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Apotheken aus aller Welt, 575: Berlin, Deutschland

Es folgen ein paar Apotheken von Bari aus verschiedenen Orten:

Diese hier ist in Berlin an der Berliner Allee. Ein schönes altes Einfamilienhaus ist in so einer Großstadt nicht mehr so häufig. Gerade in zentraler Lage. Einige Bauarbeiten sind da auch schon gewesen, aber Ich kann mir vorstellen, daß oben noch der Apotheker wohnt. Wegen der Stufen vor dem Eingang und vermutlich fehlender Möglichkeiten für eine Rampe gibt es eine Klingel am Zaun für alle die nicht rein kommen. Ist zwar nicht so gut (Diskretion) und bei schlechtem Wetter bestimmt auch unangenehm aber immerhin.

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Apotheken aus aller Welt, 574: Sonthofen, Deutschland

im Anhang ein Apotheken-Bild. Es handelt sich um den „Drive-In“ Schalter der Alpenland-Apotheke in Sonthofen (D). Wie viele Chancen auf eine umfassende Beratung die Apotheker haben, wenn die Kunden sich noch nichtmal Zeit nehmen, aus dem Auto auszusteigen, entzieht sich meiner Kenntnis  8-)

sonthofen

Genau das überlege ich mir auch immer. Danke für das Bild, Judith!

Apotheken aus aller Welt, 573: Michelstadt, Deutschland

Hier ein Exemplar aus dem schönen Michelstadt im Odenwald.

michelstadt

Danke, Dagmar!

Apotheken aus aller Welt, 563: Berlin, Deutschland

Gestern habe auch ich Ihnen eine fotografiert. Haben Sie in der Schweiz auch Drive-in-Apotheken? Ich selber nutze ja lieber den angeschlossen Parkplatz und gehe hinein, aber wenn man es eilig hat oder nicht aussteigen kann, ein prima Zusatzservice.

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Hallo Katja – ja, angeblich haben wir in der Schweiz zumindest auch eine Drive-through Apotheke. Ja Zusatzservice – allerdings wird das dann oft von denen benutzt, die eigentlich auch gut aussteigen könnten und das einfach nicht wollen. Und eine Beratung durch so ein Fenster ist etwa so prickelnd, wie im Notdienst durch die Klappe.

Apotheken aus aller Welt, 557: Berlin, Deutschland

Ich habe ja nicht viele Neujahrsvorsätze, aber einer davon ist, ein bisschen mit den eingesendeten Apotheken-Bildern vorwärts zu machen. Momentan bin ich an denen im Oktober (nur damit ihr wisst, dass es dauern kann …). Hier eine spezielle aus Berlin, mit bestem Dank an Biene:

mein Bruder hat mir heute eine wirklich schöne alte Apotheke in Berlin gezeigt. Dank Feiertag war sie leider nicht auf, aber der Blick ins Innere war sehr schön und die Deko im Schaufenster lässt das Pharmazeutenherz höher schlagen :-) und erklärt die Geschichte der Apotheke.

Es handelt sich um die Rothe Apotheke am Hackeschen Markt. Hinterher stellte ich dann fest, dass es Berlins älteste Apotheke ist. http://de.wikipedia.org/wiki/Rothe_Apotheke

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Apotheken aus aller Welt, 552: Nusplingen, Deutschland

Anbei die Apotheke in Nusplingen. Der Supermarkt im Ort ist oft nur halbtags geöffnet, der Metzger macht im Sommer vier Wochen Urlaub, die Tankstelle sieht sehr wenig vertrauenserweckend aus, von dem wenigen Ladenlokalen die es gibt stehen zwei leer. Auch die Apotheke glänzt wie man auch im Foto erahnen kann nicht durch übertrieben lange Öffnungszeiten, sieht aber durchaus so aus als würde man dort kompetent und engagiert geholfen.
nusplingen
Das ist doch schon was. Danke Dir, Daniel!
Ergänzung: Offenbar war Daniel am Mittwoch nachmittag dort, denn es erreicht mich folgende Ergänzung in den Kommentaren, die ich nicht vorenthalten will:

Im Ort gibt es zwei Metzgereien, die sich in der Urlaubszeit abwechseln, sodass es keinen Tag gibt (außer Sonntag), an dem eine Metzgerei geschlossen hat. Der Supermarkt hat jeden Tag von 7 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 18.30 Uhr geöffnet, in den 3 Wochen Handwerkerferien hat er von 7 bis 14 Uhr geöffnet. Bei der Tankstelle kann man tanken, so wie an allen anderen Tankstellen auch. Und die Apotheke hat außer Mittwoch Nachmittag jeden Tag morgens und nachmittags geöffnet und man bekommt alle Medikamente, die man braucht. Wenn diese mal nicht vorhanden sind, werden sie spätestens am Nachmittag geliefert.

Für einen kleinen Ort mit ca. 2000 Einwohnern ist das doch gar nicht schlecht, oder?

Auf die Apotheke abwälzen (1)

Bei uns in der Schweiz ja total unbekannt (zum Glück!) in Deutschland aber gang und gäbe: Retaxationen. Das bedeutet, die Krankenkasse zahlt der Apotheke ein dem Patienten bereits abegegebenes (und verwendetes) Medikament nicht zurück – mit teils unglaublichen Begründungen wie kleinsten Formfehlern (der Arzt hat auf dem Rezept die Dosierung nicht ausgeschrieben, Kreuze nicht nochmal visiert, bei Gemeinschaftspraxen den verschreibenden Arzt nicht genau gekennzeichnet, die Nummer des Arztes nicht korrekt ist), oder wenn nicht genau das von der Kasse verlangte Rabattarzneimittel abgegeben wurde (auch dann wird auf Null retaxiert, also gar nichts zurück bezahlt, nicht nur die Differenz nicht).

Hier ein Aufruf an meine deutschen Apotheker – Leser (und -innen): Bitte schickt mir doch Eure Beispiele von Fällen wo die Kasse retaxiert hat, ich würde gerne einmal mehr über diese üble Praxis schreiben! : an Pharmama08(at)gmail.com

Jetzt haben die Kassen offenbar entdeckt, dass sie mit ähnlicher Methode auch bei den Patienten direkt Geld sparen können. Ein privat versicherter Patient (der die Medikamente erst zahlen muss und dann den Beleg einschicken um das Geld zurück zu erhalten) hat von seiner Krankenkasse den Brief bekommen, dass von seinem bezogenen Medikament nur X Euro übernommen werde – die restlichen 17 Euro Differenz zum bezahlten Betrag dürfe er aber in der Apotheke zurück fordern, da der Preis, den die Apotheke verlangt hat, widerrechtlich über dem von der Kasse festgelegten Verkaufspreis für das Produkt liege. Dass dieser Preis hier auf Basis des günstigsten Reimportes (!) festgelegt wurde und dass dieses zu dem Zeitpunkt nicht einmal lieferbar gewesen ist (!!), ist dabei nebensächlich.

Die Kasse lässt die Apotheken also so aussehen, als verlangen sie absichtlich zu viel für das Medikament.

Der erboste Patient erschien dann in der Apotheke, um das auszudiskutieren, verstand aber nach einer längeren Erklärung den Sachverhalt. Der wird jetzt auch mit der Krankenkasse abgeklärt, ob ihr Verhalten da rechtlich ist. (Quelle: Apotheke-adhoc)

 

Das mag jetzt für die deutschen Patienten überraschend sein, aber bei uns gibt es das schon länger, dass die Krankenkasse einen Preis für etwas festlegt, der Abgabepreis aber höher sein kann und der Patient dann die Differenz selber übernehmen muss. Das passiert bei uns häufiger bei Produkten der MiGeL (Mittel- und Gegenstände-Liste) wie Blutzuckerteststreifen, Nadeln, Verbandmaterial etc.

Je nachdem übernimmt das auch die Zusatzversicherung, aber wenn so etwas bei uns auftritt (das sehen wir beim Eingeben im Computer) kassieren wir das entweder grad ein oder informieren den Patienten, dass er eventuell eine Rechnung zu erwarten hat. Im Gegensatz zu Deutschland verlangt die Krankenkasse das dann aber nicht von der Apotheke zurück.

Das Verhalten der Krankenasse hier gegenüber Patienten und vor allem gegenüber der Apotheken finde ich frech – aber es geht noch besser.

Heute Mittag: wie man als selbstdispensierender Arzt Arbeit und Preisdiskussion auf die Apotheke abwälzt.

Apotheken aus aller Welt, 550: Clausthal-Zellerfeld, Deutschland

Danke an Jen dafür:
von unserer kürzlichen Harztour hier ein Bild einer schönen Apotheke für dich: die Berg-Apotheke im Ortsteil Zellerfeld von Clausthal-Zellerfeld.
Die Apotheke hat auch eine Homepage (http://www.bergapotheke-zellerfeld.de/) und im Nachhinein ärgere ich mich doch, dass ich sie mir nicht von innen angesehen habe…
Zellerfeld

Apotheken aus aller Welt, 544: Rothenburg, Deutschland

Besten Dank an Anja aus München für diese historische Apotheke!:

ich hab die letzten Tage deinen Blog entdeckt und dring gestöbert. Anbei ein Foto, das ich letztes Jahr auf einer Radtour gemacht habe: Die Löwenapotheke in Rothenburg ob der Tauber, die im gleichen Haus seit dem 14. Jahrhundert existiert.

Rothenburg

Apotheken aus aller Welt, 543: München-Schwabing, Deutschland

anbei 2 Fotos einer sehr schönen kleinen Apotheke in München-Schwabing.

Danke für das Prachtstück, Steffi!

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Apotheken aus aller Welt, 539: Harsewinkel, Deutschland

Harsewinkel: Eine der drei Apotheken in meinem Heimatort, heute morgen beim Arztbesuch schnell mitgenommen.

Danke, Jennifer – die nehme ich auch noch :-)

Harsewinkel

Apotheken aus aller Welt, 538: München, Deutschland

Vieleinsenderin Maggy mit einigen Apotheken aus München:

Die hier ist jedenfalls aus München. Stachus-Passage.

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Nochmal eine Apotheke aus München. Die ist ziemlich in der Innenstadt. Ich weiß nicht mehr wo genau. Ca. gegenüber von einer Pizzeria. :D

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Apotheken aus aller Welt, 537: Düsseldorf, Deutschland

Und nochmal von Jennifer:

Düsseldorf: Im Vorbeigehen beim Besuch des Japantags im Mai. Die Apotheke befindet sich in der Kö Galerie – und die Sitzgelegenheiten gehören vermutlich eher zu einem Cafe :)

Duesseldorf

 

eigentlich schade: so vor der Apotheke einen Kaffe zu trinken beim warten wäre doch was …

 

 

Pille danach – bald ohne Rezept auch in Deutschland ?

So wie es aussieht, kommt die Pille danach nun doch auch zur Abgabe ohne ärztliches Rezept in die deutschen Apotheken. Das nach langem Hin- und Her und erbittertem Widerstand Seitens gewisser Leute in der Politik und (interessanterweise) auch manchem anderen.

Ich denke, viel von dem Widerstand beruht auf Fehlannahmen.

Vielleicht kann ich hier ja mit ein paar von diesen aufräumen.

Die Pille danach ist kein Schwangerschaftsabbruch. Sowohl die Norlevo als auch die Ella one (Ellapristol) sind wirkungslos, wenn die Befruchtung der Eizelle stattgefunden hat. Sie greift früher in das Geschehen ein,

Zu den „erzwungenen Beratungsgesprächen“ kann ich nur sagen: Das sind keine Smarties (richtig!) das sind Medikamente, Hormone und hochwirksam. Die Anwendung sollte erfolgen, nachdem abgeklärt wurde, ob sie Erstens: Angebracht ist (wirklich notwendig) und Zweitens: Möglich ist (keine Gegenanzeigen, andere Erkrankungen, Wechselwirkungen etc.).

Das macht bisher der Arzt – und später halt der Apotheker oder der Arzt. Man kann sich aussuchen, was man will, aber „nachgeworfen“ bekommen sollte man sie nie. Das gilt in meinen Augen noch für eine Menge anderer Medikamente. Das ist keine Schikane.

Dabei geht es auch auf gar keinen Fall darum, die Patientin in ihrer Entscheidung zu beeinflussen. Die Artikel, die da von Belehrung reden, oder dass wir vom „Schutz des ungeborenen Lebens“ sprechen müssen könnten nicht mehr falsch liegen. Mal abgesehen davon, dass die Pille danach-Patientin noch gar nicht schwanger ist … sie will nur (nachträglich) verhindern, dass sie es wird.

In der Schweiz ist die Pille danach seit Jahren in der Apotheke ohne Rezept erhältlich: Nach so einem Beratungsgespräch zwischen der Apothekerin und der Frau, die die Pille danach wünscht.

Ich habe davon schon viele durchgeführt. Das ist uns Apothekerinnen auch nicht peinlich, das gehört zu unseren Aufgaben: Die Patienten über die richtige Anwendung der Medikamente zu beraten.

Dieses Beratungsgespräch dauert wenige Minuten, wird anhand eines vom Apothekerverein herausgegebenen (und den neuen Begebenheiten angepassten) Fragebogens geführt – und zwar nicht im Verkaufsraum, sondern im Beratungsraum. Das gebietet das Patientengeheimnis und ich habe noch nie gesehen oder gehört, dass das anders gemacht wird.

Dabei wird abgeklärt, ob die Patientin mündig ist (auch unter 16 Jahren möglich),

Wie lange der ungeschützte Geschlechtsverkehr her ist (die Pille danach kann nur innerhalb einer bestimmten Zeitspanne angewendet werden),

Ob und weshalb der Geschlechtsverkehr ungeschützt war (Kondom gerissen, Pille vergessen, keine Verhütung … mit den entsprechenden Tipps gegebenenfalls)

Wo im Zyklus sich die Patientin befindet (braucht es die Pille danach wirklich?)

Ob die Patientin schon schwanger sein könnte (keine Gegenanzeige beim Norlevo, aber ein Grund zum Frauenarzt zu gehen)

Wie es mit Vorerkrankungen aussieht (spezifisch: Eileiterschwangerschaft und Eileiterentzündung)

Wie es aktuell mit Erkrankungen aussieht (Durchfall?)

Ob andere Medikamente genommen werden (Gibt es mögliche Wechselwirkungen, kann die Pille danach richtig wirken?)

Ob Allergien bestehen (spezifisch gegen Hormonpräparate)

Im Zweifel kann man einen Schwangerschaftstest machen lassen oder die Patientin an den Frauenärztlichen Notfall oder die Familienplanungsstelle weiter schicken.

Ist alles okay, wird die Pille danach gleich in der Apotheke eingenommen. „Auf Vorrat“ gibt es die Pille danach nicht.

Man muss über die weitere Verhütung informieren (Die Ella One vermindert zum Beispiel die Wirkung der normalen Pille!)

Falls nötig kann man an der Stelle noch auf die Übertragung von Geschlechtskrankheiten hinweisen – dass man schwanger werden kann ist nicht der einzige Effekt von ungeschütztem Geschlechtsverkehr.

Man weist die Patientin auf die möglichen Nebenwirkungen hin, gibt ihr ein Informationsblatt mit.

Das war es.

 

Aus meinen Erfahrungen (und der Apotheker/innen) die ich kenne, kann ich auch ein paar Dinge zu den „Auswirkungen“ der rezeptfrei erhältlichen Pille danach sagen:

Es wird immer ein paar Frauen geben, die unvernünftig mit sich und ihrer Sexualität umgehen. Trotzdem sind das wirklich sehr wenige hier und die Ausnahme und nicht die Regel. Die meisten Frauen, die zu einem Pille danach Gespräch kommen, sind vernünftige und um sich besorgte Individuen, deren Anliegen verständlich ist.

 

Und jetzt kommt das Aber: Aber bei uns in der Schweiz ist es auch so, dass die Pille (oder sonstige normale Kontrazeption, also Verhütung) nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Auch nicht für unter 20jährige. Das selbe gilt für die Pille danach. Die gibt es nicht gratis, sondern sie kostet. Das Beratungsgespräch ist im Preis enthalten.

Da sie frei verkäuflich ist kann die Apothekerin gegebenenfalls (bei finanziell sehr schlecht dastehenden Personen) noch etwas am Preis drehen – aber gratis abgegeben wird sie nicht. Den Arztbesuch dazu hätte man übrigens auch bezahlt – und das wäre insgesamt wohl sogar etwas teurer.

Trotz all dem gibt es bei uns nicht mehr Schwangerschaftsabbrüche oder Jugendschwangerschaften als in anderen Ländern. Tatsächlich hat die Schweiz eine der niedrigsten Abbruchraten im internationalen Vergleich. Das hat sich auch nach Einführung der Pille danach (die auch kein Abbruch ist: siehe oben) nicht geändert.

 

Ich weiss nicht, wie das in Deutschland gehandhabt werden wird / soll.

Dort wird ja die normale Kontrazeption von der Krankenkasse übernommen (werden die dann dort #wiesmarties geschluckt deswegen? Ich denke auch nicht).

Auf jeden Fall sollte die Arbeit des Apothekers (die Beratung – die notwendig ist und nicht ganz unaufwändig, auch wenn sie nicht Stunden dauert) mit vergütet werden. Oder sogar separat.

Nicht unbedingt als „Hürde“ – obwohl es vielleicht manche von denen, die dann denken, sie nehmen lieber das als die normale Verhütung … doch zum Denken anregt.

Immerhin ist es für die Frauen auch der geringere Aufwand – wenn man daran denkt, wie schwierig das sein kann, zur richtigen Zeit (und Ort) einen Arzt aufzutreiben, der einen empfängt und es dann verschreibt … und dann muss man das doch in der Apotheke holen gehen. Das sollte es doch wert sein.

Aber, wie gesagt: Deutschland. Nicht die Schweiz.

Gratulation jedoch schon mal, dass ihr so weit gekommen sind!