Ferienmodus

Die nächsten 2 Wochen bin ich weg – Sonne, Sand und (Mittel-)meer. Deshalb wird es hier wieder etwas ruhig … ihr kennt das schon.

Happy

Eventuell gibt es ein paar Bilder auf Instagram – und wer mich vermisst, darf sich gerne durch den Blog lesen – quer oder auch kreuz und quer mit der Zufallsfunktion in der rechten Seitenleiste.

Euch einen schönen Sommer und bis bald!

Und meinen Mitschweizern einen guten 1. August!

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Genau das, was ich im Spital hatte!

Die etwas schwierige Patientin (Frau Chatterer: multimorbid, allergisch gegen fast alles, viele Medikamente) kommt aus dem Spital zurück mit einem Rezept für ihre offenen Hautstellen. Sie ist ziemlich übergewichtig und hat häufiger Hautprobleme, vor allem in den Hautfalten, wo sich im Sommer die Wärme staut und wenn man schwitzt, sich oft entzündet. Wegen dem ist sie nicht im Spital gewesen, aber das haben sie da mitbehandelt. Offenbar gut.

Auf dem Rezept steht eigentlich nur: Vliesstoffkompresse, 20×20 cm

Einfach genug, sollte man denken. Aber …

Frau Chatterer: „Es muss aber genau das sein, was drauf steht. Das, was ich dort hatte.“

Pharmama: „Diese Grösse sehe ich nicht. Das Grösste, was ich bestellen kann sind 10x20cm“

Frau Chatterer: „Dann nehmen sie die, ich hätte die anderen sowieso zusammengelegt. Aber es müssen ganz weiche sein!“

Pharmama: „Das sind die Vliesstoffkompressen: weich.“

Wir bestellen ihr die auf den nächsten Tag und bringen sie – denn sie ist nicht sehr gut zu Fuss und geht nicht gerne aus der Wohnung.

Am mittag kommt das Telefon von Frau Chatterer: „Das sind nicht die richtigen Kompressen!“

Pharmama: „Das sind Vliesstoffkompressen – wie der Arzt das verschrieben hat.“

Frau Chatterer: „Ja, aber das sind nicht die, die ich im Spital gehabt habe – die waren besser. Und grösser. Es muss genau die sein, die sie im Spital benutzt haben. Könnten sie nicht anrufen und fragen, was die dort nehmen?“

Ich versuche es. Wer meinen Blog liest, weiss, wie ungern ich mit dem Spital telefoniere.

Nach einigem Weiterverbinden lande ich auf der Station, auf der sie war. Ich bitte darum, in den Unterlagen nachzusehen, was das gewesen ist, aber bekomme nur die Auskunft, dass sie das Pflegematerial da nicht einzeln auflisten und sie mir das deshalb nicht sagen können. Nein, nicht mal, was sie so „allgemein“ verwenden.

Ich rufe der Patientin an, die mit der Auskunft … nicht so zufrieden ist.

Frau Chatterer: „Dann fragen sie doch den Arzt, den ich am Schluss hatte. Der hat das auch verwendet. Ich weiss noch, dass er sie immer von oberhalb des Lavabos genommen hat, da muss er dann nur rasch nachschauen, was das war.“

Sie gibt mir den Namen des Arztes und ich versuche es noch einmal.

Ich bekomme ihn tatsächlich ans Telefon und frage.

Fängt er tatsächlich an etwas herumzudrucksen.

„Ja, die Kompressen, die wir für zwischen die Hautfalten gebraucht haben … die habe ich von dem Schränkchen in der Toilette. Das sind so Tücher, die … ah … eigentlich zum reinigen des Lavabos verwendet werden …“

Pharmama: „….“

„Das ist ah – Reinigungsmaterial?“

Arzt: „Ja. Das kann man nicht verschreiben, deshalb habe ich die Vliesstoffkompressen aufgeschrieben.“

Pharmama: „Oookay. Danke für die Auskunft.“

Die gebe ich weiter – etwas entschärft. Und dass wir das nicht bestellen können, weil „Spezialmaterial“ fürs Spital.

Frau Chatterer: „Dann nehme ich halt weiterhin Papiertaschentücher wie vorher. Das geht auch.“

Na dann …

Alte Röntgenbilder

Letzthin wurden uns in der Apotheke eine ganze Menge Röntgenbilder von jemandem gebracht … zum entsorgen. Das haben wir – aber vorher habe ich sie mir durchgesehen. Ich finde das interessant. Ich erkenne zwar sehr wenig, aber dass beim einen Kniegelenk ein (wohl störender) grösserer Buckel im Gelenkzwischenraum war und auf einem anderen Foto ein Teil abgesplittert war, das konnte auch ich sehen. Wenn das meine Bilder wären, hätte ich sie wohl behalten, vielleicht kann man die später zum Vergleich brauchen. Die Frau, die sie gebracht hat (und von der die Bilder sind) ist auch noch nicht so alt, dass sie das sicher nicht mehr braucht, aber … ihre Entscheidung. duckyxrayAber das Bild vom Knie hat mich an die (interne) Weiterbildung eines Nahrungsergänzungsmittels bei Knorpelproblemen erinnert, der stolz von seinen eigenen Fortschritten damit erzählt hat und auch Vorher- und Nachher-Bilder seines Knies zum anschauen dabei hatte. Interessanterweise gingen die Bilder bis zur Hüfte, so dass auf beiden ein positives Throckmorton-Zeichen gut sichtbar war.  Vielleicht war das aber auch Absicht … er sollte sich bewusst sein, dass er seine Vorträge in Apotheke und Drogerie vor zumeist weiblicher Belegung macht.

Gefälschte Rezepte

Merke:

Die Wahrscheinlichkeit eines gefälschten Rezeptes ist direkt proportional zur Zeit an der man schliesst – oder zu der Zeit, in der der Arzt sicher nicht erreichbar ist.

Gefälschte Rezepte, darüber habe ich schon ein paar Mal geschrieben:

Warnung vor schweizweitem Rezept Betrüger – gefälscht.

Gefälscht und verfälscht: Rezepte (mit meinem ersten gefälschten Rezept)

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – wirklich

Gefälschte Rezepte – und eine Bitte an die Ärzte Rezeptblöcke nicht herumliegenlassen!

Was ist hier falsch? Sehr plump. Angeblich weiss sie nicht, dass das nicht geht …

Comic Rezeptfälschung

heilsamer Schreck Rezepte fälschen oder verfälschen ist Urkundenfälschung und kann bestraft werden.

aus Amerika: die böse Apothekerin liess mich verhaften?!

Was denkt ihr? – nicht nur ein altes Rezept. Auflösung: Das seltsame Rezept

Was haltet ihr davon? – und dazu gehörend: Das verdächtige Rezept

indirekt auch das: Das ist kein Betäubungsmittelrezept. Das auch nicht, nein.

Auf der Sperrliste – das kann auch passieren, wenn man Rezepte fälscht.

Aber heute will ich von Euch wissen: habt Ihr Geschichten dazu? Was war Euer erstes / Euer auffälligstes / Euer erinnerungswürdigstes gefälschtes Rezept?

Erzählt es mir!

Apotheken als Pokestops?

Nicht ganz sicher, ob das eine Ente ist (Sommerloch lässt grüssen): apotheke adhoc meldet, dass die ABDA (der deutsche Apothekerverein) einen Deal mit Nintendo geschlossen hätte und alle Apotheken Pokestops werden sollen … Leider finde ich keine Quelle und keinen anderen Link dafür. Kann das jemand bestätigen?

pokestopapotheke

Bei uns in der Apotheke ist auch das Pokémon go – Fieber ausgebrochen und die halbe Belegschaft spielt das … allerdings auf dem Arbeitsweg und nicht in der Apotheke selber. Wir haben zwar einen Pokestop in relativer Nähe, aber direkt in der Apotheke – ich glaube das wäre keine wirklich gute Idee. Auch wenn ich Taubsi- und Rattfratz jagende Spieler momentan lustig finde.

Im Bild sieht man die Pokestops (die blauen Würfel), einen aktivierten Pokestop (das violette Ding, vor dem unsere Spielfigur steht) und zwei Arenen: die grösseren Gebilde. Die Farben zeigen, welches Team die Arena gerade hält: rot, blau oder gelb.

Mein Lieblingspokemon ist das Evoli – auch weil es so unglaublich wandelbar ist. Inzwischen sind wir auf Level 14 – Junior und ich gehen gelegentlich zusammen raus laufen und jagen … und seitdem hat er sich nicht mehr beklagt, wenn er länger laufen muss.  Das ist ein positiver Aspekt von dem Spiel: man muss raus. Dann finde ich es ja toll, dass man die Pokemon nicht verliert, wenn man trainiert oder kämpft (nur in den Arenen möglich) und dass es von Vorteil ist, wenn man gemeinsam spielt – mehrere an einem Pokestop oder Arena.

Spielt ihr? Welches Level? Welches ist euer liebstes / stärkstes Pokemon? Und: was ist der seltsamste Ort an dem ihr eines gefangen habt? Demnächst in der Apotheke??

 

F…X…irgendwas

Der Patient kommt mit einem neuen Rezept für ein Antidepressivum, das er schon hatte, plus ein Rezept für Fluoxetin. Ich erwartete also eine Unterhaltung mit ihm über sein neues Antidepressivum … was ich nicht erwartete, war den Patienten dies fragen zu hören:

„Ist mein neues Antihistamin gut wirksam?“

– und er hat keine Ahnung über eine Änderung in seiner Antidepressiva Therapie.

Nach einem längeren Telefon mit dem Arzt haben wir das aussortiert: er sollte das als neues Mittel nehmen und bekam noch ein neues Rezept für seine Allergie zugeschickt.

Das war übrigens Fexofenadin als Wirkstoff … ziemlich ähnlicher Name. Zufall?

Für mich zeigt auch das wieder, dass es gut ist, Patienten bei neuen Medikamenten zu fragen, ob sie wissen, was das ist und wie einnehmen.