Ich wollte nur sicher sein …

Eine Frau bekommt vom Arzt Inderal verschrieben und holt es in der Apotheke ab.

Einen Tag später ruft sie in die Apotheke an.

Frau: Hallo, ich rufe an, weil ich heute morgen mit einem kleinen blauen Fleck, ungefähr so gross wie ein Einfränkler auf der linken Seite von meiner Stirn aufgewacht bin. Vielleicht habe ich mir nachts den Kopf angeschlagen am Nachttischchen. Kann Inderal einen solchen blauen Fleck verursachen?“

Apotheker: „Nein, das sollte es nicht.“

Frau: „Oh, das ist gut. Weil: ich habe noch nicht angefangen es zu nehmen. Ich wollte vorher nur sicher sein.“

Quicky (7)

Telefon von einem jungen Mann:

„Meine Freundin hatte Sex mit einem anderen Mann. Wird sie jetzt schwanger?“

Was will er hören? – Nee … sie wird nur schwanger, wenn sie Sex mit DIR hat….

Also erstens bin ich kein Orakel und zweitens kann ich ja nicht mal wissen, ob sie verhütet hat.

Was? WAS? WAAAAAS??

Telefon: „… Apotheke, Pharmama am Apparat.“

weibliche Stimme: DIOVAAAAN!“

Pharmama: „Entschuldigen Sie?“

Kundin: „DIOVAAAAN!“

Pharmama: (etwas lauter) „Hallo?“

Kundin: „DIOVAAAAN!“

Pharmama: „ENTSCHULDIGUNG, aber ich brauche ihren NAMEN!“

Kundin: „Warum schreien sie denn?“

(Picture by Axel Hess von Jean-Luc Cornec’s „Telephone Sheep“ . Website Axel Hess)

Telefonitis an den Arzt

Gestern war so der Tag, wo ich das Gefühl hatte, dass ich wegen jedem zweiten Rezept dem Arzt anrufen musste um etwas abzuklären.

Das fing schon an mit einem Rezept vom Vortag, wo nicht sicher war, ob das „2“ beim Schlafmittel nicht nachträglich vom Kunden drübergekritzelt wurde – Nein, der Arzt war’s …

Das ging weiter mit einem unleserlichen Rezept (klassisch) …

Ein, Zwei Vorbezüge für Dauermedikationen von Stammkunden, die sich aber per Fax erledigen lassen …

Dann ein paar später mit einem wo eine schwere Wechselwirkung angezeigt wurde. Selegilin (neu) und Zoloft (auf einem alten Rezept), also die Kombination eines MAO-hemmers und eines Serotonin-Wiederaufnahmehemmers: (Parkinson Mittel und Mittel gegen Depression – Danke an drgeldgier für die Korrektur). In Kombination „können nach wenigen Stunden toxische Symptome eines Serotonin-Syndroms auftreten“, d.h. „in schweren Fällen kann es zu Blutdruckabfall, Koma, Schock und Exitus kommen.“ Kurz gesagt: diese beiden Medikamente zu mischen ist ganz schlecht. – In Absprache mit dem Arzt haben wir es dann so gemacht, dass der Kunde erst das eine stufenweise absetzen soll (das Zoloft das er schon hatte), dann 3 Wochen wartet und erst dann mit dem Selegilin anfängt. Er schaut dann wegen einem neuen Antidepressivum.

Noch später kommt ein Rezept wo der Namenskleber auf dem Rezept überhaupt nicht mit dem auf der Krankenkassenkarte des Kunden übereinstimmte: plus, es war ein „Er“, das Rezept war auf eine „Sie“ ausgestellt. Auch das gab ein Telefon …. Wer weiss denn sicher, ob ausser dem Namen nicht auch das Medikament falsch aufgeschrieben ist? -Nun, das Medikament stimmte wenigstens.

Obwohl ich wirklich nicht gerne ständig Telefone an den Arzt mache – gestern war es ein paarmal einfach dringend nötig. Und am Abend hatte ich das befriedigende Gefühl „Heute hat es meine Arbeit wirklich gebraucht“ – und das … ist doch auch schön, oder?

Aus dem Notfalldienst

Telefon im Notfalldienst.

Älterer Anrufer: „Ich habe gerade meine Tante vom Notfalldienst abgeholt.“

Apothekerin: „Ja?“

Anrufer: „Und die Ärzte haben ihr ein paar Sachen aufgeschrieben, eines davon Xanax.“

Apothekerin: „Ok.“

Anrufer: „Jetzt beklagt sie sich, dass die linke Seite ihres Körpers schmerzt.“

Apothekerin: „Die linke Seite?“

Anrufer: „Ja. Sie sagt auch die Brust mache ihr weh.“

Apothekerin: Sie müssen sie sofort zurück in den Notfall bringen. Das hört sich nach einem Herzanfall an.“

Anrufer: „Was? Aber wir kommen gerade von da!“

Apothekerin: „Ich weiss. Aber sie müssen sie wieder hinbringen.“

Anrufer: „Warum? Denken sie es war das Xanax?“

Apothekerin: „Ich weiss es nicht. Aber bringen sie sie so schnell wie möglich.

Anrufer: „Aber die im Notfall haben ihr das gegeben. Warum soll ich sie jetzt wieder dorthinbringen?“

Apothekerin: „Ich weiss nicht was der Auslöser war, aber sie können sie ja fragen, wenn sie sie in den Notfall gebracht haben! (muss ich noch deutlicher werden?)

Anrufer: „Oh, ok.“ (hängt auf.)

Tönte nicht so, als wäre er sehr erfreut sie wieder hinbringen zu müssen.

Übrigens: vor allem Frauen zeigen bei Herzinfarkten oft nicht so typische Symptome, dort wird das häufig mit Magenschmerzen, Kiefer- oder Zahnschmerzen (!) und ähnlichem verwechselt. Trotzdem ist es wichtig, dass man bei Verdacht rasch reagiert. Hier findet man mehr über die Symptome.


Eine Dummheit gemacht

Telefon, eine beunruhigt tönende Frau: Sind sie die Apothekerin? Ich  habe da eine wichtige Frage.“

Pharmama: „Ja, um was geht es denn?“

Frau: „Also mein Sohn, er ist 19 Jahre alt, hat letzthin bei seiner Freundin übernachtet …“

Pharmama: „Jaaa?“

Frau: „Und da hat er eine Dummheit gemacht.“

Pharmama: „Jaa?“ (denkt sich: uh, oh.)

Frau: „Er hat sich nämlich erkältet: Schnupfen, etwas Fieber …“

Pharmama: …??…

Frau: „Und da hat seine Freundin ihm am Morgen einfach eine Antibiotikum Tablette gegeben, die sie noch daheim hatte.“

Pharmama: „Ah.“

Frau, aufgebracht: „Ja, und das ist doch ganz schlecht! Ich meine, wie kann sie nur?“

Pharmama: „Ist er denn allergisch dagegen?“

Frau: „Nein, aber man soll doch nicht einfach Antibiotika nehmen … und wenn er jetzt aufhört, ich habe gehört das ist auch nicht gut, wenn man zu früh aufhört das zu nehmen!“

Pharmama: „Nun, man sollte Antibiotika möglichst geziehlt nehmen und eine einfache Erkältung ist nicht die richtige Anwendung. Aber er hat nur eine Tablette genommen?“

Frau: „Ja.“

Pharmama: „Nun, dann sagen wir in dem Fall, einmal ist keinmal. Er soll einfach keine mehr nehmen und seine Erkältung mit normalen Mitteln behandeln. Dafalgan gegen das Fieber falls nötig und Schnupfenspray vielleicht. … und sagen sie der Freundin vielleicht, dass sie nicht einfach übriggebliebene Medikamente anderen verabreichen soll …“

Frau, bestimmt: „Oh ja, das werde ich ganz sicher!“