Werbung gegen Realität

Zugegeben: er sieht ja ganz lecker aus so ein Burger.

Aber – mal abgesehen vom ungesunden Inhalt – sollte man so einen Werbe-Burger nicht essen.

Warum? Na schaut euch mal den folgenden Film an, darin wird gezeigt, wie man einen Burger so fotogen zusammenstellt.

Das Fleisch praktisch roh, jedes Salatblatt, Gurke und Käse mit Stecknadeln festgemacht … und die Sesamkerne einzeln aufgeklebt?

So verführt uns auch die Werbung hier.

Da gibt es übrigens die Seite PUNDO3000, wo sie die Werbung mit der Realität verglichen haben, d.h. sie haben Fertigprodukte verkauft und die Bilder (auf der Packung) mit dem verglichen, wie es wirklich aussieht.

Eigentlich wissen wir es ja alle, aber manches ist trotzdem verblüffend.

Cola ohne Kohlensäure

Mutter in der Apotheke: „Ich möchte meinem Kind Cola geben ohne Kohlensäure gegen die Magen-Darm-Beschwerden. Wie kriege ich denn die Kohlensäure aus dem Cola raus?“

Ah, ja. Cola und Salzstängeli, beliebtes Hausmittel bei Durchfall. Also bei mir funktioniert das – viel mehr kann ich dann eh nicht essen, weil mir dann oft noch schlecht dazu ist. Es ist Zucker und Salz – trotzdem würde ich das Cola vorher etwas verdünnen. Und die Kohlensäure bekommt man raus, indem man es ein paarmal leicht schüttelt und vorsichtig (!) öffnet.

Man könnte natürlich auch ein Mentos nehmen …

Vielleicht besser nicht. Die Kohlensäure ist dann schon raus, das Cola aber auch.

Wirklich schnelle Pflanzen

Man stellt sich eine Pflanze ja immer als etwas statisches, oder zumindest sehr langsames vor, als etwas was sich praktisch nicht bewegt … gut sie wächst (und manche so, dass man täglich Veränderungen sieht), aber sonst?

Dabei gibt es durchaus welche, wo man zusehen kann, wie sie sich bewegen. Die Mimose zum Beispiel zieht sich auf Berührung zusammen, die Veusfliegenfalle fängt Fliegen, indem sie ihr Blätter rasch zuklappt, aber habt ihr schon mal das gesehen? :

Das im Video ist übrigens eine Nachtkerze. Sie findet sich inzwischen auch in europäischen Gärten, ursprünglich kommt sie aus Amerika.

Den Namen hat sie nicht von ungefähr: Weil sie vor allem durch nachtaktive Insekten bestäubt wird, blüht und duftet sie  nur nachts. Das Öffnen der Blüte erfolgt oft innerhalb weniger Minuten in einer fliessenden Bewegung. Ich finde es faszinierend zu sehen.

Nachtkerzen werden übrigens auch medizinisch verwendet. Das Öl aus den Samen ist reich an ungesättigten Fettsäuren (viel Gamma-Linolensäure) und wird verwendet bei Hautproblemen und bei Mensbeschwerden und neuerdings auch bei AD(H)S. Beispiele: Burgerstein EPO, Eopgam, Equazen und Lipoderm Omega Lotion.

Hetzjagd

Das ist ein ausgesprochen cooler Videoclip. Er zeigt, wie eine weisse Blutzelle (ein neutrophiler Granulozyt) unaufhaltsam ein Bakterium verfolgt – genauer gesagt ein Staphylococcus aureus.

Granulozyten gehören zu unserem Immunsystem. Es sind Fresszellen – die Neutrophilen Granulozyten sind – wie man sieht – auf Bakterien spezialisiert. Die weisse Blutzelle kann das Bakterium verfolgen wegen etwas, das sich Chemotaxis nennt – grob gesagt, könnte man sagen, es bewegt sich in die Richtung, in der es das Bakterium „riecht“.

Das Staphylococcus aureus ist ein Bakterium das recht häufig vorkommt, es lebt auch auf praktisch jedermanns Haut. Unter anderem ist es für die goldgelben Krusten verantwortlich, die sich auf manchen Wunden bilden (darum auch der Name: aureus = golden). Normalerweise macht es wenig Probleme, es sei denn, es findet einen Weg in unseren Körper und vermehrt sich stark. Das kann bei Leuten mit Immunproblemen der Fall sein. Dann macht es Hautinfektionen wie üble Pickel, Lungenentzündung, Herzentzündung bis zur Blutvergiftung.

Zum Glück aber haben wir unser Immunsystem! Derartige Szenen finden in unserem Körper ständig statt.

Aufgenommen wurde der Film übrigens von David Rogers at Vanderbilt in den 1950er Jahren, darum ist er auch schwarz-weiss. Trotzdem beeindruckend, oder?