Legal Copy

Eine Legal Copy nennt man die „Untertitel“, die man inzwischen auch bei uns in der Fernsehwerbung immer öfter sieht. Im Prinzip ist es so in etwa das „Kleingeschriebene“ zu dem gesagten oder gezeigten. Oft ist es auch wirklich sehr kleingeschrieben und so schnell wieder weg, dass man kaum Zeit hat es zu bemerken geschweige denn zu lesen. Dabei wäre es noch interessant.

Hier nur ein paar Beispiele aus der Fernsehwerbung:

Werbung für Zahnpaste

„Sofort weisse Zähne, nach nur einmal putzen !*“

*Getestet an 87 Personen, Der Aufhelleffekt ist rein optisch und zeitlich begrenzt.

87 Personen kann man noch nicht einmal eine richtige Studie nennen, das reicht kaum für eine Aussage. Und das mit dem zeitlich begrenzt kann heissen: etwa 5 Minuten oder so, bis die weissen reflektierenden Partikel wieder von den Zähnen runter sind.

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Aus der Werbung für ein neues Shampoo für Glatte Haare

– das Modell schwingt die wunderbar langen, glänzenden Haare.

*Gefilmt mit künstlichen Haarverlängerungen

Wow. Na so könnte ich natürlich auch so Haare bekommen, nur: was hat das mit dem Shampoo zu tun?

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Noch eine Schampoo-Werbung:

„X% Weniger Haarbruch und glänzendere Haare!*“

* Shampoo und Spülung Im Vergleich zu Shampoo alleine.

Bedeutet: hier vergleicht die Werbung Äpfel mit Bananen. Ich denke dass wohl jede zusätzliche Behandlung mit einer einigermassen vernünftigen Spülung diesen Effekt hat.

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Und zum Schluss noch eine der neuen „Get a Mac“ Werbungen, die mit dieser Legal Copy spielt:

Das Original findet man hier – und in der HD Auflösung kann man sogar lesen, was da alles steht – zum schreien!

Neues vom Zahnarzt

Gestern mittag hatte ich das Vergnügen des 2. Besuches wegen meines Zahnimplantats. Zur Erinnerung: in den Ferien ist mir ein schon Wurzelbehandelter Zahn teilweise abgebrochen. Beim Röntgen hat der Zahnarzt gesehen, dass darunter eine chronische Entzündung ist, er also nicht einfach ein Krone darüber machen kann. Darum musste der Zahn ganz raus und die Entzündung herausgekratzt werden.

Gestern (4 Wochen später) also der nächste Besuch, wo der Zahnarzt in den Kieferknochen bohrt und eine Schraube einsetzt, die dann als Halter für den künstlichen Zahn dient. Ein Implantat halt.

Ich bin mit sehr gemischten Gefühlen hingegangen – eigentlich wäre ich am liebsten vom Stuhl aufgestanden und wieder gegangen, vor allem, als ich die Vorbereitungen gesehen habe:

und das ist erst die Hälfte davon. Die Bohrer, die aussehen wie die vom Baumarkt sind da nicht mal dabei!

Jedenfalls hab ich’s irgendwie überstanden, ich denke die Rescue Tropfen haben mitgeholfen – und natürlich die Spritze mit dem Lokalanästhetikum.

Aber bei der anschliessenden Besprechung des neu angefertigten Röntgenbildes meinte der Zahnarzt er habe nicht allzuviel Knochen gehabt das Implantat zu befestigen und darum mit relativ viel Knochenzement arbeiten müssen – darum weiss er nicht, ob das auch hält, wie es soll. Arrrgh!

Die falsche Anwendung (3)

Kunde kommt in die Apotheke mit einer Liste Medikamente. Sein Problem: „Zahnschmerzen“.

Er war schon beim Zahnarzt, der ihm ein Antibiotikum aufgeschrieben hat: ganz oben auf der Liste Amoxicillin.

Auch auf der Liste sind andere Medikamente, die er zuhause hat und von denen er denkt, dass sie eventuell helfen: Aleve, Tramal, Voltaren retard.

Ich empfehle im das Aleve.

„Das habe ich tatsächlich schon probiert“ sagt er „ich habe die Tablette in den Mund genommen und sie am Zahn zerfallen lassen, es hat nicht wirklich gebessert.“

Ich (geduldig) „Ich denke, sie wirkt besser, wenn man sie einnimmt“

Patient: „Ok, Kann ich trotzdem noch etwas Nelkenöl haben?“.

Zurück vom Zahnarzt

Ich hab’s überlebt. Es ist jetzt 5 Stunden nachher und es blutet immer noch – ist das normal?

Der Zahn ist draussen – es war anscheinend nicht so einfach, wie der Zahnarzt das erwartet hat. Dank 3er Spritzen war die Prozedur selbst weitgehend schmerzfrei, aber wegen der Geräuschkulisse und dem Herumgereisse am Kiefer trotzdem alles andere als angenehm. Darauf noch ein Provisorium reinzusetzen habe ich verzichtet (das kommt ja doch in 1 Monat wieder raus und bis dahin halt ich das aus).

Essen ist momentan etwas schwierig, weil das Loch Stückchen sammelt, aber ich habe vorgesorgt und mir Chlorhexidinlösung und eine Spritze zum ausspülen besorgt.

Bin gespannt, wie es morgen aussieht, im Moment wirkt die lokale Betäubung noch nach.

Zahnarzt-geschockt

Am Mittwoch war ich beim Zahnarzt. Dass ich erst jetzt darüber schreibe, hat damit zu tun, dass ich noch ein bisschen zu geschockt war.

Der Grund für den Zahnarztbesuch war, dass ich am letzten Tag unserer Ferien auf dem Flugplatz mir einen Zahn abgebrochen habe. Beim (und jetzt kommts!) Salat-essen. Auf einmal machte es „Krack“ und ich hatte die Hälfte meines Backenzahns nicht mehr dort wo er hingehört.
Nun gut, es war der Zahn, der schon eine Wurzelbehandlung hatte, also tat es wenigstens nicht weh.

Also machte ich kaum zu Hause einen Termin mit dem Zahnarzt.

Der Zahnarzt wirft einen Blick in meinen Mund, sagt „Uiui“ (DAS hört man gar nicht gerne) und sagt: „Das gibt wohl eine Krone. Da muss ich den Rest des Zahnes abschleifen, vorbereiten, dann die Krone anmessen, sie herstellen lassen und sie dann anpassen.“

Aber erst mal: ein kleines Röntgenbild.
Dank modernster Technik hat man das Bild wenige Minuten nach dem machen schon auf dem Bildschirm.

„Oh je“. Sagt der Zahnarzt (DAS höre ich noch viel weniger gerne) „Sie haben eine chronische Entzündung unter dem Zahn, da kann ich nicht einfach eine Krone auf den Zahn machen. Da muss ich erst den Hauptteil des Zahns herausholen, damit ich darunter auskratzen kann und dann hält der Rest des Zahns wohl nicht mehr. Es wäre besser, wenn wir den Zahn ganz herausholen, darunter gründlich auskratzen, es heilen lassen und dann ein Implantat setzen.“

Und wieviel kostet das etwa?
Dreieinhalbtausend Franken.

Ugh.

Au Backe – Zahnschmerzen

Das ist eines der Dinge, die mich immer wieder erstaunen: Leute, die in die Apotheke kommen und etwas gegen ihre Zahnschmerzen wollen.

Ok, ich kann es noch halbwegs verstehen, wenn es Freitag abend ist, oder Samstag und sie das Wochenende überstehen wollen – aber: Leute, Zahnschmerzen gehen nicht von alleine wieder weg! Schmerzen sind immer ein Warnsignal des Körpers, dass etwas nicht stimmt. Die häufigste Ursache von Zahnschmerzen sind: die Zähne, respektive Löcher in denselben – und die müssen geflickt werden. Dazu muss man zum Zahnarzt. Ich weiss, der ist teuer. Aber: Löcher in den Zähnen gehen nicht von alleine weg – und die Schmerzen dementsprechend auch nicht. Ich denke, die meisten wissen aus eigener Erfahrung, wovon ich spreche (ich auch: 2 Wurzelbehandlungen sind kein Zuckerschlecken, aber es musste sein).

Also wenn ich Dich am Freitag sehe und Dir etwas gebe gegen Schmerzen (mit dem Rat zum Zahnarzt zu gehen), wundere Dich nicht, wenn ich Dir in der Woche darauf – wenn Du mit denselben Beschwerden kommst, weil Du immer noch keinen Termin mit dem Zahnarzt gemacht hast – keine Tabletten mehr verkaufe. Die sind nämlich nicht dazu gedacht sie ständig zu nehmen. Dafür bekommst Du von mir die Adressen der Notfallzahnärzte in der Gegend. Nein, das ist keine Schikane, das ist mein Rat nach bestem Wissen und Gewissen.

Schlechte Zähne sind auch ein echtes Gesundheitsrisiko. Via Zahnfleisch können Bakterien in den Blutstrom gelangen und sich dann z.B. im Herzbeutel ansiedeln – deshalb geben Zahnärzte heute bei empfindlichen Personen auch prophylaktisch Antibiotika: um Folgeschäden am Herz zu vermeiden.

Etwas unangenehm ist, dass Zahnarztrezepte nicht von der Krankenkasse übernommen werden (ausser der Arzt ist ein Dr. med. Dr. dent) – einschicken kann man als Kunde trotzdem versuchen, manchmal sind sie kulant – oder aber man lässt sich beim nächsten Besuch beim Hausarzt ein Rezept ausstellen, dass man dann einschicken kann.