Rufnummerunterdrückung

Ich bin zuhause, es ist Mittag. Das Telefon läutet.
Auf dem Display steht ‚Unbekannt‘ – normalerweise nehme ich das Telefon nicht mal ab, denn in 99.9% der Fälle sind es doch nur Werbeanrufe – und die hasse ich. Die lassen sich nicht mal durch das Sternchen im Telefonbuch abhalten.
Aber der Anrufer ist hartnäckig, den hatte ich in den letzten Tagen schon 2 -3 x. Und das letzte Mal war einfach niemand am Apparat, als ich abnahm.
Es gibt Leute, die versuchen so die Häuser auszukundschaften, die leer sind, um sie nachher auszuräumen. Darum nehme ich nochmal ab.

Telefon: „Pharmama“ (Nein, ich melde mich schon mit meinem richtigen Nachnamen.)
Unbekannt: „….“
Pharmama: „Hallo? … HALLO!…“
Nichts, also hänge ich wieder ab.
Es vergeht keine Minute, läutet es wieder. Wieder: ‚Unbekannt‘.
Pharmama: „Hallo?“
Unbekannt: “Ist das Frau Pharmama?“ – Kein Wunder weiss ‚Unbekannt‘ meinen Namen, habe ich ihn doch gerade vorher genannt. Jetzt will ich aber erst wissen WER da anruft.
Pharmama: „Wer ist am Apparat?“
Unbekannt: „Sind sie Frau Pharmama?“
Pharmama: „Wer sind SIE denn?“
Unbekannt: „Hier ist (unverständliches, aber ein Verein, Firma oder ähnliches) aus Paris“ – Ich merke: seinen Namen hat er immer noch nicht gesagt …
Pharmama (holt tief Luft): „Ahem, nur dass sie es gleich wissen, Werbeanrufe mag ich gar nicht. Da können wir das gleich kurz machen.“
Unbekannt: „Ah, ähhh, nein, keine Werbung…“
– na da bin ich mal gespannt, was kommt.
Unbekannt: „Wir bieten Ausflüge an.“
Pharmama :„Nein, danke. Für unsere Ausflüge und Ferien schauen wir gerne selber.“
Unbekannt: „Ah, ok. Wiederhören.“

Was denkt ihr: Werbung oder Timesharing-Angebot?

Werbeverträge

Nachdem ich wieder einen halben Sonntag zubringen musste, Leuten zuzusehen, die gepflastert wie Litfassäulen in ebenso zugeklebten Autos Runde um Runde drehen, ist mir eine Idee gekommen. Diese Leute werden dafür bezahlt, dass sie Vodaphone-Werbung auf den Mützen tragen, Marlboro auf dem Rücken und BOSS auf der Brust. Ich wette aber, die wissen nicht einmal was es alles für BOSS Parfums gibt, respektive die Verträge von Vodaphone. Früher hatten sie auch noch Viagra Werbung auf den Anzügen – dabei können die Fahrer „Sildenafil“ wahrscheinlich nicht mal aussprechen.

Also meine Idee: warum kann ich keinen solchen Werbevertrag haben? Die Leute kommen jeden Tag in die Apotheke und fragen nach Empfehlungen für dieses und jenes – und ich bekomme keinen Rappen von den Firmen dafür. Dabei wäre die Voraussetzungen da: Zuerst einmal habe ich diesen grossartigen weissen Schurz mit nichts drauf – ausser meinem Namensschild. Und dann wüsste ich tatsächlich etwas über die Produkte, die ich tragen würde!

Ich könnte einen Vertrag haben mit Supradyn und einen mit Centrum und einen mit Burgerstein – für all die Vitamine, nach denen gefragt wird. Bayer und Novartis könnten sich darüber streiten, wer den besseren Ort für das Produkt Placement auf meinem Schurz bekommt. Ich könnte Verträge bekommen für Panadol, Voltaren und Saridon – und Algifor würde aussen vor bleiben, weil sie nicht genug bezahlt haben für den Aufnäher.

Ich würde natürlich wählerisch sein, um meine Kunden nicht zu betrügen, indem ich nicht Produkte empfehle, an die ich nicht wirklich glaube – es sei denn, die Gebote wären wirklich hoch …. ich könnte sogar noch etwas Gutes an Magnetarmbändern finden, wenn sie mir ein paar Millionen zahlen würden …

Man könnte mich sogar in Werbungen im Fernsehen und in Zeitschriften zeigen – und zwar mit dem Hinweis: „echte Apothekerin, kein Schauspieler“ – so wie He, ich bin eine echte Apothekerin und das Zeug ist toll!“ “Kaufen Sie es jetzt! Ich weiss, wovon ich spreche!“

Das wär’s doch, oder?

P.S: Nein, das ist nicht ernst gemeint. Ich denke die meisten Apotheker sind stolz darauf, dass ihre Meinung nicht käuflich ist, aber so ein bisschen mehr Geld … könnte heutzutage jeder brauchen.

Slow down, take it easy

Für diejenigen, die das noch nicht kennen: das ist die Kampagne für den Schweizerischen Versicherungsverband SVV und der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu – damit man nicht so rast.

Dabei hat das ganze eine Story: der Schutzengel ist voll überfordert mit der aktuellen Situation, bis er eine ungewöhnliche Möglichkeit findet:

Der Song „slow down, take it easy“ kommt in allen ihren Clips vor und kann auf der Website gratis runter geladen werden.

Also das finde ich mal eine Coole Aktion!