!
Meine Vermutung: Computerprogramm der Praxis gesponsert von Pharmafirma. Und dann ist halt das sic! mit drin. Dem (Zahn-)Arzt war nicht bewusst, was das dann nach sich zieht – es war auch eine Gemeinschaftspraxis, also ist er wohl selber nicht für die Einführung des Rezeptierprogrammes verantwortlich.
Und ich frage mich: Wie oft wurde das schon nicht angezweifelt / nachgefragt und man hat (zum finanziellen Nachteil des Patienten und Vorteil der Pharmafirma) dann das Original genommen oder gar bestellt?
Impfunwillige Halter
Ich habe nicht so viel mit Tiermedizin zu tun (unsere Apotheke ist nicht darauf spezialisiert), aber manches bekomme ich trotzdem mit, wenn die Patienten über ihre kleinen Lieblinge erzählen. Manches Mal muss ich mir auch an den Kopf fassen, was da an Miss-Information herum ist.
Erst Mal: Ja, Tiere können genauso krank werden wie Menschen auch. Sie bekommen Diabetes und müssen dann Insulin-Spritzen bekommen, manche bekommen auch Krebs, sie können sich den Magen verderben und es gibt eine Menge Krankheiten, die sie haben, die wir im Gegenzug nicht bekommen. Gegen manche dieser Krankheiten gibt es Impfungen. Ich persönlich würde ja daruf hören, wenn mir der Tierarzt eine Impfung für die Katze oder den Hund empfiehlt, aber auch da gibt es Impfverweigerer. Natürlich nicht die Tiere selber, sondern die Halter.
Manchmal hören sich die Gründe noch halbwegs vernünftig an – wie bei der Katzenhalterin, die ihre Katzen (3 Stück) nicht geimpft hat, weil das ja reine Hauskatzen sind und nicht in Kontakt mit anderen Katzen kommen.
Das stimmte – bis zu dem Zeitpunkt, als die Frau ins Spital musste und -mangels Nachbarn, willigen Verwandten oder Freunden, die die 3 aufnehmen konnten- einen Platz für sie suchte. Stellt sich heraus, dass Tierheime und andere Tierhorte keine ungeimpften Tiere aufnehmen.
Und dann war da noch die Tierhalterin, die nicht impfen wollte, weil sie nicht wollte, dass ihr Hund autistisch wird.
Mal abgesehen davon dass ich nicht weiss, ob Hunde überhaupt autistisch sein können, der Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus wurde inzwischen mehrfach widerlegt und der ehemalige Arzt (inzwischen mit entzogener Probation), der den Zusammenhang erst überhaupt hergestellt hat (lies: Studien manipuliert dafür) wurde extern dafür finanziert (lies: geschmiert für seine Falschaussagen.)
Die Tierhalterin hatte keine eigenen Kinder, also übte sie ihre Impfunwilligkeit einfach per Hund aus.
Katzenseuche und Hundeseuche sind reale Krankheiten mit oft üblem Ausgang (die Tiere erbrechen und haben blutigen Durchfall, oft bis zum qualvollen Tod) … aber davon könnte ein Tierarzt hier sicher mehr erzählen – und auch von den unwilligen Haltern.
Apotheken aus aller Welt, 583: Graz, Österreich
Von Maggy: Merci!
Bei einem Tagesausflug nach Graz konnte ich ein paar Apotheken einfangen. Die Adlerapotheke befindet sich auf dem Hauptplatz.

Eurogewinne in der Apotheke? Was? Wo?
Der Mindestkurs wurde aufgehoben. Der Franken ist unglaublich stark. Für den Laien hört sich das tatsächlich nach einer guten Sache an … bekommt er doch mehr für sein Geld . Naja, zumindest, wenn er im Ausland einkauft – der Wirtschaft im Lande selber tut das nicht speziell gut – wie ich hier sozusagen im Logenplatz mitbekomme.
Anscheinend bekommt der schweizerische Apothekerverein jetzt Anfragen, weshalb die Apotheken die „Eurogewinne“ denn nicht weitergeben.
… Was für Gewinne?
Ich möchte hier kurz die Situation der Apotheken in der Schweiz überreissen, in vielleicht etwas einfacheren Worten (und nicht so schönen) wie der Apothekerverein.
Eine Apotheke ist Teil des Gesundheitssystems, untersteht einer Menge Gesetzen, Regulierungen und Vorschriften, bekommt aber kein Geld vom Staat. Sie fällt unter normale Kaufmännische Unternehmen und muss im wirtschaftlichen Umfeld überleben können.
Vom Betriebsaufwand einer Apotheke fallen 2/3 unter Warenaufwand (lies: in einer Apotheke hauptsächlich Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel etc.)
Die Apotheke darf nur in der Schweiz zugelassene Medikamente anbieten.
Sie bezieht alle Medikamente in der Schweiz. (Keine Reimporte erlaubt).
Die Preise für von der Krankenkasse übernommene Medikamente sind vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) festgelegt (in der Spezialitätenliste SL nachsehbar). Diese werden an den Eurokurs angepasst – aber nicht wöchentlich.
OTC Medikamente und andere Ware – also solche, die vom Patienten selber bezahlt werden, beziehen Apotheken von einem Grossisten in der Schweiz – der hat sie vom Hersteller.
Momentan sind Preisreduktionen der Industrie (Hersteller) aufgrund Wechselkursgewinne nicht vorhanden. (Stand 30.1.15)
Momentan ist es auch so, dass die Schweizer Grossverteiler nur einige wenige Produkte zum Aktionspreis anbieten – womit sie sich zwar Kritik entziehen, aber diese Aktionen sind nicht mehr als zu anderen Zeiten.
Wenn die Apotheke Rabatte bekommt vom Grossverteiler oder Hersteller, gibt sie die auch gerne an die Kunden weiter.
Viel Luft ist aber nicht mehr drin bei den Apotheken. In den letzten Jahren hatten wir 3 verordnete Preissenkungsrunden bei den SL-Medikamenten. Aktuell beträgt die Preisdifferenz zu den Vergleichsländern +/- 5%. Jede 3. Apotheke in der Schweiz ist jetzt schon in der Existenz gefährdet. Preissenkungen um weitere 20% können nur durch tiefere Personalkosten (lies: Stellenabbau) aufgefangen werden, da Mieten, Versicherung und Infrastrukturkosten nicht sinken.
Wir hier in den Apotheken bieten mit guter Infrastruktur, die stetig angepasst wird und qualifiziertem Personal, das immer weitergebildet wird hochstehende Dienstleistungen an. Wir verkaufen nicht nur die Medikamente, auch wenn wir kaufmännische Unternehmen sind. Und ich werde alles tun, damit das auch weiterhin so bleibt.
Liebe Leute – mich nervt das auch, dass manches in der Schweiz soviel teurer ist als in Deutschland (Ja – ich schau Dich an, Weleda, aber nicht nur!). Aber ich habe hier nicht viel Wahl.
Kurz: Preissenkungen bei den Apotheken können nur erfolgen, wenn gleichzeitig die Einkaufspreise sinken – was bis dato nicht erfolgt ist.


































