Goldener Herbst

Ist das nicht ein Prachtsexemplar?

Im Herbst habe ich immer ein bisschen Fernweh nach Neuengland, weil ich dort einen Herbst gesehen habe, wie er sein sollte: mit blauem Himmel, grellbunten Bäumen wie Feuerwerk und Temperaturen, die zwar kühl, aber nicht kalt sind.

Dieses Jahr jedoch kann ich mich nicht gross beklagen: die Bäume sind fast so bunt wie dort und gelegentlich (so wie heute) zeigt sich auch die Sonne.

Zu blöd, dass ich den ganzen Tag arbeiten musste – da habe ich gar nichts von dem Wetter.

Für nächste Woche hoffe ich ja auf schlechtes Wetter (*Kopf einzieh*) – dann kann ich ohne das Gefühl zu haben, ich verpass was in die Ferien.

Tabletten teilen -oder nicht?

Ich weiss schon, sparen ist angesagt, aber wenn ich vom Arzt ein Rezept für Kapseln bekomme auf denen steht: abends je 1/2 Kapsel einnehmen, dann geht das einfach nicht!!!

Wer mir nicht glaubt, soll mal versuchen eine Kapsel zu teilen.

Tabletten teilen geht meistens, aber auch nicht immer.

Das Bild zeigt, wie man Tabletten mit verschiedenen Bruchrillen am einfachsten teilt.

Das Problem ist nicht nur, dass sie zu klein wären oder keine Bruchrille haben (für das gibt es Tablettenteiler) sondern dass man nicht alle teilen darf. Das gilt vor allem für retardierte Formen, die einen speziellen Überzug haben oder aus mehreren Schichten bestehen. Teilt man die, ist es mit der kontrollierten Freisetzung vorbei, man hat also keinerlei Kontrolle mehr darüber, wie die Wirkstoffe aufgenommen werden: das gibt Überdosierungen, mehr Nebenwirkungen, ev. sogar Vergiftungen oder dann Unterdosierung, Therapieversager etc. weil die Wirkung ja nicht solange anhält.

Dasselbe gilt für Magensaftresistente Formen und solchen mit gefährlichen oder reizenden Inhaltsstoffen oder Stoffen, die an der Luft rasch kaputt gehen.

Eine Übersicht wann man Tabletten nicht teilen soll, findet sich auf dieser Seite.

Um es genau zu wissen. schaut man am besten in die Packungsbeilage der jeweiligen Tablette.

2 Beispiele wo es möglich ist:

Viagra hat keine Bruchrille, mit einem Tablettenteiler kann man sie aber gut teilen: da macht es sogar Sinn, denn 4 Tabletten mit 25mg kosten um die 70.- Franken. 4 Tabletten mit 100mg Packung kosten so um die 95.- Franken, dafür hat man, wenn man sie viertelt 12 Tabletten zu 25 mg…

Sortis: da steht zwar nichts in der Packungsbeilage von wegen Teilbarkeit, die Firma hat aber sowohl an Ärzte als auch Apotheken ein Merkblatt herausgegeben, dass man sie nicht teilen darf. Ich habe aber bisher noch keinen Grund gefunden wieso nicht. Sie ist weder magensaftresistent noch retardiert noch eine Mehrschichtige Tablette. In Amerika (unter dem Namen Lipitor) halbieren sie sie häufig, offenbar problemlos.

Lustig ist bei Sortis, dass die 10mg, 20mg, 40mg und 80mg Tabletten genau den gleichen Preis haben. Also hat man bei geteilten Tabletten doppelt so viele fürs selbe Geld.

Vermutlich will die Firma einfach nur dass man mehr Geld ausgibt.

Also: fragen sie ihren Arzt das nächstemal, ob er die höhere Dosierung aufschreibt und besorgen sie sich einen Tablettenteiler (gibt’s in der Apotheke).

Versuchter Selbstmord

In der Zeitung war vor ein paar Tagen ein Artikel über die Verurteilung einer Frau, die ihren 12 jährigen Sohn umgebracht hat. Ursprünglich war es wohl als „erweiterter Selbstmord“ gedacht, aber alle Versuche der hochgradig depressiven Frau sich danach umzubringen sind gescheitert.

Aus der Zeitung:

..“ Als er tot ist, geht sie ins Bad und versucht sich mit einem Föhn, dann mit einem elektrischen Thermogürtel, dann mit einem Mixer in der Badewanne umzubringen. Es funktioniert nicht. Sie trinkt Campari und schluckt Tabletten, muss erbrechen. Mit einem Steakmesser schneidet sie sich in den Arm. Mit einem Plastiksack über dem Kopf versucht sie sich zu ersticken.

Um 14 Uhr erscheint sie nicht zu einem Treffen mit einer Freundin. Diese alarmiert die Polizei, welche sie in der Badewanne findet. Sie fragt die Polizisten, weshalb die elektrischen Geräte nicht funktionieren. …“

Für mich liest sich das wie eine Tragikkomödie. Es ist bei weitem nicht so einfach sich umzubringen, wie manche Leute denken. Und ich rede nicht nur vom Selbsterhaltungstrieb.

Tabletten schlucken zum Beispiel ist eine schlechte Methode. Die meisten sind nicht so sofort schädlich, wie man denkt und wenn man wirklich viele nimmt, verklumpen sie im Magen und werden nur noch sehr langsam aufgenommen. Oft Zeit genug, damit jemand die Person noch lebend findet.

Sich die Schlagadern aufzuschneiden will auch gelernt sein. So wie es uns das Fernsehen meist zeigt, sieht es sicher besser aus, ist aber nicht sehr effektiv: man schneidet sich die Hand-Sehnen durch und die Wunde verklebt rasch wieder.

Und dann die Sache mit den elektrischen Geräten in der Badewanne: heutzutage haben praktisch alle Haushalte elektrische Sicherungen sogenannte FI-Schalter, die sehr rasch anspringen und den Stromkreis unterbrechen. Und: die neuen Badewannen sind mit ihrer Beschichtung so dicht, dass der Strom nicht fliesst – dafür müsste es einen Ablauf aus Metall und Metallröhren haben, dem ist aber oft nicht so.

Ein Kollege, der Arzt ist, meinte einmal, er würde ein Buch schreiben, darüber, wie man anständig und sicher Selbstmord begeht. Er ist schon eher der makabere Typ (und machen tut er es wohl trotzdem nicht), aber irgendwo hat er auch recht: die vielen Fälle, die man in der Notfallstation sieht oder wir (vorher) in der Feuerwehr würden dafür sprechen.

In der Feuerwehr hatten wir auch ein paar Einsätze wegen Selbstmördern. Deren Methode war effizienter, aber für die Umwelt auch einiges … unangenehmer.

Da war der, der in der Wohnung kanisterweise Benzin ausgoss, um es (und sich) dann anzuzünden. Das Ergebnis war ziemlich durchschlagend, weil das Benzin-Luft Gemisch explodierte. Nicht sehr toll für die Nachbarn v.a. die über ihm. Er hat übrigens noch gelebt. Allerdings nur noch etwa 2 Tage länger.

Oder da sind natürlich die, die sich vor den Zug werfen. Das ist einer der Gründe, warum auf gewissen SBB Strecken die Zugführer regelmässig psychologische Betreuung brauchen. Auch für die Feuerwehr ist es nicht toll, die Überreste von den Bahngeleisen zu sammeln.

Auch das sollte einmal wieder gesagt werden: ein Selbstmord betrifft nie nur die, die ihn begehen, sondern immer auch die ihm Nahestehenden … und manchmal noch weiter Menschen, die anschliessend damit zu tun haben.

Und: nein, kommt nicht zu mir, um Euch Tips zu holen. Es widerspricht meiner Berufsethik  (und meiner persönlichen) für das Tips zu geben.

Im vorigen Post findet man Adressen, wo man Hilfe bekommt.

Selbstmord-Verhütungs-Tag

Weltweit sterben mehr Menschen durch Selbstmord als durch Kriege oder Morde.

Schweizweit nehmen sich mehr Menschen das Leben als es Verkehrstote gibt.

Das sind alarmierende Zahlen.

Selbstmorddrohungen oder Aussagen wie: „Ich kann nicht mehr“, „Mir ist alles zuviel“ etc. sind ernst zu nehmen.

Man kann versuchen den Personen durch Gespräche etc. zu helfen. Bei ernsthaften Depressionen kann jedoch nur der Arzt oder Psychiater helfen.

Selbstmord ist NIE die Lösung.

Hilfe suchen ist die Lösung!

Folgende Liste von Hilfestellen wurde der Website IPSILON entnommen.

Wenn Sie sich in einer Krisensituation befinden, wenden Sie sich an die lokalen Hilfsangebote (Liste pro Kanton) oder an eine der nachfolgenden nationalen Stellen:

für Jugendliche

Jugendberatungsstellen, schulpsychologische Dienste, regionale und kantonale kinder- und jugendpsychiatrische Dienste etc. (Adressen im Telefonbuch bzw. via Tel. 1818)

für Personen jeden Alters

Telefonbeantworter jedes Hausarztes oder via Tel. 1818 (Beispiel: wer ist heute Notfallpsychiater im Bezirk Baden?)

Tel. 147

Beratungstelefon für Kinder und Jugendliche

www.147.ch

Tel. 143

Die Dargebotene Hand

www.143.ch/web

Internetseelsorge

Die Internetseelsorge bietet persönliche Hilfe von Fachleuten aus verschiedenen Bereichen (Theologie, Psychologie usw.) per mail an

seelsorge@seelsorge.net

oder SMS

076 333 00 35 (Deutsch)

076 544 50 93 (Italienisch)

Online-Beratung für Jugendliche

tschau.ch ist ein Internet-Angebot für Jugendliche. Du findest hier Informationen zu vielen wichtigen Themen und ein grosses Fragen/Antworten-Archiv

www.tschau.ch

Online-Informationen für Jugendliche – feelok

Vermittelt sachliche Informationen, zeigt konkrete Hilfs- und Handlungsmöglichkeiten auf bei Suizidalität und trägt zur Enttabuisierung der Thematik bei

http://www.feelok.ch/v1/start/inhalte/suizid.htm

Zum Passivrauch-Stop

Das ist ein Thema, bei dem ich sicher bei vielen anecke.

Um ganz ehrlich zu sein: Ich mag rauchen nicht (und das ist noch eine Untertreibung). Es ist eine Sucht, eine Gewohnheit und es bringt viele Leute um. Ich mag Sachen nicht, die Leute umbringen – nicht nur aus beruflichen Gründen.

Wenn jemand bei sich zu Hause raucht, dann reduziert er – wie gesundheitsschädlich das auch sein mag – den Schaden auf sich selbst.  Sobald aber jemand anderen gesundheitlich schadet, dann wird das – jedenfalls ist das meine Ansicht – eine Sache der öffentlichen Gesundheit.

Es ist inzwischen erwiesen, dass Passives Rauchen in abgeschlossenen Räumen schadet – auch den Personen, die dort arbeiten müssen (in Büros und Restaurants etc.).  Es gibt genug Studien die das untermauern und belegen – auch wenn sie schwierig durchzuführen sind (wie misst man das Ausmass der Exposition? und, da man ja schon weiss, das es schädlich ist, ist es sehr unethisch Personen wissentlich möglichem Schaden auszusetzen). Aber die Beweise sind da, wenn man Augen hat zu schauen.

Die Beweise, dass es schädlich ist, sind auch sehr offensichtlich bei der Gesundheit von Kindern und schwangeren Frauen.

Jetzt haben wir also ein Dilemma: ist das „Recht zu rauchen“ in einem Restaurant höher einzuschätzen als das Recht der Angestellten und Mitgästen in einer Umgebung zu sein, die ihr Risiko auf Lungenkrebs, Asthma und sogar Herzkrankheiten nicht erhöht?

Also: geben die Freiheitsrechte (die ich auch hoch einschätze) jemandem auch das Recht anderen zu Schaden – während man seinem persönlichen Genuss folgt?

Ein paar Beispiele (und ich hätte gerne Eure Gedanken dazu):

1. Die Mutter eines jungen Kindes mit heftigem Asthma raucht in ihrem Auto und Zuhause. Das Kind wurde schon häufiger wegen der heftigen Asthmaschübe ausgelöst durch das Rauchen der Mutter ins Spital eingeliefert.

Ist das eine Form von Kindesmissbrauch?

2. Die Angestellte einer Bar entwickelt Lungenkrebs von einem Typ, der klar mit Rauchen in Zusammenhang gebracht wird. Sie arbeitete 25 Jahre in der verrauchten Bar, hat aber nie selbst geraucht.

Ist ihr Arbeitgeber zur Rechenschaft zu ziehen, dass er sie wissentlich dem Passivrauchen ausgesetzt hat? Hat sie eventuell ein Recht auf Schadenersatz?

3. Es gibt starke Hinweise darauf, dass auch Passivrauch bei Menschen, die vorbelastet sind eine akute Cardiovaskuläre Erkrankung auslösen kann, so wie Herzanfälle und Infarkte. Ein Raucher bläst einem älteren Mann Rauch ins Gesicht, nachdem dieser verlangt hat, dass er in seiner Umgebung nicht raucht. Der ältere Mann erleidet sofort einen Herzinfarkt und stirbt.

Ist das Totschlag?

Das ist eine heisse Angelegenheit, das ist mir schon bewusst. Ich gebe auch nicht vor alle Antworten zu haben.

Wenn Du Raucher bist und aufhören möchtest, würde ich dir vorschlagen hierher zu gehen:  Sprechzimmer.ch über Rauchstopp

oder, wenn man englisch kann, finde ich die Seite noch gut: The Psychology of Smoking

In der Apotheke bekommt man übrigens auch Hilfe zum Aufhören Rauchen.

Zum Bild: Melissa Williamson, 35, ein Bewohner der Bullitt Avenue macht sich Sorgen über den Einfluss des Lärms der Presslufthammer auf ihr ungeborenes Kind.

(Ich wäre ja über etwas anderes mehr besorgt).