Altes Rezept

Das erste Rezept am Morgen ist ein Rezept für Itinerol B6 Zäpfchen, ausgestellt vom Kinderspital. Erst, als ich es mir näher ansehe – weil ich dafür das Alter des Kindes brauche, fällt mir auf, dass das Rezept von vor über einem Jahr ist (!)

Es ist allerdings in Top-Kondition, wäre das Datum nicht, hätte ich das nie gemerkt.

Pharmama: „Das Rezept ist von 2011 … brauchen Sie das wirklich noch?“

Mutter: „Ja, mein Kind hat heute die ganze Nacht gekotzt – und da habe ich das Rezept wieder ausgegraben. Ich weiss, dass da etwas gegen Übelkeit draufsteht.“

Erstaunliche Buchhaltung :-). Nur habe ich jetzt Zwei Probleme: Das Rezept ist nicht mehr gültig und die Itinerol Zäpfchen für Kinder sind rezeptpflichtig.

Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit ihr habe ich die Itinerol Zäpfchen dann trotzdem abgegeben – zusammen mit einer Elektrolytmischung. Aber nicht auf Rezept. Die Mutter weis, wie sie die Mittel anzuwenden hat … und auch in was für einem Fall sie zum Arzt muss mit dem Kind.

Apotheken aus aller Welt, 336: Kathmandu, Nepal

Ganz herzlichen Dank an Robert von derfliegendeRobert für seine Fotos von der letzten Reise:

Nach meinem Studienabschluss war ich von Anfang Oktober bis vor Weihnachten in Asien unterwegs, zuerst in Nepal zum Trekking, danach noch 2 Wochen in Burma. Dabei bin ich auch an so manchen Apotheken vorbeigelaufen, manchmal hab ich sogar daran gedacht, abzudrücken.

Die ersten zwei Fotos sind von einer Apotheke in Kathmandu, am Tahiti Tole direkt neben einem Tempel

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Die nächsten zwei zeigen wieder eine Apotheke in Kathmandu, irgendwo in Thamel. Hier hab ich mich mit Medikamenten gegen AMS (Höhenkrankheit) versorgt, rezeptfrei und unglaublich günstig (zb 10 Tabletten Diamox ca 50 Cent).

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Die Lagerhaltung ist unglaublich. Wie macht der eine Verfalldatenkontrolle?

Haare färben kann … unangenehm sein

Wer sehen will, wie eine allergische Reaktion aussehen kann – in dem Fall auf Haarfärbemittel- der schaue hier:

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Ja – sieht übel aus. Wer noch mehr Fotos davon sehen will (es gibt noch ein paar Zwischenstufen) kann das hier.

Das Haarfärbemittel das er verwendet hat, enthält einen Stoff, der in Europa nicht zugelassen ist – die Fotos stammen auch aus Amerika. Allzu sicher sollte man sich deswegen allerdings nicht fühlen – gerade schwarze und andere dunkle Haarfärbemittel enthalten auch hier genug Stoffe, bei denen bekannt ist, dass sie häufig Allergien auslösen können. Deshalb sollte man die vor Anwendung auch testen: etwas Produkt in die Ellenbeuge geben und 24 Stunden beobachten, ob sich was tut.

Die Allergie-wahrscheinlichkeit war auch mit ein Grund, weshalb Haarfärbemittel in der Schweiz (und in Deutschland)  erst ab 16 angewendet / verkauft werden dürfen. Was, habt ihr nicht gewusst? Ist aber so. Seit 2009 in der Schweiz und seit Ende 2011 in Deutschland. Das bedeutet: der Coiffeur muss vor dem Haare-färben einen Ausweis sehen – und die Drogerie, die das Haarfärbemittel verkauft auch.

Nicht, dass man nach 16 weniger Allergien bekommen würde … aber dann ist man einfach „selber schuld“ – oder?

Genau das, was der Arzt aufgeschrieben hat!

Die Patientin gibt bei der Pharmaassistentin ein Rezept ab für Nexium. Sie meint „Ich komme später wieder!“ und verschwindet.

Man führt das Rezept aus – nach einer halben Stunde kommt sie wieder.

Ich habe sie.

Kundin: „Frau Lüdenscheid,  Sie haben mir mein Medikament parat gemacht.“

Ich hole es und gebe es ihr.

Kundin: „Das ist aber nicht mein Nexium!“

Es ist eine Packung Esomep. Ich schaue aufs Rezept und in ihr Dossier, zum schauen, weshalb ausgetauscht wurde.

Pharmama: „Das ist Esomep – ein Generikum von Nexium.“

Kundin: „Ich wollte aber das Nexium, nicht das Generikum!“

Pharmama: „Weshalb? Es ist in dem Fall ganz genau dasselbe – nur der Preis ist unterschiedlich.“

Kundin: „Das Generikum hat nicht funktioniert bei mir.“

Pharmama: „Hmmm … aber … das haben Sie nicht gesagt beim Abgeben des Rezeptes?“

Kundin: „Nein. Das Generikum funktioniert nicht bei mir – ich will nur das Original.“

Pharmama: „Aber gesagt haben sie nichts davon?“

Kundin: „Nein, wieso auch? Der Arzt hat ja auch Nexium aufgeschrieben.“

Pharmama: „Ja. Das hat er. Allerdings macht er das wohl eher aus Gewohnheit so, als das es einen Grund hätte und wir nehmen im Normalfall – vor allem, wenn niemand da ist um Fragen zu beantworten- das selbe Medikament, das der Patient schon hatte – und das war das letzte Mal auch dieses hier: das Generikum Esomep. … Und sie haben ja auch nichts gesagt, dass das nicht ging.“

Kundin: „Nun, Sie haben auch nicht gefragt. Ich kann nicht Gedanken lesen!“

(Aber ich soll das können, ja?)

Pharmama: „Haben sie es denn dem Arzt gesagt?“

Kundin: „Nein. Wieso?“

Pharmama: „Nun, zumindest als Info und dann hätte er aufschreiben können „sic“ wenn es genau das sein sollte.“

Kundin: „Aber er hat ja sowieso Nexium aufgeschrieben.“

Pharmama: „Ja, und wahrscheinlich auch das letzte Mal. Es dauert oft ziemlich lange, bis die Ärzte wirklich die Generika aufschreiben – wahrscheinlich ist es einfacher, sich nur das Original zu merken … die Apotheke macht das mit dem Austausch ja.“

Kundin: „Aber ich will nur das Nexium“

Pharmama: „Okay, das habe ich verstanden. Haben Sie auch verstanden, dass das Esomep wirklich dasselbe ist? Es kommt von derselben Firma, aus derselben Maschine, nur die Packung aussen ist …“

Kundin: „Ich. Will. Das. Nexium!“

(Ich weiss, wann ich aufgeben kann.)

Pharmama: „Ich tausche ihnen das also aus gegen das Nexium. Bitte teilen sie das aber auch ihrem Arzt mit, wenn sie etwas nicht vertragen.“

Die Kundin bekommt das andere Mittel.

Sie nimmt es und kommt nach ein paar Minuten zurück: „Das sind aber nur 28 Stück.“

Pharmama: „Ja?“

Kundin: „Ich wollte eine grosse Packung!“

Pharmama: „Der Arzt hat aber nur 28 aufgeschrieben.“

Und sie wollten ja genau das, was der Arzt aufgeschrieben hat … oder?

….

nächtliche Ausflüge

Älteres Fraueli in der Apotheke: „Mein Mann ist heute Nacht umgefallen, als er auf die Toilette gehen wollte. Könnten Sie mir etwas geben, damit er nicht mehr aufsteht?“

Pharmama: „???…Äh – wie meinen Sie das?“

älteres Fraueli: „Ich meine natürlich – dass er nachts nicht mehr aufstehen muss …“

Oh, Puh. Klar. (An *was* habe ich da auch gedacht?)

Wie war das noch mit der Blasenentleerungsreiz ist die beste Weckmethode?